Vizepräsident Dr. Peter Raggl: Vielen Dank.
Herr Bundesrat, gibt es eine Zusatzfrage? – Bitte.
Bundesrat Martin Preineder (ÖVP, Niederösterreich): Welche Maßnahmen werden Sie setzen, um die Anzahl der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre in Österreich zu erhöhen?
Vizepräsident Dr. Peter Raggl: Herr Bundesminister, bitte.
Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Geschätzter Herr Bundesrat, das ist keine ganz einfache Frage, es ist eine abendfüllende Frage, für deren Beantwortung ich jetzt 2,4 Minuten Zeit habe, aber ich werde es versuchen.
Dank eines leistungsfähigen Gesundheitssystems ist die Lebenserwartung in Österreich ja mittlerweile eine der höchsten in den OECD-Ländern. Weniger erfreulich sieht es bei der Zahl der gesunden Lebensjahre aus, auch im internationalen Vergleich. Da liegt Österreich mit knapp 60 beschwerdefreien Jahren nur im internationalen Mittelfeld. – Also wenn ich auf mein Alter schaue, ich bin kürzlich 60 geworden, ist das eine Statistik, die mir keine Freude macht.
Um Gesundheit und Lebensqualität zu fördern und den steigenden Kosten in der Gesundheitsversorgung entgegenzuwirken, soll die Zahl der gesunden Lebensjahre nachhaltig erhöht werden. In Österreich wurden deswegen zehn Gesundheitsziele entwickelt; bis zum Jahr 2032 geben diese die Richtung für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik vor und berücksichtigen dabei ganz bewusst auch zahlreiche Faktoren außerhalb des traditionellen Gesundheitswesens, zum Beispiel die Allianz mit der Bildung, der Arbeitssituation, Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zum Beispiel – das ist aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher Bereich –, das soziale Netz als solches – arm zu sein macht krank, das ist eine eindeutig erwiesene Tatsache – und auch verschiedene Umwelteinflüsse.
Aktuelle Umsetzungsschwerpunkte meines Hauses, wie die Initiative Gesundheitsförderung wird System – wirksam für alle, orientieren sich an diesen genannten Zielen und sollen wesentlich dazu beitragen, sie auch zu erreichen. – Ich könnte jetzt ins Detail gehen, aber dafür fehlt die Zeit; vielleicht bei einer Zusatzfrage.
Vizepräsident Dr. Peter Raggl: Herr Bundesminister, vielen Dank, auch für die Zeitdisziplin.
Die Fragestunde wäre jetzt eigentlich beendet, aber nachdem wir jetzt mehrere Jahre keine gehabt haben, würde ich vorschlagen, dass wir die drei Zusatzfragen noch stellen lassen, und ich bitte nochmals um möglichst kurze Beantwortung.
Zu einer weiteren Zusatzfrage hat sich Herr Bundesrat Horst Schachner zu Wort gemeldet. – Ich bitte um die Zusatzfrage.
Bundesrat Horst Schachner (SPÖ, Steiermark): Sehr geehrter Herr Bundesminister, für wann werden Sie den Österreicherinnen und Österreichern als zuständiger Bundesminister garantieren, dass sie die von Nationalrat und Bundesrat beschlossenen kostenlosen Wohnzimmertests tatsächlich bekommen?
Vizepräsident Dr. Peter Raggl: Herr Bundesminister, bitte.
Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Rudolf Anschober: Sehr geehrter Herr Bundesrat, die einfache und kurze Antwort lautet: möglichst rasch. (Heiterkeit des Redners.) Ich kann Ihnen jetzt kein Datum nennen, aber wir haben ja die Strategie und auch die rechtliche Umsetzung bereits dargestellt, das heißt, ich gehe davon aus, dass das wirklich sehr, sehr zeitnah erreichbar ist.
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