Auch die Entwicklung der Staatsausgaben seit 2019 war stark von den in diesen Zeitraum fallenden Krisen geprägt. Die im Zusammenhang mit der COVID-19- und der Energiekrise umgesetzten Maßnahmen führten vor allem in den Jahren 2020 und 2021 bzw. 2022 und 2023 zu steigenden Ausgaben. Darüber hinaus bewirkte die hohe Inflation während der Energiekrise zeitverzögert beträchtliche Ausgabenzuwächse. Auch die generell expansiv ausgerichtete Budgetpolitik, die demografische Entwicklung und das steigende Zinsniveau trugen zur dynamischen Entwicklung der Staatsausgaben bei. Neben höheren nominellen Ausgaben (Zähler) trug auch die schwache BIP-Entwicklung (Nenner) zur steigenden Ausgabenquote bei.
Die Staatsausgabenquote belief sich 2025 auf 55,2 % des BIP. Im Vergleich zu 2019 ist die Staatsausgabenquote um 6,1 %‑Punkte gestiegen. Im Vergleich zu 2024 ging die Ausgabenquote trotz der begonnenen Budgetkonsolidierung nur geringfügig um 0,1 %‑Punkte zurück.
Nach Transaktionsklassen den größten Zuwachs in Relation zur Wirtschaftsleistung verzeichneten die Ausgaben für monetäre Sozialleistungen, die 2025 mit 20,0 % des BIP um 2,1 %‑Punkte höher waren als 2019. Der gesamte Zuwachs entfiel auf den Bereich Alter und Hinterbliebene (v. a. Pensionszahlungen). Die Ausgaben für Arbeitnehmerentgelte stiegen im Betrachtungszeitraum um 0,9 %‑Punkte auf 11,5 % des BIP, ein wesentlicher Teil des Zuwachses betraf das Gesundheits- und das Bildungswesen. Auch bei den Vorleistungen (+0,7 %‑Punkte) und sozialen Sachleistungen (+0,7 %‑Punkte) kam es im Gesundheitsbereich zu den größten Anstiegen. Bei den öffentlichen Bruttoanlageinvestitionen (+0,8 %‑Punkte) entfiel ein wesentlicher Teil des Anstiegs auf den Verkehrsbereich (v. a. Schienenverkehr). Die Ausgaben für Subventionen waren in Relation zum BIP 2025 in etwa gleich hoch wie 2019, zwischenzeitlich stiegen sie krisenbedingt stark an. Bei den Vermögenstransfers (+0,5 %‑Punkte) betraf der Anstieg hauptsächlich den Bereich Umweltschutz aufgrund der Ausweitung der Umweltförderungen (z. B. thermische Sanierung).
Zu den größten Ausgabenanstiegen nach Aufgabenbereichen kam es bei der Sozialen Sicherung (+2,5 %‑Punkte), die auch die Pensionsausgaben umfasst, und im Gesundheitswesen (+1,4 %‑Punkte). Weitere Aufgabenbereiche mit in Relation zur Wirtschaftsleistung seit 2019 deutlich gestiegenen staatlichen Ausgaben sind der Bereich Wirtschaftliche Angelegenheiten (+0,7 %‑Punkte), der etwa die Ausgaben im Verkehrsbereich umfasst, sowie das Bildungswesen, der Umweltschutz und die Allgemeine öffentliche Verwaltung (jeweils +0,4 %‑Punkte).