News in einfacher Sprache 26.02.2026, 00:55

Nationalrat beschließt Gesetz zur "Shrinkflation"

"Shrinkflation" heißt: Eine Packung bleibt gleich groß, aber der Inhalt wird weniger. Ab April 2026 soll der Handel klar darauf hinweisen müssen, wenn eine Packung gleich groß bleibt, aber weniger Inhalt hat. Das hat der Nationalrat am Mittwoch beschlossen. Nur die FPÖ hat dagegen gestimmt.

Hier können Sie die ganze Nationalratssitzung sehen: Sitzung vom 25. Februar 2026

Die SPÖ-Abgeordnete Julia Herr hat gesagt, dass das neue Gesetz die Konsumentinnen und Konsumenten stärken würde. Wenn man "Shrinkflation" klar zeigt, können Menschen "selbstbewusste Entscheidungen" treffen.

Markus Hofer von den NEOS hat gesagt, dass es für Firmen uninteressant werden soll, so etwas zu tun.

Carmen Jeitler-Cincelli von der ÖVP sieht verschiedene Seiten von diesem Gesetz. Sie hat gesagt, dass klare Hinweise nicht alle Probleme lösen. Aber trotzdem ist dieses Gesetz für sie in Ordnung.

Die Grünen finden das Gesetz gegen "Shrinkflation" gut. Die Abgeordnete Alma Zadić möchte aber noch mehr Maßnahmen, damit Lebensmittel günstiger werden.

Die FPÖ ist gegen das Gesetz. Arnold Schiefer von der FPÖ glaubt, dass es mehr Arbeit für die Verwaltung geben wird. Auch Barbara Kolm von der FPÖ ist gegen das Gesetz. Sie hat gesagt, dass man den Menschen mehr Eigenverantwortung zutrauen solle.

Sie befürchtet, dass es "mehr Kontrolle, mehr Verwaltung, mehr Bürokratie" geben werde.

Der Handel muss ab April darauf hinweisen, wenn eine Packung gleich groß bleibt, aber weniger Inhalt hat.

Regierungsparteien genehmigen den Stabilitätspakt

Bund, Bundesländer und Gemeinden haben sich im Herbst 2025 geeinigt. Es soll einen gemeinsamen Plan für das Budget der nächsten Jahre geben.

Jetzt haben die Regierungs-Parteien diesen Plan im Nationalrat beschlossen. Der Plan heißt: Österreichischer Stabilitätspakt. Das Ziel ist: Der Staat soll nicht zu viele Schulden machen und die bestehenden Schulden sollen weniger werden. Die Bundesländer bekommen Vorgaben, wie viele Schulden sie machen dürfen. Sie müssen ihre Budgetzahlen regelmäßig dem Finanzminister zeigen.

Genaue Informationen finden Sie hier: Österreichischer Stabilitätspakt

Die Oppositionsparteien FPÖ und die Grünen haben nicht zugestimmt. Sie haben allgemein kritisiert, wie die Regierung mit dem Budget umgeht.

Arnold Schiefer von der FPÖ hat kritisiert, dass es wieder ein Budget für 2 Jahre geben soll, obwohl noch wichtige Zahlen fehlen.

Jakob Schwarz von den Grünen ist der Meinung, dass es zu wenig Geld für den Klimaschutz gibt.

Lebensmittelversorgung bei einer Krise

Die Abgeordneten haben auch neue Regeln für die Lagerung von Lebensmitteln für eine Krise beschlossen. Alle Parteien haben dafür gestimmt.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig von der ÖVP hat gesagt, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht selbstverständlich sei. Darum müsse man gut vorsorgen.

Das Landwirtschaftsministerium spielt dabei eine wichtige Rolle. Die FPÖ und die Grünen haben für die nötige Mehrheit gestimmt. Die FPÖ hat zugestimmt, damit jetzt auch der Hauptausschuss zustimmen muss.

Unter anderem soll es eine öffentliche Vorsorge oder eine verpflichtende private Vorsorge geben. Es soll auch geprüft werden, wie viele Lebensmittel es normalerweise in den Lagern gibt. So weiß man, wie viele Vorräte man noch braucht. Wenn es für den der Handel eine Pflicht für Vorräte gibt,
bekommt er dafür Geld vom Staat.

Der Staat will in Krisenfällen besser reagieren können. Deshalb hat der Nationalrat das Gesetz für die Lagerung von Lebensmitteln für eine Krise angepasst.

Grüne für Vermögenssteuern

In einem Dringlichen Antrag haben die Grünen gefordert, dass es wieder Steuern auf hohe Schenkungen und Millionenerbschaften gibt. Klubobfrau Leonore Gewessler von den Grünen sagt: Die Menschen, die am meisten besitzen, tragen kaum etwas bei. Gewessler sieht eine "gewaltige Schieflage".

FPÖ, ÖVP und NEOS sind gegen den Antrag. Staatssekretär Alexander Pröll von der ÖVP will keine Vermögenssteuern. Das gehöre nicht zum Regierungsprogramm. Er ist der Meinung, dass die Steuern in Österreich schon sehr hoch seien. Er will deshalb "Entlastung statt noch mehr Belastung".

Finanzminister Markus Marterbauer ist für eine "Millionenerbschaftssteuer", also für eine Steuer auf sehr hohe Vermögen. Aber Marterbauer glaubt nicht, dass solche Steuern in dieser Regierungszeit kommen werden.

Der Antrag der Grünen hat keine Zustimmung bekommen.

Europastunde zu Ukrainehilfe

Die FPÖ hat einen Antrag zu den österreichischen Hilfen für die Ukraine gestellt. Darüber hat der Nationalrat in der Aktuellen Europastunde diskutiert.

Die FPÖ will, dass Österreich kein Geld mehr an die Ukraine zahlt. Alle anderen Parteien haben das abgelehnt. Die Regierungsparteien und die Grünen sind sich einig, dass die FPÖ mit Ihrer Politik die Interessen von Russland unterstützt.

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

Begriffe einfach erklärt

Sitzungsstart mit Aktueller Stunde zur Bildung

Der Nationalrat hat den Tag mit einer Aktuellen Stunde begonnen. Die NEOS haben ihre Pläne für neue Lehrpläne an den Schulen verteidigt. Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat gesagt, dass sich die Gesellschaft verändert hat. Heute brauche man andere Fähigkeiten als vor 30 Jahren.

Wiederkehr möchte mehr Unterricht zu Künstlicher Intelligenz (KI) und Informatik. Dafür soll es weniger Unterricht in Latein und in der zweiten lebenden Fremd-Sprache in der AHS-Oberstufe geben. Gegen diesen Plan hat es Widerstand gegeben. Auch die Koalitions-Partner ÖVP und SPÖ haben Zweifel. Der Minister hat angekündigt, dass er Anfang März ein Gespräch führen will. Dabei will er Missverständnisse klären.

Der Bildungs-Minister hat seine Pläne verteidigt. Er wolle die humanistische Bildung nicht abschaffen, er wolle sie modern machen. Er hat gesagt: Humanismus wollte den Menschen immer zeigen, wie sie sich in ihrer Welt zurechtfinden. Heute seien aber andere Themen wichtig als vor 30 Jahren. Lesen, Schreiben und Rechnen brauche es weiterhin. Aber im 21. Jahrhundert seien noch mehr Fähigkeiten wichtig. Zum Beispiel kritisch denken, gut kommunizieren und gut mit anderen zusammenarbeiten.

Aber man dürfe Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler nicht überfordern. Wenn etwas Neues dazukomme, müsse es etwas anderes weniger werden.

FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kritisierte, dass diese "Aktuelle Stunde" eine einzige Show der NEOS sei. Sigrid Maurer von den Grünen hat gesagt, dass mehr Unterricht zu KI und weniger Latein gut klinge. Aber sie hat auch gesagt, dass es bisher nur Ankündigungen gäbe. Konkrete Schritte würden aber noch fehlen.

Kulturgüterrückgabegesetz und Entschließungen

Der Nationalrat hat außerdem über diese Punkte beraten:

  • das Kulturgüterrückgabegesetz,
  • den Außen- und Europapolitischen Bericht 2024,
  • einen Bericht darüber, wie sich Gesundheitsausgaben in Österreich entwickeln
  • und einen Rechnungshofbericht über Managergehälter in öffentlichen Unternehmen.

Es hat Entschließungen zum Massaker im Iran, zur einer neuen Form der Entwicklungszusammenarbeit mit ärmeren Ländern und zum ungarischen Atomkraftwerk Paks II gegeben.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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