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Veranstaltungen 1. - 5. November 2013

"Wien ist Weltstadt, von Wien hat jeder sein Bild. Mir ist die Stadt weder fremd noch vertraut, was wiederum umgekehrt bedeutet, dass sie mir beides ist, also heimatlich unheimlich. Freudlos war sie, hart und kinderfeindlich. Bis ins Mark hinein judenkinderfeindlich." Ruth Klüger

Unterpunkte anzeigen Ab 1. November 2013: Filmdokument "Zersplitterte Nacht"

Filmdokument "Zersplitterte Nacht"

Emilie, die Musterschülerin, und Tom, der Rebell, schaffen ihre Geschichtematura nur, wenn sie mit ihrer Lehrerin Dr. Springer den Mord an Ing. Richard Berger, dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, der in der „Pogromnacht 1938“ in Innsbruck grausam getötet wurde, rekonstruieren.

Tom hat aber keine Lust, sich mit dieser “Nazischeiße” zu beschäftigen, während Emilie unbedingt ein „sehr gut“ will. So reist Emilie nach Israel und interviewt Abi Bauer (geb. 1919), Erika Shomrony (geb. 1918) und Abraham Gafni (geb. 1928). ZeitzeugInnen, welche die 1930er-Jahre in Innsbruck erlebt haben. Besonders beeindruckt sie das Gespräch mit Richard Benson, dem Enkelsohn des ermordeten Ing. Richard Berger. Als Gegenpol zu den ZeitzeugInneninterviews erschafft Tom den Charakter Werner, der es bei den Nazis unbedingt zu etwas bringen will.

ZeitzeugInneninterviews und Spielszenen schildern die dramatischen Entscheidungen von Ing. Richard Berger und seiner Frau Grete, die zuerst versuchen, sich aus der Politik herauszuhalten. Aber die antisemitische Politik der Nazis lässt das nicht zu. Vor allem dann nicht, als sich Richard Berger dafür entscheidet, Verantwortung für die jüdische Gemeinde zu übernehmen. Jetzt fürchtet Grete um ihre Familie. Sie will Tirol verlassen. Aber Richard Berger will die Alten und Hilflosen nicht im Stich lassen. So entwickelt sich das Schicksal von Richard Berger und seiner Familie unweigerlich auf die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zu.

Weitere Informationen und Ausstrahlungsdaten: www.avgproduktion.com

Unterpunkte anzeigen Ab 1. November 2013: Quellen Novemberpogrome 1938 - online frei zugänglich

Archivquellen zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938 - online frei zugänglich

Zu den Ereignissen des November 1938 sind in den Archiven nur sehr wenige zeitgenössische Ton- und Filmdokumente erhalten. Die wenigen Originalquellen sind zudem in den meisten Fällen in einem Propaganda-Kontext entstanden und reflektieren die Ereignisse aus der Sicht des NS-Staates. Erhalten sind aber auch die Erzählungen jener, die flüchten konnten und jener, die den nachfolgenden Krieg und die Vernichtungslager des Dritten Reiches überlebten.

Ihre Erinnerungen sind persönliche Zeugnisse von einem der dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte. Diese Erzählungen, die im Rahmen von Oral-History-Interviews aufgezeichnet wurden, füllen eine Lücke in der Geschichtsschreibung und sind eine unabdingbare Ergänzung für die historische Beschäftigung mit den Ereignissen des Novembers 1938. Auch die Politik der Erinnerung und die historische Aufarbeitung selbst haben eine Geschichte, die in historischen Medienquellen reflektiert wird.

Die Österreichische Mediathek archiviert viele dieser historischen O-Töne und stellt sie online in Form von Ausstellungen, aber auch als Quellmaterial für Recherchen, bereit. Anlässlich des 75‑jährigen Gedenkens an die Novemberpogrome stellt die Mediathek eine Auswahl dieser historischen Audioquellen zum Nachhören zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.oesterreich-am-wort.at/playlist/action/single/playlist/878/

Unterpunkte anzeigen 1. November 2013: Gedenken an die Opfer des Faschismus, Salzburg

Gedenken an die Opfer des Faschismus

Salzburger Kommunalfriedhof, Mahnmal für die Opfer des Faschismus, 9:00 Uhr. Gneiser Straße 8, Salzburg

Am 1. November erinnern die Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen jährlich an jene SalzburgerInnen, die unter Einsatz ihres Lebens gegen die faschistische Unterdrückung kämpften. Anlässlich des 75. Jahrestags des Novemberpogroms rücken heuer jene Opfer in den Vordergrund, deren Synagogen und Bethäuser zerstört und deren Geschäfte und Wohnungen geplündert und beschlagnahmt wurden. Für die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier sorgt der Eisenbahnermusikverein.

Weitere Informationen: www.freiheitskaempfer-salzburg.at, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Gedenkstätte für Opfer der Gestapo, Wien

Hotel Metropole Gedenkstätte Salztorgasse

Gedenkstätte für die Opfer der Gestapo Wien, 16:00 Uhr, 1010 Wien, Salztorgasse 6 (Eingang zur Ausstellung)

Bis 1938 befand sich am Morzinplatz 5 das luxuriöse Hotel „Metropole”. Nach dem „Anschluss” Österreichs an NS-Deutschland wurde das Hotel beschlagnahmt und Sitz der Gestapo-Leitstelle Wien. Knapp vor Kriegsende wurde das Gebäude durch Bomben fast völlig zerstört, nach dem Krieg durch einen modernen Zweckbau ersetzt. 1968 wurde an jener Stelle (Salztorgasse 6), an der sich der Lieferanteneingang des Hotels befunden hatte und durch den nach dem „Anschluss” die Verhafteten zu den Verhören geführt wurden, ein „Gedenkraum für die Opfer des österreichischen Freiheitskampfes” errichtet.

Nach einer umfassenden Renovierung wurde dieser 2011 mit einer Ausstellung über Opfer und Täter der Gestapo ergänzt. In dieser wird nicht nur an die hier inhaftierten WiderstandskämpferInnen und an die anderen von der Gestapo verfolgten Menschen erinnert, sondern es werden auch historische Informationen über die Gestapo, deren Organisation, MitarbeiterInnen, Arbeitsweise etc. vermittelt.

Führung: Dr.in Elisabeth Klamper, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands in Kooperation mit dem Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung.

Anmeldung und Information: http://vhs.at/jife

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Mascha Kaléko - vertriebene Großstadtdichterin, Wien

Mascha Kaléko Verse und Prosa einer vertriebenen Großstadtdichterin

Festsaal der Bezirksvorstehung Wieden, 19:00 Uhr, 1040 Wien, Favoritenstraße 18

Mit ihren Gedichten um den Alltag ist sie bekannt geworden. Ihre Lyrik ist geprägt und lebt von Charme und Melancholie, politisch-satirischer Schärfe und pointierter Sprachkunst. Mascha Kaléko, 1907 in einem galizischen „Schtetl“ der Donaumonarchie als Tochter eines Russen und einer Österreicherin jüdischer Herkunft geboren, wanderte 1914 mit ihrer Familie nach Deutschland aus. 1933 erschien erstmals „Das lyrische Stenogrammbuch“, zwei Jahre später „Kleines Lesebuch für Große“. 1938 musste Mascha Kaléko mit ihrem zweiten Ehemann und ihrem Sohn Deutschland verlassen.

In Kooperation mit dem „Ersten Wiener Lesetheater – Frauen lesen Frauen“ lädt die Bezirksvorstehung Wieden zu dieser außergewöhnlichen Literaturveranstaltung ein. Es lesen: Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elisabeth Kron, Angelika Raubek, Hilde Schmölzer.

Weitere Informationen: www.wien.gv.at/bezirke/wieden, www.lesetheater.at, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Gewalt in Worten, Wien

Jura Soyfer im Alsergrund: Gewalt in Worten

Festsaal der Bezirksvertretung Alsergrund, 19:00 Uhr, 1090 Wien, Währingerstraße 43

Am 4. November 2013 werden im Festsaal der Bezirksvertretung Alsergrund die Ausstellung „Polyphonie der Sprachen. Jura Soyfer im Alsergrund“ sowie die Soyfer-Veranstaltungen für die Zeit bis zum 27. November 2013 eröffnet. Eröffnungsrednerin ist Bezirksvorsteherin Martina Malyar. Die Performance gestalten Maren Rahmann und Herbert Arlt.

Die Ausstellung „Polyphonie der Sprachen. Sprachliche Gewalt, Antisemitismus, Rassismus, November-Pogrom“, die am 21. Oktober erstmals präsentiert wird, wird für den Alsergrund adaptiert. Ausgehend vom Grundgedanken, dass die Basis des November-Pogroms nationalistische sowie rassistische Sprach- und Kulturtheorien waren, wird spezifisch anhand der Biographie und des Werkes von Jura Soyfer gezeigt, wie das Leben einer Familie durch Pogrome erschüttert wird, wie Jura Soyfer mit 26 Jahren am 16. Februar 1939 im Konzentrationslager Buchenwald ums Leben kommt.

Der Alsergrund hatte in diesem Kontext für Jura Soyfer Bedeutung als Wohnort und als Ort der Aufführung seiner Theaterstücke, aber auch als Ort seiner Inhaftierung durch die austrofaschistische Polizei im November 1937. Im Kontext der Ausländerfeindlichkeit und des Antisemitismus werden auch Gewerbeakte zu Geschäften seines Vaters präsentiert.

Weitere Informationen: www.soyfer.at/deutsch/veranstaltungen.htm

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Antisemitismus und katholische Kirche, Wien

Das Wachsen des Antisemitismus in der Ersten Republik und die Rolle der katholischen Kirche

Kardinal König Archiv, 18:00 Uhr, 1010 Wien, Wollzeile 2

Antisemitismus fiel nicht vom Himmel, es ist ein stetiger Aufstieg des Themas, das Ende des 19. und im 20. Jahrhundert mehr und mehr das gesellschaftliche Klima vergiftete. Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl zeichnet viele Facetten dieser Entwicklung nach und spricht über die Rolle der katholischen Kirche in diesem Prozess. Der Journalist Hubert Gaisbauer stellt das Wirken von Angelo Roncalli als apostolischer Nuntius in Istanbul vor, der sich um die Rettung von Jüdinnen und Juden verdient gemacht hat. Das Kardinal König-Archiv im erzbischöflichen Palais ist nahe dem Ort, an dem Kardinal Theodor Innitzer die „Hilfsstelle für nicht arische Katholiken“ eingerichtet hatte.

Referentin: Dr.in Annemarie Fenzl, Historikerin, Leiterin des Archivs der Erzdiözese Wien
Referent: Dr. Hubert Gaisbauer, Journalist, Autor

Anmeldung erforderlich bis 31.Oktober: info@christenundjuden.org.
Veranstalter: Kardinal König-Archiv in Kooperation mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Weitere Informationen: www.christenundjuden.org, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Flucht, Verfolgung und Vertreibung, Wien

Flucht, Verfolgung und Vertreibung: 75 Jahre Novemberpogrome

business.academy.donaustadt, 1230 Wien, Polgarstraße 24

Anlässlich des 75. Jahrestages der Novemberpogrome wird an der business academy donaustadt schwerpunktmäßig das Thema Flucht, Verfolgung und Vertreibung behandelt. In den Gegenständen Deutsch, Geschichte und internationale Wirtschafts- und Kulturräume haben die Lernenden Gelegenheit, mehrere Aspekte des Themas zu bearbeiten, die von persönlich-biografischen bis zu kulturell-künstlerischen Annäherungen gehen. Abgesehen von der Behandlung des Themas im Regelunterricht und im offenen Lernen sind folgende Aktivitäten geplant (geschlossene Veranstaltungen):

  • Gespräche mit einem Zeitzeugen und einer Zeitzeugin: Prof. Rudolf Gelbard „Der Mann am Balkon” und Prof.in Mag.a Juanita Kaiser „Vertriebene Juden und Jüdinnen im spanischen Bürgerkrieg”.
  • Exkursion nach Steyr: Führung „Das jüdische Steyr” von Prof. Mag. Karl Ransmaier, Besuch von Steyr-Münichholz und des Stollens sowie des Museums Arbeitswelt „Die Gerechten: Courage ist eine Frage der Entscheidung”.

Die Ergebnisse des Projekts werden von den Lernenden in einem elektronischen Portfolio gesammelt, das über die Schulhomepage zur Verfügung gestellt wird: www.bhakwien22.at

Unterpunkte anzeigen 4. November 2013: Lebenswege vertriebener Jüdinnen und Juden, Graz

Buchpräsentation mit Lesung: Lebenswege und Erinnerungen vertriebener Jüdinnen und Juden

Literaturhaus Graz, 10:00 Uhr, Elisabethstraße 30, Graz

Im Zentrum des Buches der Grazer Historikerin Victoria Kumar stehen über 30 lebensgeschichtliche Erzählungen von Jüdinnen und Juden, die ihren Lebensmittelpunkt bis 1938 in Graz hatten. Neben den individuellen Erfahrungen vor und nach dem „Anschluss“ werden in dem Buch aber auch biographische Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten aufgezeigt. Jüdisches Leben in Graz bis 1938, die Zäsur und die Folgen des „Anschlusses“ sowie Vertreibung, Emigration und Exil werden anhand der vorgestellten Lebensläufe und Schicksale – eingebettet in den historischen Bezugsrahmen – nachvollziehbar gemacht.

Weitere Informationen: www.clio-graz.net, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 5. Nov. 2013 - 27. Jän. 2014: Der Holocaust in Europa - Gedenkausstellung, Wien

Der Holocaust in Europa: Gedenkausstellung

Theater Nestroyhof Hamakom, Mo. – Fr., 10 – 17 Uhr, 1020 Wien, Nestroyplatz 1

Aus Anlass des 75. Gedenktages an das Novemberpogrom wird die Ausstellung „Die Geschichte der Shoah in Europa“ im Theater Nestroyhof Hamakom gezeigt. Der vom renommierten "Memorial de la Shoah" in Paris zusammengestellte Teil der Ausstellung vermittelt die Geschichte der Vernichtung des europäischen Judentums von den Anfängen des rassistischen Antisemitismus bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Ergänzend dazu haben MitarbeiterInnen des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eine ausführliche Darstellung dieser Entwicklungen in Österreich erarbeitet. Auf diese Weise werden Zusammenhänge, Unterschiede und Parallelen der österreichischen Geschichte der Shoah mit der gesamt-europäischen verdeutlicht. Ausstellung und Katalog richten sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, sollen aber auch ein breiteres Publikum ansprechen.

Anmeldung für Gruppen oder Schulklassen zu Führungen: office@gedenkdienst.at
Veranstalter: BMUKK/erinnern.at.

Weitere Informationen: www.erinnern.at, Eintritt frei

Bis 27. Januar 2014, dem Internationalen Holocaust Gedenktag der UNO, erhalten Schülerinnen und Schüler sowie Studierende an Pädagogischen Hochschulen die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Versuche gegen die Barbarei, Wien

Versuche gegen die Barbarei. Unterstützung für „rassisch“ Verfolgte in den katholischen Gemeinden St. Leopold und St. Johannes Nepomuk während der NS-Zeit

Röm. kath. Gemeinde St. Johannes Nepomuk, Nepomuksaal, 19:00 Uhr, 1020 Wien, Rotensterngasse 33-35

Unter Pfarrer Arnold Dolezal in St. Nepomuk sowie Pfarrer Alexander Poch in St. Leopold fanden „rassisch“ Verfolgte Unterstützung in den katholischen Gemeinden der Leopoldstadt. Susanne Bassler, Elisabeth Springer und Gerhard Baader erzählen von ihren Erlebnissen als Kinder in St. Nepomuk, Ruth Steiner liest aus den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter Therese Lindenberg.

Diese Erfahrungen helfen, uns den Ereignissen von 1938 anzunähern und sie zu verstehen. Obwohl diese Hilfeleistungen durchaus missionarisch motiviert waren, sollte man nicht übersehen, welche Bedeutung menschliche Gesten und materielle Hilfe für die Betroffenen selbst hatten. Moderation: Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Veranstalterin: Katholisches Bildungswerk St. Nepomuk, in Kooperation mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der VHS Wien/Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Weitere Informationen:www.christenundjuden.org, Eintritt: Spenden erbeten

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Die Schwedische Mission in der Seegasse, Wien

Die Schwedische Mission in der Seegasse

Evang. Akademie Wien, 19:00 Uhr, Albert Schweitzer-Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstr. 13

Die Schwedische Israelmission, die in der Zwischenkriegszeit in der Seegasse 16 ansässig war und eng mit der evangelischen Kirche in Wien zusammenarbeitete, wurde damals – insbesondere seitens der jüdischen Orthodoxie – wegen ihrer Missionstätigkeit nicht zu Unrecht als Angriff auf den Bestand der jüdischen Gemeinde gesehen.

Dessen ungeachtet bewährte sich diese Institution während der Judenverfolgung in der NS-Zeit: Unbürokratisch konnte sie mehr als 3.000 Jüdinnen und Juden – getauften, aber auch ungetauften – zur Auswanderung verhelfen und sie damit vor Deportation und Vernichtung retten. Die Räumlichkeiten der Mission dienten als Auswanderungsbüro, Wohnungsamt, Mittagstisch und Zufluchtstätte für Verfolgte. Ständige Auseinandersetzungen mit der Gestapo führten schließlich 1941 zur Sperre.

Veranstalterin: Evangelische Akademie Wien im Rahmen der Bedenkwoche Mechaje hametim.

Weitere Informationen: www.christenundjuden.org. Bitte Lichtbildausweis mitnehmen.

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Lesung aus Akten des Volksgerichts 1945 - 1955, Wien

Lesung aus den Akten des Volksgerichts 1945 bis 1955 - Wiener Stadt- und Landesarchiv und Wiener Vorlesungen

Festsaal im Alten Rathaus, 18:00 Uhr, 1010 Wien, Wipplingerstraße 8

Die Ahndung der Verbrechen des Nationalsozialismus im Rahmen der Volksgerichtsbarkeit in den Jahren 1945 bis 1955 ist sowohl ein Spiegel der Verbrechen 1938 bis 1945 als auch des Umgangs mit den Täterinnen und Tätern in der Nachkriegszeit. Aus den im Wiener Stadt- und Landesarchiv archivierten Volksgerichtsakten zum Thema Novemberpogrom 1938 wurden für diese Veranstaltung fünf Verfahren ausgewählt.

In einer Lesung aus den Akten kommen die damals handelnden Personen nochmals zu Wort. Dabei entsteht ein schockierendes Bild der Ereignisse am 10. November 1938 in der Erinnerung der Nachkriegszeit. Aber nicht so sehr das Geschehen im Novemberpogrom selbst, sondern die Beziehungen zwischen Täterinnen und Tätern zu den Opfern sowie ausgewählte Profile von Tätern und Täterinnen werden sichtbar.

In den Verfahren wurden nur wenige jüdische Überlebende gehört, die schwer traumatisiert ihre Aussage meist aus dem Exil schriftlich deponierten. Einige waren zurückgekehrt oder hatten als „U-Boot” überlebt und konnten persönlich Zeugnis ablegen. Doch auch die Vielzahl an Mitläuferinnen und Mitläufern, Zuschauerinnen und Zuschauern zu jener Zeit sagten aus – oft zugunsten der Beklagten – oder flüchteten sich in Erinnerungslücken.

Weitere Informationen: www.archiv.wien.at, Eintritt frei

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Jüdische Zukunft bilden - Gedenkveranstaltung, Wien

Jüdische Zukunft bilden – Gedenkveranstaltung am JBBZ

JBBZ, 9:00 – 16:00 Uhr, 1200 Wien, Adalbert-Stifter-Straße 14 – 18

Das Jüdische Berufliche Bildungszentrum möchte anlässlich der Gedenkfeier zum Novemberpogrom nicht nur an die schrecklichen Ereignisse vor 75 Jahren erinnern, sondern auch zeigen, wie lebendig die jüdische Gemeinde Wiens ist und welchen Beitrag das JBBZ dazu leistet!

Im Rahmen eines multiperspektivischen Workshops setzen sich unsere jugendlichen Auszubildenden gemeinsam mit ihren MitschülerInnen aus den Berufsschulen mit den Geschehnissen des November 1938 auseinander. Sie bekommen die Möglichkeit des Austauschs mit ZeitzeugInnen, die die Schrecken der Shoah durchleben mussten, und können sich mit allen Fragen zum Thema Judentum an speziell dafür eingeladene Mitglieder der IKG Wien wenden. Wir sind da – wir sind lebendig! Unter diesem Motto blicken wir wieder auf das Vergessen, auf ein schändliches Kapitel der österreichischen Geschichte zurück und zeigen, dass das jüdische Wien lebt und dass jüdische Zukunft in Wien auch weiterhin gebildet wird!

Die Teilnahme an der Veranstaltung erfolgt mittels Einladung.

Weitere Informationen: www.archiv.wien.at, Eintritt frei, bitte Lichtbildausweis mitnehmen.

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Polyphonie der Sprachen - Ausstellung, Wien

Polyphonie der Sprachen: Jura Soyfer im Bezirk Neubau - Ausstellung

Bezirksvorstehung Neubau, Festsaal, Hermanngasse 24-26, 1070 Wien
Eröffnung 5. November 2013, 19:00 Uhr. Dauer der Ausstelung 5. Nov. – 21. Dez. 2013

Der 7. Wiener Gemeindebezirk spielt beim Weg in den Tod von Jura Soyfer (1912-1939) eine besondere Rolle. Jura Soyfer wurde in der Lindengasse 41/11 von der austrofaschistischen Polizei verhaftet. Bei dieser Verhaftung wurde unter anderem ein Koffer mit seinen Manuskripten beschlagnahmt. Viele dieser Texte wurden bis heute nicht wieder aufgefunden. Diese Festnahme diente der Gestapo in Vorarlberg im März 1938 - als Soyfer beim Versuch, über die Berge in die rettende Schweiz zu gelangen, verhaftet wurde - als Grund für die Deportation ins Konzentrationslager Dachau.

Dem November-Pogrom folgte der Transport in das Konzentrationslager Buchenwald, wo aufgrund der hygienischen Bedingungen das erste Massensterben von Häftlingen stattfand und auch Jura Soyfer am 16. Februar 1939 mit 26 Jahren ums Leben kam.

Programm: Begrüßung: Ursula Berner, Vorsitzende der Kulturkommission Performance zum Leben und Werk Jura Soyfers; Maren Rahmann: Vertonung der Soyfer-Lieder, Gesang, Ziehharmonika, Rezitation; Herbert Arlt: Erzählungen zu Leben, Werk, Geschichte und Aktualität sowie Präsentation von Bildern; Eröffnung der Ausstellung durch Bezirksvorsteher Mag. Thomas Blimlinger.

Weitere Informationen: www.soyfer.at

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Gedenk-Wanderung durch das Zentrum von Floridsdorf, Wien

„75 Jahre Novemberpogrom“ – Floridsdorf gedenkt!
Auf den Spuren der jüdischen Gemeinde Floridsdorfs Gedenk-Wanderung durch das Zentrum des 21. Bezirks

Beginn: 16:00 Uhr, Joseph-Samuel-Bloch-Park (Hoßplatz), 1210 Wien

Bei dem im Jahr 2002 benannten Joseph-Samuel-Bloch-Park (auf dem Hoßplatz) werden von 16:00 bis 16:30 Uhr zwei „Steine der Erinnerung“ enthüllt - einer für die verfolgten Jüdinnen und Juden Floridsdorfs.

Im Anschluss daran, von 16:30 bis 18:00 Uhr, wird Mag. Gerhard Jordan (Historiker), über das Wirken von Rabbiner Joseph Samuel Bloch und anderen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Floridsdorfs bei einer Gedenk-Wanderung vom Bloch-Park über die Freytaggasse (Standort der ehemaligen Synagoge) zum Bezirkszentrum (Floridsdorfer Haupstraße/Am Spitz, vor 1938 Standort zahlreicher Geschäfte mit jüdischen EigentümerInnen) berichten. Auf dem Platz vor dem Amtshaus wird es um ca. 18:00 Uhr eine Schlußkundgebung aller TeilnehmerInnen plus VertreterInnen des Bezirkes sowie der jüdischen Kultusgemeinde (angefragt) geben.

Weitere Informationen: ilse.fitzbauer@gmx.at

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Zur Geschichte Raoul Wallenbergs, Linz

So viele Menschen retten wie möglich. Zur Geschichte Raoul Wallenbergs

Wissensturm Veranstaltungssaal E09, 19:00 Uhr, Kärntnerstraße 26, Linz

Der 9. November 1938 war der bis dahin gewalttätigste staatsterroristische Akt der Nationalsozialisten auf dem Weg zum Holocaust. Im Holocaust wurde dann dieser, von den Nazis als „Reichskristallnacht“ bezeichnete Massengewaltakt nochmals „perfektioniert“ und der administrativ-industrielle Massenmord an den Jüdinnen und Juden auf andere europäische Staaten ausgeweitet. In Ungarn stellte sich 1944 der schwedischer Diplomat Raoul Wallenberg der Deportation der Budapester Jüdinnen und Juden entgegen.

Besonders mit der Ära des Nationalsozialismus verknüpft sich auch die Frage nach der Verantwortung für historisches Unrecht. Gründe und Grenzen moralischer Verantwortung und der Wiedergutmachung vergangenen Unrechts.

Christoph Gann, Frankfurt, in Zusammenarbeit mit dem Pensionistenverband Oberösterreich; Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Österreichisch-Israelische Gesellschaft; Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Marcus Gräser

Weitere Informationen: www.wissensturm.at, scwt@mag.linz.at

Unterpunkte anzeigen 5. November 2013: Jüdische Menschen in Innsbruck - Stadtführungen, Innsbruck

Wie lebten sie? Jüdische Menschen in Innsbruck

Goldenes Dachl, 17:00 – 18:00 Uhr, Herzog-Friedrich-Straße 15, Innsbruck

Sie waren ImmigrantInnen. Die Männer waren Hoflieferanten, Geschäftsleute, Fabrikanten und Politiker. Sie bereicherten als Bürger die Stadt und belebten mit ihren Familien Innsbruck. Die jüdische Gemeinde war Teil der Stadt. Jüdische Menschen wurden toleriert und verfolgt. Jahrzehnte vor dem Nationalsozialismus erlebten sie den Antisemitismus. In der Pogromnacht wurden in Innsbruck wichtige Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde ermordet und ein Weiterleben in der Stadt unmöglich. Was erzählen uns Häuser im Zentrum Innsbrucks über das Leben jüdischer Menschen?

Begleiten Sie die StadtführerInnen bei dieser Spurensuche. Veranstalter: erinnern.at in Kooperation mit StadtführerInnen. Kontaktperson: Univ.-Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber, Andreas-Hofer-Straße 25, Innsbruck, Telefon: 0512/251087.

Weitere Informationen: www.erinnern.at, www.stadtfuehrerinnen.at