News in einfacher Sprache 16.06.2026, 17:15

Welche Rolle spielen Gefühle und Vernunft in politischen Debatten?

  • Welche Rolle spielen Gefühle und Vernunft in politischen Debatten?
  • Wie wirken sie sich auf politische Entscheidungen aus?
  • Wie muss man wissenschaftliche Erkenntnisse in einer mit Gefühlen aufgeladenen Debatte präsentieren?

Um diese und weitere Fragen ging es dieses Jahr beim Tag der Parlaments-Forschung im Hohen Haus.

Der Rechts-, Legislativ- und Wissenschaftliche Dienst (RLW) der Parlamentsdirektion hat ihn schon zum 4. Mal organisiert. Die eintägige Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Sie soll Parlaments-Forschung aus der Sicht verschiedener wissenschaftlicher Teilbereiche beleuchten. Internationale Vortragende sind dazu eingeladen, über die Wichtigkeit dieser Forschung für die parlamentarische Praxis zu diskutieren.

2 Vorträge, 4 Diskussionsrunden und eine Poster Session beleuchteten die Themen.

Parlament als Raum der Gefühle, Gefühle in Politik und Recht

Anerkannte Forschende aus verschiedenen Ländern beleuchteten die Themen in 2 Vorträgen, 4 Diskussionsrunden und in einer Poster Session. Bei einer Poster Session werden Themen oder Ergebnisse auf großen Postern präsentiert.

Es ging zum Beispiel um die Frage, warum Demokratie Gefühle braucht. Wie nehmen wir Repräsentation, also die Vertretung unserer Interessen durch Politikerinnen und Politiker, wahr? Und warum ist der Umgang mit Gefühlen für viele Institutionen eine große Herausforderung?

Historikerin Ute Frevert befasste sich in ihrem Vortrag mit dem Parlament als Raum der Gefühle aus historischer Sicht.

Die Rechtsphilosophin Sabine Müller-Mall stellte in ihrem Vortrag die Gefühle in den Mechanismen von Politik und Recht in den Mittelpunkt.

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Parlamentsdirektor Harald Dossi haben den Tag der Parlamentsforschung eröffnet.

Forschungsjahr im Parlament

Weitere Programmpunkte waren die Vorstellung der ersten Ergebnisse des "Forschungsjahrs im Parlament" 2025 und die Bekanntgabe des neu ausgewählten Projekts für das Jahr 2026. Das Podiumsgespräch zur Frage "How can we make democracy feel good?" wurde von Daniela Ingruber moderiert. Dazu diskutierten die Regisseurin, Autorin und Lehrende Olga Kosanović, der Journalist Georg Renner und die Sprachwissenschafterin Maria Stopfner.

Das aktuelle Forschungsprojekt hat den Titel "Resonanzräume der Demokratie: Wandel der Parlaments-Architektur im 21. Jahrhundert". Es wird von der Kunsthistorikerin Julia Rüdiger durchgeführt. Ein Ergebnis ist, dass sich Parlamente immer mehr von repräsentativen Machtzentren zu offenen Orten des Austauschs und der Teilhabe entwickeln. Das fördert die Zustimmung und eine stärkere Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Parlament.

Haben Bürgerinnen und Bürger und Abgeordnete ein gemeinsames Verständnis von "guter politischer Repräsentation"? Das wird Politikwissenschaftlerin Ermela Gianna im kommenden Forschungsjahr des Parlaments untersuchen. Sie wird dazu Parlaments-Debatten, Archive und Interviews analysieren. So sollen Übereinstimmungen und Unterschiede sichtbar gemacht werden, um neue Erkenntnisse über demokratische Repräsentation zu gewinnen.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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