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Crowdsourcing

Crowdsourcing stellt eine Möglichkeit für BürgerInnen dar, sich auf interaktive Weise an der Lösung aktueller Fragen zu beteiligen.

Was ist Crowdsourcing?

Crowdsourcing setzt sich aus den Wörtern Crowd (Masse; Viele) und Outsourcing (Auslagerung) zusammen. Der Begriff bezeichnet die Auslagerung von Aufgaben an eine „Gruppe“, im Falle des parlamentarischen Crowdsourcing sind die Bürgerinnen und Bürger diese „Gruppe“. Das Ziel von Crowdsourcing ist es, sich die Motivation und das Wissen „Externer“, also der ÖsterreicherInnen, zunutze zu machen, um Lösungen für Probleme zu erhalten. Der Grundgedanke dabei ist, dass die Crowd über Kompetenzen verfügen, die möglicherweise in der eigenen Institution (Parlament, Ministerien) nicht verfügbar sind.

Dabei geht es um die Vermehrung von Wissen, die Gewinnung von Erkenntnissen und die Formulierung neuer Ideen. Diese werden bewertet, ausgewählt und sollen in weiterer Folge umgesetzt werden. Dafür werden spezielle Softwaretools eingesetzt. Mit der Crowdsourcing-Plattform der Republik (Crowdsourcing-Österreich) können Sie aktiv an Beteiligungsprozessen teilnehmen.

Unterpunkte anzeigen Wo wird Crowdsourcing eingesetzt?

Crowdsourcing wird im staatlichen Bereich vorrangig auf lokaler und regionaler Ebene, häufig in mittelgroßen bis großen Städten, eingesetzt. Es dominieren Projekte, in denen es um konkrete Ideen- und Lösungsfindung geht. Derartige Projekte in Österreich gab und gibt es etwa in FeldkirchLinz und Wien. Auf gesamtstaatlicher Ebene wird Crowdsourcing vor allem im Verwaltungsbereich eingesetzt. In Österreich führte das Bundesministerium für Finanzen ein Crowdsourcing-Projekt zur Ideen- und Lösungsfindung für den Service im Bereich der Finanzverwaltung durch.

In Europa kommt Projekten in Barcelona, Madrid und Reykjavik besondere Bedeutung zu.

Die Bundesregierung hat zur Digital Roadmap und der Bundesrat zu Fragen der Gesetzgebung und Demokratie im Kontext von Digitalisierung öffentliche Online-Konsultationen durchgeführt, die Elemente von Crowdsourcing umfassten. Im Rahmen einer Kooperation des GovLab Austria/BKA und der Interessensvertretung Gemeinnütziger Organisationen wird ein Projekt „Transparenz und Partizipation im Rechtssetzungsprozess“ durchgeführt.

Crowdsourcing-Beispiele in Österreich / PDF, 362 KB

Sobald ein Crowdsourcing-Projekt des Parlaments online geht, werden Sie zeitnahe darauf aufmerksam gemacht.

Unterpunkte anzeigen Crowdsourcing im parlamentarischen Kontext

In Parlamenten beziehungsweise im Gesetzgebungsprozess kommt Crowdsourcing (mit IT-Unterstützung) noch selten zum Einsatz. Herausragende Beispiele sind Brasilien oder Taiwan. In Frankreich gibt es eine Initiative von Abgeordneten gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, die zur Erarbeitung von Anträgen eingesetzt wird.

Crowdsourcing im Kontext des Parlaments ist eine Form politischer Partizipation und Förderung politischen Engagements. Die Erwartungen an neue Partizipationsprozesse im parlamentarischen Bereich können sehr hoch sein. Das betrifft unter anderem den besonderen Stellenwert, den das Parlament als Institution im politischen System beansprucht.

Das österreichische Parlament startete am 26. Oktober 2018 erstmals mit einem Crowdsourcing-Projekt auf bundespolitischer Ebene und nimmt damit EU-weit eine Pionierrolle ein! BürgerInnen waren gefragt, Ihre Ideen und Vorschläge zur Gestaltung des neuen Besucherzentrums im historischen Parlamentsgebäude einzubringen. 3.468 UserInnen haben mit 227 Vorschlägen auf der Crowdsourcing-Plattform zu insgesamt sechs Erkenntnissen für Analyse und Entscheidung beigetragen.

Unterpunkte anzeigen Auftrag an das Parlament

Die Crowdsourcing-Plattform des österreichischen Parlaments basiert auf den Ergebnissen einer Enquete-Kommission zum Thema Stärkung der Demokratie in Österreich. Daraus ging 2017 ein Entschließungsantrag aller Parlamentsparteien (200/E, XXV. GP) hervor.

In der Antragsbegründung (AB 1622 d. B., XXV. GP) wird näher ausgeführt, dass „bedeutsame Vorhaben“ einem „Crowdsourcing nach dem finnischen Modell unterworfen werden“ sollen. In einem Abänderungsantrag wird weiter dazu ausgeführt, dass Crowdsourcing zunächst als „Pilotprojekt“ erfolgen soll. Dafür soll das Parlament „eine Plattform für den Kommunikations- und Informationsaustausch“ anbieten.

Abgeschlossene Crowdsourcing-Projekte

Unterpunkte anzeigen Demokratiebildung; 06/2019

Im Zeitraum vom 6. Mai bis zum 14. Juni 2019 haben rund 850 Personen Ihre Vorstellungen, Ideen und Wünsche zum Thema Demokratiebildung in einem Crowdsourcing-Prozess eingebracht. Die 134 abgegebenen Antworten wurden zu Kernaussagen zusammengefasst und daraus neun Erkenntnisse gewonnen.

"Die Digitalisierung erfordert zeitgemäße Konzepte zur Beteiligung der Menschen an politischen Themen", betont Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. "Fortschritt bedeutet nicht nur moderne technische Konzepte, sondern vor allem auch die Weiterentwicklung der Demokratisierung der Gesellschaft."

Im Rahmen des Projekts diskutierten verschiedene InteressensvertreterInnen, politische Entscheidungs­trägerInnen sowie Experten und Expertinnen in Work­shops, sogenannten Clustergruppen, über Erwartungen und Verständnis von Abläufen in unserer Demokratie, in unserem Parlament.

Interessierte konnten bis 14. Juni 2019 an dem Diskussionsprozess teilnehmen.

Unterpunkte anzeigen Neues Besucherzentrum im historischen Parlamentsgebäude; 11/2018

MITREDEN! Dazu lädt das österreichische Parlament die Bevölkerung ein. Sie soll mitentscheiden, welche Ausstattung in den Bereichen Service und Infotainment das neue Besucherzentrum im historischen Parlamentsgebäude am Wiener Ring erhalten soll. Startschuss für dieses neue Modell der Bürgerbeteiligung war der Nationalfeiertag am 26. Oktober 2018, an dem das Parlament seinen Tag der offenen Tür beging.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: „Ich stehe für ein offenes Parlament, das für die Menschen unseres Landes erleb- und greifbar ist. Die Renovierung des historischen Parlamentsgebäudes bietet die einmalige Chance, ein neues und modernes Besucherzentrum zu erschaffen. Ich lade alle Österreicherinnen und Österreicher ein, sich daran zu beteiligen, damit wir das Parlament als Sinnbild der Demokratie gemeinsam zu einem neuen Zuschauermagneten machen.“

Erstmals wird auf bundespolitischer Ebene die Öffentlichkeit eingeladen, mittels Crowdsourcing ihre Ideen und Vorschlägen aktiv einzubringen.

Die Frage lautet:

„Was soll das neu gestaltete Besucherzentrum unseres Parlaments bieten, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ihr Parlament, seine Arbeitsabläufe und Räumlichkeiten kennenlernen können und wollen?“

Interessierte konnten ihre Ideen bis 30. November 2018 einbringen.


Grundlage dieses Projektes ist ein Entschließungsantrag aus dem Jahr 2017, der auf die stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen, u.a. durch die Möglichkeit des Crowdsourcing abzielt.