Das Jahressteuergesetz 2018 sieht eine Reihe von Änderungen in insgesamt 20 Steuergesetzen vor. Diese betreffen etwa die Einführung des Familienbonus, eine Reihe von Maßnahmen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Anti Tax Avoidance Directive (ATAD), die Umsetzung weiterer unionsrechtlicher Vorgaben (z.B. E‑Commerce‑Paket), eine Klarstellung bei der Grunderwerbsteuer bei der Übertragung von Immobilien im Besitz von Tochtergesellschaften und eine Ausweitung der Begünstigung bei der Versicherungssteuer für Versicherungen von Elementarschäden.

Die größten finanziellen Auswirkungen ergeben sich aus der Einführung des Familienbonus und den damit in Zusammenhang stehenden Maßnahmen. In der Wirkungsorientierten Folgenabschätzung werden die Nettokosten der Reform mit rd. 1,2 Mrd. EUR beziffert, die Abschaffung des Kinderfreibetrags und die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten wurden dabei miteinbezogen. Die Entlastung durch den Familienbonus erfolgt in Form eines nicht negativsteuerfähigen Absetzbetrags iHv 1.500 EUR (für Kinder unter 18) bzw. 500 EUR (für Kinder über 18 in Ausbildung) jeweils pro Kind und Jahr. Für Familien mit einem geringen steuerpflichtigen Einkommen ist als Ersatz ein Kindermehrbetrag iHv 250 EUR pro Kind und Jahr vorgesehen. Eine Analyse der Verteilungswirkungen zeigt, dass insbesondere Haushalte in der Mitte der Einkommensverteilung am stärksten entlastet werden, da in diesen Haushalten die meisten Kinder leben und das Einkommen ausreichend hoch ist, um den Familienbonus voll beanspruchen zu können. Haushalte im ersten Einkommensdezil werden hingegen nur in geringem Ausmaß entlastet.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Jahressteuergesetz 2018 ist die Umsetzung der Anti Tax Avoidance Directive. Mit dieser Richtlinie wurden bestimmte Empfehlungen aus der BEPS Initiative umgesetzt, den EU Mitgliedstaaten wurden damit rechtlich bindende Maßnahmen gegen aggressive Steuerplanung vorgeschrieben. Ein Teil der Richtlinie (z.B. Hinzurechnungsbesteuerung, Änderungen bei der Wegzugsbesteuerung) wird mit dem Jahressteuergesetz 2018 umgesetzt.

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Jahressteuergesetz 2018 – JStG 2018 (190 d.B.)