News 19.08.2026, 09:43
Deepfake-Verbot und gratis Fußball

Welche Gesetze junge Menschen einführen würden

Im Besucherzentrum des Parlaments haben junge Menschen die Möglichkeit, ihre Ideen für Gesetze abzugeben. Und diese reichen von einem Dönerpreis-Deckel bis zu einem Deepfake-Verbot.

Wie würde ein Gesetz aussehen, wenn Kinder und Jugendliche es schreiben könnten? Eine Station im Demokratikum, dem Besucherzentrum des Parlaments, gibt Einblick: Dort können junge Menschen das ganze Jahr über ihre Gesetzeswünsche aufschreiben.

„Der Döner soll nicht mehr als 3 € kosten“

Die Spannbreite der Gesetzesvorschläge aus dem ersten Halbjahr 2026 ist groß. Sie reicht von einem Verbot von "6-7", einem berühmt gewordenen Internetphänomen, bis hin zu inflationserleichternden Maßnahmen.

So möchten Leon und Emanuela etwa einen Dönerpreis-Deckel einführen. "Der Döner soll nicht mehr als 3 € kosten", schreiben sie. Leonie, Lotte und Jasmin hätten gerne, dass alle "im Monat einen 100 € Coupon für Essen" bekommen, "damit jeder sich Essen leisten kann". Eine andere Gruppe schlägt vor: "Konzerte gratis oder weniger als 100 €."

Ginge es nach den jungen Menschen, die das Parlament besuchen, wäre Fußball streamen gratis.

Auch die Fußballweltmeisterschaft hat Niederschlag in den Gesetzeswünschen der jungen Menschen gefunden. So wünschte sich ein Besucher etwa, dass die "Kosten für alle Streamingdienste in Österreich" aufgehoben werden. Der Grund ist denkbar logisch: "Ich mag gratis Fußball schauen."

"KI generierte Video-Clips sollen verboten sein"

Zum Thema künstliche Intelligenz gaben die jungen Besucherinnen und Besucher des Parlaments ebenfalls Ideen ab. "Mit der KI sind Deepfakes viel zu einfach zu erstellen, sie können Leben zerstören", schreiben zum Beispiel Helena, Alisa, Matilda und Martina. Sie wünschen sich daher "härtere Bestrafungen" für die Verbreitung von KI-generiertem Bild- und Videomaterial, das täuschend echt wirkt.

Andere Schülerinnen fordern ein gänzliches Verbot von KI-generierten Video-Clips. Sie finden, man würde aufgrund von KI nicht mehr erkennen, was real ist.

Stapelweise geben Kinder und Jugendliche im Besucherzentrum des Parlaments ihre Gesetzesvorschläge ab. Sie werden an einer Wand ausgestellt.

Schwarzfahren ist „ehrenlos“

Nicht nur KI, sondern auch Mobilität beschäftigt die jungen Besucherinnen und Besucher. Eine Person möchte etwa das Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln verbieten. "Ich denke, die Leute, die schwarzfahren sind ehrenlos, weil der Busfahrer sein Bestes gibt", so die Begründung.

Ein weiterer Vorschlag: "Eine Führerscheinpflicht für E-Roller". Der Grund dafür ist die hohe Anzahl an Unfällen. Unterstützung für diese Idee gibt es laut Vorschlag nicht nur von der Klasse, sondern auch von der Oma.

Sollte das Pfandsystem ausgeweitet werden? Das schlägt zumindest eine junge Besucherin vor.

Außerdem wünscht sich eine Besucherin "mehr Pfand auf alles" und führt dabei etwa Verpackungen von Möbeln und Lebensmitteln an. Sie möchte das regeln, "damit weniger Müll entsteht" und erwartet sich für ihren Gesetzesvorschlag die Unterstützung ihrer Freunde.

Neue Regeln für die Schule

Viele Ideen betreffen auch den Bildungsbereich. Ein Kind wünscht sich eine Uniformpflicht in der Schule, "damit niemand wegen seiner Kleidung gemobbt wird". Ein anderes will "hitzefrei in österreichischen Schulen ab 32 Grad", weil das Lernen zu anstrengend wird. Ein weiterer Wunsch der jungen Menschen: "Man sollte immer Handy schauen dürfen, wenn man will, sogar in der Schule."

Die Schülerin Anne schlägt vor, dass man Geld für gute Noten erhalten solle. Ein solches Gesetz würde einen Anreiz darstellen: "Damit man Lust hat für Tests zu lernen." Ein anderer Jugendlicher will dem "Du" im Klassenzimmer ein Ende bereiten. Er möchte, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler mit "Sie" ansprechen. Umgekehrt sei es ja genauso.

Wer bei der Familienführung gut aufpasst, kann im Spielepass das Lösungswort entschlüsseln. Dafür gibt es sogar eine kleine Überraschung.

Verstärktes Angebot von Kinderführungen im Sommer

Nicht für Gesetzesvorschläge, sondern auch für das Parlamentsgebäude lassen sich junge Menschen begeistern. Aufgrund der großen Nachfrage werden die spielerischen Kinder- und Familienführungen im Sommer vermehrt angeboten:

  • Dienstag bis Freitag um 14 und 16 Uhr
  • Samstag um 14 Uhr

Wer den Spielepass am Ende vollständig ausgefüllt hat, erhält eine kleine Überraschung. Und vielleicht inspiriert ein Rundgang durch das Parlament ja auch dazu, im Besucherzentrum einen Gesetzesvorschlag abzugeben.