News in einfacher Sprache 28.01.2026, 15:13

Schlägerei in der Journalisten-Loge des Parlaments

Bis heute hat es nur eine Schlägerei im österreichischen Parlament gegeben. Zumindest ist nur eine dokumentiert.

Im Jänner 1899 hat der tschechische Abgeordnete Karel Kramář eine Rede im Parlament gehalten. Er gehörte zur Partei Jungtschechen. Während der Rede hat es Rufe und Applaus aus der Journalisten-Loge gegeben.

Abgeordnete der Deutschnationalen Bewegung sind sofort in die Journalisten-Loge gegangen. Etwas später ist dort eine große Rauferei entstanden.

Es gibt 18 Vernehmungs-Protokolle der Polizei vom 27. und 28. Jänner 1899. Sie zeigen, was passiert ist.

Sicht der Abgeordneten

Damals war Josef Penižek in der Journalisten-Loge. Er war Journalist bei der tschechischen Tageszeitung Narodni Listý. Er hat sich über das Geländer gebeugt, laut geklatscht und mit den Händen hinunter gedeutet.

Das haben einige Abgeordnete gesehen. Dazu gehören Karl Hermann Wolf von der Deutschnationalen Bewegung und Franz Peschka von der Fortschritts-Partei.

Wolf hat später der Polizei erklärt: Er wollte Josef Penižek aus der Loge werfen lassen, weil dieser sich schon öfter so verhalten hat. Angeblich hat er öfter Abgeordnete beschimpft, zum Beispiel mit "deutscher Hund" oder "Trottel".

Eine Sitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses

Sicht von Josef Penižek

Was genau passiert ist, erzählen verschiedene Personen ganz unterschiedlich.

Josef Penižek hat später zur Polizei gesagt, er wollte nur der Rede von Karel Kramář zustimmen. Deshalb hat er geklatscht und "Bravo" gerufen.

Daraufhin hat sich ein Abgeordneter zur Journalisten-Loge gedreht und gerufen: "Der Jude Penižek applaudiert! Hinaus mit ihm!" Das hat Vilém Ryba erzählt. Er war ein Kollege von Penižek.

Die Schlägerei

Danach sind die Erzählungern ähnlich: Penižek wollte den Saal nicht verlassen. Deshalb sind einige Abgeordnete in die Journalisten-Loge gegangen. Dort ist eine große Rauferei entstanden. Einer der Journalisten sagte zur Polizei, es war wie eine "Wirtshaus-Keilerei".

Es ist nicht bekannt, ob das Folgen für die Beteiligten hatte und ob jemand verletzt wurde.

Im Archiv können sie die 18 Vernehmungs-Protokolle der Polizei vollständig lesen.

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