News in einfacher Sprache 18.12.2025, 20:30

Neues Strom-Gesetz bekommt auch im Bundesrat breite Mehrheit

Das neue Elektrizitätswirtschafts-Gesetz wurde lange verhandelt. Im Nationalrat gab es letzte Woche doch noch grünes Licht: ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen haben die neuen Regeln für den Strommarkt beschlossen. Nun hat das "Günstiger-Strom-Gesetz" auch im Bundesrat die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen können noch dieses Jahr kundgemacht werden.

Das Gesetz verpflichtet Stromproduzenten, einen Beitrag zum Ausbau des Stromnetzes zu leisten. Kleine Einspeiser mit einer netzwirksamen Leistung bis 20 Kilowatt müssen keine Netzgebühren zahlen. Betreiber kleiner Photovoltaik-Anlagen können einfacher ihren Strom mit der Nachbarschaft teilen. Spitzenkappungen für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen sind möglich. Das soll das Stromnetz entlasten.

Die Rechte von Stromkundinnen und Stromkunden werden gestärkt. Haushalte mit wenig Einkommen bekommen einen Sozialtarif. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sagte: Das ist die größte Reform des Strommarkts in den letzten 20 Jahren.

Für Staatssekretärin Elisabeth Zehetner ist es die größte Reform des Strommarkts in den letzten 20 Jahren.

Weitere Beschlüsse

Auch weitere Beschlüsse des Nationalrats vom 10., 11. und 12. Dezember bekamen im Bundesrat die erforderliche Zustimmung.

Dazu gehören:

  • das Kopftuch-Verbot an Schulen,
  • ein Paket zur Entlastung von Mieterinnen und Mietern,
  • Maßnahmen gegen sogenannte "Parkplatz-Abzocke"
  • und die Ausweitung des Tabakmonopols und der Tabaksteuer.

Zustimmung bekamen auch das Paket zur Betrugsbekämpfung, der Fonds für die Gesundheitsreform, die Null-Lohnrunde für Politikerinnen und Politiker auf Bundesebene und der dreijährige Gehaltsabschluss für den öffentlichen Dienst.

Für Arbeitslose gilt ab Jänner 2026 ein Zuverdienst-Verbot. Wer eine längere AMS-Schulung macht, ist davon ausgenommen.

Der elektronischen Eltern-Kind-Pass kommt später: Er wird das "gelbe Papierheft" erst im Oktober ablösen.

Der Bundesrat stimmt auch für die vorübergehende Senkung der Elektrizitäts-Abgabe. Sie wurde vom Nationalrat in einer Sondersitzung beschlossen. Unternehmen und Bevölkerung sollen entlastet werden und die Teuerung weniger stark steigen. Deshalb wird die Elektrizitäts-Abgabe im kommenden Jahr gesenkt: Unternehmen zahlen dann 0,82 Cent pro Kilowattstunde, private Haushalte nur 0,1 Cent.

Finanzminister Markus Marterbauer plant klimaschädliche Subventionen abzubauen. Das soll im Budget 2027 geschehen.

Zusammenarbeit im Rettungswesen

Die Bundesrätinnen und Bundesräte haben einen Entschließungsantrag einstimmig angenommen. Es geht um die Zusammenarbeit im Rettungswesen über Grenzen hinweg. Die Regierung soll mit jenen Nachbarländern Österreichs verhandeln, mit denen es noch kein Abkommen gibt. Ziel ist eine schnelle und gute medizinische Notfallversorgung in Grenzgebieten.

In der Aktuellen Stunde informierte Infrastrukturminister Peter Hanke den Bundesrat über geplante Maßnahmen "für einen zukunftsfähigen Innovations-Standort". Er will wichtige Schlüssel-Technologien gezielt fördern. Dafür braucht es sehr gute Rahmenbedingungen.

Bundesratspräsident Samt wird den Vorsitz im Bundesrat am 1. Jänner an den Osttiroler Markus Stotter übergeben.

Wechsel an der Spitze des Bundes­rats

Für Bundesratspräsident Peter Samt waren es die letzten Sitzungen unter seinem Vorsitz. In seiner Abschiedsrede sprach er sich dafür aus, den halbjährlichen Wechsel im Vorsitz des Bundesrats zu überdenken. Er meinte: Der Bundesrat kann sonst keine Identifikationsfigur für die Öffentlichkeit schaffen.

Am 1. Jänner wird Tirol den Vorsitz im Bundesrat übernehmen. Neuer Bundesratspräsident wird der Osttiroler Markus Stotter. Vizepräsident wird Daniel Schmid (SPÖ), Vizepräsidentin Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP).

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