News in einfacher Sprache 02.03.2026, 09:21

So hat sich die Demokratie-Bildung im Parlament entwickelt

Ab dem Jahr 2006 hat die Parlamentsdirektion ein bis heute einzigartiges Format der politischen Bildung für Kinder und Jugendliche entwickelt: die Demokratie-Werkstatt. Sie wurde am 25. Oktober 2007 eröffnet. Schirmherrin war die damalige Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Die Idee war, dass die jungen Menschen in den Werkstätten eigenständig die Grundsätze der Gesetzgebung erarbeiten sollten. Wenn sie dann aus dem Parlament hinausgehen, sollen sie "ein Stück österreichische Demokratie mitnehmen", so Prammer.

Von Beginn an nutzte man dabei die Möglichkeit des World Wide Web. Die Demokratie-WEBstatt ist das Online-Rechercheportal der Werkstätten. Damit wird Demokratie-Bildung von überall zugänglich. Ab 2020 vervollständigen Online-Werkstätten das Internetangebot.

Seit 2017 gibt es auch mobile Werkstätten, um Kinder und Jugendliche außerhalb des Parlaments zu erreichen, zum Beispiel in Schulen.

Wahlrechtsreform 2007 als Auslöser

Auslöser für die Demokratie-Werkstatt war die Wahlrechtsreform 2007. Damals wurde das aktive Wahlalter in Österreich auf 16 Jahre gesenkt. Die Politik war sich einig: Auch außerhalb der Schule muss Demokratie-Bildung stattfinden. Und sie muss intensiviert werden.

Eröffnung der Demokratie-Werkstatt 2007 mit der damaligen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, dem damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer und jungen Teilnehmenden.

Geschichte wird aktuell

Die Angebote verbinden historische und aktuelle Entwicklungen. Ein bedeutendes Beispiel dafür waren viele Gesprächsrunden mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der NS-Herrschaft und des Holocaust. Der Holocaust war die systematische Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Unter Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka wurden auch eigene Werkstätten zur Antisemitismus-Prävention gestartet. Sie sollen der Ausbreitung von Hass gegen Jüdinnen und Juden vorbeugen.

Jugendparlament und Lehrlingsparlament

Im Rahmen des Jugendparlaments konnten Schülerinnen und Schüler ab der 9. Schulstufe erstmals 2008 die Rolle von Abgeordneten übernehmen.

2015 folgte ein entsprechendes Format für Lehrlinge, das Lehrlingsparlament. Der Anstoß dazu kam von der damaligen Nationalratspräsidentin Doris Bures. Es wurden auch Lehrlingsforen eingerichtet, ähnlich den Werkstätten der Demokratie-Werkstatt.

Vermittlung wird interaktiv

Seit 2007 gibt es Kinder- und Jugendführungen im Parlament. Einige Jahre später kam die Lehrlingsführung als eigenes Format dazu.

2023 wurde das Parlament nach der Generalsanierung wiedereröffnet. Die Kinder- und Jugendführungen wurden didaktisch grundlegend überarbeitet und interaktiver gestaltet. Interaktiv ist auch das Besucherzentrum "Demokratikum – Erlebnis Parlament". Es wurde 2023 im sanierten Parlament eröffnet und bietet eigene Stationen für Kinder und Jugendliche. Ein wissenschaftlicher Beirat unterstützte die Konzeption des Demokratikums. Schwerpunkt ist die Förderung der Partizipation, also des Mitmachens.

Zukunft der Demokratie-Bildung wird noch inklusiver

Matthias Keppel ist der Leiter der Demokratie-Bildung in der Parlamentsdirektion. Er betont: In einer lebendigen Demokratie müssen junge Menschen unterstützt werden, Systeme kritisch zu hinterfragen. In den kommenden fünf Jahren will die Demokratie-Bildung des Parlaments ein "Motor" für eigene Meinungsbildung werden und verstärkt auf Inklusion setzen. Als konkretes Beispiel nennt Keppel das Projekt "Parlament – einfach erleben". Die Teilnehmenden sollen Politik besser verstehen und beurteilen können. Dabei spielt es keine Rolle, welche Voraussetzungen die Personen mitbringen.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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