Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Hauptrefinanzierungssatz im Jahr 2025 bis Mitte Juni in vier Schritten von 3,15 % auf 2,15 % abgesenkt. Im Vergleich zum Jahr 2024 stieg der langfristige Zinssatz im Euroraum im Jahr 2025 von 2,98 % um 0,17 %-Punkte auf 3,15 %. Die Zinsen langfristiger österreichischer Staatsanleihen waren im Jahresdurchschnitt 2025 mit 2,99 % um 0,15 %-Punkte höher als 2024. Der durchschnittliche Zinsabstand Österreichs zu Deutschland verringerte sich im Verlauf des Jahres 2025 von 0,43 %-Punkten auf 0,29 %-Punkte.
Der Stand der bereinigten Finanzschulden des Bundes betrug zum Jahresende 2025 313,0 Mrd. EUR, was einem Anstieg um 13,8 Mrd. EUR bzw. 4,6 % gegenüber dem Jahr 2024 entsprach. Da dies weniger als der Bedarf zur Abdeckung des negativen Nettofinanzierungssaldos im Jahr 2025 (‑14,4 Mrd. EUR) war, ging die Liquiditätshaltung zum Jahresende um etwa 0,6 Mrd. EUR auf etwa 4,9 Mrd. EUR zurück. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Finanzschulden des Bundes stieg im Vergleich zum Jahr 2024 nur geringfügig auf 11,45 Jahre an. Die durchschnittliche Effektivverzinsung der Finanzschulden erhöhte sich 2025 von 1,91 % auf 2,02 %.
Das Gesamtvolumen der im Jahr 2025 neu aufgenommenen Finanzschulden betrug 76,4 Mrd. EUR. Davon wurden 66,6 Mrd. EUR für den Bund zur Finanzierung des Budgetabgangs und der fälligen Tilgungen aufgenommen. Der Großteil dieser Neuaufnahmen passierte mit 41,8 Mrd. EUR über die Aufstockung bzw. Emission von Anleihen. Die Neuaufnahmen wiesen mit 8,49 Jahren gegenüber dem Vorjahr eine um 0,3 Jahre kürzere Laufzeit auf. Die Effektivverzinsung der Neuaufnahmen war mit 2,44 % um 0,42 %-Punkte niedriger als im Jahr 2024, vor allem weil die durchschnittliche Verzinsung bei den Neuaufnahmen mit kürzerer Laufzeit (Bundesschatzscheine, Darlehen) zurückging. Bei den neu aufgenommenen Anleihen war die durchschnittliche Verzinsung mit 2,86 % geringfügig höher als 2024.
Das Volumen der von der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) durchgeführten Kreditoperationen für Länder, sonstige Rechtsträger und Sonderkonten des Bundes belief sich im Jahr 2025 auf 9,8 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 0,2 Mrd. EUR gegenüber dem Jahr 2024. Vom Gesamtbetrag entfielen 5,6 Mrd. EUR auf Kreditoperationen für Länder, wovon etwa die Hälfte für Wien durchgeführt wurden. Bei den Finanzierungen für sonstige Rechtsträger (4,2 Mrd. EUR) entfielen 4,1 Mrd. EUR auf die ÖBB-Infrastruktur AG und 0,1 Mrd. EUR auf die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).
Der Finanzierungshaushalt der UG 58‑Finanzierungen, Währungstauschverträge wies im Jahr 2025 Nettoauszahlungen aus der Verzinsung der Finanzschulden des Bundes iHv 5,4 Mrd. EUR auf. Sonstige Auszahlungen iHv 1,1 Mrd. EUR resultierten vor allem aus Emissionsdisagien, weil der Zinskupon bei zahlreichen aufgestockten Anleihen unter dem Marktzinssatz lag. Unter Berücksichtigung der Auszahlungen für kurzfristige Verpflichtungen (0,3 Mrd. EUR) waren die Auszahlungen der UG 58 im Jahr 2025 mit insgesamt 6,8 Mrd. EUR um 1,6 Mrd. EUR niedriger als budgetiert. Gegenüber 2024 bedeutete dies einen Rückgang um 0,5 Mrd. EUR bzw. 7,4 %. Im Ergebnishaushalt erfolgt eine periodengerechte Zuweisung der Zinszahlungen und eine Aufteilung der Agien und Disagien auf die Gesamtlaufzeit des jeweiligen Wertpapieres. Dadurch ist der Ergebnishaushalt für die tatsächlichen Finanzierungskosten des Bundes insgesamt wesentlich aussagekräftiger. Die Aufwendungen im Ergebnishaushalt der UG 58 betrugen im Jahr 2025 6,2 Mrd. EUR und waren damit um 0,5 Mrd. EUR niedriger als budgetiert. Im Vergleich zum Jahr 2024 bedeutete dies einen Anstieg um 0,7 Mrd. EUR bzw. um 11,8 %.
Der gesamtstaatliche Schuldenstand zum Jahresende 2025 wird erst am 31. März 2026 von Statistik Austria veröffentlicht. Zwischen 2019 und 2024 stieg er um insgesamt 113,8 Mrd. EUR auf 394,8 Mrd. EUR. Für die gesamtstaatliche Schuldenquote bedeutete dies ein Anwachsen um 8,9 %‑Punkte auf 79,9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Schuldenstand des Bundessektors stieg bis Ende 2024 gegenüber 2019 um 99,2 Mrd. EUR auf 341,5 Mrd. EUR. Die Schuldenquote des Bundessektors erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 7,9 %‑Punkte auf 69,1 % des BIP. Für 2025 erwartete das Bundesministerium für Finanzen (BMF) im September 2025 eine weitere Erhöhung des gesamtstaatlichen Schuldenstands auf 417,7 Mrd. EUR, aufgrund des verhaltenen nominellen BIP-Wachstums soll die Schuldenquote dadurch auf 81,7 % des BIP ansteigen. Zum Ende des 3. Quartals 2025 betrug der gesamtstaatliche Schuldenstand 423,9 Mrd. EUR. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 439,4 Mrd. EUR bzw. 83,1 % des BIP prognostiziert.