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Veranstaltungen September - Oktober 2013

"Wir hatten in diesem Fall (Rettung der Mutter) unglaubliches Glück. Wäre der Zug zehn Minuten später eingefahren (Rampe im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau), hätte ich meine Mutter nicht gesehen und sie wäre in die Gaskammer geschickt worden. Mein Bruder war 17 Jahre, von ihm habe ich gewusst, dass er arbeiten geschickt wird und nicht ins Gas." Norbert Lopper

Unterpunkte anzeigen 3. Sept. - 18. Nov. 2013: Bahn und Nationalsozialismus - Ausstellung, Graz

Verdrängte Jahre – Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945

GrazMuseum, Mittwoch bis Montag 10:00 - 17:00 Uhr, Sackgasse 18, Graz

Obwohl die Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte, blieb sie in der Geschichtsschreibung der Österreichischen Bundesbahnen bisher so gut wie unerforscht und ausgeblendet. Die Österreichischen Bundesbahnen wurden 1938 sofort in die Deutsche Reichsbahn integriert. Ohne Bahn als Transportmittel wäre die Kriegslogistik der deutschen Wehrmacht nicht machbar gewesen.

Mag. Christian Kern, CEO ÖBB Holding AG: „Das ist der dunkelste Abschnitt unserer Unternehmensgeschichte. Wir sind dazu verpflichtet zu gedenken und möchten mit dieser Dokumentation einen weiteren Beitrag zur historischen Aufarbeitung leisten. So unfassbar uns diese Ereignisse heute erscheinen, so klar müssen wir als ÖBB diese Zeit als Teil unserer Geschichte akzeptieren.“

Diesem Zeitabschnitt ist diese Ausstellung gewidmet. Sie gliedert sich in die Abschnitte: Der „Anschluss” - Die Bahnbediensteten - Emigration und Kindertransporte - Die Sondertransporte - Der Widerstand - Die Zwangsarbeit - Das „arisierte” Vermögen - Die Restitution.

Weitere Informationen: www.oebb.at/verdraengtejahre, www.stadtmuseumgraz.at

Unterpunkte anzeigen 24. Sept. - 29. Nov. 2013: Workshops für Schulklassen, Wien

Workshops für Schulklassen im Rahmen des Gedenkjahres 1938 (5. - 9. Schulstufe)

ZOOM Kindermuseum, Museumsquartier, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Game over. Eine außerirdische Kommission hat befunden, dass die Zustände auf der Erde nicht länger tragbar sind. Eine irdische ExpertInnenkonferenz wird einberufen. Es müssen Vorschläge für einen gesellschaftlichen Neustart erarbeitet werden. Scheitert dieser Versuch erneut, muss die Erde leider bis auf weiteres geschlossen bleiben. In einem futuristischen Setting entwickeln die Workshop-TeilnehmerInnen die Utopie einer neuen Gesellschaft.

In Auseinandersetzung mit historischem Material erarbeiten sie selbstständig Gefahren, Potenziale und Konsequenzen gesellschaftlicher Strukturen und Systeme und deren Konsequenzen für den Einzelnen oder die Einzelne. Zentrale geschichtliche Ereignisse, die im kollektiven Gedächtnis eine bedeutende Rolle spielen, sollen für die Jugendlichen greifbar gemacht und Bezüge zu ihrer Lebenswelt deutlich werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Geschehnissen in Wien rund um das Jahr 1938 und deren Verhältnis zur Gegenwart.

In Kooperation mit dem Demokratiezentrum Wien.

Anmeldung und Information: www.kindermuseum.at

Unterpunkte anzeigen 5. Oktober 2013: "Vögelein Schwermut"-Konzert, Innsbruck

Konzert „Vögelein Schwermut“

Konservatorium Innsbruck, 19:30 Uhr, Paul-Hofhaimer-Gasse 6, Innsbruck

Das Konzert gedenkt vom Naziregime verfolgter jüdischer Komponisten: Walter Arlen, Erich Zeisl und Erich Wolfgang Korngold flüchteten vor dem Naziterror in die Vereinigten Staaten. Viktor Ullmann wurde in Auschwitz ermordet, Erwin Schulhoff kam im Lager Weisenburg/Bayern um. Das vorgestellte Œuvre ist eine Sammlung von Liedern für Altstimme und Klavier und von Sololiteratur für Klavier.

Irene Wallner: Studium Sologesang an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Solistin (Alt) im Rahmen sakraler Musik, Konzerten und Liederabenden, u.a. mit den Niederösterreichischen Tonkünstlern, der Jungen Philharmonie Wien, der Pannonischen Philharmonie, Wiener Konzerthaus, Bruckner Festival Linz, Jüdisches Museum Wien, Stephansdom Wien und vielen europäischen Ländern.

Maria Raberger: Studium am Brucknerkonservatorium Linz, danach Ausbildung am Mozarteum Salzburg. Ausbildung zur Korrepetition an der Anton Bruckner Universität Linz. Masterstudium für Klavierkammermusik und Vokalbegleitung an der Anton Bruckner Privatuniversität. Pianistin am Orchesterklavier und Celesta im Brucknerorchester Linz. Kammermusikerin und Liedbegleiterin in Österreich und in europäischen Ländern.

Karin Wagner, Moderation
Veranstalter: Steinway in Austria, Israelitische Kultusgemeinde Tirol/Vorarlberg, Janusz-Korczak-Zentrum – Tirol.

Weitere Informationen: www.konstirol.at, www.steinwayaustria.at

Unterpunkte anzeigen 15. und 23. Oktober 2013: Ari Rath liest aus Memoiren, Neusiedl am See, Bad Ischl

Ari Rath liest aus seinem Erinnerungsbuch „Ari heißt Löwe“

15. Oktober 2013, 14:00 Uhr: Gymnasium Neusiedl am See, Neusiedl am See, Bundesschulstraße 3
23. Oktober 2013 BG/BRG und BHAK Bad Ischl, Grazerstraße 27
12. Februar 2014, BRG Kirchdorf an der Krems, Weinzierlerstraße 22

Ari Rath wurde 1925 in Wien geboren und musste als Jude 1938 nach Palästina fliehen. In Israel wurde er einer der bekanntesten Journalisten und gab die „Jerusalem Post“ heraus. 2012 veröffentlichte er seine Erinnerungen: „Ari heißt Löwe“. 75 Jahre nach der Pogromnacht 1938 liest Ari Rath an drei Schulen im Burgenland und Oberösterreich aus seinem autobiografischen Buch.

Anmeldung und weitere Information: www.erinnern.at

Unterpunkte anzeigen 17. Oktober 2013: Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung, Wien

Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung. Spiel in einem Akt (1946), Musik von Viktor Ullmann, Libretto von Peter Kien - Israel Chamber Orchestra

Theater an der Wien, 19:30 Uhr, 1060 Wien, Linke Wienzeile 6

Der renommierte Schönberg-Schüler Viktor Ullmann wurde 1942 nach Theresienstadt verschleppt, wo er 1943 gemeinsam mit dem Dichter und Maler Peter Kien die einaktige Kammeroper für sieben SängerInnen und dreizehn InstrumentalistInnen – Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung – schuf. Trotz bereits begonnener Proben kam es zu keiner Aufführung des Stückes mehr. Viktor Ullmann wurde am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo er in der Gaskammer ermordet wurde.

Roberto Paternostro und das Israel Chamber Orchestra treten mit diesem musikalisch ebenso bedeutenden wie zeitgeschichtlich tragischen Werk im Theater an der Wien auf. Dem wahnsinnigen Kaiser, gesungen von Nikolay Borchev, verweigert sogar der Tod, dargestellt von Lars Woldt, seine Dienste.

Information und Karten: www.theater-wien.at

Unterpunkte anzeigen 17. - 19. Oktober 2013: "Im Anschluss ..." Symposium, Wien

"Im Anschluss ... Musikalische, künstlerische und pädagogische Strategien der Holocaust-Vermittlung." Internationales Symposium. 

Joseph Haydn-Saal und Fanny Hensel-Mendelsohn-Saal, 1030 Wien, Anton-von-Webern-Platz 1

Das Symposium der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien hat zum Ziel, unterschiedliche Strategien der Holocaust-Vermittlung aufzuzeigen. Im Rahmen des geplanten Kongresses sowie im zeitlichen Umfeld werden Gespräche, moderierte Konzerte, Workshops sowie wissenschaftliche Vorträge angeboten, die sich mit der Thematik der Vermittlung auseinandersetzen. Dazu wurden verschiedene Institutionen und Organisationen eingeladen, die sich seit Jahren dieser Thematik widmen.

Ziel des Symposiums und der damit in Beziehung stehenden Veranstaltungen sollte die Entwicklung neuer und innovativer Strategien der Vermittlung sein, welche auch zu neuen Kooperationen zwischen den verschiedenen Organisationen führen sollen. Im Zuge des Symposiums erhalten die Organisationen Gelegenheit, ihre Arbeit sowie ihre Herangehensweise an das Thema vorzustellen, um sich in weiterer Folge mit den anderen Organisationen über gemeinsame Folgeprojekte auszutauschen.

Einen Schwerpunkt des Symposiums bilden Workshops, in denen die Ergebnisse aus den Reflexionen der Gespräche und Vorträge mit PädagogInnen und Studierenden diskutiert werden sollen. Gleichermaßen sollen in diesen Workshops neue Strategien zur Weitervermittlung der Thematik an Jugendliche entwickelt werden.

Information und Beginnzeiten: www.mdw.ac.at/maed, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 20. Oktober 2013: Die letzten Zeugen - Burgtheater, Wien

Die letzten Zeugen. 75 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938. Ein Projekt von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann

Burgtheater, 19:00 Uhr, 1010 Wien, Universitätsring 2

Weitere Termine:
10. November 2013, 19:00 Uhr; 21. November 2013, 20:00 Uhr; 12. Dezember 2013, 20:00 Uhr; 26. Jänner 2014, 19:00 Uhr

Sie sind die Letzten. Wie lange werden wir noch Überlebende befragen können, wie lange ihnen noch zuhören dürfen? Sie treten auf und erzählen, wie sie der Vernichtung knapp entkamen. Sie bezeugen, wie Unzählige getötet wurden. Der Mord an Millionen liegt ihrem Leben zugrunde. Was geschah, vergessen zu machen, heißt, sie ein weiteres Mal auslöschen zu wollen. Sie bekunden, was ihnen widerfuhr. Aus KollegInnen wurden RäuberInnen. Aus NachbarInnen wurden MörderInnen. Die Verfolgten wussten nicht, wie ihnen geschah. Die Zeit heilt nichts. Wovon sie uns berichten, bleibt eine offene Wunde. Was, wenn ihre Stimmen versiegen?

75 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938 kommen sieben ZeitzeugInnen mit ihren Texten auf der Bühne des Burgtheaters zu Wort. In ihrer Anwesenheit und unter ihrer Mitwirkung werden ihre Berichte von SchauspielerInnen des Burgtheaters gesprochen. Auch Ceja Stojka, die während der Vorbereitung des Projekts verstarb, wird durch ihre Erinnerungen anwesend sein.

Mit den ZeitzeugInnen: Vilma Neuwirth, Susanne-Lucienne Rabinovici, Marko M. Feingold, Rudolf Gelbard, Martin Katz, Ari Rath und den SchauspielerInnen: Mavie Horbiger, Dörte Lyssewski, Peter Knaack, Daniel Sträßer.

Information und Karten: www.burgtheater.at

Unterpunkte anzeigen 21. Oktober 2013: "Trotz allem ... Aron Menczer und die Jugendalijah", Wien

Buchpräsentation "Trotz allem ... Aron Menczer und die Jugendalijah", herausgegeben von Joanna Nittenberg und Benjamin Kaufmann

Theater Nestroyhof – Hamakom, 19:00 Uhr, 1020 Wien, Nestroyplatz 1

Sämtliche jüdische Organisationen Österreichs wurden aufgelöst und nur einige wenige blieben erhalten, wie die IKG oder die Jugendbünde, die nun unter dem Dach einer neu geschaffenen Jugendalijah zusammengefasst wurden. Diese unterstand Adolf Eichmann, dessen Ziel es war, die gezwungene Auswanderung und Vertreibung der Juden zu forcieren. Viele VertreterInnen des jüdischen Lebens flohen aus Österreich.

Einer jedoch blieb. Aron Menczer übernahm die Leitung der Jugendalijah-Schule im Alter von nur 21 Jahren und avancierte damit zur wichtigsten Bezugsperson jüdischer Jugendlicher in Wien in der Zeit vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis zu seiner Ermordung 1943.

Basierend auf einer Publikation aus dem Jahre 1993 erscheint nun eine erweiterte Neuauflage mit zahlreichen Ergänzungen mit neuen Texten und Fotos. Zeitzeugen, wie Ari Rath und Martin Vogel, werden anwesend sein.

Weitere Informationen: www.hamakom.at

Unterpunkte anzeigen 21. Oktober 2013: Gewalt in Worten - Ausstellung, Wien

Gewalt in Worten - Antisemitismus, Rassismus, November-Pogrom

Volkshochschule Brigittenau, 19:30 Uhr, 1200 Wien, Raffaelgasse 11

Am 21. Oktober wird erstmals die Ausstellung „Polyphonie der Sprachen. Sprachliche Gewalt, Antisemitismus, Rassismus, November-Pogrom“ präsentiert – in der Volkshochschule Brigittenau in Wien. Diese Ausstellung wird in ganz Österreich – zum Teil adaptiert für die jeweilige Institution bzw. Region – gezeigt werden.

Zentrale Strategie des Nationalsozialismus war, den Menschen zu einer Nummer auf dem Katasterblatt zu machen, ihn zu entindividualisieren und dann zu benutzen oder zu vernichten. Die Ausstellungen der Jura Soyfer Gesellschaft zu "75 Jahre November-Pogrom" setzen daher bewusst auf die Darstellung der Geschichte eines Menschen, der mit 26 Jahren am 16. Februar 1939 im Konzentrationslager Buchenwald ums Leben kam. Sein Leben lang war er von Pogromen bedroht, die auch das Leben seiner Familie erschütterten.

Sein Werk, das heute in mehr als 50 Sprachen übersetzt ist, setzt sich mit Gewalt, aber auch mit „neuen Welten“ auseinander. In der Soyferschen Biographie und in seinem Werk spiegeln sich daher Konflikte seiner Zeit, die Instrumentalisierungen der Sprachen für Gewalt, für Kriege wider. Diese nationalistischen, rassistischen, antisemitischen Konstrukte waren die Basis auch für das November-Pogrom.

Weitere Informationen: www.soyfer.at/deutsch/veranstaltungen.htm

Unterpunkte anzeigen 23. Oktober 2013: The Vienna Project - Odeon Theater, Wien

The Vienna Project

Odeon Theater, 19:00 Uhr, 1020 Wien, Taborstraße 2 und Salztorbrücke, 21:00 Uhr

„The Vienna Project ist ein neuartiges, soziales und künstlerisches Holocaust-Gedenkprojekt, das auf den Straßen Wiens stattfindet. Weiters ist es das erste öffentliche Gedenken in Europa, das Opfer, im Holocaust und unter dem Nationalsozialismus verfolgte Gruppen, auf symbolische Weise repräsentiert und namentlich nennt.“ Karen Frostig, Präsidentin und künstlerische Direktorin.

Am 23. Oktober wird The Vienna Project im Odeon Theater eröffnet mit Beiträgen des Dichters Robert Schindel sowie einem Stück der Schauspielerin Sandra Selimovic untermalt. Weiters wird Exilmusik zu hören sein – gespielt vom Ensemble „The Philharmonics“ der Wiener Philharmoniker. Danach verwandelt sich die Umgebung der Salztorbrücke in eine Art Lichtwerkstatt. Dabei wird die Frage „Was passiert, wenn wir vergessen uns zu erinnern?“ als Leitwort und Ausgangspunkt für verschiedene künstlerische Interventionen in den Mittelpunkt gerückt.

Anmeldung und Information: www.theviennaproject.org, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 24. Okt. - 11. Nov. 2013: "Zerstörte Kultur" - Straßenausstellung, Wien

"Zerstörte Kultur" - Straßenausstellung

Eröffnung: 24. Okober 2013, 17:00 Uhr,Tempelgasse 3-5 (Vorplatz ESRA), 1020 Wien

Eröffnung der Ausstellung mit Bezirksvorsteher Karlheinz Hora, Präsident Oskar Deutsch (IKG) und Peter Schwarz (ESRA).

Die Schau ist bis Montag, dem 11. November 2013 im Straßenraum zu sehen. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung im 2. und 20. Bezirk (GB*2/20) zeigt Plakate an fünfzehn Stationen mit engem Bezug zum Novemberpogrom des Jahres 1938. Sie erinnert damit an die damals brutal zerstörte jüdische Kultur.

Angeboten werden kostenlose Führungen durch Wien-Guide Walter Juraschek.
Treffpunkt: Tempelgasse 3-5, 1020 Wien. 

Führungstermine:
Sonntag, 27. Oktober 2013, 11:00 - 13:00 Uhr
Sonntag, 3. November 2013, 14:00 - 16:00 Uhr 
Sonntag, 10. November 2013, 14:00 - 16:00 Uhr 

Weiter Informationen: www.gbstern.at

Unterpunkte anzeigen 26. Oktober 2013: Jüdische Spuren in Rechnitz und Szombathely

Jüdische Spuren in Rechnitz und Szombathely

26. Oktober 2013, 8:00 - 19:00 Uhr, Burgenland und Ungarn

In Rechnitz dürften schon im 15. Jahrhundert Juden eine Ansiedlung errichtet haben, 1649 wird eine Synagoge erwähnt. Ihren Höhepunkt hatte die orthodoxe Gemeinde im 19. Jahrhundert. Schon vor der Schoah verlor sie durch Abwanderung die meisten ihrer Mitglieder und verarmte. Traurige Berühmtheit erlangte Rechnitz durch ein Massaker im März 1945 an 200 jüdischen Zwangsarbeitern am Kreuzstadl, dessen Opfer bis heute nicht gefunden worden sind. Eine Ausstellung erinnert an die jüdische Geschichte des Ortes und das Bemühen der Gruppe RE.F.U.G.I.U.S., den Opfern des nationalsozialistischen Regimes ein würdiges Gedenken zu verschaffen.

In Szombathely/Steinamanger besteht eine aktive jüdische Gemeinde. Seit dem Sommer bietet sie mit einem kleinem Museum Einblick in die jüdische Geschichte der Stadt und in den Festkreis jüdischen Lebens. Die frühere große Synagoge – im 19. Jahrhundert im maurischen Stil errichtet – dient heute als Konzertsaal der Stadt. Im Blasbalg der Orgel von Lockenhaus befindet sich das „Sch‘ma Israel“, das jüdische Bekenntnis „Höre Israel“, auf Hebräisch mit der Hand geschrieben von Jonka Stössel, die 1914 in Lockenhaus als Johana Baron geboren wurde. So bekommt die Orgel ihren „Lebensatem“ aus der Quelle der Tora.

Veranstalter: Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese Wien im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Anmeldung und Information: www.christenundjuden.org

Unterpunkte anzeigen 28. Oktober 2013: "Opfer" und "Täter". Jüdisch-christlicher Dialog, Wien

„Opfer“ und „Täter“. Zu Haltungen und Sprache im jüdisch-christlichen Dialog - Gesprächsforum

Kardinal König-Haus, 19:00 Uhr, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3

In der Erinnerung an den Nationalsozialismus erleben wir eine starke Ungleichzeitigkeit: Die EnkelInnen und UrenkelInnen derer, die im Nationalsozialismus aktiv waren, sprechen nun über diese Zeit und empfinden jene Scham, die eigentlich ihre Großeltern und Urgroßeltern hätten spüren müssen. Neue Gedenkinitiativen entstehen so.

Die jüdische Gemeinde als Ansprechpartnerin aber steht heute ganz wo anders: Sie gedenkt zwar auch ihrer ermordeten Verwandten, Freunden und Freundinnen, will aber selbst nicht in der Opferrolle verharren. Sie lebt in der Gegenwart und ihr Blick ist auf die Zukunft gerichtet. Das schafft Unsicherheiten bei der Begegnung: Man darf die Schoah nicht leugnen oder vergessen, gleichzeitig ist sie heute nicht (mehr) das alleinige und bestimmende Thema in der Beziehung zwischen Jüdinnen/Juden und ChristInnen. Für den richtigen Zugang gibt es keine Formel – aber man kann und soll es 75 Jahre nach dem Pogrom zur Sprache bringen und darum ringen, diese Beziehung in Worte zu fassen. Alle Interessierten sind eingeladen, bei diesem Gesprächsforum mit Expertinnen und Experten aus Dialoginitiativen zu diskutieren.

Anmeldung: anmeldung@kardinal-koenig-haus.at 
Veranstalter: Kardinal König-Haus und Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische-Zusammenarbeit im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Weitere Informationen: www.christenundjuden.org, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 30. Oktober 2013: Lücken. Exkursion zu zerstörten Synagogen in 1020 Wien

Lücken. Eine interdisziplinäre Exkursion zu zerstörten Synagogen in der Leopoldstadt

Bibliothek des christlich-jüdischen Informationszentrums, 17:00 Uhr, 1020 Wien, Tandelmarktgasse 5

Am 9. November 1938 brannten die Synagogen. Jüdinnen und Juden wurden aus dem öffentlichen, wirtschaftlichen Leben getrieben, bald darauf deportiert und getötet, zu wenige konnten fliehen. Damals entstanden Lücken: Lücken in den menschlichen Beziehungen der Nachbarschaft, Lücken im spirituellen und kulturellen Leben der Stadt, Lücken an den Orten, an denen die Gotteshäuser gestanden waren. Eine interdisziplinäre Führung thematisiert verschiedenste Dimensionen dieser geschichtlichen Erfahrung.

Referenten: DI Franz Denk, Architekt; Dr. Markus Himmelbauer.

Anmeldung bis 23. Oktober 2013 office.jife@vhs.at 
Veranstalterin: VHS-Wien/Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung in Kooperation mit Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Anmeldung und Information: www.christenundjuden.org

Unterpunkte anzeigen 30. Oktober 2013: Mignon Langnas. Tagebücher und Briefe 1938-1949, Wien

Buchpräsentation "Mignon Langnas: Tagebücher und Briefe 1938–1949", herausgegeben von Elisabeth Fraller und George Langnas

Hauptbücherei Veranstaltungssaal, 3. OG, 19:00 - 20:30 Uhr, 1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a

Einleitende Worte: Robert Schindel, Lesung mit Mercedes Echerer, Gespräch mit Mignons Kindern George Langnas und Manuela Stern (USA) sowie der Co-Herausgeberin Elisabeth Fraller, moderiert von Gabriele Anderl.

Die ergreifenden Aufzeichnungen einer jüdischen Krankenschwester im Wien der NS Zeit: Während Ehemann und Kinder 1939 rechtzeitig in die USA flüchten können, bleibt Mignon Langnas mit ihren gebrechlichen Eltern in Wien zurück. In ihren Briefen und Tagebüchern schildert sie auf eindringliche Weise den Alltag der jüdischen Bevölkerung unter dem Nazi-Regime und während des Krieges.

Mit außergewöhnlichen Fotografien versehen, öffnet dieses Buch einen einmaligen Zugang zu einem der schrecklichsten Kapitel unserer Geschichte. „Ich freue mich sehr, dass dieses Buch entstanden ist. Es zeugt von Menschenwürde in der Barbarei.“ Robert Schindel.

Diese Veranstaltung findet als Kooperation zwischen Hauptbücherei, Jüdischem Institut für Erwachsenenbildung und Haymon Verlag statt.

Anmeldung und Information: office.jife@vhs.at, www.vhs.at/jife