News 10.04.2026, 10:15

Straße von Hormus: Wie mit Wirtschaft Politik gemacht wird

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Meerengen der Welt: An einigen Stellen ist der Korridor für Frachtschiffe nur wenige Kilometer breit und seit dem Angriff der USA und Israel hat der Iran die Meerenge abgeriegelt. Kaum ein Tanker kann die Straße aktuell passieren. Die, die es schaffen, müssen das Regime in Teheran dafür bezahlen.

Was der Iran hier macht, hat einen Namen: Geoökonomie. Länder nutzen dabei ihre Bodenschätze, Technologien, Wirtschaftsleistung oder schlicht geografische Gegebenheiten als Instrument, um ihren politischen Willen durchzusetzen.

Globaler Handel sinkt

Dabei wurden Ressourcen und Wirtschaftsleistungen lange Zeit zur Friedenssicherung eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg haben Staaten immer mehr miteinander gehandelt, um Kriege unwahrscheinlicher zu machen. Doch diese Vernetzung erzeugt auch Abhängigkeiten – und die können wiederum politisch genutzt werden.

Die Blockade der Straße von Hormus wirkt sich auch auf die Wirtschaft in Österreich aus.

1990 machte der globale Handel knapp 38 % der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, seinen Höchstwert erreichte er im Jahr 2022 mit einem Wert von 62 %. Seitdem sank er leicht. Die Globalisierung wurde zuletzt von einigen Staaten immer häufiger als Risiko wahrgenommen.

Zölle, Technologien und seltene Erden

Das geoökonomische Instrument der USA sind unter Präsident Donald Trump Zölle: Damit sollen nationale Industrien geschützt werden. Außerdem übt die USA damit Druck auf Partner und Rivalen aus. Wenn Trump in der Vergangenheit mit politischen Entscheidungen anderer Länder unzufrieden war, kündigte er daraufhin mehrfach neue oder höhere Zölle an. Zollreduktionen gab es hingegen für jene Länder, die Investitionen in den Vereinigten Staaten ankündigten.

China ist wohl der größte Profiteur der weltweiten Vernetzung des Handels. Das Land subventioniert gezielt grüne Industrien wie die Produktion von Elektroautos und profitiert dabei von den Reserven seltener Erden. Die EU und USA sind bei diesen Rohstoffen im hohen Maße von China abhängig.

Internationales Dossier

Welche Rolle die EU in der Geoökonomie spielt und wie sich das österreichische Parlament einbringt, lesen Sie hier: Was ist Geoökonomie?