Das BMF erwartet in seiner im Österreichischen Fortschrittsbericht 2026 ausgewiesenen Budgetprognose, in der die aktuelle WIFO-Prognose und neu beschlossene Maßnahmen berücksichtigt wurden, für den Gesamtstaat im Jahr 2026 ein Maastricht-Defizit iHv 4,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Trotz der anhaltenden Konsolidierungsbestrebungen würde es damit gleich hoch ausfallen wie 2025. Gegenläufig zu den Konsolidierungsbeiträgen wirken die steigenden Zinsausgaben, Zuwächse bei den Verteidigungsausgaben und demografiebedingte Ausgabensteigerungen. Aus Sicht des Budgetdienstes handelt es sich dabei dennoch um eine vorsichtige Einschätzung, auch weil der Budgetvollzug auf Ebene des Bundes aber auch der weiteren Gebietskörperschaften bislang Verbesserungen zeigt. Auch der Fiskalrat und die Europäische Kommission (EK) erwarten mit 4,0 % bzw. 4,1 % des BIP ein geringeres Defizit.
Die gesamtstaatlichen Ausgaben und Einnahmen sollen 2026 mit einem Zuwachs von jeweils 3,1 % in etwa gleich stark ansteigen wie das nominelle BIP. Die Staatsausgaben- und Staatseinnahmenquote ändert sich dadurch im Vergleich zu 2025 nicht und soll bei 55,2 % bzw. 51,0 % zu liegen kommen. Bei den Ausgaben kommt es bei den monetären Sozialleistungen, den Bruttoinvestitionen und den Zinsausgaben zu den höchsten Zuwächsen. Einnahmenanstiege betreffen hauptsächlich die Sozialbeiträge und die Einkommen- und Vermögensteuern.
Im Vergleich zur gesamtstaatlichen Budgetprognose vom Frühjahr 2025 erwartet das BMF derzeit sowohl höhere Staatsausgaben (+4,2 Mrd. EUR) als auch höhere Staatseinnahmen (+3,1 Mrd. EUR). Das Maastricht-Defizit 2026 wird daher nun um 1,1 Mrd. EUR höher prognostiziert. In Relation zur Wirtschaftsleistung ist die Revision gering und es wird weiterhin ein Maastricht-Defizit von 4,2 % des BIP erwartet. Allerdings hat sich die innerstaatliche Zusammensetzung des Defizits deutlich verändert. Einem geringer erwarteten Defizit für den Bundessektor stehen höhere Defizite der Länder, Gemeinden und Sozialversicherung gegenüber.