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Wissenschaftspreis 2011

TrägerInnen des Wissenschaftspreises 2011 der Margaretha Lupac-Stiftung sind nach einer einstimmigen Entscheidung von Jury und Kuratorium Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel sowie die Projektplattform "Jüdische Repräsentation und Antisemitismus im österreichischen Parlament, 1861-1938" unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Eva Kreisky gemeinsam mit den NachwuchsforscherInnen Mag. Matthias Falter und Mag. Saskia Stachowitsch.

Christiane Spiel ist weit über die Grenzen der wissenschaftlichen Community bekannt. Sie und ihr Team arbeiten insbesondere intensiv zu den Themenfeldern der Gewaltprävention in Schulen und Kindergärten, der Integration von MigrantInnen in multikulturellen Schulen und der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit. Sie etablierte den Fachbereich Bildungspsychologie als wissenschaftliche Disziplin und konzipierte ein Strukturmodell, das Bildungskarriere und Lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt stellt. Der zweite Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich Evaluation und Qualitätsmanagement. In diesem Zusammenhang führte sie Auftragsprojekte der Rektorenkonferenz durch, die sich mit dem Hochschulzugang, Auswahlverfahren sowie der Anerkennung non-formaler und informeller Lernerfahrungen auseinandersetzen.

Hervorzuheben ist das Projekt "Weiße Feder – gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt", das bis 2013 umgesetzt wird. Christiane Spiel hat, basierend auf der einschlägigen Literatur sowie in Kooperation mit den ExpertInnen des Unterrichtsministeriums, die Generalstrategie zur Gewaltprävention in Kindergärten und Schulen entwickelt. Auf dieser Basis wurde mittlerweile ein umfassendes Angebot realisiert – vgl. www.weissefeder.at. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen.

Eva Kreisky hat gemeinsam mit den NachwuchsforscherInnen Matthias Falter und Saskia Stachowitsch seit 2007 mehrere Forschungsprojekte zu den Zusammenhängen zwischen Parlamentarismus, Demokratieentwicklung und jüdischer politischer Repräsentation und Partizipation in Österreich durchgeführt. Thema der Untersuchungen waren daher auch die Transformationen von Antisemitismus als politische Strategie im parlamentarischen Diskurs und seine Bedeutung als antiparlamentarische Ideologie. Die Projektplattform "Jüdische Repräsentation und Antisemitismus im österreichischen Parlament, 1861-1938" wird von der Jury unter dem Vorsitz von em.Univ.Prof. Dr. Manfried Welan als Pionierarbeit gesehen, da damit erstmalig eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der jüdischen Abgeordneten und ihrem Wirken in die Tat umgesetzt wurde. Die Ergebnisse dieser Forschung werden die Basis für weitere wissenschaftliche Arbeiten darstellen.

Die Daten der Abgeordneten sind auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at, unter "Wer ist Wer" – "ParlamentarierInnen seit 1918") bereits verfügbar. Es handelt sich dabei um "work in progress", da neue Erkenntnisse immer wieder einfließen und weitere Projekte zu Antisemitismus und Parlamentarismusentwicklung nach 1945 folgen sollen.

Eva Kreisky ist derzeit Vizedekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität Wien und Universitätsrätin an der Universität Innsbruck. Ihre Forschungsschwerpunkte beschäftigen sich mit politischer Theorie und Ideengeschichte, Staats- und Institutionentheorien, Parlamentarismus- und Demokratieforschung, der Politik der Geschlechterverhältnisse sowie mit der jüdischen politischen Geschichte und Antisemitismus in Österreich. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen.

Matthias Falter und Saskia Stachowitsch sind beide wissenschaftliche MitarbeiterInnen am Institut für Politikwissenschaften an der Universität Wien.

Weitere Informationen

Pressemeldungen: Nr. 229/2012, 1056/2011, 68/2011

Fotos von der Verleihung