Budgetdienst - Budgetberichte 16.02.2026

Finanzschulden und Währungstauschverträge 2025

Überblick

Die bereinigten Finanzschulden des Bundes stiegen im Jahr 2025 um 13,8 Mrd. EUR bzw. 4,6 % auf 313,0 Mrd. EUR. Der Bund nahm im Jahr 2025 Finanz­schulden iHv 66,6 Mrd. EUR neu auf. Die durchschnittliche Laufzeit der Neuaufnahmen war mit 8,49 Jahren um 0,3 Jahre kürzer als 2024, die Effektiv­verzinsung der Neuaufnahmen ging um 0,42 %-Punkte auf 2,44 % zurück. Der durchschnittliche Zins­abstand zu Deutschland sank 2025 von 0,43 %-Punkten auf 0,29 %-Punkte. Die durchschnittliche Rest­laufzeit der Finanz­schulden des Bundes stieg im Vergleich zum Jahr 2024 nur gering­fügig auf 11,45 Jahre an. Die durchschnittliche Effektiv­verzinsung der Finanz­schulden erhöhte sich 2025 von 1,91 % auf 2,02 %.

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Am Ende des Jahres 2025 wies der Bund bereinigte Finanz­schulden iHv 313,0 Mrd. EUR (61,1 % des BIP) auf. Damit waren die Finanz­schulden um 13,8 Mrd. EUR höher als Ende 2024. Im Verhältnis zum BIP entspricht dies einem Anstieg um 0,6 %‑Punkte.

Kurzfassung

Die Europäische Zentral­bank (EZB) hat den Haupt­refinanzierungs­satz im Jahr 2025 bis Mitte Juni in vier Schritten von 3,15 % auf 2,15 % abgesenkt. Im Vergleich zum Jahr 2024 stieg der lang­fristige Zins­satz im Euro­raum im Jahr 2025 von 2,98 % um 0,17 %-Punkte auf 3,15 %. Die Zinsen lang­fristiger österreichischer Staats­anleihen waren im Jahres­durch­schnitt 2025 mit 2,99 % um 0,15 %-Punkte höher als 2024. Der durchschnittliche Zins­abstand Österreichs zu Deutsch­land verringerte sich im Verlauf des Jahres 2025 von 0,43 %-Punkten auf 0,29 %-Punkte.

Der Stand der bereinigten Finanz­schulden des Bundes betrug zum Jahres­ende 2025 313,0 Mrd. EUR, was einem Anstieg um 13,8 Mrd. EUR bzw. 4,6 % gegen­über dem Jahr 2024 entsprach. Da dies weniger als der Bedarf zur Abdeckung des negativen Netto­finanzierungs­saldos im Jahr 2025 (‑14,4 Mrd. EUR) war, ging die Liquiditäts­haltung zum Jahres­ende um etwa 0,6 Mrd. EUR auf etwa 4,9 Mrd. EUR zurück. Die durch­schnittliche Rest­lauf­zeit der Finanz­schulden des Bundes stieg im Vergleich zum Jahr 2024 nur gering­fügig auf 11,45 Jahre an. Die durch­schnittliche Effektiv­verzinsung der Finanz­schulden erhöhte sich 2025 von 1,91 % auf 2,02 %.

Das Gesamt­volumen der im Jahr 2025 neu auf­genommenen Finanz­schulden betrug 76,4 Mrd. EUR. Davon wurden 66,6 Mrd. EUR für den Bund zur Finanzierung des Budget­abgangs und der fälligen Tilgungen auf­genommen. Der Großteil dieser Neu­aufnahmen passierte mit 41,8 Mrd. EUR über die Auf­stockung bzw. Emission von Anleihen. Die Neu­aufnahmen wiesen mit 8,49 Jahren gegenüber dem Vorjahr eine um 0,3 Jahre kürzere Laufzeit auf. Die Effektiv­verzinsung der Neu­aufnahmen war mit 2,44 % um 0,42 %-Punkte niedriger als im Jahr 2024, vor allem weil die durch­schnittliche Verzinsung bei den Neu­aufnahmen mit kürzerer Laufzeit (Bundes­schatz­scheine, Darlehen) zurückging. Bei den neu auf­genommenen Anleihen war die durch­schnittliche Verzinsung mit 2,86 % gering­fügig höher als 2024.

Das Volumen der von der Österreichischen Bundes­finanzierungs­agentur (OeBFA) durch­geführten Kredit­operationen für Länder, sonstige Rechtsträger und Sonder­konten des Bundes belief sich im Jahr 2025 auf 9,8 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 0,2 Mrd. EUR gegen­über dem Jahr 2024. Vom Gesamt­betrag entfielen 5,6 Mrd. EUR auf Kredit­operationen für Länder, wovon etwa die Hälfte für Wien durch­geführt wurden. Bei den Finanzierungen für sonstige Rechts­träger (4,2 Mrd. EUR) entfielen 4,1 Mrd. EUR auf die ÖBB-Infrastruktur AG und 0,1 Mrd. EUR auf die Bundes­immobilien­gesellschaft (BIG).

Der Finanzierungs­haushalt der UG 58‑Finanzierungen, Währungs­tausch­verträge wies im Jahr 2025 Netto­auszahlungen aus der Verzinsung der Finanz­schulden des Bundes iHv 5,4 Mrd. EUR auf. Sonstige Auszahlungen iHv 1,1 Mrd. EUR resultierten vor allem aus Emissions­disagien, weil der Zins­kupon bei zahl­reichen auf­gestockten Anleihen unter dem Markt­zins­satz lag. Unter Berücksichtigung der Aus­zahlungen für kurz­fristige Verpflichtungen (0,3 Mrd. EUR) waren die Auszahlungen der UG 58 im Jahr 2025 mit insgesamt 6,8 Mrd. EUR um 1,6 Mrd. EUR niedriger als budgetiert. Gegenüber 2024 bedeutete dies einen Rück­gang um 0,5 Mrd. EUR bzw. 7,4 %. Im Ergebnis­haushalt erfolgt eine perioden­gerechte Zuweisung der Zins­zahlungen und eine Aufteilung der Agien und Disagien auf die Gesamt­laufzeit des jeweiligen Wert­papieres. Dadurch ist der Ergebnis­haushalt für die tatsächlichen Finanzierungs­kosten des Bundes insgesamt wesentlich aussage­kräftiger. Die Aufwendungen im Ergebnis­haushalt der UG 58 betrugen im Jahr 2025 6,2 Mrd. EUR und waren damit um 0,5 Mrd. EUR niedriger als budgetiert. Im Vergleich zum Jahr 2024 bedeutete dies einen Anstieg um 0,7 Mrd. EUR bzw. um 11,8 %.

Der gesamt­staatliche Schulden­stand zum Jahresende 2025 wird erst am 31. März 2026 von Statistik Austria veröffentlicht. Zwischen 2019 und 2024 stieg er um insgesamt 113,8 Mrd. EUR auf 394,8 Mrd. EUR. Für die gesamt­staatliche Schulden­quote bedeutete dies ein Anwachsen um 8,9 %‑Punkte auf 79,9 % des Brutto­inlands­produkts (BIP). Der Schuld­enstand des Bundes­sektors stieg bis Ende 2024 gegen­über 2019 um 99,2 Mrd. EUR auf 341,5 Mrd. EUR. Die Schulden­quote des Bundessektors erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 7,9 %‑Punkte auf 69,1 % des BIP. Für 2025 erwartete das Bundes­ministerium für Finanzen (BMF) im September 2025 eine weitere Erhöhung des gesamt­staatlichen Schulden­stands auf 417,7 Mrd. EUR, aufgrund des verhaltenen nominellen BIP-Wachstums soll die Schulden­quote dadurch auf 81,7 % des BIP ansteigen. Zum Ende des 3. Quartals 2025 betrug der gesamt­staatliche Schulden­stand 423,9 Mrd. EUR. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 439,4 Mrd. EUR bzw. 83,1 % des BIP prognostiziert.