News in einfacher Sprache 17.07.2025, 20:25

Bundesrat beschließt Messenger-Überwachung und Teilpension

Der Bundesrat hat über die Messenger-Überwachung und über die Teilpension abgestimmt. Messenger-Überwachung heißt, dass die Direktion Staatsschutz- und Nachrichtendienst (DSN) Informationen aus Nachrichten-Apps auslesen darf. Zum Beispiel WhatsApp oder Signal. Der Bundesrat hat über beide Themen namentlich abgestimmt. Das heißt, die Abgeordneten sind mit ihren Namen aufgelistet worden. Man weiß also, wie die einzelnen Abgeordneten abgestimmt haben. Bei beiden Abstimmungen haben 40 Bundesrät:innen für und 19 Bundesrät:innen gegen die Gesetzesvorhaben gestimmt.

Es hat vorher starke Kritik von FPÖ und Grünen an der Messenger-Überwachung gegeben. Die beiden Parteien befürchten Missbrauch, wenn Spy-Software benutzt wird. Das sind Programme, die auf einem Gerät Informationen sammeln. Die betroffenen Personen wissen aber nichts davon.

Andere Abgeordnete haben die Messenger-Überwachung verteidigt. Zum Beispiel hat SPÖ-Bundesrat Dominik Reisinger gesagt, dass es notwendig sei, dass man Gefahren mit moderner Technik verhindern kann.

Der Bundesrat hat die Messenger-Überwachung nicht abgelehnt, aber sie ist trotzdem noch nicht beschlossen. Es müssen in diesem Fall auch alle neun Bundesländer zustimmen.

Das Teilpensionsgesetz kann aber in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Es bringt Einschränkungen bei der Altersteilzeit und Maßnahmen, die das Pensionssystem absichern sollen.

Der Bundesrat hat am 17. Juli auch über die Messenger-Überwachung beraten.

Eheverbot für Unter-18-Jährige, Orientierungsklassen

Insgesamt hat der Bundesrat 21 Gesetzen zugestimmt. Zum Beispiel:

  • Eheverbot für Menschen unter 18 Jahren
  • Orientierungsunterricht für Kinder und Jugendliche, die noch keine Erfahrung mit einem Bildungssystem haben
  • Neue Regeln für Social-Media-Accounts von Politiker:innen
  • Anpassung von 140 Gesetzen an das Recht auf Information
  • Verbot von Tabaksticks mit Aromastoffen
  • Verbot der unerwünschte Zusendung von Penisbildern, sogenannten Dick-Pics

Im Verkehrs- und Finanzbereich mussten viele Gesetze an EU-Vorgaben angepasst werden.

Außerdem hat der Bundesrat fünf Staatsverträge genehmigt: Es geht unter anderem um einen automatischen Austausch von Daten über Fingerabdrücke und Fahrzeugdaten mit den Westbalkanstaaten. Es soll auch Erleichterungen für Rettungsfahrten über Grenzen geben.

Spezielle Strafregisterbescheinigung für Arbeit mit Kindern

Der Bundesrat hat eine Anpassung seiner Geschäftsordnung beschlossen. Es geht darum, dass auf der Website des Parlaments mehr Informationen veröffentlicht werden. Das hat mit der Informationsfreiheit zu tun.

Außerdem haben die Bundesrät:innen einstimmig beschlossen, dass es eine "spezielle Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge" geben soll. Diese soll in vielen Fällen die Voraussetzung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein.

SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS und Grüne wollen, dass man diese Strafregisterbescheinigung auch online bekommen kann. Für Personen von Kinder- und Jugendorganisationen soll sie kostenlos sein.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr war Gast in der Aktuellen Stunde.

Mehr Planstellen für Schulpsycholog:innen

In der Aktuellen Stunde hat Bildungsminister Christoph Wiederkehr den Bundesrat über die Maßnahmen für die psychosoziale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen informiert.

Durch die Corona-Pandemie und andere internationale Krisen seien junge Menschen verunsichert. Man bemerke auch die Verwendung von Social Media. Wiederkehr hat gesagt, dass es in den kommenden Jahren nach und nach doppelt so viele Stellen für Schulpsychologie geben soll wie jetzt. Außerdem soll es Workshops zur Vorbeugung von Krisen geben.

Samt: Besinnung auf eigene kulturelle Wurzeln gibt Halt

Es ist die erste Sitzung unter dem neuen Bundesratspräsidenten Peter Samt gewesen. Samt ist von der FPÖ und vertritt die Steiermark. Er hat am 1. Juli die Salzburgerin Andrea Eder-Gitschthaler abgelöst. Das Motto für seine sechs Monate als Bundesratspräsident ist "Brauchtum leben, Traditionen bewahren, Generationen verbinden". Wir würden in einer Zeit der Veränderung und kurzfristiger Moden leben. Samt glaubt deshalb, dass in der heutigen Zeit die eigene Kultur und Herkunft besonders wichtig sei. Wenn man das bedenke, könne man Halt und Werte vermitteln.

Er ist außerdem dafür, dass die Bundesländer stark sind und viele Dinge selbst entscheiden sollen. Das Parlament solle sich auch mit Landschaftsschutz, Naturschutz und Umweltschutz beschäftigen, vor allem im Zusammenhang mit Bodennutzung, Bodenverbrauch und Energiegewinnung.

Zum ersten Mal ist jetzt die Spitze des Nationalrats und die Spitze des Bundesrats in der Hand der FPÖ.

Vor der Bundesratssitzung war im Parlament ein Steiermark-Abend.

Seit kurzem gibt es den Tätigkeitsbericht des Bundesrats 2024/25: Darin steht, was in den Bundesratspräsidentschaften von Oberösterreich und Salzburg geschehen ist

Begriffe einfach erklärt

Die Arbeit im Parlament ist sehr umfangreich und vielfältig. Es gibt viele Fachbegriffe. Diese Begriffe werden auf der Parlaments-Website einfach verständlich erklärt: 

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