News 26.03.2026, 19:26

Nationalrat beschließt neues Gesetz für erleichterten Börsegang

Die drei Gesetzesbeschlüsse des Plenartages am 26. März bringen Änderungen im Finanzbereich. Ein zentraler Punkt von neuen Börse-Regeln ist etwa die Senkung der für einen Börsegang notwendigen Mindeststreubesitz, also die Quote, wie viele Aktien frei verkauft und gekauft werden können. Sie sinkt von 25 auf zehn Prozent.

National­ratssitzung als Video

Die Plenarsitzung können Sie hier nachschauen.

Einstimmig angenommen wurde Donnerstagvormittag außerdem eine kleine Reform des Fiskalrats: Er wird künftig alle fünf Jahre evaluiert. Die Finanzmarktaufsicht bekommt dagegen eine neue Aufgabe: Sie wird für die Kontrolle von Ratingagenturen zuständig sein und dabei mit der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zusammenarbeiten.

Mit Änderungen im Börsegesetz und in weiteren Gesetzen will die Regierung dem europäischen "Listing Act" Rechnung tragen.

Gewalt an Frauen: Abgeordnete fordern Regierung zum Handeln auf

Am Nachmittag beschäftigten sich die Abgeordneten außerdem mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen. In einem Entschließungsantrag forderten die Abgeordneten die Regierung einstimmig dazu auf, Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung zu fassen. ÖVP, SPÖ und NEOS forderten zudem die Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz von Schwangeren und Klinikpersonal vor "Gehsteigbelästigungen" vor Abtreibungskliniken.

Den Grünen ging diese Forderung nicht weit genug. Ihr Antrag, der etwa Schutzzonen im Umkreis von bis zu 150 Metern rund um Einrichtungen für Schwangerschaftsabbrüche vorsieht, blieb jedoch in der Minderheit. Ebenso ein Antrag der FPÖ, in dem sie unter anderem eine verpflichtende Bedenkzeit vor Schwangerschaftsabbrüchen fordern.

Rund eine Stunde lang stand der Finanzminister den Abgeordneten am Donnerstag in der Früh für Fragen zur Verfügung.

Plenartag startete mit Befragung des Finanzministers

Zu Beginn der Sitzung ging es in der Fragestunde mit Markus Marterbauer unter anderem um die Förderung von NGOs, den Beitrag von Reichen zur Budget-Konsolidierung und um den Klimaschutz. Auch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz, das die Regierung heute dem Nationalrat vorgelegt hat, war Thema in der Fragestunde. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei "eine wesentliche Antwort auf die Klimarisiken, aber auch auf die fossile Energiekrise, die wir gerade zum x-ten Mal erleben", so Markus Marterbauer.

Angesprochen auf eine mögliche Erbschaftssteuer, betonte der Finanzminister, dass er diese für sinnvoll hielte, die Regierung sich aber dagegen verständigt habe.

Nach einer Sondersitzung am Montag und einem Plenartag am Mittwoch, traten die Abgeordneten am Donnerstag zum dritten und letzten Mal in dieser Woche zusammen.

Am Ende der Sitzung befasste sich der Nationalrat in einer Ersten Lesung mit drei Anträgen der FPÖ. Diese forderte eine Altersgrenze für Kassenärztinnen und Kassenärzte, die Abschaffung der ORF-Haushaltsabgabe und ein höheres Nacht-Tempolimit für Lkw. Im Anschluss an die Debatte wurden die Anträge planmäßig Ausschüssen zugewiesen.

Mehr zu allen einzelnen Tagesordnungspunkten der Sitzung finden Sie in Meldungen der Parlamentskorrespondenz. Hier geht es zur Übersicht.