Ausgewähltes Forschungsprojekt
Mit ihrem Forschungsprojekt "Alignment in Political Representation: Citizens and Representatives in the Austrian Parliament (ALIGN-AT)" zielt Ermela Gianna darauf ab, die Ausgestaltung politischer Repräsentation näher zu beleuchten.
Ermela Giannas Forschungsvorhaben ist das vierte Projekt, das im Zuge der Initiative "Forschungsjahr im Parlament" ausgewählt wurde. Dabei sind Forschende aller Disziplinen eingeladen, ihre Projekte, in denen sie sich mit dem österreichischen Parlament beschäftigen, einzureichen. Der wissenschaftliche Beirat wählt aus den eingelangten Einreichungen ein innovatives und exzellentes Forschungsprojekt aus. Die oder der Einreichende erhält für die Umsetzung des Vorhabens neben organisatorischer und inhaltlicher Unterstützung durch die Parlamentsdirektion auch ein Honorar.
Das Projekt von Ermela Gianna wurde vom Beirat als wissenschaftlich exzellent beurteilt. Die Beschäftigung mit grundlegenden Fragen der Repräsentation sei von höchster Relevanz, um gegenwärtige Entwicklungen der parlamentarischen Demokratie besser zu verstehen. Die Forscherin beginnt mit ihrer Arbeit am 1. Oktober 2026.
Gianna wird in ihrem Projekt untersuchen, was sich Bürgerinnen und Bürgern sowie Parlamentarierinnen und Parlamentarier unter politischer Repräsentation vorstellen. Dabei analysiert sie, inwieweit Gemeinsamkeiten und Unterschiede in diesen Vorstellungen die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Parlament beeinflussen.
Ausgangspunkt des Projekts ist die These, wonach demokratische Repräsentation grundsätzlich relational ist. Sie hängt nicht allein von der Gestaltung politischer Institutionen und den inhaltlichen Ergebnissen politischer Entscheidungen ab. Entscheidend ist vielmehr auch, ob Bürgerinnen und Bürger sowie ihre gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten ein hinreichend übereinstimmendes Verständnis davon haben, was "gute Repräsentation" ausmacht.
Methodisch kombiniert die Forscherin hierfür quantitative mit qualitativen Erhebungs- und Analysemethoden. Aufbauend auf dem österreichischen Sub-Sample des Horizon-Europe-Projekts 'ActEU' (2023-2026) werden zunächst statistische Analysen vorgenommen, um das Verständnis der politischen Repräsentation von Bürgerinnen und Bürgern näher zu ergründen. Anschließend soll mithilfe standardisierter Inhaltsanalysen von Plenardebatten und einzelnen parlamentarischen Reden die performative Ebene der Repräsentation ergründet werden. Im dritten Erhebungsteil werden anschließend Interviews mit Politikerinnen und Politikern geführt, um Einblicke in deren Verständnis von Repräsentation zu gewinnen.