Mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie entstehen neue Nationalstaaten. Auch deutschsprachige Bevölkerungsgruppen finden sich plötzlich außerhalb der Republik Österreich wieder. Diese "Altösterreicherinnen" und "Altösterreicher" waren sie über Jahrhunderte Teil eines vielsprachigen, kulturell verflochtenen Raums. Die Umbrüche der Zwischenkriegszeit, Nationalsozialismus und Krieg prägen ihre Geschichte tief. Zwischen 1944 und 1947 werden Millionen deutschsprachiger Menschen zur Flucht gezwungen oder vertrieben.
Viele gelangen in das vom Krieg gezeichnete Österreich. Hier beginnt ein schwieriger, mit den Jahren zunehmend erfolgreicher Integrationsprozess. Auch das Parlament befasst sich früh mit der Lage der Vertriebenen: mit Fragen der Staatsbürgerschaft, der sozialen Absicherung sowie der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe. Das Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden, zivilem Engagement und Eigeninitiative schafft die Voraussetzungen für Wohnraum und Arbeit. Über die Jahrzehnte werden die Altösterreicherinnen und Altösterreicher zu einem festen Teil der österreichischen Gesellschaft und ihres historischen Gedächtnisses.