News in einfacher Sprache 11.06.2026, 17:48

Doppel-Budget 2027 und 2028: Start der Beratungen im Parlament

Ziel der Regierung

Die Regierung möchte erreichen, dass im Jahr 2028 das gesamtstaatliche Defizit bei 3 Prozent liegt. Beim gesamtstaatlichen Defizit berücksichtigt man den Bund, die Bundesländer, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Mit den 3 Prozent wäre die Maastricht-Grenze erfüllt. Das ist die Vorgabe der EU, wie viel Schulden ein EU-Land haben und neu machen darf.

Österreich könnte dann das Defizit-Verfahren der EU verlassen. Bei dem Verfahren überwacht die EU ein Land, wenn es ein zu hohes Budget-Defizit hat. Außerdem gibt die EU vor, wie viel das Land sparen muss.

Meinung der FPÖ

Herbert Kickl von der FPÖ hat gesagt, dass die Einsparungen nicht hoch genug sind.

Forderung von Herbert Kickl

Kickl meint, dass 3 Prozent zu viel sind. Das Ziel sollten 0 Prozent sein. Nur so hat man Geld für den Notfall und für wichtige Anschaffungen übrig.

Außerdem meinte die FPÖ: Die Spar-Maßnahmen belasten die Bevölkerung zu stark. Die Regierung spart zu wenig in staatlichen Bereichen und bei sich selbst.

Meinung der Grünen

Auch die Grünen finden, dass das Geld und die Einsparungen falsch verteilt sind: Für den Umstieg auf umweltfreundliche Energie gibt es zu wenig Geld. Dafür gibt es sehr viel Geld für Autobahnen, die durch Naturschutz-Gebiete führen.

Grünen-Chefin Leonore Gewessler hat außerdem gesagt: Es fehlt der Beitrag von sehr reichen Menschen. Das könnte zum Beispiel eine Erbschafts-Steuer sein.

Im Nationalrat gab es die Erste Lesung und Bewertung des Budget-Entwurfs.

Meinung der Regierungs-Parteien

ÖVP

Die Regierungs-Parteien hatten kein Verständnis für die Kritik der Opposition. Sie haben gesagt, dass die politische Lage in der Welt schwierig ist.

Der Klub-Obmann der ÖVP, Ernst Gödl, hat erklärt: Das Doppel-Budget entsteht "in keiner einfachen Zeit". Aber die Regierung hat Verantwortung übernommen.

Außerdem gibt es für wichtige Bereiche viel Geld. Dazu gehören die Bildung, die Pflege, Österreich als guter Wirtschafts-Standort und der Arbeitsmarkt.

SPÖ und NEOS

Das betonten auch Philip Kucher, Klub-Obmann der SPÖ, und Yannick Shetty, Klub-Obmann der NEOS.

Shetty sagte: Man muss sparen und das Budget verbessern. Das geht nicht anders, weil die vorigen Regierungen über Jahrzehnte viele Schulden aufgebaut haben.

Kucher hat daran erinnert, dass auch die FPÖ und die Grünen in den letzten Jahren in der Regierung waren. Sie haben also dazu beigetragen, dass so viel Geld im Budget fehlt.

Budget-Rede von Finanzminister Marterbauer

Die Budget-Beratungen haben mit der Budget-Rede begonnen. Finanzminister Markus Marterbauer hat sie gehalten.

Auswirkungen der Energie-Krise

Marterbauer hat erklärt: Die Regierung hat gute Arbeit geleistet, um Österreichs Budget zu verbessern. Der Wirtschaft ist es langsam besser gegangen und die Teuerung ist gesunken.

Aber jetzt gibt es eine weltweite Energie-Krise. Sie hat Österreich stark getroffen. Die Ursache für die Krise ist der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran. Er ist laut Marterbauer gegen das Völkerrecht.

Zweites Spar-Paket

Deshalb war ein zweites Spar-Paket notwendig. Es ist kleiner als das erste Paket.

Marterbauer hat aber betont: Es war genauso schwierig zu erstellen. Sparen macht keinen Spaß. Aber es geht nicht anders. Denn wegen der letzten Regierung fehlt im Budget sehr viel Geld.

Finanzminister Marterbauer hat den Abgeordneten die wichtigsten Punkte des Doppel-Budgets 2027 und 2028 vorgestellt.

Mehr Geld für bestimmte Bereiche

In bestimmten Bereichen will die Regierung aber auch mehr Geld ausgeben:

  • Bildung
  • Arbeitsmarkt
  • Pflege
  • Senkung der Lohn-Nebenkosten, die Arbeitgeber neben dem eigentlichen Lohn oder Gehalt für Beschäftigte bezahlen, wie Versicherungsbeiträge

Das soll Wirtschaft und Gesellschaft helfen. Außerdem plant die Regierung einige Reformen.

Schlussworte

Am Ende der Rede betonte Marterbauer: Die Regierung verspricht nicht mehr, als sie halten kann. Aber was möglich ist, setzt sie wirklich um.

Er ist sicher, dass die Regierung die aktuellen Herausforderungen bewältigen kann.

Vorschau für 2027 und 2028

Defizit im Jahr 2027

Das Bundes-Finanz-Gesetz sieht für 2027 Folgendes vor:

  • 112,7 Milliarden Euro an Einnahmen
  • 128,2 Milliarden Euro an Ausgaben

Der Bund gibt also um 15,5 Milliarden Euro mehr aus, als er einnimmt. Das entspricht 2,7 Prozent des BIP, wenn man nach den Maastricht-Kriterien rechnet.

BIP steht für Brutto-Inlands-Produkt. Es gibt an, wieviel ein Land in einem bestimmten Zeitraum wirtschaftlich leistet.

Das gesamtstaatliche Defizit wird 3,5 Prozent betragen. Dabei berücksichtigt man nicht nur den Bund, sondern auch Bundesländer, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Erklärung Maastricht-Grenze

Die Maastricht-Grenze ist die Vorgabe der EU, wie viel Schulden ein EU-Land haben und neu machen darf.

Defizit im Jahr 2028

Auch 2028 gibt der Bund deutlich mehr Geld aus, als er einnimmt:

  • 115,8 Milliarden Euro an Einnahmen
  • 129 Milliarden Euro an Ausgaben

Das ergibt ein Defizit von 13,2 Milliarden Euro. Aber das Defizit des Bundes sinkt damit auf 2,3 Prozent, das gesamtstaatliche Defizit auf 3 Prozent.

Damit wäre die Maastricht-Grenze erfüllt. Österreich könnte dann das Defizit-Verfahren der EU verlassen.

Zahlen sind abhängig von der Wirtschaft

Marterbauer hat erklärt: Es ist noch nicht sicher, dass diese Zahlen so stimmen werden. Das hängt davon ab, wie sich die Wirtschaft entwickelt.

Wenn der Krieg im Nahen Osten weitergeht, könnte sich die Wirtschaft in Österreich schlechter entwickeln. Dann könnte auch das Defizit steigen. Dieses Risiko gibt es.

Im Budget-Entwurf plant die Regierung für 2027 ein Defizit von 15,5 Milliarden Euro.

Staatsschulden

Österreichs Schulden sollen weiterhin leicht ansteigen. Im Jahr 2031 sollen sie bei 85 Prozent des BIP liegen.

Budget-Begleit-Gesetz

Die Regierung hat dem Nationalrat außerdem das "Budget-Begleit-Gesetz 2027-2028" vorgelegt. Es sieht vor, dass 66 Gesetze geändert werden. Auch 2 neue Gesetze soll es geben: ein Paketsteuer-Gesetz und ein Wald-Wasser-Resilienz-Gesetz.

Weiterer Zeitplan für das Budget

Als nächstes berät der Budget-Ausschuss über das Budget. Er beginnt mit einer öffentlichen Anhörung am 26. Juni.

Danach werden die einzelnen Kapitel des Budgets diskutiert: zuerst im Budget-Ausschuss, später im Nationalrat.

Am 10. Juli will man das Budget endgültig beschließen. Es kann aber sein, dass es bei den Beratungen im Ausschuss oder im Nationalrat noch Änderungen gibt.

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