Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung
In der österreichischen und in der europäischen Politik hat digitale Souveränität an Relevanz gewonnen: Von nationalen Digitalstrategien bis hin zu EU-weiten Gesetzesinitiativen wie dem Data Act oder dem European Chips Act prägt der Begriff programmatische Dokumente und politische Debatten (siehe: Weitere Informationen). Im November 2025 nahmen die EU-Mitgliedstaaten auf Initiative Österreichs die Europäische Erklärung für Digitale Souveränität an. Die österreichische Bundesregierung beschloss daraufhin Maßnahmen zur Umsetzung (siehe entsprechender ORF-Artikel), und im Dezember 2025 verabschiedete der Nationalrat eine einstimmige Entschließung zur Stärkung der digitalen Souveränität der österreichischen Verwaltung.
Die öffentliche Verwaltung ist – nicht zuletzt aufgrund von bevorstehenden Pensionierungswellen – mit Rufen nach mehr Effizienz konfrontiert (siehe Fachdossier "Wie kann künstliche Intelligenz die Verwaltung effizienter machen?"). Gleichzeitig wächst der Druck, unabhängiger von ausländischen Technologieanbietern zu werden und die eigene digitale Infrastruktur besser zu schützen – bei anhaltendem Spardruck (Fratini u. a. 2026). Doch wer von digitaler Souveränität spricht, beschreibt meist einen Zielzustand, der erst verwirklicht werden muss. Wie dies geschehen soll, kann aufgrund verschiedener Interpretationen des Begriffs und oft abstrakter Zielvorstellungen unterschiedlich sein (Di Marco u. a. 2025). Das Fachdossier soll eine Einordnung des Begriffs "Digitale Souveränität" bieten sowie konkrete Maßnahmen aufzeigen, die gerade Parlamente zur Stärkung ihrer digitalen Souveränität ergreifen können.