Die Kundmachung des ORF-Reformpakets wird sich um einige Wochen verzögern. Im Bundesrat stimmten jeweils 29 Mandatar:innen dafür bzw. dagegen, gegen den Gesetzesbeschluss des Nationalrats keinen Einspruch zu erheben. Damit verfehlte der entsprechende Ausschussantrag die erforderliche Mehrheit. Folglich kann die Gesetzesnovelle erst nach Ablauf der achtwöchigen Einspruchsfrist des Bundesrats – also erst nach dem 31. August – im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Die geplante Umwandlung der GIS-Gebühr in eine Haushaltsabgabe ab 2024 sollte dadurch aber nicht gefährdet sein.
Grund für das Patt war die Verhinderung zweier Mandatar:innen der Koalition, welche grundsätzlich auch im Bundesrat über eine Mehrheit verfügt. Die Oppositionsparteien stimmten wie schon im Nationalrat geschlossen gegen das Gesetzespaket, das auch eine Ausweitung des digitalen Angebots des ORF bei gleichzeitiger Beschränkung der sogenannten "blauen Seite" bringt. Im Gegenzug wird der ORF zu Sparmaßnahmen und zu Transparenz verpflichtet. Zudem sind zusätzliche Werbebeschränkungen im Radio- und Online-Bereich vorgesehen.