Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 14

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Frau Minister, meine Frage lautet:

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„Welche Maßnahmen zur Absicherung und Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bilden und 99,6 % aller Unternehmen Österreichs umfassen, mehr als 54.000 Lehrlinge ausbilden, mehr als zwei Millionen Mit­arbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigen, planen Sie auch im Hinblick auf die leicht eintrübende internationale Konjunktur?“


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Frau Bundesministerin.


Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Herzlichen Dank für die Frage. – Herr Präsident! Hohes Haus! Werte Zuseher! Ich wünsche Ihnen einen schönen guten Morgen. Die mittelständischen Unternehmen spielen eine ganz wesentliche Rolle in der österreichischen Wirtschaft. Sie tragen we­sentlich zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Wenn wir uns anschauen, wie die Umsätze der KMUs in den vergangenen Jahren ge­stiegen sind, dann sehen wir, dass sie die großen Leitbetriebe um einiges outper­formen. Die Umsätze von KMUs sind in den Jahren 2008 bis 2016 um 12,3 Prozent ge­stiegen – bei Großunternehmen hingegen um 1,4 Prozent –, und die Anzahl der Be­schäftigten ist im selben Zeitraum um 9,4 Prozent gestiegen – bei Großunternehmen um 0,8 Prozent. Sie zu unterstützen ist also ein wesentlicher Teil der Aufgaben der Bundesregierung.

Der erste Bereich, in dem wir die mittelständischen Unternehmen unterstützen, ist die Digitalisierung: Es gibt das Förderprogramm KMU digital, um den mittelständischen Unternehmen zu helfen, davon zu profitieren. Immerhin sehen über 70 Prozent dieser Unternehmen das als einen wesentlichen Punkt.

Das zweite Thema ist, die Unternehmen dabei zu unterstützen, Fachkräfte zu gewin­nen. Dieser Bereich hat drei Säulen: Erstens ist vor allem die Lehre wichtig, für die die mittelständischen Unternehmen stark stehen. Diese Lehre aufzuwerten und neu zu ge­stalten ist ein wichtiger Punkt. Zweitens ist es wichtig, den Unternehmen dabei zu hel­fen, Fachkräfte zu gewinnen. Da baut die Austrian Business Agency ihre Aufgaben ent­sprechend aus. Eine dritte ganz wichtige Säule ist die Finanzierung: Mittelständische Unternehmen brauchen mehr als andere eine Unterstützung bei der Finanzierung. Wir haben hierzu die AWS, die ihre Kredite, Zuschüsse und Garantien für Eigenkapital ent­sprechend aufwertet, und wir arbeiten ganz klar daran, dass wir mehr Venture Capital vor allem für die mittelständischen und kleinen Start‑ups gewinnen.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage? – Bitte.


Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Die österreichische Wirtschaft ist ja auch von 250 Leitbetrieben geprägt, die mit über 90 000 KMUs zusammenarbeiten, was auch ganz wichtig ist, und die 6 von 10 Euro im Ausland verdienen. Unsere Wirtschaft ist al­so sehr international aufgestellt.

Deshalb meine Frage: Welche Maßnahmen setzen Sie zur Unterstützung der Interna­tionalisierung der österreichischen kleinen und mittelständischen Unternehmen?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Frau Bundesministerin.


Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Export und Import sind sehr, sehr wichtig. Jeder zweite Arbeitsplatz und 6 von 10 Euro im Bruttoinlandsprodukt entstehen in Österreich durch den Export. Die KMUs sind diejenigen, die auch ganz stark vom Export profitieren.

 


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