Im Gemeindepaket 2024 wurde ein eigener Zweckzuschuss des Bundes für Gemeinden zur Förderung des weiteren Ausbaus des digitalen Übergangs in der Höhe von 120 Mio. EUR beschlossen (siehe hierzu die Analyse des Budgetdienst). In weiterer Folge kam es mit dem Budgetbegleitgesetz 2025 bei den Kommunalinvestitionsgesetzen zu einer grundlegenden Änderung: Die ursprünglich als Zweckzuschüsse konzipierten Ausschüttungen wurden in eine Finanzzuweisung des Bundes an die Gemeinden umgewandelt (siehe hierzu die Analyse des Budgetdienst zum Budgetvollzug Jänner bis März 2025).
Wie eine Vielzahl an Digitalisierungsprojekten in Gemeinden, Städten und Bundesländern beweist, entwickelt sich parallel dazu die Landschaft der Digitalisierungsprojekte in Österreich stetig weiter. Die folgenden Beispiele zeigen, wie in den genannten Handlungsfeldern konkrete Lösungen entwickelt werden können.
Das Projekt "DigiGEMEINDE" in Niederösterreich zielte 2024 und 2025 darauf ab, die digitale Kompetenz in Gemeinden zu stärken und Verwaltungsprozesse zu digitalisieren. Durch Schulungen und Beratung zu digitalen Tools, wie z. B. dem Elektronischen Akt (ELAK), sollten Effizienzsteigerungen in der Verwaltung erreicht, bürgerinnen- bzw. bürgerfreundlichere Dienstleistungen angeboten und Kosten gesenkt werden.
Die Smart City Feldkirch in Vorarlberg fokussiert auf sechs ausgewählte Handlungsfelder, wie etwa Bildung oder Mobilität. Diese wurden in der Digitalisierungsstrategie vereinbart, die gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entstanden ist. Neben einem Citizen Dashboard oder einer Digitalen Amtstafel werden beispielsweise Hackathons und Coding Camps für Kinder und Jugendliche veranstaltet und dadurch digitale Kompetenzen der Bevölkerung gestärkt sowie die Souveränität im Umgang mit Technologien gefördert. Dieser Ansatz verbindet Bildung mit ehrenamtlichem Engagement – etwa durch Einbindung lokaler Initiativen – und entspricht den Ergebnissen aktueller Studien, die zeigen, dass Regionen mit bestehenden digitalen Fähigkeiten neue Technologien leichter adoptieren und ihre Produktivität steigern können (Apostol & Hernández-Rodríguez 2025).
Ergänzend fördert das Bundeskanzleramt mit der Initiative "Digital Überall" österreichweit kostenlose Workshops, um die digitale Kompetenz der Bevölkerung zu stärken – etwa die Hälfte der beteiligten Gemeinden liegt in strukturell benachteiligten ländlichen Regionen (European Commission 2025).
Digitale Lösungen spielen auch im Tourismus eine immer größere Rolle, um Nachhaltigkeit und Lebensqualität in den Regionen zu sichern und die negativen Folgen von Massentourismus zu minimieren. Beispielsweise beobachtet der Tourismusverband Seefeld seit 2022 Besucherinnen- bzw. Besucheraufkommen in verschiedenen Regionen mittels anonymisierten Mobilfunkdaten. In Oberösterreich wurden im Projekt "Integriertes Mobilitäts- und Besucherlenkungsmanagement in der Region Pyhrn Priel" Besucherinnen- und Besucherfrequenzen am Gleinkersee gemessen, um einen möglichen Bedarf einer Busverbindung nach Windischgarsten zu identifizieren.
Die Stadt Linz bietet u. a. einen KI-gestützten Chatbot für Bürgerinnen und Bürger an und liefert mehrsprachige Antworten zu städtischen Leistungen. Die Stadtstrategie 2022 sieht einen digitalen Zwilling der Stadt vor, ein virtuelles Abbild der realen Stadt, das Echtzeitdaten aus verschiedenen Quellen wie Sensoren, Verkehrssystemen oder Infrastruktur integriert, um Planungsprozesse zu optimieren, Simulationen durchzuführen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen (Stadt Linz 2022).