Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 27

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Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Die bestehenden Fördermaßnahmen sind wichtig und richtig für den ös­terreichischen Standort. Wir werden in Zukunft natürlich gemeinsam mit den Unterneh­men alle Chancen für die Elektromobilität nutzen, deshalb auch das Standortentwick­lungsgesetz, um beispielsweise den Umstieg auf umweltfreundliche Energien zu er­möglichen, wie es Niederösterreich vorgelebt hat. Es ist also ein Gesamtprozess, in dem wir zu jedem Zeitpunkt die richtigen Schritte setzen werden.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Höbart, bitte.


Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Guten Morgen, Frau Wirtschaftsministe­rin. Ja, wir erkennen, dass der deutsche Konjunkturmotor zu stottern scheint. Im Be­reich der Industrie gibt es jetzt eine Delle, aber auch wir sehen es so, dass nach Jahren des Wachstums, nach einer sehr gedeihlichen Wirtschaftsentwicklung auch ein­mal eine Delle entstehen kann. Man muss auch feststellen, dass die Inlandsnachfrage, der Binnenmarkt in Deutschland nach wie vor sehr stark ist, daher gehen auch wir von einer Konjunkturdelle und nicht von einer nachhaltigen Wirtschaftsschwächung aus.

Was Österreich betrifft, sehen wir, dass wir besser aufgestellt sind, vor allem besser als unser deutscher Nachbar. Wir orientieren uns auch sehr stark Richtung Osten, und dort boomt die Wirtschaft. Dennoch ist es für uns natürlich entscheidend, weitere In­vestitionen nach Österreich zu holen.

Dazu die konkrete Zusatzfrage: Welche Maßnahmen und Anreize setzen Sie, um aus­ländische Investitionen nach Österreich zu holen?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Frau Bundesministerin.


Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Danke. – Ein wichtiges Mittel dafür ist die Austrian Business Agency, die wir weiter stärken. Diese hat im vergangenen Jahr 355 Ansiedelungen von Unterneh­men betreut; es wurden dadurch 3 000 neue Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und Investitionen in Höhe von 700 Millionen Euro getätigt. Deshalb ist es mir sehr, sehr wichtig, die ABA weiter zu stärken und auch auszubauen, und zwar nicht nur dahin gehend, Investitionen nach Österreich zu holen, sondern auch hinsichtlich Konzentra­tion auf das Thema Fachkräfte, das ein sehr dringendes für die Unternehmen ist.

Unsere Zielmärkte sind asiatische Märkte, da setzen wir besondere Schwerpunkte. Die ABA organisiert gemeinsam mit uns jedes Jahr Invest in Austria; da wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren über 200 CEOs und Entscheidungsträger eingeladen, hierher zu kommen, sich vor Ort ein Bild zu machen und in Österreich zu investieren.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Loacker, bitte.


Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Es wird oft über die Gefahren durch den Strukturwandel und die wegfallenden Arbeits­plätze aufgrund der Digitalisierung geklagt.

Welche im Strukturwandel und in der Digitalisierung liegenden Chancen – im Konkre­ten für die Beschäftigung – sehen Sie?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Frau Bundesministerin.


Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck: Es zeigen sich ganz deutliche Chancen. Es entstehen neue Jobs, die neuen Lehrberufe sind gute Beispiele dafür: E-Commerce-Trader, E-Commerce-Kauf­mann/-frau, oder Applikationsentwickler – Coding. – Also ja, es gibt eine Veränderung im Jobprofil. Wir müssen sicherstellen, dass wir alle auf diesem Weg mitnehmen, und das tun wir mit unserer Plattform Fit4Internet.

 


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