Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 22

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

wir als gesamte Regierung getätigt haben, haben wir festgestellt, wir konzentrieren uns auf jene, die hierbleiben dürfen.

Ich wiederhole noch einmal: Es sind 30 000 Asylberechtigte, die nicht beschäftigt sind, die hier sind; auf diese werden wir uns konzentrieren. Und auch auf jene 8 000 jungen Menschen, die in einer überbetrieblichen Lehre sind, von denen viele vielleicht schon in Betrieben arbeiten möchten, es aber nicht können, weil sie zum Beispiel noch keinen Praktikumsplatz haben.

Wir legen den Fokus hierauf, und ich würde mir – ich kann es nur wiederholen – wün­schen, dass jene, die hierbleiben dürfen, genauso eine Lobby hätten wie die 1 000 Asyl­werber, die noch keinen positiven Bescheid haben.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die nächste Zusatzfrage stellt Frau Abgeordnete Martina Kaufmann. – Bitte.


Abgeordnete Martina Kaufmann, MMSc BA (ÖVP): Guten Morgen, Frau Ministerin, auch von meiner Seite! Auch wenn es Herr Kollege Schellhorn und Frau Margreiter nicht verstehen: Mir als Unternehmerin ist es sehr, sehr wichtig, dass wir die Asylbe­rechtigten in die Unternehmen bringen, und zwar weil wir sie langfristig auch in unse­ren Unternehmen ausbilden und so aufbauen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Sie haben es schon angesprochen: Die nächsten Jobbörsen nach dem Start im Jänner in Wien werden in Oberösterreich und auch in meinem Heimatbundesland, in der Stei­ermark stattfinden.

Welche zusätzlichen Maßnahmen wird es geben, um auch die Unternehmen dabei zu unterstützen, gewisse Barrieren zu überwinden, um asylberechtigte Jugendliche in die Unternehmen zu bringen und dort auszubilden?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Frau Bundesministerin.


Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Danke für Ihre Frage. – Wir haben festgestellt, dass die jungen Men­schen, vor allem jene 10 000, die hier sind, oft nicht wissen, wie sie Zugang zum Ar­beitsmarkt bekommen. Sie werden gut vom AMS unterstützt, aber wir wollen da noch zusätzliche Maßnahmen setzen. Bei diesen Jobbörsen werden Win-win-win-Situa­tionen hergestellt – sowohl für die Menschen, die sich bewerben und für die es gut ist, jeden Bewerbungsprozess zu durchlaufen; für die Unternehmen, die plötzlich auch viel mehr Zugangsmöglichkeiten erkennen und die Chancen erkennen; und natürlich auch für uns als Republik und für die Steuerzahler, weil hier eindeutig eingespart wird.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die 5. Anfrage stellt Herr Abgeordneter Ross­mann. – Bitte.

09.35.02


Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (JETZT): Frau Ministerin! Die digitale Trans­formation bringt sicher positive Effekte und Chancen für Österreich und andere Volks­wirtschaften mit sich, aber es entstehen auch zahlreiche Risiken am Arbeitsmarkt. Im Mittelstandsbericht, gleich einleitend, gehen Sie auf einige dieser Risiken am Arbeits­markt ein, nämlich auf die mit der digitalen Transformation verbundene zunehmende Plattformarbeit, das sogenannte Crowdworking, aber auch auf Minijobs.

Weiters wird im Mittelstandsbericht auch sehr deutlich auf die negativen Effekte hinge­wiesen, die mit diesen neuen Formen der Arbeit und insbesondere mit der damit ein­hergehenden Flexibilität verbunden sind. In der Praxis bedeutet dies für die prekär Be­schäftigten – und das sind prekär Beschäftigte –, dass sie auf Abruf bereitstehen müs­sen, teilweise sogar über 24 Stunden hinweg, im Regelfall schlecht bezahlt sind, keine feste Anstellung haben und vielfach auch keine Sozialversicherung haben.

 


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite