LETZTES UPDATE: 17.09.2018; 18:18
Diese Seite vorlesen lassen Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Crowdsourcing

Crowdsourcing stellt eine Möglichkeit für BürgerInnen dar, sich auf interaktive Weise an der Lösung aktueller Fragen zu beteiligen.

Was ist Crowdsourcing?

Crowdsourcing setzt sich aus den Wörtern Crowd (Masse; Viele) und Outsourcing (Auslagerung) zusammen. Der Begriff bezeichnet die Auslagerung von Aufgaben an eine „Gruppe“, im Falle des parlamentarischen Crowdsourcing sind die Bürgerinnen und Bürger diese „Gruppe“. Das Ziel von Crowdsourcing ist es, sich die Motivation und das Wissen „Externer“, also der ÖsterreicherInnen, zunutze zu machen, um Lösungen für Probleme zu erhalten. Der Grundgedanke dabei ist, dass die Crowd über Kompetenzen verfügen, die möglicherweise in der eigenen Institution (Parlament, Ministerien) nicht verfügbar sind.

Dabei geht es um die Vermehrung von Wissen, die Gewinnung von Erkenntnissen und die Formulierung neuer Ideen. Diese werden bewertet, ausgewählt und sollen in weiterer Folge umgesetzt werden. Dafür werden spezielle Softwaretools eingesetzt.

Wo wird Crowdsourcing eingesetzt?

Crowdsourcing wird im staatlichen Bereich vorrangig auf lokaler und regionaler Ebene, häufig in mittelgroßen bis großen Städten, eingesetzt. Es dominieren Projekte, in denen es um konkrete Ideen- und Lösungsfindung geht. Derartige Projekte in Österreich gab und gibt es etwa in FeldkirchLinz und Wien. Auf gesamtstaatlicher Ebene wird Crowdsourcing vor allem im Verwaltungsbereich eingesetzt. In Österreich führte das Bundesministerium für Finanzen ein Crowdsourcing-Projekt zur Ideen- und Lösungsfindung für den Service im Bereich der Finanzverwaltung durch.

In Europa kommt Projekten in Barcelona, Madrid und Reykjavik besondere Bedeutung zu.

Die Bundesregierung hat zur Digital Roadmap und der Bundesrat zu Fragen der Gesetzgebung und Demokratie im Kontext von Digitalisierung öffentliche Online-Konsultationen durchgeführt, die Elemente von Crowdsourcing umfassten. Im Rahmen einer Kooperation des GovLab Austria/BKA und der Interessensvertretung Gemeinnütziger Organisationen wird ein Projekt „Transparenz und Partizipation im Rechtssetzungsprozess“ durchgeführt.

Crowdsourcing-Beispiele in Österreich / PDF, 362 KB

Sobald ein Crowdsourcing-Projekt des Parlaments online geht, werden Sie zeitnahe darauf aufmerksam gemacht.

Crowdsourcing im parlamentarischen Kontext

In Parlamenten beziehungsweise im Gesetzgebungsprozess kommt Crowdsourcing (mit IT-Unterstützung) noch selten zum Einsatz. Herausragende Beispiele sind Brasilien oder Taiwan. In Frankreich gibt es eine Initiative von Abgeordneten gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, die zur Erarbeitung von Anträgen eingesetzt wird.

Crowdsourcing im Kontext des Parlaments ist eine Form politischer Partizipation und Förderung politischen Engagements. Die Erwartungen an neue Partizipationsprozesse im parlamentarischen Bereich können sehr hoch sein. Das betrifft unter anderem den besonderen Stellenwert, den das Parlament als Institution im politischen System beansprucht.

Auftrag an das Parlament

Die Crowdsourcing-Plattform des österreichischen Parlaments basiert auf den Ergebnissen einer Enquete-Kommission zum Thema Stärkung der Demokratie in Österreich. Daraus ging 2017 ein Entschließungsantrag aller Parlamentsparteien (200/E, XXV. GP) hervor.

In der Antragsbegründung (AB 1622 d. B., XXV. GP) wird näher ausgeführt, dass „bedeutsame Vorhaben“ einem „Crowdsourcing nach dem finnischen Modell unterworfen werden“ sollen. In einem Abänderungsantrag wird weiter dazu ausgeführt, dass Crowdsourcing zunächst als „Pilotprojekt“ erfolgen soll. Dafür soll das Parlament „eine Plattform für den Kommunikations- und Informationsaustausch“ anbieten.