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Politik am Ring

In der Sendung "Politik am Ring" diskutieren jeden dritten Montag im Monat BereichssprecherInnen der fünf Fraktionen und Fachleute über ein aktuelles Gesetzesvorhaben.

Die Diskussionssendung Politik am Ring des Parlaments gibt den üblicherweise nicht öffentlichen Debatten in parlamentarischen Ausschüssen erstmals eine öffentliche Plattform.

Jeweils am dritten Montag im Monat diskutieren Bereichs­sprecherInnen (zum Beispiel Gesundheit, Sicherheit, Außen­politik etc.) der fünf Fraktionen unter Einbindung von Fach­leuten über ein aktuelles Gesetzes­vorhaben. Das Format wurde vom Parlament gemeinsam mit der Initiative Demokratie21 entwickelt. Durch die Diskussion führt der ehemalige ORF-Moderator Gerald Groß.

Die Sendung wird jeweils ab 21 Uhr aus dem Dach­foyer der Wiener Hofburg übertragen. In der Mediathek des Parlaments sind alle Sendungen dauerhaft abrufbar.


Download:
(MP4)

In Österreich wurden heuer bisher 26 Frauen ermordet. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind das deutlich mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern. Regelmäßig werden bei uns mehr Frauen als Männer getötet. Auch hier liegt Österreich im EU-Spitzenfeld.

Mit einem Gewaltschutzpaket will die Bundesregierung gegensteuern. Doch Frauenorganisationen kritisieren, dass immer noch viel zu wenig Mittel für Gewaltschutz und Prävention zu Verfügung stünden. Wie kann die Gewalt an Frauen gestoppt werden?

Die aufgezeichnete Sendung ist in der Mediathek abrufbar.

TeilnehmerInnen der Diskussion:

Eingeladene Fachleute:

Diskussion

Man muss anerkennen, dass es in Österreich ein Gewaltproblem gibt, und das auch offen thematisieren, findet die NEOS-Frauen- und -Gleichbehandlungssprecherin Henrike Brandstötter. Auch Romana Deckenbauer, Frauensprecherin von der ÖVP ist der Meinung, dass Gewalt gegen Frauen ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, wobei oft nur die Symptome bekämpft werden. Die ÖVP-Abgeordnete appellierte, Gewaltprävention vermehrt im Bildungssystem, beginnend bei der Elementarpädagogik, zu verorten.

SPÖ-Frauensprecherin Eva Maria Holzleitner stellte fest, dass Gewalt mittlerweile sehr vielfältig ist, sie passiere nicht nur physisch und psychisch, sondern auch im digitalen Raum, und es müsse auf allen Ebenen dagegen vorgegangen werden. Rosa Ecker, Frauensprecherin der FPÖ, sieht fehlende Zivilcourage als gesellschaftliches Problem. Menschen müssten sensibilisiert werden, damit sie eingreifen, wenn sie Zeugen von Gewalt werden – ob im privaten Umfeld oder in der Öffentlichkeit. Laut Meri Disoski, Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin der Grünen, könnten sich Frauen leichter aus Gewaltbeziehungen lösen, wenn sie finanziell unabhängig sind. Diese fehlende Unabhängigkeit kann nur mit konsequenter Gleichstellung beseitigt werden.

Die Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie Adelheid Kastner betonte, dass es ein ganzes Bündel von Ursachen gibt, das zur momentanen Situation führt. Eine wesentliche Rolle spielt dabei aber das tradierte Rollenbild der männlichen Dominanz, so Kastner. Für Frauen, die in gewalttätigen Beziehungen sind, ist ein Herauskommen aus der Gewaltspirale sehr schwierig, sagt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Sich Hilfe zu holen, ist ein sehr mutiger und großer Schritt, den viele nicht oder erst viel zu spät schaffen, erklärte Rösslhumer, die auch die Frauenhelpline leitet.

Links

Alle vergangenen Sendungen von Politik am Ring gibt es nun auch als Podcasts zum Nachhören.

Selbstverständlich finden Sie auch weiterhin alle Sendungen als Video-on-Demand in der Mediathek.

  • Montag, 13. Dezember 2021