Budgetdienst - Budgetberichte 07.04.2020

Finanzschulden und Währungstauschverträge 2019

Überblick

Die bereinigten Finanz­schulden des Bundes betrugen zum Jahres­ende 2019 insgesamt 208,8 Mrd. EUR. Gegen­über dem Jahr 2018 bedeutet dies einen Rück­gang um 2,9 Mrd. EUR bzw. 1,4 %. Bei den neu aufgenommenen Schulden konnte im Jahr 2019 erstmals ein insgesamt leicht negativer Effektiv­zinssatz erreicht werden. Der Zins­aufwand im Ergebnis­haushalt war weiter rück­läufig und sank gegen­über 2018 um 0,4 Mrd. EUR bzw. 8,3 %.

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Kurzfassung

Die bereinigten Finanz­schulden des Bundes (Finanz­schulden unter Berücksichtigung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Währungs­tausch­verträgen abzüglich Eigen­besitz des Bundes) betrugen zum Jahres­ende 2019 insgesamt 208,8 Mrd. EUR. Der Rück­gang um 2,9 Mrd. EUR gegen­über dem Vor­jahr resultiert aus dem im Jahr 2019 erzielten administrativen Überschuss iHv 1,5 Mrd. EUR. Außerdem dürfte die Liquiditäts­haltung Ende 2019 gegen­über dem Jahres­ende 2018 gesunken sein.

Die Maastricht-Verschuldung des Bundes­sektors lag Ende 2019 bei rd. 241,8 Mrd. EUR bzw. 60,7 % des BIP. Die Reduktion gegen­über 2018 um 4,3 Mrd. EUR ist insbesondere auf den erzielten Maastricht-Überschuss des Bundes­sektors iHv 2,0 Mrd. EUR und den Rückgang von Verbindlichkeiten der Abbau­banken zurückzuführen. Auf gesamt­staatlicher Ebene lag der Schulden­stand Ende 2019 bei 280,4 Mrd. EUR bzw. 70,4 % des BIP.

Das Zinsumfeld entwickelte sich für Österreich im Jahr 2019 äußerst günstig und verbesserte sich insgesamt gegen­über dem Vorjahr. Dies war insbesondere auf die stark expansiv ausgerichtete Geld­politik der Europäischen Zentral­bank (EZB) zurück­zuführen. Dadurch konnten in der zweiten Jahres­hälfte erstmals Anleihen bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren zu negativen Effektiv­zinsen begeben werden.

Der Bund führte im Jahr 2019 Neu­aufnahmen iHv 26,3 Mrd. EUR durch. Trotz des im Jahr 2019 erzielten Netto­finanzierungs­überschusses iHv 1,5 Mrd. EUR, wurden damit um 3,1 Mrd. EUR höhere Neu­aufnahmen getätigt als im Jahr 2018, was vor allem durch das höhere Tilgungs­volumen alter Anleihen begründet ist.

Die durch­schnittliche Lauf­zeit der neu aufgenommenen Finanz­schulden des Bundes war mit 7,7 Jahren insgesamt etwas niedriger als im Jahr 2018 (8,3 Jahre), weil ein etwas höherer Anteil der Finanzierungen über sehr kurz laufende Darlehen erfolgte. Die Neu­aufnahmen des Bundes erfolgten im Jahr 2019 erstmalig zu einer negativen durchschnittlichen Effektiv­verzinsung (‑0,12 %).

Die Nettozinsbelastung im Finanzierungshaushalt der UG 58‑Finanzierungen, Währungstausch­verträge betrug im Jahr 2019 4,7 Mrd. EUR und lag damit um 0,5 Mrd. EUR unter dem Voranschlag, bei dessen Erstellung noch von einem schrittweisen Zins­anstieg ausgegangen wurde. Im perioden­gerecht abgegrenzten und damit aussage­kräftigeren Ergebnis­haushalt setzte sich der Rückgang des Netto­zins­aufwands der letzten Jahre fort, sodass sich dieser 2019 auf 4,4 Mrd. EUR reduzierte (‑0,4 Mrd. EUR gegen­über 2018). Auch der für 2019 im Ergebnis­haushalt veranschlagte Wert wurde um 0,3 Mrd. EUR unterschritten.

Die Österreichische Bundes­finanzierungs­agentur (OeBFA) nahm im Jahr 2019 Kredit­operationen für Länder, sonstige Rechts­träger und Sonder­konten des Bundes iHv 5,2 Mrd. EUR vor. Der Anstieg gegenüber dem Jahr 2018 um 3,4 Mrd. EUR resultiert insbesondere aus einer höheren Inanspruchnahme der Finanzierungs­möglichkeit über die OeBFA durch die ÖBB-Infrastruktur AG sowie aus der erstmaligen Inanspruchnahme durch die BIG.