Budgetdienst - Untergliederungsanalysen - BHG-Berichte 03.06.2024

BHG-Berichte zur UG 31-Wissenschaft und Forschung, Stand 2024

Überblick

Zur Unterstützung der laufenden Budget­kontrolle über Berichte gemäß Bundes­haushalts­gesetz 2013 zur wirkungs­orientierten Steuerung, zu Förderungen und zum Beteiligungs- und Finanzcontrolling hat der Budgetdienst eine Analyse zur UG 31‑Wissenschaft und Forschung für die Beratungen des Unter­ausschuss des Budget­ausschusses am 5. Juni 2024 erstellt.

Die vollständige Analyse zum Download:

BD - BHG-Berichte zur UG 31-Wissenschaft und Forschung, Stand 2024 / PDF, 1 MB

BD - BHG-Berichte zur UG 31-Wissenschaft und Forschung, Stand 2024 (barrierefreie Version) / PDF, 4 MB

Kurzfassung

Im Bericht zur Wirkungs­orientierung 2022 werden die vier Wirkungs­ziele des BMBWF zur UG 31‑Wissenschaft und Forschung behandelt. Drei Wirkungs­ziele wurden als zur Gänze erreicht beurteilt. Nur überwiegend erreicht wurde das Wirkungsziel zur Hebung des tertiären Bildungs­niveaus. Bei diesem Wirkungs­ziel war der Anfänger:innenanteil bei den 20 frequentiertesten Studien­richtungen zu hoch, sodass die angestrebte breitere Streuung nicht erreicht wurde. Diese Kennzahl ist seither entfallen, stattdessen wird nunmehr eine höhere Anzahl von Erst­abschlüssen im MINT-Bereich (Studien­felder Natur­wissenschaften, Mathematik und Statistik, Informatik und Kommunikations­technologie sowie Ingenieurswesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) angestrebt.

Mit dem BVA 2023 und dem BVA 2024 kam es auch zu Änderungen bei weiteren Kennzahlen. Eine neue Kennzahl zum Anteil der internationalen Doktorats­studierenden stellt auf den realen Internationalisierungs­grad ab, indem Studierende aus Deutschland, der Schweiz, Südtirol und Liechtenstein exkludiert werden. Die bisherige Kennzahl zu quotengerecht besetzten Leitungs­organen wurde durch eine ähnliche Kennzahl zum Frauen­anteil in universitären Leitungs­organen ersetzt. Eine weitere neue Kennzahl betrifft die Steigerung des Frauenanteils bei Studien­abschlüssen in technischen Fächern.

Gemäß Bericht über die Wirkungs­orientierte Folgen­abschätzung 2023 wurden im Jahr 2023 keine WFA zu Vorhaben der UG 31‑Wissenschaft und Forschung evaluiert. Im Jahr 2024 sind Vorhaben zu Finanzierungs- und Leistungs­vereinbarungen mit Forschungs(förderungs)einrichtungen (u. a. FWF, ÖAW, ISTA) sowie zur Förderung von Fachhochschul-Studiengängen zu evaluieren.

Zu den Förderungen der UG 31‑Wissenschaft und Forschung zählen vor allem die Auszahlungen an die Fachhoch­schulen und an die Forschungs(förderungs)einrichtungen gemäß Forschungs­finanzierungs­gesetz (FoFinaG), nicht jedoch die Auszahlungen an die Universitäten. Im Jahr 2022 wurden Förderungen iHv 905 Mio. EUR ausbezahlt. Im Jahr 2023 sind sie auf 1.057 Mio. EUR gestiegen und für 2024 sind 1.250 Mio. EUR budgetiert.

Laut Bericht über die Ergebnisse des Beteiligungs- und Finanzcontrolling zum Stich­tag 31. März 2024 bzw. dem Beteiligungs­bericht 2024 nimmt das BMBWF in der UG 31‑Wissenschaft und Forschung die Eigentümerfunktion bei 23 Universitäten und 8 weiteren Beteiligungen wahr. Der Gesamt­betrag für die Universitäten in der Leistungs­vereinbarungs­periode 2022 bis 2024 wurde von ursprünglich 12,33 Mrd. EUR durch Teuerungs­ausgleiche auf insgesamt 13,23 Mrd. EUR aufgestockt (+7,3 %). Für die nächste Periode von 2025 bis 2027 werden insgesamt 16,00 Mrd. EUR (+21,0 %) zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von 38.677 Voll­beschäftigungs­äquivalenten (VBÄ) im Jahr 2020 auf 40.832 VBÄ im Jahr 2023. In der Vorschau wird für 2024 von einem weiteren Anstieg auf 41.553 VBÄ ausgegangen.

Die operative Tätigkeit der GeoSphere Austria (Zusammenschluss von Zentral­anstalt für Meteorologie und Geodynamik und Geologischer Bundes­anstalt) wurde mit 1. Jänner 2023 aufgenommen. Der Bericht des BMF zu den Ergebnissen des Beteiligungs- und Finanz­controlling zum Stichtag 31. März 2024 enthält noch keine tabellarischen Kennzahlen. Es wird darauf verwiesen, dass derzeit intensiv am Aufbau einer Finanz­buchhaltung und eines Controllings gearbeitet werde.

In der budgetären Entwicklung der UG 31‑Wissenschaft und Forschung sind vor allem zunehmende Mittel für Universitäten, Fachhoch­schulen und Forschungs(förderungs)einrichtungen ersichtlich. Im Jahr 2023 stiegen die Auszahlungen insgesamt um 687 Mio. EUR bzw. 12,8 %. Im BVA 2024 sind im Vergleich zum Erfolg 2023 um 361 Mio. EUR mehr veranschlagt (+6,0 %). Außerdem sind für die medizinischen Universitäten und das ISTA im BFG 2024 Überschreitungs­ermächtigungen iHv insgesamt rd. 150 Mio. EUR vorgesehen, welche bis zum 1. Quartal 2024 noch nicht in Anspruch genommen wurden.