Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger: Ja, da spielt vor allem unser Netzwerk Kulinarik eine maßgebliche Rolle. Ausgangspunkt sind unsere bäuerlichen Familienbetriebe und die unglaubliche Vielfalt an Lebensmittelproduktion, die wir in Österreich haben. Wir haben Gott sei Dank die Ausgangssituation, dass in Österreich alles unterschiedlich schmeckt und zum Teil auch ausschaut. Von Vorarlberg bis zum Burgenland gibt es da extrem viel Vielfalt, und das wollen wir im Kulinariknetzwerk auch entsprechend stärker verankern, mit einem Herkunfts- und einem Qualitätssystem unterlegen und so den bäuerlichen Initiativen auch die Möglichkeit geben, sich besser zu vermarkten und eben auch die Vernetzung zum Tourismus hin zu verstärken. Das wollen wir speziell über das Netzwerk Kulinarik sicherstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Eine Zusatzfrage stellt Herr Abgeordneter Hauser. – Bitte.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Der Masterplan Tourismus zeigt die Wertschätzung für den Tourismus und ist notwendig, weil der Tourismus immerhin nicht nur für den ländlichen Raum wichtig ist, sondern 16 Prozent des Bruttonationalproduktes erwirtschaftet. Mit dem Masterplan Tourismus wird eine Strategie für den Tourismus für die Zukunft erarbeitet – es ist der Beginn und eben nicht das Ende –, aber ich möchte nur festhalten, dass das Nachdenken über den Tourismus, festgehalten im Masterplan Tourismus, nicht das Regierungsprogramm ersetzt.
Wir haben ja auf dreieinviertel Seiten ein umfassendes Regierungsprogramm erarbeitet, mit vielen Verbesserungen für die österreichische Tourismuswirtschaft, wie zum Beispiel die Reduktion der Mehrwertsteuer auf Beherbergung, womit wir den Betrieben – mehr als 40 000 Betrieben, von Privatzimmervermietern bis hin zum Hotelier – immerhin 140 Millionen Euro zurückgeben konnten. Jetzt gibt es eben daneben den Masterplan Tourismus, und ein Punkt des Masterplans ist, die Koordination zwischen Tourismus, Landwirtschaft und Kulinarik zu vertiefen. Wir sind ja nicht umsonst das Bioland Nummer eins.
Sehr geehrte Frau Minister, was kann das Netzwerk Kulinarik zusätzlich für die landwirtschaftliche Produktion tun?
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Bundesministerin, bitte.
Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger: Uns liegt daran, dass wir ein durchgängiges Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem zur Verfügung stellen. Das soll die Basis bieten, damit wir in der bäuerlichen Produktion auf der einen Seite die Qualitätssicherheit gewährleisten, auf der anderen Seite auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung geben.
Uns liegt auch daran, alternative Vertriebswege zu schaffen. Wir sehen, dass speziell im Tourismus immer wieder auf den Großeinkauf zurückgegriffen wird. Da wollen wir eben auch zusätzliche Schienen zur Verfügung stellen, damit die Tourismusbetriebe leichter und einfacher auf bäuerliche Erzeugnisse mit klarer Herkunft, aus kleinbäuerlicher Produktion zurückgreifen können, und das soll auch über das Netzwerk Kulinarik zur Verfügung gestellt werden.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Eine Zusatzfrage stellt Frau Abgeordnete Gruber. – Bitte.
Abgeordnete Renate Gruber (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Airbnb wurde heute ja schon ein paar Mal erwähnt. Wie wir alle wissen, erschwert Airbnb zum Beispiel das Leben und Wirken unserer Beherbergungsbetriebe enorm.
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