News in einfacher Sprache 05.06.2026, 14:39

Nationalrat startet Beratungen über Doppelbudget 2027/28

Vor den Beratungen zum Budget wird Finanzminister Markus Marterbauer am 10. Juni den Vorschlag über das Budget vorstellen. Er wird den Abgeordneten die wichtigsten Punkte und den neuen Bundesfinanzrahmen erklären. Im Bundesfinanzrahmen steht, wie viel Geld der Staat ausgeben kann und wofür das Geld in Zukunft genutzt werden soll.

Am nächsten Tag soll es eine erste Debatte über die beiden Bundesfinanzgesetze 2027 und 2028 geben. Es ist ungewöhnlich, dass die Regierung das Budget mitten in der Regierungszeit vorstellt, noch dazu vor dem Sommer. Die Regierung sagt, dass der Grund das EU-Defizitverfahren gegen Österreich ist. Es gibt dieses Verfahren, weil Österreich zu hohe Schulden hat. Die EU beobachtet Österreich und überprüft, wie die finanzielle Lage verbessert wird.

Finanzminister Markus Marterbauer hält am Mittwoch seine zweite Rede zum Budget. Er wird das Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 im Nationalrat vorstellen.

Bekämpfung von Scheinfirmen, steuerfreie Mitarbeiterprämie

Mit dem Budgetmaßnahmengesetz 2026 könnte der Nationalrat außerdem erste Maßnahmen beschließen, die das Budget betreffen. Die Regierung will zum Beispiel die Wegzugsbesteuerung nachschärfen. Die Wegzugsbesteuerung müssen Personen zahlen, die ins Ausland ziehen und der Staat dadurch das Besteuerungsrecht auf ihr Vermögen verliert. Diese Steuer soll verhindern, dass bestimmte Werte, die in Österreich entstanden sind bei einem Umzug ins Ausland steuerfrei werden.

Die Regierung will auch Scheinfirmen stärker bekämpfen, weniger Reisekostenzuschüsse im öffentlichen Dienst bezahlen und die Vergütung für arbeitende Häftlinge senken. Außerdem soll es für die Verlängerung und Neuausstellung von Aufenthaltstiteln in Zukunft Pauschalgebühren geben.

Das Budgetmaßnahmengesetz kann aber nur auf die Tagesordnung kommen, wenn der Budgetausschuss seine Beratungen darüber rechtzeitig abschließt.

Außerdem ist für das Gesetzespaket eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat nötig. Zu den umfangreichen Gesetzesänderungen gehören auch Änderungen im Preisauszeichnungsgesetz und eine Fortführung der steuerfreien Mitarbeiterprämie. Diese ist aber niedriger als bisher: Bis zu 500 Euro sollen Betriebe heuer steuerfrei auszahlen können.

Unterstützungsfonds für Alleinerziehende

Die Regierung will Alleinerziehende unterstützen. Dafür soll es 35 Millionen Euro im Jahr geben. Alleinerziehende Personen können pro Kind ungefähr 240 Euro im Monat bekommen. Dieses Geld gibt es vor allem dann, wenn es keinen Unterhalt und keinen Unterhaltsvorschuss gibt oder die Kinder keine Halbwaisenrente bekommen. Alleinerziehende können das Unterstützungsgeld auch bekommen, wenn es unzumutbar ist, den Unterhalt einzufordern. Zum Beispiel, wenn es ein Betretungsverbot für einen gewalttätigen Partner gibt oder wenn eine Frau vor Gewalt in ein Frauenhaus geflüchtet ist. Frauen, die Gewalt erlebt haben, können in besonderen Härtefällen eine einmalige Starthilfe von bis zu 4.000 Euro bekommen.

Ab Juli sollen Alleinerziehende Unterstützungsleistungen beantragen können.

Mitnahme einer Vertrauensperson zu PVA-Begutachtungen

Die Regierung will eine Änderung in der Sozialversicherung, weil es viel Kritik an medizinischen Begutachtungen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gegeben hat. Man soll in Zukunft das Recht auf Begleitung bei allen Untersuchungen haben, die die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) und das Sozialministeriumservice verlangen. Bis jetzt hat man das Recht auf Begleitung nur bei der Pflegegeldeinstufung gehabt. Man soll das Recht auf Begleitung in Zukunft auch haben, wenn man den Grad der Behinderung für Behinderten- und Parkausweise einschätzen lässt.

Beschleunigter Ausbau von erneuerbarer Energie

Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) will mit schnelleren Genehmigungsverfahren und klaren Ausbauzielen die Errichtung von Windkrafträdern und Photovoltaikanlagen beschleunigen.

Darüber gibt es schon länger Verhandlungen. Die Regierungsparteien hoffen jetzt, dass es einen endgültigen Beschluss im Nationalrat geben wird. Aber für dieses Gesetz ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Im Nationalrat muss also mindestens eine Oppositionspartei zustimmen. Es ist noch nicht klar, ob das geschieht.  

Die Abgeordneten werden noch über andere mögliche Gesetze verhandeln. Zum Beispiel sollen Zulassungen für Fachhochschul-Studiengänge einfacher werden. Außerdem soll es eine Staffelung der Pensionsuntergrenze für Notarinnen und Notare geben. Diese soll von den Versicherungsjahren abhängen.

Außerdem will der Gleichbehandlungsausschuss eine Entschließung, dass die Verbreitung von sexualisierten Deepfakes strafbar wird. Deepfakes sind Bilder oder Videos, die mit künstlicher Intelligenz gemacht werden. Sie stellen oft echte Menschen dar, sind aber nicht echt. Deepfakes werden sehr oft ohne Erlaubnis gemacht. Das kann Menschen schaden.

Die Abgeordneten werden auch über den Volksanwaltschaftsbericht 2025 beraten. Die FPÖ will unter anderem, dass Transfrauen nicht an reinen Sportwettkämpfen für Frauen teilnehmen dürfen. Außerdem will die FPÖ eine Ergänzung des Neutralitätsgesetzes.

Eine Aktuelle Stunde oder Fragestunden wird es in dieser Woche nicht geben.

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