Der Budgetvollzug 2024 ist von einer erneut rückläufigen Wirtschaftsleistung, der verzögerten Wirkung der Inflation auf einige Ausgabenbereiche (v. a. Pensionen, Personalaufwand) und zwar insgesamt rückläufigen, aber weiterhin hohen Ausgaben für Krisenmaßnahmen geprägt. Darüber hinaus führen die im Rahmen der Budgeterstellung gesetzten Schwerpunktsetzungen (z. B. Klima, Sicherheit) und der neue Finanzausgleich zu hohen Auszahlungsanstiegen. Auf der Einnahmenseite weisen insbesondere das Umsatzsteueraufkommen und die den Immobiliensektor betreffenden Abgaben eine schwache Entwicklung auf. Die von der Lohnsumme abhängigen Abgaben (v. a. Lohnsteuer) entwickeln sich hingegen weiterhin dynamisch.
Die Auszahlungen per Ende Oktober 2024 iHv 98,0 Mrd. EUR waren um 10,4 Mrd. EUR bzw. 11,9 % höher als im Vorjahr. Im Oktober hat sich das Auszahlungswachstum damit verlangsamt und ist nun etwas niedriger als veranschlagt. Rückläufig waren die Auszahlungen für COVID‑19-Maßnahmen (‑1,4 Mrd. EUR) und für Energiekrisenmaßnahmen (‑0,1 Mrd. EUR). Der Anstieg der Auszahlungen ohne temporäre Krisenmaßnahmen betraf vor allem die Pensionen (+4,3 Mrd. EUR), die Aufstockung des Finanzausgleichs (+2,7 Mrd. EUR) und Mehrauszahlungen in den Bereichen Mobilität, Klima und Umwelt (+1,8 Mrd. EUR), Bildung, Wissenschaft und Forschung (+1,1 Mrd. EUR), Sicherheit (+0,9 Mrd. EUR) und Arbeit (+0,8 Mrd. EUR).
Die Einzahlungen beliefen sich per Ende Oktober 2024 auf 80,8 Mrd. EUR und waren damit um 2,2 Mrd. EUR bzw. 2,8 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit liegt der bisherige Anstieg leicht über dem für das Gesamtjahr 2024 veranschlagten Anstieg, dabei ist allerdings die Ende 2023 erfolgte Rückzahlung eines an die KA Finanz AG weitergereichten Darlehens der Abbaumanagementgesellschaft des Bundes (ABBAG) iHv 2,5 Mrd. EUR zu berücksichtigten, die den weiteren Einzahlungsanstieg dämpfen wird. Der Anstieg betraf vor allem die Einzahlungen aus Nettoabgaben (+1,8 Mrd. EUR), aus höheren Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung (+0,6 Mrd. EUR) bzw. zum Familienlastenausgleichsfonds (+0,4 Mrd. EUR) sowie aus Finanzerträgen (+0,2 Mrd. EUR) aufgrund höherer Dividenden. Rückläufig waren hingegen die Einzahlungen aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF; ‑0,7 Mrd. EUR) und aus Kostenbeiträgen und Gebühren (‑0,1 Mrd. EUR) infolge des rückläufigen Aufkommens aus Grundbuchgebühren.
Durch diese Entwicklung der Ein‑ und Auszahlungen verschlechterte sich der Nettofinanzierungssaldo per Ende Oktober 2024 im Vorjahresvergleich um 8,2 Mrd. EUR auf ‑17,1 Mrd. EUR. Für das Gesamtjahr 2024 könnten niedrigere Auszahlungen, beispielsweise für Finanzierungskosten und den Energiekostenzuschuss II, erwartete Mehrauszahlungen bzw. Mindereinzahlungen aufgrund nachträglich beschlossener Maßnahmen und der negativen Konjunkturentwicklung kompensieren.