Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 479

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Bäuerin und des Bauern, die es produziert haben, bekommt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Bei aller Entwicklung werden wir auch in der Landwirtschaft nicht um die Erreichung der Klimaziele herumkommen. Erreichen wir diese Ziele nicht, wird es diese produzierende Landwirtschaft, wie wir sie oft nennen, in Österreich in der Form, wie sie jetzt stattfindet, nicht mehr geben. Es hilft nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und weiterzumachen wie bisher, weil das nicht mehr möglich sein wird. Gerade Bäuerinnen und Bauern erleben tagtäglich im Sommer, im Winter, im Herbst und im Frühjahr auf ihren Feldern, was es heißt, wenn das Wetter seine Kapriolen schlägt.

Es muss uns also bewusst werden, dass es eine Landwirtschaft braucht, die unseren Boden schützt, die die Fruchtbarkeit erhält, die vor Erosion schützt und die sich letzt­endlich einer ethischen Tierhaltung verschrieben hat.

Die Zukunft der Landwirtschaft ist dort zu finden, wo Konsumentinnen und Konsumenten wissen, dass es nicht egal ist, zu welchem Produkt im Regal sie greifen. Es ist zu wenig, zu sagen, der Markt werde das schon selber richten. Da haben auch wir in der Politik noch einige Aufgaben vor uns. Es braucht unserer Meinung nach ein klares Bekenntnis dazu, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der Menschen nun einfach auch ändern. Dem muss deshalb auch die Landwirtschaft folgen können. Dazu braucht es gezielte Förderungen und letztendlich auch ein Bewusstsein dafür, dass der kostbare Boden, der hochwertige Lebensmittel hervorbringt, auch mit dem Boden, der hochwertige Futter­mittel liefert, in Balance sein muss und die tierische Produktion hintanzustellen ist.

Die Zukunft liegt also dort, wo KonsumentInnen sowie Bäuerinnen und Bauern auf einen gemeinsamen Weg kommen, wo Transparenz im Vordergrund steht und letztendlich eine Landwirtschaft vorherrscht, die das Klima schützt und nicht nur klimafit ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

16.16


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Hauser. – Bitte.


16.16.55

Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Minister! Hohes Haus! Zur Landwirtschaft: Ich sage immer, die Zahlen lügen nicht. Wenn man sich den Grünen Bericht 2019 anschaut und feststellt, dass das durchschnittliche Ein­kom­men der Bauern im Jahr 2019 bei 27 966 Euro und im Jahr 2018 bei 28 035 Euro lag – also gab es 2019 sogar ein leichtes Minus –, dann weiß man, dass da ein Klassenkampf total fehl am Platz ist, weil die Einkommen für einen Bauernhof in Summe bescheiden sind. Wenn wir uns anschauen, dass die Bergbauern im Durchschnitt sogar noch 19 Prozent unter diesem durchschnittlichen Einkommen liegen, wissen wir, dass die Berglandwirtschaft, der ländliche Raum, natürlich unsere Unterstützung benötigt.

Geschätzte Kollegen von der ÖVP! Geschätzter Kollege Berlakovich, dein Angriff auf Kollegen Schmiedlechner war wirklich bei Weitem überzogen. Gerade ihr wisst, dass wir hinter der Berglandwirtschaft, hinter den bäuerlichen Betrieben und Familien stehen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Berlakovich und Schmuckenschlager.) Natürlich kann man unterschiedliche Zugänge haben – das ist ja normal, wir sind nicht eine Partei –, aber eines muss sein, und das haben wir immer klar signalisiert: Wir stehen hinter der Landwirtschaft, wir stehen hinter der Berglandwirtschaft, wir stehen hinter den bäuerlichen Betrieben, und das machen wir aus Überzeugung und mit Herz. Nehmt das bitte schön zur Kenntnis! (Beifall bei der FPÖ.)

 


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