Budgetdienst 12.03.2026

Budgetvollzug Jänner 2026

Überblick

Der Nettofinanzierungsbedarf war im Jänner 2026 mit 3,1 Mrd. EUR um 1,1 Mrd. EUR geringer als im Jänner 2025. Für das Gesamtjahr sieht der BVA 2026 einen Anstieg der Auszahlungen um 3,6 % auf 125,9 Mrd. EUR vor, bei den Einzahlungen ist ein Anstieg um 0,5 % auf 107,6 Mrd. EUR budgetiert. Der budgetierte Netto­finanzierungs­bedarf 2026 liegt mit 18,3 Mrd. EUR um 3,9 Mrd. EUR über jenem des Jahres 2025. Bei den Jahres­werten 2026 ist allerdings zu berück­sichtigen, dass der BVA 2026 im Juni des Vorjahres beschlossen wurde und aufgrund geänderter Rahmen­bedingungen in einigen Bereichen nicht mehr aktuell ist.

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Die Auszahlungen im Jänner 2026 betrugen 8,8 Mrd. EUR und waren damit um 4,0 % niedriger als im Vorjahres­zeitraum. Die Einzahlungen waren mit 5,7 Mrd. EUR um 15,4 % höher.

Kurzfassung

Im Jänner 2026 waren die Auszahlungen um 365 Mio. EUR bzw. 4,0 % geringer als im Jänner 2025. Die Einzahlungen waren hingegen um 755 Mio. EUR bzw. 15,4 % höher als im Vorjahr. Daraus resultierte ein Netto­finanzierungs­bedarf iHv 3,1 Mrd. EUR, der um 1,1 Mrd. EUR geringer war als im Jänner des Vorjahres.

Für das Gesamtjahr sieht der BVA 2026 einen Anstieg der Auszahlungen um 3,6 % auf 125,9 Mrd. EUR vor, bei den Einzahlungen ist ein Anstieg um 0,5 % auf 107,6 Mrd. EUR budgetiert. Der budgetierte Netto­finanzierungs­bedarf 2026 liegt mit 18,3 Mrd. EUR um 3,9 Mrd. EUR über jenem des Jahres 2025. Bei den Jahres­werten 2026 ist allerdings zu berück­sichtigen, dass der BVA 2026 im Juni des Vorjahres beschlossen wurde und aufgrund geänderter Rahmen­bedingungen in einigen Bereichen nicht mehr aktuell ist.

Entwicklungen im Jänner 2026

Die Auszahlungen waren im Jänner 2026 mit 8,8 Mrd. EUR um 365 Mio. EUR bzw. 4,0 % geringer als im Jänner 2025. Bereinigt um die im Jänner 2026 etwas höheren Finanzierungs­kosten (+117 Mio. EUR) waren die Auszahlungen um 481 Mio. EUR geringer als im Vorjahr. Zu größeren Veränderungen kam es in den folgenden Bereichen:

  • Die im Jänner 2025 geleistete einmalige Finanz­zuweisung an die Gemeinden iHv 300 Mio. EUR, die mit dem Gemeinde­paket 2024 zur Stärkung der Liquidität beschlossen wurde, entfiel. Gegenläufig wirkten die im Jänner 2026 aus den Kommunal­investitions­gesetzen (KIG) den Gemeinden bereitgestellten Mittel iHv 320 Mio. EUR.
  • Die Auszahlungen für Förderungen waren im Jänner 2026 um 261 Mio. EUR geringer als im Jänner des Vorjahres. Der Großteil des Rückgangs betrifft die thermisch-energetische Sanierung (‑167 Mio. EUR), da die Förderung im Jahr 2025 ausgesetzt wurde und dadurch der Liquiditäts­bedarf sinkt.
  • Die Auszahlungen für die Investitions­tätigkeit in der Landesverteidigung waren im Jänner 2026 um 256 Mio. EUR geringer als im Vorjahr, weil im Jänner 2025 besonders hohe Zahlungen für gepanzerte und sonstige Kraft­fahrzeuge sowie für Luft­fahrzeuge geleistet wurden.
  • Die Auszahlungen für Pensionen waren im Jänner 2026 um 73 Mio. EUR höher als im Vorjahr, bei den Leistungen aus der Arbeitslosen­versicherung kam es aufgrund der weiter steigenden Arbeitslosigkeit und der steigenden Tagsätze zu einem Anstieg um 60 Mio. EUR.

Die Einzahlungen beliefen sich im Jänner 2026 auf 5,7 Mrd. EUR und waren um 755 Mio. EUR bzw. 15,4 % höher als im Jänner 2025. Zu Veränderungen kam es vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Die Einzahlungen aus den Nettoabgaben im Jänner 2026 stiegen im Vorjahres­vergleich um 538 Mio. EUR bzw. 18,3 %. Dabei standen höheren Einzahlungen aus Brutto­abgaben (+867 Mio. EUR) höhere Ab-Überweisungen (+329 Mio. EUR) gegenüber. Höhere Einzahlungen aus Bruttoabgaben betrafen vor allem die Abgaben­guthaben (+387 Mio. EUR), die Umsatzsteuer (+186 Mio. EUR) und die Energie­abgaben (+90 Mio. EUR). Die Lohnsteuer entwickelte sich nur moderat (+63 Mio. EUR). Rückläufig war vor allem das Aufkommen aus der Körperschaft­steuer (‑66 Mio. EUR), wobei es grundsätzlich erst im Voraus­zahlungs­monat Februar zu signifikanten Einzahlungen kommt. Die Ab-Überweisungen nahmen vor allem aufgrund gestiegener Ertrags­anteile der Länder (+125 Mio. EUR) und Gemeinden (+101 Mio. EUR) zu.
  • Die Mehr­einzahlungen bei den Transfers von der EU (+100 Mio. EUR) betrafen Mittel für den EU‑Struktur­fonds und dürften im Wesentlichen aus den üblichen zeitlichen Schwankungen beim Eingang dieser Mittel resultieren.
  • Die Mehr­einzahlungen bei den sonstigen Einzahlungen (+95 Mio. EUR) resultierten hauptsächlich aus der höheren Abschöpfung des Überschusses des Ausfuhr­förderungs­verfahren im Rahmen der Exportförderung.

Jahreswerte des BVA 2026 im Vergleich zum vorläufigen Erfolg 2025

Die im BVA 2026 budgetierten Auszahlungen betragen 125,9 Mrd. EUR und liegen damit um 4,4 Mrd. EUR bzw. 3,6 % über dem vorläufigen Erfolg 2025. Vom budgetierten Anstieg entfallen 2,1 Mrd. EUR auf die Finanzierungs­kosten, welche im Finanzierungs­haushalt von den konkreten Anleihe­emissionen abhängig und wenig aussage­kräftig sind. Ohne Finanzierungs­kosten ist der BVA 2026 um 2,3 Mrd. EUR bzw. 2,0 % höher als der vorläufige Erfolg 2025:

  • Die größten auszahlungs­seitigen Anstiege betreffen die Pensionen (+1,4 Mrd. EUR), die Zuschuss­verträge mit der ÖBB‑Infrastruktur AG und die Verkehrs­dienste­verträge (+0,6 Mrd. EUR), den betrieblichen Sachaufwand (+0,6 Mrd. EUR) und die Mittel für den neu geschaffenen Gesundheits­reform­fonds (+0,5 Mrd. EUR), denen aber eine Einzahlung in selber Höhe gegenübersteht.
  • Ein Rückgang der Auszahlungen ist insbesondere bei den Förderungen des Bundes (‑0,8 Mrd. EUR) budgetiert. Diese sind vor allem wegen des sinkenden Bedarfs bei der thermisch-energetischen Sanierung (‑0,9 Mrd. EUR) rückläufig, die weiteren Förderungen steigen in Summe nur moderat (+0,1 Mrd. EUR bzw. +1,6 %). Ein Rückgang ist wegen des Auslaufens bei der Bildungs­karenz (‑0,4 Mrd. EUR) und dem Strom­kosten­zuschuss (‑0,3 Mrd. EUR) budgetiert. Die Leistungen aus der Arbeitslosen­versicherung sind ebenfalls geringer budgetiert (‑0,3 Mrd. EUR), der BVA 2025 wurde diesbezüglich aber um 0,3 Mrd. EUR überschritten.

Aufgrund der geänderten Rahmen­bedingungen ist der BVA 2026 in einigen Bereichen nicht mehr aktuell. Auszahlungs­seitig betrifft dies insbesondere die Personal­auszahlungen und die Pensions­auszahlungen infolge der nachträglich beschlossenen geringeren Erhöhungen sowie die Leistungen aus der Arbeitslosen­versicherung aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit.

Die Einzahlungen sind im BVA 2026 iHv 107,6 Mrd. EUR budgetiert und liegen nur um 0,5 % über dem vorläufigen Erfolg 2025:

  • Bei den Einzahlungen aus Netto­abgaben sieht der BVA 2026 einen Zuwachs um 0,6 Mrd. EUR bzw. 0,8 % vor, die Beiträge zur Arbeitslosen­versicherung und zum Familien­lasten­ausgleichs­fonds sollen um 1,7 % bzw. 2,2 % ansteigen. Zu Mehr­einzahlungen führen auch die Mittel für den Gesundheits­reformfonds (+0,5 Mrd. EUR) und die Zahlungs­verschiebungen bei den weiteren Transfers der EU (+0,2 Mrd. EUR).
  • Zu einem deutlichen Rückgang kommt es bei den Einzahlungen aus der Aufbau- und Resilienz­fazilität (‑1,5 Mrd. EUR).

Auch einzahlungs­seitig ist der BVA 2026 vor allem aufgrund der geänderten konjunkturellen Rahmen­bedingungen, neu beschlossener Maßnahmen und budgetierter, aber nicht umgesetzter Maßnahmen nicht mehr aktuell. Diese Entwicklungen betreffen hauptsächlich die Abgaben.