News in einfacher Sprache 20.02.2026, 13:30

Parlament bekommt Auszeichnung für Barrierefreiheit

Die Konferenz

Die Essl-Foundation hat das Zero Project im Jahr 2008 gegründet. Das große Projekt setzt sich für eine Welt ohne Barrieren ein. Alle Menschen sollen am Leben in der Gesellschaft teilhaben können und die gleichen Rechte haben.

Zero Project veranstaltet jedes Jahr eine Konferenz in der UNO-City. Heuer hat sie von 18. bis 20. Februar stattgefunden.

Die Auszeichnung

Zero Project zeichnet bei der Konferenz Projekte aus, die sich besonders für Barrierefreiheit einsetzen. Dieses Jahr waren es 82 Projekte.

Eine Auszeichnung davon ging an das österreichische Parlament. Es hat sich mit folgendem Projekt beworben: "General-Sanierung als Chance für ein inklusives Parlament und für die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger".

Es ist die erste Auszeichnung, die das Parlament für Barrierefreiheit und Inklusion bekommen hat.

Harald Dossi nimmt Auszeichnung entgegen

Das Parlament ist mehrere Jahre rundum erneuert worden. 2023 wurde es wieder eröffnet.

Parlamentsdirektor Harald Dossi hat sich über die Anerkennung dafür gefreut. Er hat gesagt:

  • Barrierefreiheit betrifft nicht nur das Gebäude. Auch Informationen sollen barrierefrei sein, damit alle Menschen sie verstehen können.
  • Das Parlament arbeitet ständig daran, mehr barrierefreie Informationen anzubieten.
  • Auch die Bediensteten im Parlament sollen sich mit Inklusion beschäftigen. Denn das Thema betrifft die ganze Gesellschaft.

Parlamentsdirektor Harald Dossi hat die Auszeichnung entgegen genommen. Mit dabei waren Tatjana Novakovic und David Pinchasov. Novakovic ist Barrierefreiheitsbeauftragte. Pinchasov ist von der Dialog-Plattform Staat & Gesellschaft der Parlamentsdirektion.

Die bauliche Barrierefreiheit im Parlament

Bei der baulichen Barrierefreiheit gibt es 3 wichtige Punkte: Die Anreise, die Ausstattung und das Erleben sollen barrierefrei sein. Dafür gibt es im Parlament folgende Maßnahmen:

  • Es gibt ein taktiles Leitsystem von den öffentlichen Verkehrsmitteln und vom barrierefreien Parkplatz zum Haupteingang. Dieses hilft blinden und stark sehbeeinträchtigten Menschen.
  • Auf der linke Seite des Parlaments kommt man ohne Stufen zum Haupteingang.
  • Im Parlament gibt es ein taktiles Leitsystem vom Haupteingang zum Info-Desk.
  • Es gibt Audio-Geräte für Führungen. Dazu bekommt man Kopfhörer oder eine Hals-Ringschleife. Diese überträgt den Ton zum Beispiel direkt auf das Hörgerät. So hört man die Führung lauter und klarer.
  • Man kann sich Rollstühle und Hocker ausleihen.
  • In großen Besprechungsräumen gibt es eine Induktions-Anlage. Das gilt zum Beispiel für den Nationalrats-Saal und den Bundesrats-Saal. Auch die Induktions-Anlage überträgt den Ton direkt auf das Hörgerät.
  • Wenn man eine Nationalrats- oder Bundesrats-Sitzung besucht, gibt es Plätze für Menschen im Rollstuhl. Beide Sitzungsräume erreicht man ohne Stufen. Die Sitzungen werden in Österreichische Gebärdensprache übersetzt.
  • Auch die Bibliothek, den Lesesaal und das Archiv erreicht man ohne Barrieren. Die Teppiche dienen als taktiles Leitsystem.
  • Im Eingangsbereich gibt es einen taktilen Plan zur Orientierung.
  • Eine Arbeitsstation ist zusätzlich für Menschen mit Sehbehinderung barrierefrei gestaltet.
  • Es gibt eine Platte mit Braille-Schrift. Dort steht der Text der Ausstellungsbereiche.
  • In jedem Stockwerk gibt es barrierefreie WCs.

Ein taktiles Leitsystem führt vom Haupteingang bis zum Info-Desk im Besuchszentrum.

Demokratie-Bildung für alle

Im Parlament gibt es Demokratie-Bildung und Informationen für alle. Auch dafür wurde das Parlament ausgezeichnet.

  • Es gibt Führungen in leichter und einfacher Sprache, in Österreichischer Gebärdensprache und als Tast-Führung.
  • Es gibt den Workshop "Parlament- einfach erleben". Hier lernen Erwachsene mit Lernschwierigkeiten, wie das Parlament arbeitet. Es geht um Themen wie Demokratie, Wahlen, die Rolle des Parlaments und die Aufgaben der Politik. Die Inhalte werden in einfacher Sprache und mit Bildern erklärt. Der Workshop soll ein barrierefreier Zugang zu Demokratie-Bildung sein. Jeder Mensch soll an der Demokratie teilhaben können.

Die Workshops sind für Gruppen von 10 bis 25 Personen. Sie sollen die politische Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten fördern.

Audio-Artikel "Nachrichten in einfacher Sprache"

Jetzt kommt man noch leichter zu Informationen über Parlament und Demokratie. Denn man kann sich die Nachrichten in einfacher Sprache auch anhören.

Seit November 2025 bietet das Parlament alle Nachrichten in einfacher Sprache auch als Audio-Artikel. Man kann sich die Nachrichten also anhören. Man muss sie nicht mehr selbst lesen. Die Stimme ist von einer KI. Das ist die Abkürzung für Künstliche Intelligenz.

Es gibt jeden Tag neue Folgen. Man kann die Audio-Artikel auf diesen Kanälen hören: bei YouTube, Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music.

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