Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 130

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Und natürlich ist Kritik immer legitim, das macht das Wesen einer Demokratie aus. Da­für treten wir als Bundesregierung ein und haben etwa journalistische Arbeit bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung explizit ausgenommen. Damit haben wir nicht nur klargestellt, dass an der Pressefreiheit nicht zu rütteln und jede Einschrän­kung inakzeptabel ist, wir haben damit vielmehr eine nachhaltige Maßnahme zur Stär­kung der Presse- und Medienfreiheit gesetzt.

Zur Frage 11:

Die Bundesregierung wird, wie dies selbstverständlich auch durch das Bundesminis­terium für Inneres geschieht, alle Journalistinnen und Journalisten in bewährter Weise servicieren und ihre rechtlich vorgesehene Auskunftspflicht allen Medien und der inter­essierten Öffentlichkeit gegenüber erfüllen.

Zu den Fragen 12 und 13:

Schon jetzt wird auf die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hass im Netz be­sonderes Augenmerk gelegt. Dass die Justiz sehr effektiv gegen alle Formen des Ex­tremismus, aber insbesondere auch im Bereich von Verhetzung und Wiederbetätigung vorgeht, belegen die steigenden Anfalls- und Erledigungszahlen.

Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der wirkungsvollen Bekämpfung extremisti­scher Straftaten wurden in den letzten Jahren richterliche und staatsanwaltliche Plan­stellen nicht nur nicht eingespart, sondern darüber hinaus sogar sukzessive vermehrt.

Ungeachtet dessen wird die Bundesregierung auch weiter unter Wahrung der Budget­ziele dafür Sorge tragen, dass den Staatsanwaltschaften die erforderlichen personellen Ressourcen zur Verfügung stehen und die gestiegenen Herausforderungen, insbeson­dere auf dem Gebiet der Terrorismusbekämpfung und des Cybercrime, rasch und qua­litätsvoll bewältigt werden können.

Zur Frage 14:

Österreich genießt international ein ausgezeichnetes Ansehen, und wir sind fester Be­standteil der internationalen Gemeinschaft mit einem klaren Bekenntnis zum Multilate­ralismus. Dies hat insbesondere der vergangene Vorsitz im Rat der Europäischen Uni­on gezeigt. Österreich konnte in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Europäische Union positiv mitgestalten und auch wichtige Themen auf den Weg bringen, und die gute Ar­beit wurde – auch wenn das vielleicht den einen oder anderen nicht interessiert – auch insbesondere vom Kommissionspräsidenten Juncker und auch vom Ratspräsidenten Tusk gelobt.

Österreich ist auch Standort vieler internationaler Organisationen. Unter anderem ha­ben die Vereinten Nationen hier in Wien einen ihrer vier Sitze, und kürzlich wurde zu­dem auch der Ausbau wichtiger internationaler Organisationen am Standort Wien be­kannt gegeben. Österreich wird auch zukünftig natürlich ein wichtiger Brückenbauer auf europäischer und internationaler Ebene sein. Ich glaube, wir sind daher alle gut be­raten, unser gutes Image im Ausland nicht anzupatzen. Das hat schon in der Vergan­genheit ganz, ganz schlecht auf die österreichische Bevölkerung gewirkt. (Anhaltender Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

15.37


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir gehen nunmehr in die Debatte ein. Sie ken­nen den Brauch: jede Fraktion 25 Minuten, jeder Redner 10 Minuten.

Als Erste ist Frau Klubobfrau Rendi-Wagner zu Wort gemeldet. – Bitte.


15.38.53

Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen


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