Stellungnahme zu Ministerialentwurf
Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Schulorganisationsgesetz, das Schulunterrichtsgesetz, das Schulzeitgesetz 1985 und das Land- und forstwirtschaftliche Bundesschulgesetz geändert werden
Bei den Stellungnahmen handelt es sich nicht um die Meinung der Parlamentsdirektion, sondern um jene der einbringenden Person bzw. Institution. Mehr Informationen finden Sie in den Nutzungsbedingungen.
Inhalt
Als Schulleiterin des BRG 19 Krottenbachstraße erlaube ich mir folgende kurze Stellungnahme:
Wir führen seit 2004 den Schulversuch Modulare Oberstufe, seit 2017 in Form der Neuen Oberstufe mit verstärkter Individualisierung (NOVI). Beide Modelle sind Schulversuche, für die bisher eine jährliche Einreichung notwendig ist.
Der vorliegende Begutachtungsentwurf ermöglicht engagierten, innovativen Schulen, auch in Zukunft für ihre Schüler*innen ein modularisiertes Modell anzubieten, das für die Schüler*innen individualisierte Laufbahngestaltung bereithält und sie zudem ausgezeichnet auf die Reifeprüfung sowie anknüpfende tertiäre Bildungswege vorbereitet.
Weiters besteht damit eine Erweiterung der autonomen Möglichkeiten bei der Gestaltung der Schul- und Prüfungsorganisation unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten am jeweiligen Standort.
Für die Schüler*innen ergibt sich daraus eine Reihe von Vorteilen: sie können ihre eigene Schullaufbahn ab der 10. Schulstufe wesentlich individueller gestalten. Erhöhte Eigenständigkeit und Selbstverantwortung (z.B. bei der Wahl von Schwerpunktsetzungen) sind altersadäquate personale Kompetenzen, die mit diesem Modell erreicht werden. Etwaiger Laufbahnverlust wird durch entsprechende Maßnahmen (Prinzip des Erhaltens positiver Leistungen) vermieden bzw. geringgehalten.
Die einzelne Schule, die die semestrierte Oberstufe mit verstärkter Individualisierung wählt, kann ihre regions-/standortspezifische Schwerpunktsetzung anbieten. Der Spielraum dafür ist deutlich erweitert. Durch die Möglichkeit der Vorverlegung des Endes des Wintersemesters entstehen in der Abschlussklasse zwei annähernd gleich lange Semester, was eine bessere Verteilung von Bildungs- und Lehraufgabe/Lehrstoff sowie Leistungsfeststellungen ermöglicht. Schließlich profitiert die Schule durch eine bessere Ausschöpfung der Ressourcen des Schulstandortes und der Kompetenzen des Lehrer*innenkollegiums.
MOST und NOVI haben in Summe bei uns am Standort seit 18 Jahren bewiesen, dass schulorganisatorische Modelle wie diese deutlich den Schulerfolg der Schüler*innen steigern (geringere Dropoutraten, wesentlich weniger Klassenwiederholungen), die Schulzufriedenheit erhöhen (stabile Übergangsquoten beim Wechsel von der Unter- auf die Oberstufe; mehr individuelle Wahlmöglichkeiten) und die Schüler*innen erhöhte Studierfähigkeit erlangen. Der Schulversuch hat sehr positive Wirkungen gezeigt; die Umsetzung im Regelschulwesen sehen wir als Bestätigung unserer Pionierarbeit.