Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 353

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aus unserem Bekanntenkreis diese vielleicht in Anspruch nehmen muss. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

21.49


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Nun ist Abgeordnete Neßler zu Wort gemeldet. – Bitte.


21.49.21

Abgeordnete Barbara Neßler (Grüne): Ich möchte mit folgendem Zitat beginnen: „Hoff­nung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“

Wenn bei Kindern und Jugendlichen mit einer unheilbaren Krankheit die Situation eintritt, dass keine Hoffnung mehr besteht, dass sich die Dinge zum Guten wenden, dann bleibt nur noch eines: alles daranzusetzen, um den Abschied so angenehm wie möglich zu gestalten – für die schwer kranken Kinder und jungen Menschen selbst, aber auch für die Eltern, für die Geschwister, für die Freunde, für die Angehörigen.

Die Gewissheit, dass die Erkrankung früher oder später tödlich verlaufen wird, ist in der gesamten Familie ständig präsent und erfordert die Auseinandersetzung mit Abschied, die Auseinandersetzung mit Sterben und die Auseinandersetzung mit dem Tod.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen brauchen die bestmögliche medizinische Be­gleitung und die Familien brauchen in dieser Zeit gute Unterstützung. Es ist gut und wichtig, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, um allen Kindern und jungen Men­schen, egal, aus welchen finanziellen Verhältnissen sie kommen, mit ihren Familien die Möglichkeit für einen Zugang zur Palliativversorgung zu gewähren.

Ich bin froh, dass wir hier einen Allparteienantrag beschließen, um die Finanzierung der Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen und so­mit den Abschied zumindest ein Stück weit zu erleichtern. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

21.51


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Fiedler. – Bitte.


21.51.27

Abgeordnete Fiona Fiedler, BEd (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Trotz Lockdown ist die Situation in unseren Spitälern immer noch angespannt. Ständig begleitet uns das schauerliche The­ma der Triage. Insofern ist es sehr wichtig, speziell jetzt, in Zeiten von Corona, den Blick nicht immer nur auf die Intensivstationen, sondern auch auf die Palliativstationen zu richten.

Gerade bei hochbetagten Menschen mit Vorerkrankungen, bei denen eine Intensivbe­handlung nicht mehr indiziert ist, braucht es eine andere Behandlung, nämlich Symp­tombekämpfung und Symptomlinderung, und gerade davon hört man besonders wenig. Wichtig ist es, ein Sicherheitsnetz zu schaffen und eine solide Kommunikation zu führen. Man sollte aber nicht nur an die Coronazeit denken, sondern auch an die Zeit danach. Hospiz- und Palliativversorgung ist eine besondere Form der Betreuung und Versor­gung. Da wird versucht, Menschen mit unheilbaren Krankheiten ein Leben in guter Qua­lität und ein Lebensende in Würde zu ermöglichen. Umso wichtiger ist der Antrag, über den wir gleich abstimmen werden.

Vor allem für die Jüngsten in unserer Gesellschaft, die auch davon betroffen sind, und deren Familien ist die Arbeit von pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen von unschätzbarem Wert. Durch teilstationäre und stationäre Einrichtungen und mobile Teams wird ermöglicht, dass diese Kinder zu Hause in der familiären Umgebung statt


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