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Margaretha Lupac-Stiftung: Demokratiepreis 2018

Die Auszeichnung 2018 ging an drei PreisträgerInnen: Projekt „100 Jahre Republik – 100 Jahre Leben“ der PH Burgenland in Kooperation mit dem Landesschulrat für Burgenland, den Verein Peregrina - Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum für Immigrantinnen sowie das Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentren.


Projekt "100 Jahre Republik – 100 Jahre Leben"


Unter www.1918-2018.at wurde ein e-learning-Netzwerkprojekt zum Jubiläum der Republik Österreich umgesetzt. Beteiligt sind federführend die Pädagogische Hochschule Burgenland, der Landesschulrat, alle burgenländischen Schulen sowie weitere bundesweite Partner, wie z.B. der ORF. So ist auch gewährleistet, dass das Projekt über den Schulbereich hinaus gesellschaftlich und über das Jahr 2018 wirksam sein wird. Die Gesamtleitung hat Walter Hermann über. Es gelingt dem Projekt, verschiedene Schultypen zu inkludieren – so wurden 250 Projekte angestoßen und miteinander vernetzt, wovon 7.000 SchülerInnen profitierten. Die Vielfalt der Projektthemen reicht vom "Kochen einst und jetzt" (als Zeitreise in den gesellschaftlichen Kontext gestellt) bis zu "Dirty Campaigning bei Cicero". Im Hintergrund steht immer die Erkenntnis, dass Demokratie nichts Gegebenes, sondern etwas Aufgegebenes ist.


Verein Peregrina - Bildungs- , Beratungs- und Therapiezentrum für Immigrantinnen


Peregrina wurde 1984 als "Verein solidarischer Frauen aus der Türkei und aus Österreich" gegründet und unterstützt seitdem zugewanderte Frauen beim Aufbau eines eigenständigen Lebens. Peregrina macht dazu in fünf Arbeitsbereichen Angebote: Basisbildungs- und Deutschkurse, Bildungsberatung, Rechts- und Sozialberatung, psychologische Beratung und schließlich Fortbildungsmaßnahmen. Über ein Dutzend ExpertInnen arbeiteten über die Jahre mit Frauen aus über 80 Ländern auf Augenhöhe zusammen. Die über Jahrzehnte konstante Arbeit des Vereins zeichnet sich durch große Nachhaltigkeit aus und erfüllt so das Ziel der Ermächtigung zugewanderter Frauen für ein eigenständiges Leben und zivilgesellschaftliches Engagement. Peregrina steht als Verein beispielhaft für die Stärkung der Minderheitenrechte und die Förderung der Geschlechterdemokratie. (www.peregrina.at)


Wiener Hilfswerk Nachbarschaftszentren


Dieses Projekt dringt mit seinem umfassenden Anspruch sehr tief in die Gesellschaft vor. Über 210.000 Menschen besuchten allein 2017 die zehn Wiener Nachbarschaftszentren. So gelingt es, Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und sozialer Schichten zu erreichen. 60 hauptamtliche und 700 freiwillige MitarbeiterInnen schaffen die Umgebung für bürgerschaftliches Engagement und respektvollen Umgang. Ziel ist seit dem Beginn 1980 die Belebung der Grätzeldemokratie im Sinne von Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Im Frühjahr 2017 wurde die Arbeit der Nachbarschaftszentren wissenschaftlich untersucht. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass die Nachbarschaftszentren ihre Ziele, eine solidarische Atmosphäre zu vermitteln, unterschiedlichste Gruppen erfolgreich zu vernetzen und einen Beitrag zur Gesundheit der/des Einzelnen zu leisten, erreichen. Möglich werden diese Erfolge durch die ständige Weiterentwicklung der Angebote auch durch die internationale Vernetzung in der International Federation for Settlements und Neighbourhood Centres. (www.nachbarschaftszentren.at)


Mit dem Demokratiepreis 2018 wurden so erneut sehr unterschiedliche Initiativen vor den Vorhang geholt, die ihr Bestreben für ein demokratisches, partizipatives und friedliches Miteinander der Geschlechter, der Generationen und der Regionen eint. Der Preis wurde am 17. Dezember 2018 im Rahmen eines Festaktes im Parlament verliehen.