News in einfacher Sprache 04.03.2026, 08:30

4. März 1933: Österreichs Parlament wird ausgeschaltet

Es hat mit einer Bank begonnen, die Pleite gegangen ist. Dann haben die Eisenbahn-Angestellten gestreikt und am Ende ist das Parlament ausgeschaltet worden: Das ist vor 93 Jahren passiert.

Aber von Anfang an: In den 1930er-Jahren hat es auf der ganzen Welt eine Wirtschaftskrise gegeben. Diese Krise hat auch in Österreich große Probleme gemacht. Österreich ist damals noch eine Republik gewesen. Diese Zeit heißt auch "Erste Republik".

Der Staat hat damals die größte österreichische Bank gerettet. Das hat sehr viel gekostet und der Staat hat zu wenig Geld gehabt. Die Regierung von Engelbert Dollfuß ist deshalb stark unter Druck gestanden.

Anfang März 1933 haben die Eisenbahn-Angestellten gestreikt, weil sie ihre Löhne nur noch in Raten bekommen sollten. Die Regierung hat daraufhin Strafen gegen die streikenden Menschen verhängt.

In dieser Zeit sind in Österreich fast 600.000 Menschen arbeitslos gewesen.

Diese Strafen sind auch im Nationalrat ein Thema gewesen. Die Sozialdemokraten haben eine außerordentliche Sitzung am 4. März verlangt. Sie wollten eine Abstimmung über diese Strafen. In der Sitzung hat es dann mehrere Anträge zum Umgang mit den Eisenbahn-Angestellten gegeben. Die Großdeutschen haben den Antrag gestellt, dass es keine Strafen für die die Streikenden geben soll. Eine einzige Stimme hat entschieden, dass der Antrag angenommen worden ist.

Parlamentarische Demokratie ausgeschaltet

Bei der Abstimmung ist aber ein Fehler passiert: Eine Stimme ist zuerst falsch gezählt worden. Die Regierung hat die Abstimmung daraufhin nicht anerkannt, aber die anderen Parteien haben darauf bestanden. Daraufhin hat es einen Streit zwischen den Parteien gegeben. Am Ende sind alle drei Nationalratspräsidenten zurückgetreten. Die Sitzung war damit unterbrochen.

Die Polizei hat verhindert, dass die Sitzung weitergeht.

Folgen des März 1933

Die Regierung hat ihren Weg in die Diktatur fortgesetzt. Sie hat den Verfassungsgerichtshof ausgeschaltet und Freiheitsrechte eingeschränkt. Auch die politischen Gegnerinnen und Gegner haben den Druck der Regierung bald gespürt. Bestimmte Parteien und nahestehende Organisationen sind verboten worden. Dadurch ist es im Februar 1934 zu einem Bürgerkrieg mit vielen Toten gekommen. Daraufhin ist auch die sozialdemokratische Partei verboten worden.

In den folgenden Jahren ist Österreich zu einer Diktatur geworden. Zuerst unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, der im Juli 1934 von Nationalsozialisten ermordet worden ist. Dann hat Kurt Schuschnigg die Führung übernommen.

In Österreich hat es danach viele Jahre lang keine demokratischen Wahlen gegeben.

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