Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 168

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Was ist eine weitere große Chance? – Ein erheblicher Teil des CO2-Aufkommens in Österreich kommt aus der Stahlproduktion. Warum? – Weil der Stahl, den wir in Öster­reich produzieren, im Rahmen einer basischen Erzeugungskette erzeugt wird, bei der viel an CO2 anfällt. Wenn wir CO2 mit Wasserstoff binden, erreichen wir eine Methani­sierung und können damit wiederum Verbrennungsmotoren CO2-neutral antreiben. Es gibt also viele, viele Maßnahmen, die wir setzen müssen, um die Dekarbonisierung in Österreich umzusetzen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie in einigen Jahren in Österreich völlig andere Fahrzeugtypen auf unseren Straßen sehen werden, aber nicht – das möchte ich auch betonen –, weil alle Menschen jetzt so umweltbewegt sind, sondern weil sich die Tech­nik einfach weiterentwickelt und das Fahren mit einem Wasserstoffauto, mit einem Elektroauto bei dem Drehmoment, das man erzielt, auch vielen Menschen Freude macht.

Aber bitte machen wir jetzt eines nicht: den Diesel völlig zu verteufeln, denn auch der Bereich Diesel entwickelt sich weiter. Die CO2-Emissionen beim Diesel sind geringer als jene beim Verbrennungsmotor, und wir bauen hier in Österreich, in Steyr, den bes­ten Dieselmotor der Welt. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

18.03


Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Andreas Ottenschläger.


18.03.22

Abgeordneter Andreas Ottenschläger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielleicht nur ein paar Sätze, Herr Kollege Rossmann, damit Sie sehen, dass wir sehr wohl ein Bewusstsein für die Situation haben: Der Verkehr macht laut der 2017er-Bilanz des Umweltbundesamtes 29 Prozent der österreichischen Treibhaus­gasemissionen aus. Das ist nach Industrie und Energieerzeugung der zweitgrößte Fak­tor. Andere Verursacher, wie zum Beispiel die Abfallwirtschaft, Gebäude oder auch die Landwirtschaft, haben im Zeitraum zwischen 1990 und 2017 eine Reduktion ihrer Emissionen verzeichnet, im Verkehr aber gibt es einen deutlichen Anstieg. – So weit die kurze Analyse dazu.

Meine Damen und Herren! Der Herr Bundesminister hat Gott sei Dank schon sachlich präsentiert, welche Maßnahmen bereits getroffen wurden und worüber wir nachden­ken. Er hat, wie ich meine, auch schon sehr gut die wichtigsten Investitionen skizziert und aufgezeigt, dass das meiste Geld in die Bahn fließt. Das Thema Bahn, die Infra­struktur, aber auch ihr Betrieb sind für uns von entscheidender Bedeutung für die Zu­kunft der Verkehrspolitik und vor allem auch für einen möglichst emissionsfreien Ver­kehr.

Lassen Sie mich ein Beispiel bringen: Wenn wir in Wien ein Haus bauen, das in der Nähe einer U-Bahn-Station oder einer attraktiven Straßenbahnlinie ist, dann ist dort das Thema Auto bei den Kundinnen und Kunden, bei den Bewohnern nicht mehr so präsent, nicht mehr von so entscheidender Bedeutung wie in einer Lage in Wien, die am Stadtrand ist, wo sie diese entsprechende Verkehrsinfrastruktur nicht haben. Das bedeutet, Garagen stehen dort teilweise sogar leer, weil die Leute sagen: Ich habe ein öffentliches Verkehrsmittel, das für mich sehr attraktiv ist.

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Bahn. Wenn Sie sich anschauen, wie viele Men­schen heute von Wien nach Linz oder Salzburg mit der Bahn fahren im Vergleich zu früher, dann sehen Sie, was es bringt, wenn wir hier viel Geld investieren.

Wenn Sie in die Zukunft blicken, Stichwort Ausbau der Südstrecke – Semmeringbasis­tunnel, Wien, Wiener Neustadt, Graz; an dieser Strecke lebt eine ähnliche Anzahl an


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