News in einfacher Sprache 17.04.2026, 11:06

Wohnschirm und weitere Themen: Nationalrat tagt am 23. April

Mit dem sogenannten "Wohnschirm" werden von Armut betroffene Haushalte unterstützt, wenn sie mit Mietzahlungen im Rückstand sind oder höhere Energiekosten nicht mehr bezahlen können. Ziel ist es, den Verlust der Wohnung und Wohnungslosigkeit zu verhindern. Projekte wie "Housing First" helfen obdachlosen Personen. Der "Wohnschirm" sollte mit Ende dieses Jahres ausgelaufen, nun soll er bis Ende 2029 verlängert werden. Pro Jahr will die Regierung dafür jeweils 28 Mio. € bereitstellen.

Auch die Schulstart-Hilfe soll weitergehen. Sie gilt für Kinder aus Haushalten, die Mindestsicherung oder Sozialhilfe beziehen. Die Schulstart-Hilfe besteht aus Sachleistungen in Form von Gutscheinen oder einer Bezahlkarte für Schulartikel in der Höhe von 150 € pro Kind. Sie wird zweimal im Jahr zur Verfügung gestellt.

Der Sozialausschuss empfiehlt auch eine Novellierung des Bundespflegegeld-Gesetzes: Sie bringt unter anderem eine Erweiterung der Qualitätskontrollen bei häuslicher Pflege und Klarstellungen zum Bonus für Angehörige. Die Datenlage im Pflegebereich soll verbessert werden, um das Zusammenwirken von Pflege- und Gesundheitssystem besser steuern zu können.

Der Nationalrat wird in seiner nächsten Sitzung voraussichtlich eine Verlängerung des Wohnschirms beschließen.

Public Viewing, Novelle zum Privatschul-Gesetz

Fußballfans können sich freuen: Mit einer Novelle zur Gewerbeordnung wird die zulässige Dauer für Public-Viewing-Veranstaltungen von vier auf sechs Wochen verlängert. So wird Public Viewing während der gesamten Fußball-WM möglich sein.

Auch das Privatschul-Gesetz wird novelliert: Die Änderungen sollen vor allem Vereinfachungen bei der Verwaltung für Privatschulen bringen und für mehr Rechtssicherheit sorgen.

Public Viewing soll während der gesamten Dauer der Fußball-WM möglich sein.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

Todesstrafe, Geothermie, Imam-Ali-Zentrum

Auf Grundlage eines Berichts von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wird das Plenum über die EU-Außenpolitik diskutieren.

Die Fraktionen sind sich einig, dass die Todesstrafe weltweit abgeschafft werden soll. Es ist auch eine Entschließung geplant: Darin äußern die Abgeordneten schwere Bedenken gegen den jüngsten Beschluss in Israel, der die Ausweitung der Todesstrafe vorsieht.

Am 26. April jährt sich der katastrophale Reaktor-Unfall in Tschernobyl zum 40. Mal. Aus diesem Anlass wollen die Abgeordneten die Regierung auffordern, den Anti-Atom-Kurs Österreichs entschlossen weiterzuführen.

Es sind auch weitere Entschließungen zu erwarten, zum Beispiel zur Nutzung von Geothermie. Chronisch kranke Kinder sollen mit Telepräsenz-Systemen ("Schul-Avatare") am Schulunterricht teilnehmen können.

Die Parlamentsparteien sprechen sich dafür aus, die Schließung des Imam-Ali-Zentrums in Wien zu prüfen. Der Verfassungsschutz soll die Verbindungen zwischen gewaltbereitem Frauenhass und Extremismus genauer beobachten.

Eine Aufforderung richtet sich an Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: Sie soll die jährlichen Berichte der Bundesheer-Beschaffungskommission weiterhin dem Parlament vorlegen. Sie soll auch Maßnahmen zur sicheren Versorgung des Bundesheers mit Arzneimitteln setzen.

Dem Plenum liegt auch ein Bericht des Petitions-Ausschusses über verschiedene Bürgeranliegen vor.

Über den beschleunigten Ausbau von Windrädern und Photovoltaikanlagen wird noch verhandelt.

EABG und Asylpaket stehen noch nicht auf der Tagesordnung

Verhandelt wird noch über das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Dafür braucht es im Plenum des Nationalrats eine Zweidrittel-Mehrheit. Das Gesetzespaket sieht unter anderem einen beschleunigten Ausbau von Windkraft und Photovoltaik vor. Es soll laut Ankündigung der ÖVP im Wirtschaftsausschuss erst im Mai auf die Tagesordnung kommen.

Auch über die Umsetzung des europäischen Asyl- und Migrationspakts in Österreich wollen die Abgeordneten zu einem späteren Zeitpunkt im Plenum beraten.

Aktuelle Stunde und Europastunde

Die Sitzung am Donnerstag startet mit einer Aktuellen Stunde. Das Thema wird die FPÖ auswählen. Danach schließt eine Aktuelle Europastunde an.

Zu Sitzungsbeginn ist eine Trauerminute für den verstorbenen ehemaligen Justizminister und langjährigen FPÖ-Abgeordneten Harald Ofner geplant.

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