Lange Zeit gibt es keine allgemeine Vorgabe, wie lange Abgeordnete im Parlament reden dürfen. Das wurde hin und wieder als politisches Mittel genutzt, um beispielsweise Gesetzesbeschlüsse hinauszuzögern. 1993 wurde schließlich die Redezeitbeschränkung im Nationalrat eingeführt und das "Filibustern" war Geschichte. Die sogenannte "Wiener Stunde" regelt zudem, wie lange die Abgeordneten der einzelnen Parlamentsklubs pro Stunde reden dürfen. Davor – also vor rund 30 Jahren – trug sich im Parlament Rekordverdächtiges zu: Abgeordnete sprachen mitunter stundenlang ohne Unterbrechung.
Podcast "Geschichten aus dem Parlament" zur Redezeitbeschränkung
Folge 11: Vom Notbett zur Wiener Stunde: die Redezeitbeschränkung
In Folge 11 von "Geschichte(n) aus dem Parlament" erinnern sich ehemalige Abgeordnete daran, welche dieser Reden in die parlamentarische Geschichte eingegangen sind und wie es dazu gekommen ist, dass heute niemand mehr so lange ohne Punkt und Beistrich reden darf, wie sie diese Mammut-Reden miterlebten und welchen Einfluss die Beschränkung auf die Plenardebatten hatten.
Die Interview-Ausschnitte im Podcast stammen aus Videoaufnahmen des seit 2015 laufenden Oral-History-Projekts der Parlamentsdirektion, in dessen Rahmen ehemalige Parlamentarier:innen und Parlamentsbedienstete von ihren Erfahrungen und Erlebnissen im Parlament berichten. Moderiert wird dieser Podcast von Clemens Haipl.
Rückmeldungen, Fragen oder Themenvorschläge können Sie an podcast@parlament.gv.at senden.
Weitere Informationen
- Podcast "Geschichten aus dem Parlament"
- 67. Sitzung des Nationalrats vom 22. und 23. Juni 1988
- 107. Nationalratssitzung vom 10., 11. und 12. März 1993
- Aussendung der Parlamentskorrespondenz über die Nationalratssitzung vom 10. März 1993
- Werner Koglers längste Rede in der Aussendung der Parlamentskorrespondenz über den Budgetausschuss vom 15. und 16. Dezember 2010