Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll137. Sitzung, 137. Sitzung des Nationalrats vom 16. Dezember 2021 / Seite 24

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„Werden Sie sich – anders als Ihr Vorgänger – gegen Abschiebungen von gut integrier­ten Kindern und Jugendlichen, die Österreich als ihre Heimat gefunden und angenom­men haben, einsetzen?“


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Herr Bundesminister.


Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Sie wissen, dass es ein Faktum ist, dass jeder, der tatsächlich Schutz braucht, diesen in Österreich auch bekommt, und allein heuer haben 5 400 Kinder in unserem Land auch Schutzstatus erhalten. Ich werde aber sehr konsequent diesen Weg meines Vorgängers weiter umsetzen, wenn es darum geht, Entscheidungen von unabhängigen Gerichten entsprechend zur Umsetzung zu bringen. Ich halte das für wichtig und richtig, weil es hier eine klare Linie zu halten gilt, dass, wenn das Gericht Entscheidungen trifft, diese von den Exekutivkräften auch zur Umsetzung zu bringen sind.

Daher darf ich das auch so beantworten: Wir werden diesen klaren, konsequenten Weg auch unter meiner Führung fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage? – Bitte.


Abgeordneter Ing. Reinhold Einwallner (SPÖ): Herr Innenminister, wenn Sie sagen, all jene, die Schutz brauchen, werden in Österreich Schutz finden, schließe ich mit einer Frage an: Werden Sie sich für das Ende der menschenunwürdigen und menschen­rechtswidrigen Push-backs sowie die Auflösung der Elendslager in Griechenland einset­zen und sich auf europäischer Ebene für eine solidarische Aufnahme von Schutzsuchen­den durch alle – durch alle! – EU‑Staaten einsetzen, das heißt auch inklusive Öster­reich? (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Herr Bundesminister.


Bundesminister für Inneres Mag. Gerhard Karner: Herr Abgeordneter, Sie wissen, dass Österreich über die letzten Jahre und Jahrzehnte bei der Hilfe von Asylsuchenden Überdurchschnittliches geleistet hat. Wir sind europaweit das am drittstärksten belastete Land in diesem Bereich, was die Asylwerberzahlen betrifft, und wir haben da immer wieder geholfen. Es muss aber auch klar sein, dass dieser Weg – Schutz der Außen­grenzen und so viele Rückführungen wie möglich – auch von mir als Innenminister ent­sprechend konsequent fortgesetzt wird. Daher habe ich auch vor wenigen Tagen das Schreiben der zuständigen Innenkommissarin Ylva Johansson betreffend ein Resettle­mentprogramm für 40 000 afghanische Asylwerber abgelehnt.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die nächste Frage stellt Abgeordneter Shetty. – Bitte.


Abgeordneter Mag. Yannick Shetty (NEOS): Guten Morgen, Herr Innenminister! Mei­ne Frage schließt daran an. Kollege Einwallner hat es schon gesagt: Im Jänner 2021 wurden unter Ihrem Vorgänger, dem jetzigen Bundeskanzler Nehammer, drei bestens integrierte Kinder mit ihren Familien mitten in der Nacht mit Hundestaffeln abgeführt und wenig später abgeschoben. Das hat zu so immenser Kritik geführt, dass die Bundesre­gierung eine eigene Kindeswohlkommission eingerichtet hat, und diese Kindeswohlkom­mission hat sich das sehr genau angeschaut und elf ganz konkrete Empfehlungen ab­gegeben.

Mich würde interessieren: Welche dieser elf Empfehlungen finden Sie ganz konkret gut und welche finden Sie schlecht?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Bitte, Herr Bundesminister.


 


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