Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 19

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Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Bundesministerin, bitte.


Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger: Vielen Dank, Herr Abgeordneter, für die Frage. – Ich glaube, die Antwort ist relativ einfach: nämlich regionale Produkte auch zu kaufen. Das ist mit auch eines der ganz großen Themen, die uns beschäftigen. Der Konsument, die Gesellschaft fordert immer stärker Regionalität, hohe Tierwohlstandards, biologische Produktion, Gentechnikfreiheit, aber am Regal gestaltet sich die Situation manchmal etwas anders. Also die erste Maßnah­me, die jeder Einzelne ergreifen kann, ist, zu regionalen Produkten zu greifen.

Wir haben in Österreich über die Agrarmarkt Austria tatsächlich ein sehr gutes freiwilli­ges Kennzeichnungssystem aufgebaut, das jetzt – Sie haben es angesprochen – durch ein Herkunftskennzeichnungssystem für Primärzutaten von verarbeiteten Produkten er­gänzt werden soll. Das ist auch ein weiterer Schritt, damit die Konsumentinnen und Konsumenten noch bewusster zu regionalen, zu heimischen, zu österreichischen Pro­dukten greifen können. Wir verfolgen da eine klare Qualitätsstrategie, vor allem auch die Unterstützung der bäuerlichen Familienunternehmen, damit sie die Rohstoffproduk­tion sicherstellen können.

Wir haben mit dem Netzwerk Kulinarik eine Möglichkeit, da wirklich die bäuerlichen, die regionalen, die landesspezifischen Initiativen zu fördern und zu unterstützen und damit eben auch alternative Vertriebswege direkt hin zu den Konsumentinnen und Konsu­menten sicherzustellen und herzustellen, und diesen Weg werden wir weiterhin konse­quent gehen.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zusatzfrage, Herr Abgeordneter Linder? – Bitte.


Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Welche Rolle spielen die geschützten Kenn­zeichnungen g.U. für geschützte Ursprungsbezeichnung, g.g.A. für geschützte geogra­fische Angabe oder g.t.S. für garantiert traditionelle Spezialität für die Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion in den Regionen?


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Frau Bundesministerin, bitte.


Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus Elisabeth Köstinger: Der EU-Herkunftsschutz ist tatsächlich eine der höchsten Qualitätsauszeichnungen, die es in der Europäischen Union gibt. Die unterschiedlichen Möglichkeiten haben Sie bereits dar­gestellt. Auch in Österreich erfreut sich das sehr hoher Beliebtheit. Was wir mittlerweile auch mit Studien belegt sehen, ist, dass die Wertschöpfung dieser Produkte wirklich sehr stark zunimmt. Beispiele dafür sind etwa das Steirische Kürbiskernöl g.g.A. oder beispielsweise auch die Wachauer Marille g.U.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Herkunftsschutz zu erlangen, und das ist wirklich für gesamte Regionen ein perfektes Vehikel, um die traditionellen Speziali­täten, die traditionellen Produktionsweisen stärker zu vermarkten. Die Kontrollen sind da wirklich extrem streng und zeigen auch, dass sie wirken. – Also wir wollen das auf jeden Fall in den nächsten Jahren auch über unser Netzwerk Kulinarik weiterentwi­ckeln und so noch mehr Produkten, noch mehr Regionen diese Möglichkeit des EU-Herkunftsschutzes geben.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die nächste Zusatzfrage stellt Frau Abgeordnete Doppelbauer. – Bitte.


Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Mir geht es um den Flächen­rückgang in Österreich. Wir haben es zwar geschafft, von, ich glaube, 17, 18 Hektar pro Tag auf ungefähr 12 Hektar zu kommen, wir haben also zumindest eine leichte Re­duktion, sind aber noch immer Europameister im Zubetonieren. Wir wissen, dass das einen massiven Einfluss auf die Landwirtschaft hat, ich denke dabei an die Grund­stückspreise, an die verfügbaren Flächen für die Landwirtschaft.

 


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