Der Dachbodenausbau des Parlaments 1974 bis 1977
Anfang der 1970er-Jahre platzt das Parlamentsgebäude aus allen Nähten. Um die "drückende Raumnot" der parlamentarischen Körperschaften zu beheben, stellen alle Parteien im November 1973 den Antrag, drei bisher ungenutzte Dachböden auszubauen. Dies ist zu jenem Zeitpunkt der Auftakt für das größte Umbauvorhaben seit dem Wiederaufbau des Parlamentsgebäudes 1945-1956. Architekt Sepp Stein erhält unter NR-Präsident Anton Benya den Auftrag, in drei Bauetappen insgesamt 30 neue Räume zu schaffen, die zu je gleichen Teilen auf die drei Klubs (SPÖ, ÖVP, FPÖ) aufgeteilt werden. Etwa 80 Abgeordnete erhalten nun einen Arbeitsplatz im Hohen Haus, zusätzlich entstehen Besprechungs- und Ruheräume, sogar ein Fitnessraum findet Platz. Dieser Umbau war allerdings nicht unumstritten: Bürger entrüsten sich aufgrund der unansehnlichen Schlechtwetterdächer über die "Kulturbarbarei" einer Aufstockung des ehrwürdigen Parlaments. Die Wogen glätten sich erst, als der Architekt in der Presse klarstellt, dass die provisorischen Notdächer nach Abschluss der Bauarbeiten wieder abgetragen würden.