Parlament Österreich

 

 

 

 

Stenographisches Protokoll

 

 

 

 

 

27. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich

 

XXVI. Gesetzgebungsperiode

 

Montag, 11. Juni 2018

 

 


Stenographisches Protokoll

27. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich

XXVI. Gesetzgebungsperiode                   Montag, 11. Juni 2018

Dauer der Sitzung

                                      Montag, 11. Juni 2018:    9.01 –    9.06 Uhr

                                                                            12.01 –  14.54 Uhr

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Ergänzte Tagesordnung

Wahl einer Ordnerin/eines Ordners

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Inhalt

Nationalrat

Mandatsverzicht des Abgeordneten Dr. Peter Kolba ................................................. 22

Angelobung des Abgeordneten Dr. Peter Pilz ............................................................ 22

Wahl einer Ordnerin/eines Ordners ............................................................................... 25

Wahlergebnis:

Ordnerin: Dr. Alma Zadić, LL.M. .................................................................................. 25

Personalien

Verhinderungen .............................................................................................................. 22

Ordnungsruf ................................................................................................................... 77

Geschäftsbehandlung

Unterbrechung der Sitzung .......................................................................................... 26

Bundesregierung

Vertretungsschreiben ..................................................................................................... 22

Ausschüsse

Zuweisungen .................................................................................................................. 23

Dringliche Anfrage

der Abgeordneten Kai Jan Krainer, Dr. Stephanie Krisper, Dr. Alma Zadić, LL.M., Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend „Innen­minister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“ (1003/J) ............................................................... 26

Begründung: Kai Jan Krainer ....................................................................................... 32

Bundesminister Herbert Kickl .................................................................................... 35

Debatte:

Dr. Johannes Jarolim .................................................................................................. 43

Werner Amon, MBA ..............................................................................................  45, 80

Dr. Walter Rosenkranz ................................................................................................. 47

Mag. Andreas Schieder (tatsächliche Berichtigung) ................................................... 49

Mag. Dr. Matthias Strolz .............................................................................................. 50

Dr. Peter Pilz ................................................................................................................. 52

Angela Lueger .............................................................................................................. 54

Mag. Johanna Jachs .................................................................................................... 56

Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. ................................................................................. 57

Dr. Stephanie Krisper .................................................................................................. 58

Dr. Alma Zadić, LL.M. .................................................................................................. 60

Sabine Schatz ............................................................................................................... 63

Nikolaus Prinz ............................................................................................................... 64

Hans-Jörg Jenewein, MA ............................................................................................ 65

Bundesminister Herbert Kickl .................................................................................... 67

Dr. Irmgard Griss ......................................................................................................... 70

Gabriel Obernosterer ................................................................................................... 72

Mag. Günther Kumpitsch ............................................................................................ 73

Dr. Nikolaus Scherak, MA ........................................................................................... 73

Mag. Jörg Leichtfried ................................................................................................... 76

Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Einbindung von Parlament, Rechtsschutzbeauftragten und Rechnungshof bei einer Reform des BVT“ – Ablehnung ................................................................................................................  75, 81

Entschließungsantrag (Misstrauensantrag) der Abgeordneten Kai Jan Krai­ner, Dr. Stephanie Krisper, Dr. Alma Zadić, LL.M., Kolleginnen und Kollegen betreffend „Versagen des Vertrauens gegenüber dem Bundesminister für Inne­res“ gemäß Art. 74 Abs. 1 B-VG – Ablehnung ..................  78, 81

Eingebracht wurden

Bürgerinitiative ............................................................................................................ 23

Bürgerinitiative betreffend „Wohnen darf nicht arm machen!“ (Ordnungsnum­mer 46)

Regierungsvorlagen ................................................................................................... 23

153: Erklärung über den Zeitpunkt der Wirksamkeit für den Informationsaustausch nach der Mehrseitigen Vereinbarung zwischen den zuständigen Behörden über den Austausch länderbezogener Berichte gemäß Art. 28 Abs. 6 letzter Satz des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen in der Fas­sung des am 1. Juni 2011 in Kraft getretenen Protokolls

154: Erklärung über den Zeitpunkt der Wirksamkeit für den Informationsaustausch nach der Mehrseitigen Vereinbarung zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten gemäß Art. 28 Abs. 6 letzter Satz des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen in der Fassung des am 1. Juni 2011 in Kraft getretenen Proto­kolls

164: Bundesgesetz, mit dem das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Be­amten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, das Arbeitsvertragsrechts-An­passungsgesetz und das Betriebspensionsgesetz geändert werden

Berichte ......................................................................................................................... 23

Vorlage 17 BA: Bericht über die wirkungsorientierte Folgenabschätzung 2017 ge­mäß § 68 Abs. 5 BHG 2013 iVm § 6 Wirkungscontrollingverordnung; BM f. öffent­lichen Dienst und Sport

Vorlage 18 BA: Bericht über die Entwicklung des Bundeshaushaltes von Jänner bis April 2018; BM f. Finanzen

Vorlage 19 BA: Bericht gemäß § 67 Abs. 4 BHG 2013 über die Ergebnisse des Beteiligungs- und Finanzcontrolling zum Stichtag 31. März 2018; BM f. Finanzen

III-143: Jahresbericht 2017 der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte; BM f. Verkehr, Innovation und Technologie

III-144: Bericht betreffend Nationale Anti-Doping Agentur Austria GmbH – Reihe BUND 2018/30; Rechnungshof

III-145: Stenographisches Protokoll der parlamentarischen Enquete zum Thema „Mission2030 – Die Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesre­gierung“

III-146: Bericht betreffend Jahresbericht 2016 und Jahresbericht 2017 des ERP-Fonds, den Corporate Governance-Bericht 2017 sowie das ERP-Jahrespro­gramm 2018; Bundesregierung

III-147: Jahresbericht 2017 des ORF gemäß § 7 ORF-Gesetz; BM f. EU, Kunst, Kultur und Medien

III-148: Bericht betreffend das Nationale Reformprogramm Österreich 2018; Bun­desregierung

III-149: Bericht betreffend Qualitätssicherung der Gemeindehaushaltsdaten – Rei­he BUND 2018/31; Rechnungshof

III-151: Tätigkeitsbericht 2017 der Energie-Control Austria; BM f. Nachhaltigkeit und Tourismus

III-152: Österreichischer Forschungs- und Technologiebericht 2018; BM f. Bil­dung, Wissenschaft und Forschung und BM f. Verkehr, Innovation und Techno­logie

III-153: Tätigkeitsbericht 2017 der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditie­rung Austria; BM f. Bildung, Wissenschaft und Forschung

III-154: Bericht des Qualitätssicherungsrates für Pädagoginnen- und Pädagogen­bildung (Berichtszeitraum 2017); BM f. Bildung, Wissenschaft und Forschung

III-155: Tätigkeitsbericht des Verfassungsgerichtshofes für das Jahr 2017; BM f. Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz

III-156: Bericht in Entsprechung der Entschließung des Nationalrates vom 28. Ap­ril 2016 betreffend Sicherstellung der Wirksamkeit der neuen Opferschutzbestim­mungen, Nr. 141/E XXV. GP; BM f. Inneres

Unterrichtung gemäß Art. 50 Abs. 5 B-VG ................................................................. 25

Aufnahme von Verhandlungen über eine Revision des Abkommens zwischen der Republik Österreich und der Republik Usbekistan zur Vermeidung der Doppelbe­steuerung und zur Verhinderung der Steuerumgehung auf dem Gebiete der Steu­ern vom Einkommen und vom Vermögen

Antrag der Abgeordneten

Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend Einbindung von Parla­ment, Rechtsschutzbeauftragten und Rechnungshof bei einer Reform des BVT (269/A)(E)

Zurückgezogen wurde der Antrag der Abgeordneten

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz geändert wird (235/A) (Zu 235/A)

Anfragen der Abgeordneten

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend Situation der Neuen Selbständigen (854/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Mehrfachversicherte in den So­zialversicherungen (855/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend Verkauf von Hanfprodukten (856/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Verkauf von Hanfprodukten (857/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend Infostand der Identitären in Linz (858/J)

Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Falltiere (859/J)

Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend Falltiere (860/J)

Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Afrikanische Schwei­nepest (861/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend Smart Meter und das Opt-Out (862/J)

Hermann Gahr, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesverteidi­gung betreffend Anstieg der untauglichen Wehrpflichtigen in Österreich (863/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifi­kationen komplexer Gesetzesmaterien (864/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (865/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (866/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltig­keit und Tourismus betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (867/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesver­teidigung betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (868/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesma­terien (869/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (870/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzes­materien (871/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (872/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifikatio­nen komplexer Gesetzesmaterien (873/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisie­rung und Wirtschaftsstandort betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifi­kationen komplexer Gesetzesmaterien (874/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend not­wendige und/oder beabsichtigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (875/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend notwendige und/oder beabsichtigte Neukodifi­kationen komplexer Gesetzesmaterien (876/J)

Dr. Peter Wittmann, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend notwendige und/oder beabsich­tigte Neukodifikationen komplexer Gesetzesmaterien (877/J)

Angela Lueger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betref­fend Unstimmigkeiten bei Asylverfahren (878/J)

Angela Lueger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Dublin-Rückführungen von Österreich nach Ungarn (879/J)

Angela Lueger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betref­fend Dublin-Rückführungen von Österreich nach Ungarn (880/J)

Petra Bayr, MA MLS, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres betreffend das Umsetzen der Empfehlungen des OECD DAC Mid-Term Reviews (881/J)

Dr. Johannes Jarolim, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfas­sung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Causa um steirischen Arzt: Wenn Opfer plötzlich wie Täter behandelt werden (882/J)

Ing. Maurice Androsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Erlassung einer Tierschutz-Sonderhaltungsverordnung (883/J)

Ing. Maurice Androsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend tierschutzrelevante Aspekte einer „berittenen Polizei“ (884/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport betreffend Inserate des Bundesministeriums in rechten Zeitschriften (885/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesverteidi­gung betreffend Inserate des Bundesministeriums in rechten Zeitschriften (886/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integra­tion und Äußeres betreffend Inserate des Bundesministeriums in rechten Zeitschriften (887/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innova­tion und Technologie betreffend Inserate des Bundesministeriums in rechten Zeitschrif­ten (888/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Inserate des Bundesministeriums in rechten Zeitschriften (889/J)

Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betref­fend Inserate des Innenministeriums in extrem rechten, antisemitischen Publikationen (890/J)

Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Di­gitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend „Botanischer Garten Schönbrunn“ (891/J)

Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend „Botanischer Garten Schönbrunn“ (892/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend „Weiterfinanzierung der Zusammenarbeit zwischen Frauenhäusern und der Polizeigrundausbildung“ (893/J)

Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Sozia­les, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Rücklagen der Sozialversiche­rungsträger, der Gebietskrankenkassen und der AUVA (894/J)

Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminis­ter für Inneres betreffend das Auftreten der Polizei bei behaupteten Zwischenfällen während der Abhaltung eines Infostandes am 25. April 2018 in Linz sowie die folgen­den Meldungen und die Berichterstattung in den Medien (895/J)

Mag. Friedrich Ofenauer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Ver­fassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Ermittlungsverfahren im Zu­sammenhang mit der Sachverhaltsdarstellung vom 6. April 2016 betreffend Zinsswap­geschäfte der Stadt St. Pölten mit der Raiffeisen Landesbank NÖ Wien AG (896/J)

Mag. Dr. Klaus Uwe Feichtinger, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend Zurückgehaltene Veröffentlichung der Stu­die „Energie- und Treibhausgas-Szenarien im Hinblick auf 2030 und 2050“ (897/J)

Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfas­sung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Unterhaltsvorschuss und Kinder­armut (898/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Re­formen, Deregulierung und Justiz betreffend ausständiger Erlass des BMI im Zusam­menhang mit Misshandlungsvorwürfen gegenüber der Polizei (899/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betref­fend ausständiger Erlass im Zusammenhang mit Misshandlungsvorwürfen gegenüber der Polizei (900/J)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Sozia­les, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend multiresistente Erreger (901/J)

Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltig­keit und Tourismus betreffend Nitratbelastung im österreichischen Grundwasser und in Lebensmitteln (902/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen be­treffend den Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über Kreditdienstleister, Kreditkäufer und die Verwertung von Sicherheiten (903/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Ra­tes zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 810/2009 über einen Visakodex der Ge­meinschaft (Visakodex) (904/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parla­ments und des Rates zur Festlegung eines Mehrjahresplans für die Fischbestände in den westlichen Gewässern und angrenzenden Gewässern und für Fischereien, die die­se Bestände befischen, zur Änderung der Verordnung (EU) 2016/1139 zur Festlegung eines Mehrjahresplans für die Ostsee und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 811/2004, (EG) Nr. 2166/2005, (EG) Nr. 388/2006, (EG) Nr. 509/2007 und (EG) Nr. 1300/2008 (905/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend den Vorschlag für einen Be­schluss des Rates über den im Gemeinsamen EWR-Ausschuss zu vertretenden Stand­punkt der Europäischen Union zur Änderung von Protokoll 31 zum EWR-Abkommen über die Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen außerhalb der vier Freiheiten (Haus­haltslinie 04 03 01 03 – Soziale Sicherheit) (906/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen be­treffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates über den im Namen der Euro­päischen Union im Gemeinsamen EWR-Ausschuss zu vertretenden Standpunkt zur Änderung von Protokoll 31 zum EWR-Abkommen über die Zusammenarbeit in be­stimmten Bereichen außerhalb der vier Freiheiten (Haushaltslinie 12 02 01: Umsetzung und Entwicklung des Binnenmarkts für Finanzdienstleistungen) (907/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesvertei­digung betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates über den im Namen der Europäischen Union im Gemeinsamen EWR-Ausschuss zur Änderung von Proto­koll 31 zum EWR-Abkommen zu vertretenden Standpunkt (Vorbereitende Maßnahme der Union im Bereich Verteidigungsforschung) (908/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend den Vorschlag für eine Verordnung des Europäi­schen Parlaments und des Rates über die Anwendung von Schutzklauseln und ande­ren Mechanismen für die vorübergehende Rücknahme von im Rahmen bestimmter Ab­kommen zwischen der Europäischen Union und bestimmten Drittländern vereinbarten Präferenzen (909/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur andererseits (910/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Sozia­les, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend den Vorschlag für einen Be­schluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzab­kommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur andererseits (911/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, In­novation und Technologie betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singa­pur andererseits (912/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitglied­staaten einerseits und der Republik Singapur andererseits (913/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Ab­schluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Euro­päischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur ande­rerseits (914/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen be­treffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unter­zeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur andererseits (915/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Ab­schluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Euro­päischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur ande­rerseits (916/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, In­tegration und Äußeres betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singapur andererseits (917/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Investitionsschutzabkommens zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Republik Singa­pur andererseits (918/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäi­schen Union und der Republik Singapur (919/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen be­treffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unter­zeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Re­publik Singapur (920/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Republik Singapur (921/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Inno­vation und Technologie betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäi­schen Union und der Republik Singapur (922/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Sozia­les, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Abschluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwi­schen der Europäischen Union und der Republik Singapur (923/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Ab­schluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäi­schen Union und der Republik Singapur (924/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates zum Ab­schluss und zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäi­schen Union und der Republik Singapur (925/J)

Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend den Vorschlag für einen Beschluss des Rates über den Abschluss und Unter­zeichnung des Abkommens zwischen der Europäischen Union und der Föderativen Republik Brasilien zur Änderung des Abkommens zwischen der Europäischen Union und der Föderativen Republik Brasilien über die Befreiung der Inhaber gewöhnlicher Reisepässe, Inhaber von Diplomatenpässen, Dienstpässen und sonstigen amtlichen Pässen von der Visumpflicht bei kurzfristigen Aufenthalten (926/J)

Dr. Irmgard Griss, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Maßnahmen gegen Radikalisierung im Strafvollzug: Beschäftigung und Betreuung von Strafgefangenen sowie Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen (927/J)

Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend internationale Kooperation des ORF (928/J)

Rudolf Plessl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesverteidi­gung betreffend Grundlage der Schaffung von „Sicherheitsinseln“ (929/J)

Rudolf Plessl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Kompetenzübertragung bei Rückführungen vom Innenministerium an NÖ-Landesrat Wald­häusl (930/J)

Kai Jan Krainer, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Fami­lien und Jugend betreffend geprüfte Modelle zur Indexierung der Familienbeihilfe (931/J)

Kai Jan Krainer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend Budget­vollzug 2018 einzelner Konten der UG 10 Bundeskanzleramt (932/J)

Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Fa­milien und Jugend betreffend Familienzeitbonus (933/J)

Dr. Irmgard Griss, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Umgang des Ministeriums mit Hinwei­sen auf Scheingutachten im Zuge von „Therapie statt Strafe“ (934/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Verbandsbeiträge der SV-Trä­ger (935/J)

Dr. Alma Zadić, LL.M., Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Abschiebungen und Rückführungen (936/J)

Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisie­rung und Wirtschaftsstandort betreffend Auswirkungen der Indexierung der Familien­beihilfe auf die österreichische Außenwirtschaft (937/J)

Dr. Walter Rosenkranz, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Mietverhältnisse des AMS (938/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für öf­fentlichen Dienst und Sport betreffend Kosten für die neuen Logos der Bundesregie­rung (939/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betref­fend Kosten für die neuen Logos der Bundesregierung (940/J)

Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für In­neres betreffend Schulungen im Bereich der Gewaltprävention an Polizeischulen (941/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend Bahninfrastruktur in Vorarlberg (942/J)

Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend „Jubiläumszuwendungen“ (943/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Pensionskonto: Durch­schnittliche Pensionskontogutschriften (944/J)

Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Personal, Kontrolldichte und Bearbeitungsdauer der Sozialversicherungsträger (945/J)

Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend Parkchaos am Bahnhof Jenbach/Tirol (946/J)

Mag. Karin Greiner, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhal­tigkeit und Tourismus betreffend Neophyten und invasive Pflanzen (947/J)

Mag. Dr. Matthias Strolz, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bil­dung, Wissenschaft und Forschung betreffend Aufhebung obsoleter und redundanter Erlässe (948/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend Ausstattung für Zoll-Angelegenheiten und Aufgaben der Zollämter (949/J)

Mag. Bruno Rossmann, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finan­zen betreffend Unterstützung von Pendlerinnen und Pendlern (950/J)

Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend „Jubiläumszulage für Museumsdirektorin“ (951/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisie­rung und Wirtschaftsstandort betreffend „Förderung unternehmerischer Innovation mit hohem Risiko“ (952/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Verstöße gegen das Ju­gendschutzgesetz (953/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz (954/J)

Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres betreffend Wissensstand und Maßnahmen des BMEIA bezüglich des möglicherweise vom serbischen Außenministerium in Auftrag gegebe­nen Interviews mit Vizekanzler Strache (955/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend „Offene Fragen zur 5G- und Breitband-Strate­gie für Österreich“ (956/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, In­novation und Technologie betreffend „Offene Fragen zur 5G- und Breitband-Strategie für Österreich“ (957/J)

Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend angekündigte Maß­nahmen zur Verbesserung des NichtraucherInnenschutzes (958/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Krankenkassen: Überall Selbst­behalte (959/J)

Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend betreffend 100 zusätzliche Plätze für von Gewalt betrof­fene Frauen (960/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Inno­vation und Technologie betreffend Ausweitung der Prüfzuständigkeit der Volksanwalt­schaft auf ausgelagerte Rechtsträger analog zu jener des Rechnungshofes (961/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Inno­vation und Technologie betreffend Änderung der Zählweise bei der Kinderbeförderung in Omnibussen im Kraftfahrlinienverkehr (962/J)

Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Inno­vation und Technologie betreffend Kosten für ärztliche Gutachten im Zuge der Verlän­gerung befristeter Lenkberechtigungen chronisch kranker Menschen (963/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend „struk­turiertes Datenmanagement des Bundes“ (964/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bun­des“ (965/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (966/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (967/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Finanzen betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (968/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (969/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres be­treffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (970/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesver­teidigung betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (971/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltig­keit und Tourismus betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (972/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (973/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (974/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend „strukturiertes Datenmanagement des Bundes“ (975/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Digitalisie­rung und Wirtschaftsstandort betreffend „Digital Identity & strukturiertes Datenmanage­ment des Bundes“ (976/J)

Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, So­ziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend „strukturiertes Datenmanage­ment des Bundes & eHealth“ (977/J)

Walter Bacher, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Re­formen, Deregulierung und Justiz betreffend mögliches EU-Verfahren wegen mangeln­der Umsetzung der Datenschutz Grundverordnung in Österreich sowie bedenkliches antieuropäisches Verständnis dieser Bundesregierung (978/J)

Angela Lueger, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betref­fend Arbeitsplatz- und Ausrüstungssituation der Wiener Polizei (979/J)

Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend betreffend Unterstützung einer Charityaktion von „aktion leben“ (980/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend SV-Reform: „Gleiche Leis­tung für gleiche Beiträge, aber nur im gleichen Träger“ (981/J)

Dr. Alfred J. Noll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend das Datenschutzgesetz idF BGBl. I Nr. 24/2018 (982/J)

Dr. Alfred J. Noll, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betreffend den OSZE-Endbericht zu den vorgezogenen Nationalratswahlen vom 15. Oktober 2017 und die Umsetzung der Empfehlungen aus diesem Bericht (983/J)

Dr. Alfred J. Noll, Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend betreffend die Zahlung von Förde­rungen an den Österreichischen Pennäler Ring (ÖPR) (984/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Versichertenverhältnisse von „Grenzgänger_innen“ in der österreichischen SV (985/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inne­res betreffend Kosten für das EU-Ratstreffen in Innsbruck (986/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Ar­beit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz betreffend Studien, die vom BMASGK in Auftrag gegeben wurden (987/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundeskanzler betref­fend Studien, die vom BKA in Auftrag gegeben wurden (988/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Bil­dung, Wissenschaft und Forschung betreffend Studien, die vom BMBWF in Auftrag ge­geben wurden (989/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Eu­ropa, Integration und Äußeres betreffend Studien, die vom BMEIA in Auftrag gegeben wurden (990/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Di­gitalisierung und Wirtschaftsstandort betreffend Studien, die vom BMDW in Auftrag ge­geben wurden (991/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien betreffend Studien, die vom BMEKKM in Auftrag gegeben wurden (992/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Fi­nanzen betreffend Studien, die vom BMF in Auftrag gegeben wurden (993/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für In­neres betreffend Studien, die vom BMI in Auftrag gegeben wurden (994/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Lan­desverteidigung betreffend Studien, die vom BMLV in Auftrag gegeben wurden (995/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus betreffend Studien, die vom BMNT in Auftrag gegeben wurden (996/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Ver­fassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Studien, die vom BMVRDJ in Auftrag gegeben wurden (997/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport betreffend Studien, die vom BMÖDS in Auftrag gegeben wurden (998/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Ver­kehr, Innovation und Technologie betreffend Studien, die vom BMVIT in Auftrag gege­ben wurden (999/J)

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Ver­fassung, Reformen, Deregulierung und Justiz betreffend Konsequenzen des Facebook Datenskandals (1000/J)

Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Landesverteidigung betreffend Mittel des BMLV für FPÖ-Parteiwerbung (1001/J)

Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie betreffend Arbeitsbesuch der Schweizer Verkehrsministe­rin Doris Leuthard am 02.05.2018 (1002/J)

Kai Jan Krainer, Dr. Stephanie Krisper, Dr. Alma Zadić, LL.M., Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend „Innenminister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“ (1003/J)

*****

Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen an den Präsidenten des Natio­nalrates betreffend Umfang und Kosten der Tätigkeit von Giuseppe Rizzo im Rahmen des Gedenkjahres 2018 (7/JPR)

Anfragebeantwortungen

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen (509/AB zu 513/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (510/AB zu 526/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen (511/AB zu 515/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kolle­gen (512/AB zu 520/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (513/AB zu 528/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Petra Wimmer, Kolleginnen und Kollegen (514/AB zu 514/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (515/AB zu 509/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeord­neten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (516/AB zu 556/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (517/AB zu 562/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (518/AB zu 547/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Johannes Jarolim, Kolleginnen und Kollegen (519/AB zu 541/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Karl Mahrer, BA, Kolleginnen und Kollegen (520/AB zu 535/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (521/AB zu 542/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (522/AB zu 531/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen (523/AB zu 518/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordne­ten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (524/AB zu 534/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Doug­las Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (525/AB zu 511/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Doug­las Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (526/AB zu 516/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (527/AB zu 508/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Petra Bayr, MA MLS, Kolleginnen und Kollegen (528/AB zu 525/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Christian Kova­cevic, Kolleginnen und Kollegen (529/AB zu 567/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Irmgard Griss, Kolleginnen und Kollegen (530/AB zu 512/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (531/AB zu 523/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kolle­gen (532/AB zu 544/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (533/AB zu 522/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holz­leitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (534/AB zu 532/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holz­leitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (535/AB zu 529/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holz­leitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (536/AB zu 527/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Ga­mon MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (537/AB zu 510/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (538/AB zu 557/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (539/AB zu 555/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holz­leitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (540/AB zu 533/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Doris Margreiter, Kolleginnen und Kollegen (541/AB zu 538/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (542/AB zu 549/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (543/AB zu 566/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (544/AB zu 565/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (545/AB zu 564/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Nurten Yılmaz, Kolleginnen und Kollegen (546/AB zu 552/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (547/AB zu 539/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (548/AB zu 576/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Sche­rak, MA, Kolleginnen und Kollegen (549/AB zu 584/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (550/AB zu 554/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen (551/AB zu 551/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen (552/AB zu 550/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Johannes Jarolim, Kolleginnen und Kollegen (553/AB zu 540/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (554/AB zu 563/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeordne­ten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (555/AB zu 573/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordne­ten Walter Bacher, Kolleginnen und Kollegen (556/AB zu 543/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordne­ten Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kollegen (557/AB zu 545/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen (558/AB zu 537/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Elisabeth Feichtinger, BEd BEd, Kolleginnen und Kollegen (559/AB zu 546/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Bruno Rossmann, Kolle­ginnen und Kollegen (560/AB zu 548/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (561/AB zu 553/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (562/AB zu 559/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (563/AB zu 558/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loa­cker, Kolleginnen und Kollegen (564/AB zu 536/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Philip Kucher, Kolleginnen und Kollegen (565/AB zu 560/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Ni­kolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (566/AB zu 571/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Ab­geordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (567/AB zu 583/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (568/AB zu 575/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (569/AB zu 579/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (570/AB zu 581/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (571/AB zu 580/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (572/AB zu 577/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (573/AB zu 572/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (574/AB zu 582/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kollegen (575/AB zu 578/J)

des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Ab­geordneten Dr. Johannes Jarolim, Kolleginnen und Kollegen (576/AB zu 595/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (577/AB zu 585/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (578/AB zu 587/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (579/AB zu 589/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (580/AB zu 586/J)

des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Ab­geordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (581/AB zu 590/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (582/AB zu 588/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Alfred J. Noll, Kolleginnen und Kollegen (583/AB zu 591/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (584/AB zu 592/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (585/AB zu 593/J)

des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Abge­ordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (586/AB zu 606/J)

des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Ab­geordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (587/AB zu 598/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Dr. Johannes Jarolim, Kolleginnen und Kollegen (588/AB zu 594/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf
die Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (589/AB zu 596/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf
die Anfrage der Abgeordneten Mario Lindner, Kolleginnen und Kollegen (590/AB zu 601/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Ste­phanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (591/AB zu 626/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Mario Lindner, Kolleginnen und Kollegen (592/AB zu 602/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kollegen (593/AB zu 597/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Mario Lindner, Kolleginnen und Kollegen (594/AB zu 600/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Mario Lindner, Kolleginnen und Kollegen (595/AB zu 603/J)

des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie auf die Anfrage der Ab­geordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (596/AB zu 614/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Mario Lindner, Kolleginnen und Kollegen (597/AB zu 604/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen (598/AB zu 599/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kollegin­nen und Kollegen (599/AB zu 608/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen (600/AB zu 605/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (601/AB zu 624/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeord­neten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (602/AB zu 619/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (603/AB zu 607/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (604/AB zu 621/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeord­neten Douglas Hoyos-Trauttmansdorff, Kolleginnen und Kollegen (605/AB zu 629/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann, Kolleginnen und Kollegen (606/AB zu 611/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (607/AB zu 613/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kolle­gen (608/AB zu 616/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (609/AB zu 618/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (610/AB zu 617/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (611/AB zu 628/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (612/AB zu 623/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Johannes Jarolim, Kolle­ginnen und Kollegen (613/AB zu 609/J)

des Bundeskanzlers auf die Anfrage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kollegin­nen und Kollegen (614/AB zu 622/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (615/AB zu 627/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (616/AB zu 625/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann, Kolleginnen und Kollegen (617/AB zu 612/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (618/AB zu 615/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen (619/AB zu 610/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Stephanie Cox, BA, Kolleginnen und Kollegen (620/AB zu 620/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (621/AB zu 630/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeordne­ten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (622/AB zu 635/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Ga­mon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (623/AB zu 644/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (624/AB zu 641/J)

des Bundesministers für EU, Kunst, Kultur und Medien im EU, Kunst, Kultur und Me­dien auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (625/AB zu 637/J)

der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend im Frauen, Familien und Ju­gend auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (626/AB zu 643/J)

der Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (627/AB zu 633/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeord­neten Dr. Peter Kolba, Kolleginnen und Kollegen (628/AB zu 631/J)

der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Jörg Leichtfried, Kolleginnen und Kollegen (629/AB zu 655/J)

des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Mag. Jörg Leicht­fried, Kolleginnen und Kollegen (630/AB zu 656/J)

des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage der Ab­geordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (631/AB zu 638/J)

des Bundesministers für Landesverteidigung auf die Anfrage der Abgeordneten Clau­dia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (632/AB zu 645/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordne­ten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (633/AB zu 634/J)

der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auf die Anfrage der Abgeordne­ten Josef Schellhorn, Kolleginnen und Kollegen (634/AB zu 646/J)

des Bundesministers für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz auf die An­frage der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (635/AB zu 636/J)

des Bundesministers für öffentlichen Dienst und Sport auf die Anfrage der Abgeord­neten Mag. Jörg Leichtfried, Kolleginnen und Kollegen (636/AB zu 651/J)

des Bundesministers für Finanzen auf die Anfrage der Abgeordneten Claudia Ga­mon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (637/AB zu 640/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Mag. Muna Duzdar, Kolleginnen und Kollegen (638/AB zu 632/J)

der Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres auf die Anfrage der Abge­ordneten Claudia Gamon, MSc (WU), Kolleginnen und Kollegen (639/AB zu 639/J)


 

09.01.22Beginn der Sitzung: 9.01 Uhr

Vorsitzende: Präsident Mag. Wolfgang Sobotka, Zweite Präsidentin Doris Bures.

*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Abgeordnete, ich darf Sie recht herzlich begrüßen, auch die Besucher auf der Galerie, und die 27. Sitzung des Nationalrates, die aufgrund eines ausreichend unterstützten Verlangens gemäß § 46 Abs. 7 des Geschäftsordnungsgesetzes einberufen wurde, er­öffnen.

Die Amtlichen Protokolle der 23. und der 24. Sitzung vom 16. Mai 2018 sowie der 25. und der 26. Sitzung vom 17. Mai 2018 sind in der Parlamentsdirektion aufgelegen und wurden nicht beanstandet.

Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich, Mag. Mar­tin Engelberg, Peter Haubner, Mag. Stefan Schnöll, Mag. Michaela Steinacker, Wolf­gang Katzian, Josef Muchitsch, Dr. Reinhard Eugen Bösch, Marlene Svazek, BA, Josef Schellhorn und Dr. Alfred Noll.

09.02.08Mandatsverzicht und Angelobung


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Von der Bundeswahlbehörde ist die Mitteilung ein­gelangt, dass Herr Abgeordneter Dr. Peter Kolba auf sein Mandat verzichtet hat und Herr Dr. Peter Pilz in den Nationalrat berufen wurde.

Da der Wahlschein vorliegt und der Genannte im Haus anwesend ist, werde ich so­gleich seine Angelobung vornehmen.

Nach der Verlesung der Gelöbnisformel durch die Schriftführung wird der Mandatar sei­ne Angelobung mit den Worten „Ich gelobe“ zu leisten haben.

Ich ersuche nunmehr den Schriftführer, Herrn Abgeordneten Zanger, um die Verlesung der Gelöbnisformel. (Die weiblichen Abgeordneten von ÖVP, SPÖ, FPÖ und NEOS mit Ausnahme der Abgeordneten Bures und Doppelbauer verlassen den Saal. – Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und FPÖ.)


9.03.15

Schriftführer Wolfgang Zanger|: „Sie werden geloben unverbrüchliche Treue der Re­publik Österreich, stete und volle Beobachtung der Verfassungsgesetze und aller an­deren Gesetze und gewissenhafte Erfüllung Ihrer Pflichten.“


9.03.38

Abgeordneter Dr. Peter Pilz (PILZ)|: Ich gelobe.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Ich danke und darf den Herrn Abgeordneten in der Mitte der Nationalräte begrüßen.

09.03.40Vertretung von Mitgliedern der Bundesregierung

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Für den heutigen Sitzungstag hat das Bundes­kanzleramt über die Vertretung von Mitgliedern der Bundesregierung folgende Mittei­lung gemacht:

Bundeskanzler Sebastian Kurz wird durch Vizekanzler Heinz-Christian Strache vertreten.

Ferner gebe ich die Vertretung von Mitgliedern der Bundesregierung, welche sich in ei­nem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union aufhalten, wie folgt bekannt:

Die Außenministerin Dr. Karin Kneissl wird durch den Bundesminister für Landesver­teidigung Mario Kunasek und die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß durch die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Dr. Margarete Schramböck vertreten.

09.04.14Einlauf und Zuweisungen


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Hinsichtlich der eingelangten Verhandlungsge­genstände und deren Zuweisung verweise ich gemäß § 23 Abs. 4 der Geschäftsord­nung auf die im Sitzungssaal verteilte Mitteilung.

Die schriftliche Mitteilung hat folgenden Wortlaut:

A. Eingelangte Verhandlungsgegenstände:

1. Schriftliche Anfragen: 854/J bis 1003/J

Schriftliche Anfrage an den Präsidenten des Nationalrates: 7/JPR

2. Anfragebeantwortungen: 509/AB bis 639/AB

3. Regierungsvorlage:

Bundesgesetz, mit dem das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz, das Beamten-Kran­ken- und Unfallversicherungsgesetz, das Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz und das Betriebspensionsgesetz geändert werden (164 d.B.)

4. Anträge:

Zurückziehung: Zu 235/A

B. Zuweisungen:

1. Zuweisungen seit der letzten Sitzung gemäß §§ 31d Abs. 5a, 32a Abs. 4, 74d Abs. 2, 74f Abs. 3, 80 Abs. 1, 100 Abs. 4, 100b Abs. 1 und 100c Abs. 1:

Budgetausschuss:

Bericht über die wirkungsorientierte Folgenabschätzung 2017 gemäß § 68 Abs. 5
BHG 2013 iVm § 6 Wirkungscontrollingverordnung, vorgelegt vom Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport (Vorlage 17 BA)

Bericht des Bundesministers für Finanzen über die Entwicklung des Bundeshaushaltes von Jänner bis April 2018 (Vorlage 18 BA)

Bericht des Bundesministers für Finanzen gemäß § 67 Abs. 4 BHG 2013 über die Er­gebnisse des Beteiligungs- und Finanzcontrolling zum Stichtag 31. März 2018 (Vorla-
ge 19 BA)

Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen:

Bürgerinitiative Nr. 46 betreffend „Wohnen darf nicht arm machen!“

2. Zuweisungen in dieser Sitzung:

a) zur Vorberatung:

Finanzausschuss:

Erklärung über den Zeitpunkt der Wirksamkeit für den Informationsaustausch nach der Mehrseitigen Vereinbarung zwischen den zuständigen Behörden über den Austausch länderbezogener Berichte gemäß Art. 28 Abs. 6 letzter Satz des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen in der Fassung des am 1. Juni 2011 in Kraft getretenen Protokolls (153 d.B.)

Erklärung über den Zeitpunkt der Wirksamkeit für den Informationsaustausch nach der Mehrseitigen Vereinbarung zwischen den zuständigen Behörden über den automati­schen Austausch von Informationen über Finanzkonten gemäß Art. 28 Abs. 6 letzter Satz des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen in der Fas­sung des am 1. Juni 2011 in Kraft getretenen Protokolls (154 d.B.)

Rechnungshofausschuss:

Bericht des Rechnungshofes betreffend Nationale Anti-Doping Agentur Austria GmbH – Reihe BUND 2018/30 (III-144 d.B.)

Bericht des Rechnungshofes betreffend Qualitätssicherung der Gemeindehaushaltsda­ten – Reihe BUND 2018/31 (III-149 d.B.)

Umweltausschuss:

Stenographisches Protokoll der parlamentarischen Enquete zum Thema "Mission2030 – Die Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung" (III-145 d.B.)

b) zur Enderledigung im Sinne des § 28b GOG (vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung des Ausschusses):

Budgetausschuss:

Bericht der Bundesregierung betreffend das Nationale Reformprogramm Österreich 2018 (III-148 d.B.)

Ausschuss für Forschung, Innovation und Digitalisierung:

Österreichischer Forschungs- und Technologiebericht 2018, vorgelegt vom Bundesmi­nister für Bildung, Wissenschaft und Forschung und vom Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie (III-152 d.B.)

Justizausschuss:

Bericht in Entsprechung der Entschließung des Nationalrates vom 28. April 2016 be­treffend Sicherstellung der Wirksamkeit der neuen Opferschutzbestimmungen, Nr. 141/E XXV. GP, vorgelegt vom Bundesminister für Inneres (III-156 d.B.)

Verfassungsausschuss:

Jahresbericht 2017 des ORF gemäß § 7 ORF-Gesetz, vorgelegt vom Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien (III-147 d.B.)

Tätigkeitsbericht des Verfassungsgerichtshofes für das Jahr 2017, vorgelegt vom Bun­desminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz (III-155 d.B.)

Verkehrsausschuss:

Jahresbericht 2017 der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte, vorgelegt vom Bun­desminister für Verkehr, Innovation und Technologie (III-143 d.B.)

Ausschuss für Wirtschaft, Industrie und Energie:

Bericht der Bundesregierung betreffend Jahresbericht 2016 und Jahresbericht 2017 des ERP-Fonds, den Corporate Governance-Bericht 2017 sowie das ERP-Jahrespro­gramm 2018 (III-146 d.B.)

Tätigkeitsbericht 2017 der Energie-Control Austria, vorgelegt von der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus (III-151 d.B.)

Wissenschaftsausschuss:

Tätigkeitsbericht 2017 der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria, vorgelegt vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung (III-153 d.B.)

Bericht des Qualitätssicherungsrates für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung (Be­richtszeitraum 2017), vorgelegt vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und For­schung (III-154 d.B.)

C. Unterrichtung gemäß Art. 50 Abs. 5 B-VG:

Aufnahme von Verhandlungen über eine Revision des Abkommens zwischen der Re­publik Österreich und der Republik Usbekistan zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerumgehung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkom­men und vom Vermögen

*****

09.04.24Ankündigung einer Dringlichen Anfrage


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Die Abgeordneten Krainer, Krisper, Zadić, Kolle­ginnen und Kollegen haben das Verlangen gestellt, die am Beginn der Sitzung einge­brachte schriftliche Anfrage 1003/J der Abgeordneten Krainer, Krisper, Zadić, Kollegin­nen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend „Innenminister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“ dringlich zu behan­deln.

Gemäß der Geschäftsordnung wird der Aufruf der Dringlichen Anfrage frühestens 3 Stun­den nach Eingang in die Tagesordnung, also um circa 12 Uhr, erfolgen.

*****

Ich gebe bekannt, dass diese Sitzung von ORF 2 von 12 bis 13 Uhr und von ORF III in voller Länge übertragen wird.

Wir gehen nun in die Tagesordnung ein.

09.05.01Wahl einer Ordnerin/eines Ordners


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Wir gelangen zur Wahl einer Ordnerin/eines Ord­ners. Aufgrund des Funktionsverzichts des Abgeordneten Zinggl ist die Wahl einer Ord­nerin/eines Ordners vorzunehmen; der Vorschlag der Liste Pilz lautet auf Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M.

Da nur ein Wahlvorschlag vorliegt, werde ich im Sinne des § 87 Abs. 7 in Verbindung mit § 66 Abs. 1 der Geschäftsordnung hierüber nicht mit Stimmzetteln, sondern durch Erheben von den Sitzen abstimmen lassen. (Jene Abgeordneten, die zuvor den Saal verlassen haben, kehren wieder auf ihre Sitzplätze zurück.)

Wird gegen diese Abstimmungsmodalität ein Einwand erhoben? – Das ist nicht der Fall.

Wir gelangen nun zur Wahl.

Ich ersuche jene Damen und Herren, die für den Wahlvorschlag des Klubs der Liste Pilz sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist angenommen; somit ist Abge­ordnete Zadić zur Ordnerin gewählt.

Ich frage Sie, ob Sie die Wahl annehmen.


Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M. (PILZ)|: Ja.


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Danke schön.

Damit ist dieser Tagesordnungspunkt erledigt, die Tagesordnung ist erschöpft.

Ich unterbreche die Sitzung bis 12 Uhr, bis zum Aufruf der Dringlichen Anfrage.

09.06.01*****

(Die Sitzung wird um 9.06 Uhr unterbrochen und um 12.01 Uhr wieder aufge­nommen.)

*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Ich darf Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete, wiederum herzlich begrüßen. Ich darf die unterbrochene Sitzung wieder aufnehmen.

12.02.02Dringliche Anfrage

der Abgeordneten Kai Jan Krainer, Dr. Stephanie Krisper, Dr. Alma, Zadić, LL.M., Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Inneres betreffend „Innen­minister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“ (1003/J)


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Wir gelangen nunmehr zur dringlichen Behand­lung der schriftlichen Anfrage 1003/J. Da sie inzwischen allen Abgeordneten zugegan­gen ist, erübrigt sich eine Verlesung durch die Schriftführung.

Die Dringliche Anfrage hat folgenden Wortlaut:

„Bei der BVT-Hausdurchsuchung am 28. Februar 2018 sind, wie der „Falter“ berichtete, überaus sensible Daten beschlagnahmt und mitgenommen worden:

• Eine komplette Liste der Informanten und Informationsquellen des BVT (die soge­nannte ZQB-Datenbank)

• Der Inhalt des Kommunikationsnetzwerkes des BVT mit anderen befreundeten Si­cherheitsbehörden (das sogenannte „Netzwerk Neptun“). Dieses Netzwerk enthält u.a. Daten des deutschen Bundesnachrichtendienstes und

• 19 Gigabyte Daten aus der Extremismus-Abteilung, in der u.a. umfassend die Um­triebe der rechtsextremen Szene in Österreich beobachtet und dokumentiert wurden und werden

All diese hochsensiblen Daten hätten niemals das BVT verlassen dürfen.

Eine Aufstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BVTs inklusive der ver­deckten Ermittler befindet sich im staatsanwaltschaftlichen Akt. Des Weiteren befindet sich im staatsanwaltlichen Akt die Dokumentation der Hausdurchsuchungen. Darin finden sich zum Beispiel auch Privatadressen von wichtigen BVT-MitarbeiterInnen samt Grundrisse ihrer Wohnungen und Fotos ihrer Wohnungen.

Der staatsanwaltliche Akt unterliegt der Akteneinsicht. Das heißt, dass Beteiligte Ein­sicht in all diese hochsensiblen und teils höchst geheimen Daten nehmen können – ein Beteiligter ist aufgrund der Passaffäre Nordkorea. Diese Liste der MitarbeiterInnen des BVT, sowie die Dokumentation der Hausdurchsuchungen ist bereits in „falsche Hände“ (z.B. an JournalistInnen) geraten. Mittlerweile verbreiten sich Aktenteile unkontrolliert.

Das ist ein nachrichtendienstlicher und sicherheitspolitischer Super-Gau. Durch diese – von BM Kickl zu verantwortende – Vorgangsweise wird die Sicherheit in vielfältiger Weise massiv gefährdet:

• Die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher wird gefährdet, wenn ausländi­sche Nachrichtendienste nicht mehr mit Österreich zusammenarbeiten und damit die Terrorabwehr geschwächt wird.

• Es ist die Sicherheit der MitarbeiterInnen des BVT gefährdet, insbesondere die Si­cherheit von verdeckten Ermittlern, die mit ihren Klarnamen (!) angeführt sind und die nun einer Gefahr gegen Leib und Leben ausgesetzt sind.

• Informationsquellen und Informanten des BVT sind ab nun im besten Fall wertlos, im schlechtesten ebenfalls persönlich gefährdet.

• Die Leiterin des Referats für Extremismus im BVT sieht sich nicht mehr in der Lage ihrer Arbeit nachzugehen, sie sieht sich laut einer vom „Falter“ veröffentlichten E-Mail einer „Hetzjagd“ ausgesetzt. Sie wird von Rechtextremen gegen die sie ermittelt und von Dienstgeberseite (!) bedroht. Ihr wird nahegelegt in Pension zu gehen.

• Letztlich übernimmt Österreich in wenigen Wochen den EU-Vorsitz und muss dann die Sicherheit zahlreicher ausländischer Staats- und Regierungschefs gewährleisten, was vor diesem Hintergrund massiv erschwert wird.

Vor kurzem kündigte BM Kickl an, das BVT überhaupt zerschlagen und filetieren zu wollen. Eine Ankündigung, die ÖVP-Sicherheitssprecher Werner Amon folgenderma­ßen kommentierte: "Ich bin einigermaßen überrascht, dass der staunenden Öffentlich­keit jetzt mitgeteilt wird, dass die Struktur des Verfassungsschutzes nicht auf der Höhe der Zeit sei. Und das wenige Wochen vor Österreichs Übernahme der EU-Ratspräsi­dentschaft. Und dann wird auch noch hinzugefügt, dass es eh in einem Jahr eine schlagkräftige Struktur geben wird" (APA0540 vom 29.5.2018).

Dieser Ankündigung des Innenministers ging sein Versuch voraus, BVT-Leiter Peter Gridling zu suspendieren und durch einen ihm genehmen Leiter zu ersetzen. Das Bun­desverwaltungsgericht hat die Vorgangsweise des Innenministers für ungesetzlich er­klärt und hob sie auf. Selbiges in einem zweiten Fall. Wie das „Profil“ am 9.6. berich­tete, ließ Bundesminister Kickl am Tag nach der Aufhebung der Suspendierung Grid­lings sofort eine erneute Suspendierung prüfen.

Auf der Strecke bleibt bei dieser Vorgangsweise von BM Kickl die Sicherheit der Ös­terreicherinnen und Österreicher. In knapp sechs Monaten als Innenminister hat BM Kickl die Funktionsfähigkeit dieses Geheimdienstes aus parteipolitischen Gründen wei­testgehend zerstört.

Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für Inneres folgende

Anfrage

1. Wann haben sie Kenntnis darüber erlangt, dass sich eine Liste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BVT inklusive verdeckter ErmittlerInnen (mit Nennung ihrer Klar­namen) im staatsanwaltschaftlichen Akt befindet?

2. Wann haben Sie, Ihr Generalsekretär oder andere MitarbeiterInnen des BMI die In­formation der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter veranlasst?

3. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, damit diese Liste schnellstmöglich aus dem Akt entfernt wird?

4. Wurden Sie vom Justizminister informiert, ob sich diese Liste derzeit noch im staats­anwaltschaftlichen Akt befindet?

5. Wann haben Sie erfahren, dass diese Liste der MitarbeiterInnen des BVT in „falsche Hände“ (zB. an JournalistInnen) geraten ist?

6. Haben Sie eine Risikoanalyse darüber erstellen lassen, welche MitarbeiterInnen durch die bereits erfolgte unkontrollierbare Verbreitung dieser Liste besonders gefähr­det sind?

7. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um eben diese Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter zu schützen?

8. Haben Sie sich nach dem Wohlergehen der verdeckten Ermittler erkundigt? Wenn ja, wie?

9. Haben Sie oder Ihre MitarbeiterInnen im Vorfeld der Hausdurchsuchung die Staats­anwaltschaft darauf hingewiesen, dass im BVT sensible Daten nicht beschlagnahmt werden dürfen, wie etwa die „ZQB-Datenbank“ und das „Neptun Netzwerk“ sowie lau­fende Ermittlungen im Bereich des Rechtsextremismus?

a. Wenn ja, wann und welcher Form?

b. Wenn nein, warum nicht?

10. Wann haben sie Kenntnis darüber erlangt, dass die „ZQB-Datenbank“ beschlag­nahmt wurde?

a. Wann haben Sie die Information der betroffenen Quellen hinsichtlich der Beschlag­nahme ihrer Daten veranlasst?

b. Welche Maßnahmen haben Sie, ihr Generalsekretär oder andere MitarbeiterInnen gesetzt, um die unwiderrufliche Löschung dieser Daten bei der WKStA zu veranlassen?

c. Haben Sie eine Risikoanalyse darüber erstellen lassen, welche MitarbeiterInnen durch die bereits erfolgte unkontrollierbare Verbreitung dieser Liste besonders gefähr­det sind?

d. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um ebendiese Quellen zu schützen?

11. Nach Bekanntwerden der Tatsache, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst die Zusammenarbeit mit dem BVT überdenken wollte, sollte seine Informationen bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden sein, wurde dies von den zuständigen Stellen öffentlich verneint. Wurde nur die Öffentlichkeit falsch informiert oder erging auch an den BND selbst bzw. andere Partnerdienste eine falsche Information?

a. Wann haben sie Kenntnis darüber erlangt, dass das „Neptun- Netzwerk“ beschlag­nahmt wurde?

b. Wann haben Sie die Information der betroffenen Partnerdienste hinsichtlich der Be­schlagnahme ihrer Informationen veranlasst?

Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um die unwiderrufliche Löschung dieser In­formationen bei der WKStA zu veranlassen?

12. Wann haben Sie davon erfahren, dass gegen den ehemaligen Präsidialchef M.K. strafrechtliche Ermittlungen laufen?

a. Inwieweit wurde in weiterer Folge die Suspendierung K. geprüft?

13. Wann haben Sie davon erfahren, dass aufgrund der Vorwürfe im Konvolut gegen W. Z. strafrechtliche Ermittlungen laufen?

a. Haben Sie Z. suspendiert?

b. Wenn ja, wann?

c. Wenn nein, warum nicht?

14. Wann haben Sie von den laufenden Strafverfahren gegen Ihren Mitarbeiter GS Gold­gruber erfahren?

a. In wie weit wurde in weiterer Folge die Suspendierung Goldgrubers geprüft?

b. Weshalb erfolgte eine solche bis dato in diesem Fall – anders als bei Dir. Gridling und anderen Mitarbeitern des BVT – nicht?

c. Haben Sie hinsichtlich der laufenden Strafverfahren gegen Ihren Generalsekretär Gold­gruber bei der Staatsanwaltschaft bereits erhoben, ob neue Vorwürfe im Raum stehen, die eine Suspendierung Ihres Mitarbeiters auch aus Ihrer Sicht rechtfertigen würden?

d. Wenn ja: wann erfolgte dies und was war im Wesentlichen der Inhalt der Rückmel­dung(en) der Staatsanwaltschaft?

e. Wenn nein: warum erfolgte diese Nachfrage – obwohl medial in Zusammenhang mit Dir. Gridling als „üblich“ dargestellt – in diesem Fall nicht?

15. Wann haben Sie von den laufenden Strafverfahren gegen Ihren Kabinettsmitar­beiter Dr. Lett erfahren?

a. In wie weit wurde in weiterer Folge die Suspendierung Dr. Letts geprüft?

b. Weshalb erfolgte eine solche bis dato in diesem Fall – anders als bei Dir. Gridling und anderen Mitarbeitern des BVT – nicht?

c. Haben Sie hinsichtlich der laufenden Strafverfahren gegen Ihren Mitarbeiter Dr. Lett bei der Staatsanwaltschaft bereits erhoben, ob neue Vorwürfe im Raum stehen, die ei­ne Suspendierung Ihres Mitarbeiters auch aus Ihrer Sicht rechtfertigen würden?

d. Wenn ja: wann erfolgte dies und was war im Wesentlichen der Inhalt der Rück­meldung(en) der Staatsanwaltschaft?

e. Wenn nein: warum erfolgte diese Nachfrage – obwohl medial in Zusammenhang mit Dir. Gridling als „üblich“ dargestellt – in diesem Fall nicht?

16. Weshalb suspendierten Sie Dir. Gridling, obwohl § 112 BDG eine Suspendierung zwingend nur bei der Verhängung von Untersuchungshaft oder bei Anklageerhebung wegen gewisser Delikte, nicht aber wegen eines bloßen Ermittlungsverfahrens vor­sieht?

a. Wussten Sie, dass auch Ihr Haus zu den Vorwürfen aus dem Konvolut ermittelte und das BAK seine Zuständigkeit in diesem Zusammenhang verneinte?

b. Wenn ja, ab wann?

c. Wurden diese entlastenden Informationen der WKStA weitergegeben und wenn ja zu welchem Zeitpunkt?

d. Haben Sie fachkundige Beratung hinsichtlich der Rechtslage nach § 112 BDG in Be­zug auf die Suspendierung von Dir. Gridling hinzugezogen?

e. Wenn ja, welche?

f. Wenn nein, warum nicht?

17. Erfolgte die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Staatsanwältin zum Zwecke der Übergabe des „Konvoluts“ durch GS Goldgruber in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zustim­mung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie von wem davon erfahren?

18. Erfolgte die Vermittlung der ersten Zeugin an die WKStA durch GS Goldgruber bzw. Dr. Lett in Ihrem Auftrag?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie von wem davon erfahren?

19. Erfolgte die Vermittlung des zweiten Zeugen an die WKStA durch GS Goldgruber bzw. Dr. Lett in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zustimmung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie von wem davon erfahren?

20. Erfolgte die Vermittlung des dritten Zeugen an die WKStA durch Dr. Lett in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zustimmung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie von wem davon erfahren?

21. Erfolgte die Begleitung der beiden ersten Zeugen zur Einvernahme bei der WKStA als Vertrauensperson durch Ihren Kabinettsmitarbeiter Dr. Lett in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zustimmung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie vom wem davon erfahren?

22. Haben sich ZeugInnen beim ihrem Kabinett oder Generalsekretär selbstständig ge­meldet?

a. Wenn ja, wann bei wem?

23. Mit welchen Personen des BMI hatten die ersten beiden Zeugen jeweils in Zusam­menhang mit ihrer Aussage vor der WKStA wann Kontakt? Was war der Inhalt dieser Kontakte?

24. Wer sonst aus dem BMI hatte welchen Kontakt mit den ZeugInnen im Jänner und Februar 2018?

25. Erfolgte der gegenüber der WKStA gemachte Vorschlag, die Einsatztruppe „EGS“ für die Hausdurchsuchung auszuwählen, in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zustimmung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben Sie von wem davon erfahren?

26. Erfolgte die Teilnahme von Dr. Lett und GS Goldgruber an der Einsatzbesprechung betreffend Hausdurchsuchung am 27. Februar 2018 in Ihrem Auftrag oder mit Ihrer Zu­stimmung?

a. Wenn ja: zu welchem Zweck?

b. Wenn nein: wann haben sie von wem davon erfahren?

27. Wen informierte Herr Generalsekretär Goldgruber wann über die geplante Haus­durchsuchung, wen informierte er wann über die beabsichtigte Empfehlung der Beizie­hung der EGS an die WKStA und wen informierte er wann über die beschlossene Bei­ziehung der EGS durch die WKStA

28. Wann wurde Preiszler bzw. die EGS für ihren möglichen Einsatz durch wen das erste Mal kontaktiert?

29. Wann und in welcher Form wurde der Generalsekretär des BMVRDJ bzw. Justizmi­nister Moser von Seiten des BMI über die laufenden Ermittlungen bzw. das Zusam­menwirken von BMI und WKStA (insbesondere die Anzeige seitens GS Goldgruber im Jänner 2018 bzw. die Vermittlung von Zeugen im Februar 2018 sowie die Hausdurch­suchung im Februar 2018) in der Causa informiert und warum nicht eher?

30. Welche personellen und strukturellen Veränderungen haben Sie seit 28. Febru-
ar 2018 im BVT vorgenommen?

31. Wie definiert das Bundesministerium für Inneres den Begriff „normale Streifenad­justierung“?

a. Fällt die Mitnahme eines Rammbocks darunter?

32. Wann haben Sie davon Kenntnis erlangt, dass man in Ihrem Hause der Leiterin des Extremismusreferates die Pensionierung „nahegelegt“ hat?

a. Ist Ihnen bekannt, welcheR MitarbeiterIn ihres Hauses dafür verantwortlich ist?

b. Wenn nein, welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um dies auszuforschen?

c. Wenn ja, welche disziplinarrechtlichen bzw. dienstrechtlichen Folgen hat dies für die betreffende Person?

d. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um sicherzustellen, dass die ErmittlerInnen des BVT ihre Arbeit ordnungsgemäß fortsetzen können?

e. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, um ressortintern dem Bedrohen von Mitar­beiterInnen vorzubeugen und bestehende Fälle zu bekämpfen?

33. Hat das BVT jemals MitarbeiterInnen Ihres Kabinetts beobachtet bzw. gegen sie er­mittelt, auch bevor diese im Kabinett tätig waren?

34. Wie viele dieser Beobachtungen bzw. Ermittlungen fielen in den Aufgabenbereich des Extremismusreferats?

35. Wie stellen Sie sicher, dass diese Beobachtungen bzw. Ermittlungen ungestört wei­tergeführt werden können?

36. Wie stellen Sie sicher, dass diese MitarbeiterInnen keinen Zugriff und keinen Ein­fluss auf die Beobachtungen bzw. Ermittlungen und auf die ermittelnden Personen des BVT haben?

37. Hat das BVT seit 2013 gegen Bedienstete des Innenministeriums ermittelt, auch bevor diese im Innenministerium tätig waren? In wie vielen Fällen? In wie vielen Fällen wird noch ermittelt?

38. Wie viele dieser Ermittlungen fielen in den Aufgabenbereich des Extremismusre­ferats?

39. Wie stellen Sie sicher, dass diese Ermittlungen ungestört weitergeführt werden kön­nen?

40. Wie stellen Sie sicher, dass diese MitarbeiterInnen keinen Zugriff und keinen Ein­fluss auf die Ermittlungen und auf die ermittelnden Personen des BVT haben?

41. Gab es in Zusammenhang mit der von Ihrem Generalsekretär initiierten Haus­durchsuchung und den bekannten gravierenden Folgen Maßnahmen im BVT, um das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Ressortführung wiederherzustel­len?

a. Wenn ja, welche?

42. Gab es in Zusammenhang mit dem Widerstand innerhalb des BVT und den Schrei­ben von betroffenen Bediensteten Mitarbeitergespräche mit diesen Beamtinnen und Beamten?

43. Wurden seit Beginn Ihrer Ressortführung bereits neue MitarbeiterInnnen und Mitar­beiter im BVT aufgenommen?

44. Wenn ja, wie wurde dieses Personal für das neue BVT rekrutiert? Welche Qualifi­kationen müssen solche Personen aufweisen?

In formeller Hinsicht wird verlangt, diese Anfrage dringlich zu behandeln.“

*****


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Ich darf Herrn Abgeordnetem Krainer als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsord­nung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort erteilen.


12.02.23

Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ)|: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie sitzen heute hier, weil Sie Erschreckendes voll­bracht haben. Sie sind nicht einmal sechs Monate im Amt und haben es bereits ge­schafft, die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher zu gefährden. (Heiter­keit und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie sind nicht einmal sechs Monate im Amt und Sie haben es geschafft, die Sicherheit Ihrer Mitarbeiterinnen, Ihrer Mitarbeiter, der Poli­zistinnen und Polizisten zu gefährden. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Und Sie haben es geschafft, Österreich am Vorabend der Präsidentschaft in ganz Europa öf­fentlich zu blamieren – und das aufgrund von billigen parteitaktischen Überlegungen, näm­lich deswegen, weil Sie die Ermittlungen des BVT gegen Rechtsextreme in der FPÖ stoppen wollen. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie der Abg. Zadić– Heiterkeit bei der FPÖ.)

Sie haben parteipolitische Interessen vor die Sicherheitsinteressen der Österreicherin­nen und Österreicher und Ihrer eigenen Polizisten, Ihrer eigenen Mitarbeiter gestellt. (Ruf bei der FPÖ: Das sehen aber die Österreicher ...! – Abg. Höbart: Das ist ein Witz der Geschichte! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Viele Medien – das waren der „Falter“ (Abg. Belakowitsch: „Falter“, ja eh! – Abg. Zan­ger: Qualitätsmedium!), das „Profil“, „Der Standard“, der „Kurier“, die „Wiener Zeitung“, „Die Presse“ – haben in den letzten Wochen Unglaubliches zutage gefördert (Abg. Hö­bart: Die Arbeiterkammer wahrscheinlich auch!), was Sie in dieser Republik gemacht haben, was da passiert ist.

Das Erste – und da muss ich ein bisschen ausholen – ist, dass das BVT viele wichtige Aufgaben hat. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus (Abg. Rosen­kranz: Terrorismusbekämpfung!) soll zum Beispiel uns alle vor terroristischen Anschlä­gen - - (Abg. Rosenkranz: Nicht für Terrorismus! Terrorismusbekämpfung!) – Ja, die sol­len uns vor terroristischen Anschlägen beschützen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Wir alle hier wissen, die müssen, um das machen zu können, Folgendes tun: Sie müs­sen mit befreundeten Geheimdiensten in anderen Ländern zusammenarbeiten (Abg. Gudenus: Sapperlot! Wahnsinn!), denn sowohl Menschenschmuggel, Drogenschmug­gel, Waffenschmuggel als auch Terrorismus passieren international. (Ruf bei der FPÖ: ... was Neues!) Die Arbeit kann auch nur durch internationale Zusammenarbeit funktionieren. (Abg. Höbart: Danke für die Nachhilfestunde!) Dazu ist eines wichtig, nämlich das Vertrauen, das die Geheimdienste untereinander haben. (Zwischenruf des Abg. Gudenus.)

Das heißt, wenn uns zum Beispiel die Deutschen Informationen liefern, weil jemand, der in Deutschland lebt, nach Österreich kommt und hier andere Menschen trifft, dann müs­sen sie wissen, diese Information bleibt beim österreichischen Geheimdienst und ver­lässt nicht dessen Haus, bleibt dort geheim. Das hat folgenden Grund: Wenn das öf­fentlich wird, wenn es da Leaks gibt, gefährdet das die Sicherheit der Arbeit dieser an­deren Geheimdienste und vor allem auch die Sicherheit der Mitarbeiter dieser Geheim­dienste. (Abg. Höbart: Wie bekommt denn der „Falter“ gewisse Daten? Von Ihnen?)

Jetzt ist ein Super-GAU passiert: Diese Daten, die gesammelt werden, werden im BVT gespeichert, in eine Datenbank eingespielt. Das Ganze nennt sich Netzwerk Neptun. Wir erinnern uns alle, unmittelbar nach der Hausdurchsuchung haben Nachrichtendienste, zum Beispiel der bundesdeutsche, sofort angefragt: Sind von uns auch Daten be­schlagnahmt worden? Gleich mit dem Hinweis: Wenn das passiert ist, dann müssen wir unsere Zusammenarbeit überdenken! (Rufe bei der FPÖ: Woher wissen Sie das? Vom Chefredakteur vom „Falter“?!) Das offizielle Österreich hat gleich gesagt: Nein, es ist nichts beschlagnahmt worden!

Mittlerweile wissen wir: Diese Daten sind beschlagnahmt worden (Ruf bei der FPÖ: Woher? – Abg. Herbert: Weil sie auf externen Festplatten gespeichert waren!) – und nicht ein paar wenige, und nicht die Informationen von ein paar Tagen, von ein paar Wochen oder von ein paar Monaten. (Abg. Belakowitsch: Herr Klenk ...!) Alle Informa­tionen, die Österreich von befreundeten Geheimdiensten bekommen hat, von zumin­dest drei Jahren sind beschlagnahmt worden und haben das BVT verlassen. (Ruf bei der FPÖ: Was machen sensible Daten auf ...!) Das ist ein Super-GAU für die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österreicher. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der NEOS sowie des Abg. Noll.)

Herr Bundesminister, Sie tragen die politische Verantwortung dafür, dass unsere Poli­zistinnen und Polizisten jetzt taub sind (Heiterkeit bei der FPÖ), weil sie nicht mehr hören, was im Ausland passiert, weil sie die Informationen von befreundeten Geheim­diensten nicht mehr bekommen. (Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Unsinn!) Es gibt keinen Geheimdienst, der bei Trost ist, mehr auf der Welt, der mit Österreich noch irgendwel­che Informationen teilt, außer vielleicht den Wetterbericht – und das ist Ihre Verantwor­tung. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Zadić und Noll.)

Aber das war ja nicht alles. (Abg. Belakowitsch: Was denn noch?) Wenn die Ohren unserer PolizistInnen, unserer Geheimdienstmitarbeiter die Informationen, die wir aus dem Ausland bekommen, sind, dann sind die Augen die Informationen, die wir im In­land bekommen – von Spitzeln, von Maulwürfen, von Informanten, die wir bezahlen. Auch deren Informationen, deren Namen et cetera werden in einer Datenbank gespei­chert, diese nennt sich Zentrale Quellenbewirtschaftung – und auch diese ist beschlag­nahmt worden, auch diese hat das BVT verlassen. (Abg. Herbert: Was machen solche Daten auf privaten Festplatten, auf privaten Datenträgern?)

Ich frage Sie: Welcher Informant wird in Zukunft unserem Geheimdienst noch Geheim­nisse verraten und Informationen geben, wenn er damit rechnen muss, dass diese In­formationen nicht sicher sind, sondern das BVT verlassen und damit wieder ihre eige­ne persönliche Sicherheit gefährdet ist? (Abg. Neubauer: ... SPÖ!) Unsere Polizisten sind, was Terrorismusabwehr betrifft, nicht nur taub, sondern auch blind, weil wir näm­lich auch die Informationen von den Spitzeln und Maulwürfen nicht mehr bekommen werden. (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Herbert: Was machen die auf privaten Datenträgern?!)

Auch das ist die Verantwortung von Minister Kickl, denn er hat darauf zu achten, dass das BVT – das ist seine Behörde, das sind seine Mitarbeiter – funktioniert.

Das Erschreckendste allerdings ist das Dritte, das zutage gekommen ist (Abg. Gude­nus: Erschütternd!), nämlich dass eine Liste von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BVT – die Zahl schwankt, es gibt Journalisten, die sagen, sie haben Listen mit 75 Mit­arbeitern, andere sagen 300 –, wo auch die verdeckten Ermittler dabei sind, in den staatsanwaltschaftlichen Akt gelangt und von dort bereits rausgegangen ist.

Die verdeckten Ermittler sind jene, die die gefährlichste Polizeiarbeit in Österreich ma­chen. Das sind jene, die sich in kriminelle Organisationen einschleusen, das sind jene, die tagtäglich ihr Leben riskieren – für uns, für unsere Sicherheit. Deren Namen sind bereits in falschen Händen. (Die Abgeordneten Belakowitsch und Herbert: „Falter“, zum Beispiel!) Es geht nicht nur um ihre Namen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), sondern teilweise sind, weil Hausdurchsuchungen stattgefunden haben und dokumen­tiert wurden, ihre Adressen in falsche Hände geraten, die Grundrisse ihrer Wohnungen, die Fotos ihrer Schlafzimmer, selbst die Fotos der Kinderzimmer, die sind außer Kon­trolle. (Abg. Rosenkranz: Wer außer Kontrolle ist, da stellt sich jetzt die Frage, wer au­ßer Kontrolle ist!)

Sie haben keine Kontrolle mehr über die Namen der verdeckten Ermittler, Sie haben keine Kontrolle mehr über deren Adressen, Sie haben keine Kontrolle mehr über die Sicherheit jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BVT, die verdeckt ermitteln – und das ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)

Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Angst: Sie haben Angst um ihre persön­liche Sicherheit, sie haben Angst - - (Abg. Belakowitsch: Und die sind zu Ihnen ge­kommen?!) – Sie brauchen sich jetzt nicht lustig zu machen, das ist ein ernstes Thema, Kollegin! (Beifall bei der SPÖ. – Mah-Ruf des Abg. Rosenkranz. – Abg. Gudenus: Das sagen genau Sie? Das ist ein Missbrauch des Parlaments!) Sie haben Angst um ihre persönliche Sicherheit und sie haben Angst um die Sicherheit ihrer Familien.

Eine Ermittlerin im BVT, die gegen Rechtsextreme ermittelt hat, hat sich bereits mit ei­nem E-Mail an die Staatsanwaltschaft gewendet und gesagt, sie werde von jenen be­droht, gegen die sie ermittelt hat, sie werde von denen unverhohlen bedroht.

Ein anderer Mitarbeiter hat einen Brief ans Parlament geschrieben – an uns alle hier! – und hat gesagt: Bitte nennt nicht meinen Namen (Abg. Rosenkranz: Also fangen Sie auch nicht an!), denn ich und meine Familie sind aufgrund der Arbeit, die ich für die Si­cherheit der Österreicherinnen und Österreicher gemacht habe, in Gefahr! – Wir wer­den ihn nicht verraten, ganz sicher werden wir ihn nicht verraten, die Wahrheit ist je­doch: Ihre Namen sind bereits in falsche Hände geraten, ihre Adressen sind in falsche Hände geraten (Abg. Kitzmüller: ... Falter!), und die Verantwortung dafür trägt Minister Kickl; er muss seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davor schützen, dass ihre Na­men, die Grundrisse ihrer Wohnungen, die Fotos ihrer Schlafzimmer in falsche Hände geraten. Das hat er nicht getan und dafür trägt er die Verantwortung. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)

Besonders interessant ist natürlich die Reaktion der FPÖ. Gleich an diesem Wochen­ende hat Herr Hafenecker, der Generalsekretär der FPÖ, gesagt, was wir jetzt brau­chen, sei eine 360-Grad-Aufklärung, und zwar über das, was die Oppositionsparteien und die Medien machen. – Ja wollen Sie vielleicht mit dem Rammbock unter dem Arm jetzt auch noch in die Redaktionen und in die Parlamentsbüros stürmen und dort auch alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist? Wie Sie mit diesem Problem umge­hen, ist sehr interessant. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Höbart: Ganz schlechtes Kaba­rett! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)

Ein Gedanke lässt mich seit Tagen nicht los, und ich stelle mir seit Tagen eine Frage (Ruf bei der FPÖ: Was macht der da vorne? – Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Höbart: Was macht der da vorne? – Genau!): Wieso macht Bundesminister Kickl das? (Abg. Belakowitsch: Aber Sie haben sicher die Antwort schon gefunden!) Wieso riskiert er die Sicherheit von uns allen? Wieso riskiert er die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Polizistinnen und Polizisten? (Abg. Hauser: Die Sicherheit steigt!) Wieso blamiert er uns als Österreich international am Vorabend der Präsidentschaft? (Abg. Belakowitsch: Sagen Sie uns die Antwort! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Das einzige Motiv, das irgendwie stringent ist und mit dem ich mir das erklären kann, ist: weil er eben die Ermittlungen des BVT gegen die Rechtsextremen in der FPÖ (Abg. Belakowitsch: Ja, genau!) und auch gegen die Rechtsextremen in seinem eigenen Büro stoppen will. Das ist das, was Sie hier tun! (Beifall bei der SPÖ.)

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit dem Rammbock unter dem Arm ins BVT einmarschiert und haben geholfen, alle Unterlagen, auch jene über laufende Ermittlun­gen (Abg. Rosenkranz: Das ist unfassbar! – Abg. Belakowitsch: Das ist unfassbar, was Sie da erzählen! Das trauen Sie sich nur, weil Sie immun sind!), die es gegen Rechtsextreme gegeben hat, zu beschlagnahmen. Das haben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemacht.

Sie haben den Leiter dieser Behörde rechtswidrig suspendiert. Als ein Gericht diesen Rechtsbruch aufgezeigt hat, haben Sie nichts anderes, nichts Besseres zu tun gehabt, als zu schauen, ob Sie ihn noch einmal, ein zweites Mal suspendieren können. Erst als Sie das nicht geschafft haben, haben Sie beschlossen – Sie sind damit an die Öffent­lichkeit gegangen –, dass Sie das BVT zerschlagen und filetieren wollen, damit Sie die einzelnen Stücke unter Ihre Kontrolle bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)

Die Leiterin der Ermittlungen gegen Rechtsextreme innerhalb der FPÖ und auch au­ßerhalb der FPÖ – es ist nicht so, als wären alle Rechtsextremen innerhalb der FPÖ; so ist es ja nicht (Ruf bei der FPÖ: ... Trottel! – Abg. Rosenkranz: Das kann man auch laut sagen!) – muss sich an die Staatsanwaltschaft wenden und sagen, dass sie von Dienstgeberseite bedroht wird. Die Dienstgeberseite, das sind letzten Endes Sie, Herr Minister, Sie sind der Dienstgeber all dieser Personen. Sie sagt, der Dienstgeber be­droht sie: Entweder sie geht in Pension oder man wird ihr etwas anhängen – weil Sie nämlich dagegen sind, dass gegen Rechtsextreme in der FPÖ und auch gegen Rechts­extreme in Ihrem Büro ermittelt wird.

Das muss man sich einmal vorstellen: Jedes Jahr schließt die FPÖ Mitglieder, Funktio­näre und Mandatare aus. Wieso tut sie das? – Weil sie antisemitisch posten, weil sie Hakenkreuzfahnen im Keller sammeln und weil sie durch rechtsextreme Rülpsereien auffallen (Abg. Zanger: ... SPÖ-Funktionär!) – kurz: weil sie rechtsextrem sind! Es gibt nun einmal Rechtsextreme in der FPÖ, sonst würden Sie ja nicht jedes Jahr welche aus­schließen. (Beifall bei der SPÖ.)

Jetzt werden jene Personen, die diese Ermittlungen durchgeführt haben, die jeden Tag nur ihren Job gemacht haben, bedroht, dass ihnen etwas angehängt wird, oder sie ge­hen ganz schnell in Pension. – Das ist der Grund, wieso Sie das machen. (Abg. Bela­kowitsch: Was Sie alles wissen!) Das Verwerfliche, sage ich Ihnen, daran ist, dass Sie für diese parteipolitischen Gründe die Sicherheit aller Österreicherinnen und Österrei­cher gefährden, weil unsere Polizisten bei der Terrorismusabwehr jetzt keine Informa­tionen aus dem Ausland mehr bekommen und es wesentlich schwieriger wird, Informa­tionen von Spitzeln und Maulwürfen zu bekommen. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie schon gesagt! Sie wiederholen sich!)

Sie riskieren die Sicherheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn die sind mit Na­men, teilweise mit Adressen, mit den Grundrissen ihrer Wohnungen im Akt. Das riskie­ren Sie dabei, und Sie blamieren Österreich am Vorabend der EU-Präsidentschaft. (Abg. Belakowitsch: Das haben Sie jetzt das vierte Mal gesagt!)

Ich sage Ihnen eines, Herr Bundesminister: Sie sind kein Sicherheitsminister, Sie sind ein Unsicherheitsminister! Treten Sie zurück, am besten noch heute! – Vielen Dank. (Bei­fall bei SPÖ und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der NEOS.)

12.16


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zur Beantwortung der Anfrage hat sich der Herr Bundesminister für Inneres zu Wort gemeldet. Seine Redezeit soll 20 Minuten nicht über­schreiten. – Bitte, Herr Bundesminister.


12.17.20

Bundesminister für Inneres Herbert Kickl|: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Da­men und Herren! Hohes Haus! „Erschreckend“ ist ein gutes Stichwort, das Herr Abge­ordneter Krainer – den es da draußen schon ein bisschen gebeutelt hat; wahrschein­lich angesichts des Wissens über den Unsinn, den er teilweise verzapft hat – jetzt ge­liefert hat (Zwischenruf des Abg. Scherak); denn es ist erschreckend, in welcher Art und Weise Sie hier mit Halbwahrheiten – das heißt: mit Unwahrheit – vorgehen, und es ist erschreckend, wie Sie offensichtlich aus parteipolitischen Überlegungen heraus Din­ge, die im Akt klar ersichtlich sind, in einer Kraut-und-Rüben-Manier munter durchein­anderwerfen (Beifall bei FPÖ und ÖVP) – nicht, weil es Ihnen um die Sicherheit geht, sondern weil es Ihnen um Ihr parteipolitisches Geschäft geht.

Sie haben heute und Sie haben im Vorfeld dieser Sitzung – natürlich unter Einbindung von bestimmten Medien – zum wiederholten Mal leider keinen Beitrag betreffend Ver­antwortungsbewusstsein, keinen Beitrag zur Sachlichkeit und schon überhaupt keinen Beitrag zur Sicherheit des Landes geleistet.

Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Das tut mir leid, ich bedauere das; aber ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich werde das an Ihrer Stelle jetzt übernehmen, und zwar ganz ein­fach deshalb, weil ich davon überzeugt bin, dass die österreichische Bevölkerung, ge­nauso wie sie ein Recht darauf hat, dass es in diesem Land eine restriktive und geord­nete Asylpolitik inklusive Abschiebungen gibt (Zwischenrufe bei der SPÖ), die Ihnen nicht schmecken, genauso wie sie ein Recht darauf hat, dass im Interesse ihrer Sicher­heit konsequent gegen den politischen Islam vorgegangen wird (Beifall bei FPÖ und ÖVP), und genauso wie sie ein Recht darauf hat, dass diesem unseligen Verteilungs­mechanismus von Flüchtlingen quer über den Kontinent, den Sie immer gefordert ha­ben (Zwischenrufe bei der SPÖ), endlich ein Ende gemacht wird (Beifall bei FPÖ und ÖVP), auch ein Recht darauf hat, dass es in wesentlichen Punkten sachliche und ob­jektive Informationen gibt. (Ruf bei der SPÖ: Fangen Sie endlich an damit! – Abg. Schie­der: ... zum Thema auch einmal?) Und jetzt zu Ihren Fragen.

Ich habe mir ja den Vorspann zu Ihren insgesamt über 90 Fragen aufmerksam durch­gelesen, und ich komme zu einer ganz einfachen Erkenntnis: Man muss bei Ihnen ganz von vorne anfangen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Man muss sich nämlich, wenn man diese Causa BVT betrachtet – die im Übrigen ein Kriminalfall ist und kein Anschlag auf die Sicherheit Österreichs, keine Umfärbeaktion, keine Zer­schlagung; das waren die Vokabeln, die von Ihnen genauso vielfältig wie unsachlich hier immer vorgebracht worden sind –, eine Frage stellen, und diese ganz zentrale Fra­ge, die Sie sich offenbar nicht gestellt haben, ist folgende: Wer, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist in Österreich bei strafrechtlichen Ermittlungen wofür zuständig und damit wofür verantwortlich? – Das ist eine ganz, ganz einfache Frage.

Da verweise ich als Auskunftsquelle auf Art. 90a und auf Art. 94 der Bundesverfas­sung, denn dort heißt es, dass es eine klare Trennung zwischen der Verwaltung und der Justiz gibt, und es heißt, dass die Staatsanwaltschaften der ordentlichen Gerichts­barkeit zuzuordnen sind. – Also so viel Handwerk muss sein: hier das Innenministe­rium, dort die Justiz.

Jetzt sage ich Ihnen, warum diese Frage so wesentlich ist. Warum? – Das ist deshalb so wichtig, weil darin die Antwort auf folgende Fragen steckt: Wer hat die Hausdurch­suchung angeordnet? Wer hat entschieden, wo gesucht wird? Wer hat entschieden, was gesucht wird, und wer hat entschieden, was mitgenommen wird? Wer führt das gesamte Verfahren? Wer vernimmt die Zeugen ein? Wer entscheidet über die Qualität der Zeugenaussagen? Wer entscheidet, ob jemand als Verdächtiger oder Beschuldig­ter geführt wird? Wer legt die Akten an? Wer entscheidet, wer Akteneinsicht hat? Wer entscheidet, was von der Akteneinsicht ausgenommen ist? Wer entscheidet, ob Ver­trauenspersonen zugelassen werden oder nicht? – Unser Rechtsstaat sieht in allen diesen Dingen eine einfache Antwort vor: die Justiz, meine sehr geehrten Damen und Herren, und nicht der Innenminister, auch wenn Sie es noch so gerne hätten. (Zwi­schenruf des Abg. Wittmann.) Sie sind in der falschen Veranstaltung, meine sehr ge­ehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Es ist die Justiz und nicht das Innenministerium, es sind auch nicht irgendwelche Jour­nalistenkollektive, und es ist auch nicht die sogenannte vereinigte Opposition, die ich manchmal eher als vereinsamte Opposition bezeichnen würde, zumindest wenn es um die Anerkennung durch die Wähler geht.

Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren: Dann halte ich es wirklich für ein Un­ding, wenn eine Abgeordnete dieses Hauses – ich glaube, es war Frau Krisper – her­geht und in der Öffentlichkeit unterstellt, dass Staatsanwälte und Richter quasi als will­fährige Erfüllungsgehilfen des Innenministeriums aktiv geworden sind. Sie tun das nur unter dem Deckmantel der Immunität, genauso wie Herr Krainer das, was er heute hier gesagt hat, nur unter dem Deckmantel der Immunität sagen kann. (Rufe bei der FPÖ: Unglaublich!) Das ist Ihr Privileg, mir kommt es nicht zu, aber ich brauche das auch nicht, das sage ich Ihnen auch ganz ehrlich. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Sie haben das in der Öffentlichkeit gesagt. Wie kommt die Staatsanwältin dazu, wie kommt der Richter dazu, sich das von Ihnen sagen lassen zu müssen? (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Stellen Sie sich hierher und entschuldigen Sie sich für diese Vorgangsweise – das wäre eine großartige Gelegenheit –, denn Sie sprechen der Jus­tiz das Misstrauen aus! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.  Zwi­schenruf des Abg. Wittmann. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)

Also die Zuständigkeitsfrage ist schon geklärt. Ich höre Sie schon: Ja, ja, aber da hat doch jemand vom Innenministerium Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen! – Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil das Gesetz es so vorsieht, gesetzes­konform auf Punkt und Beistrich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittmann.)

Jetzt sage ich Ihnen eines: Lesen bildet. § 78 der Strafprozeßordnung sieht die Ver­pflichtung zur Anzeige vor, wenn ein oberstes Organ einer Behörde Kenntnis von straf­rechtlich relevanten Handlungen in ebendieser Behörde hat. In weiterer Folge heißt es in § 45 Abs. 3 des Beamten-Dienstrechtsgesetzes, dass es eine Verpflichtung zur An­zeige gibt. Wo soll bitte jetzt der Skandal sein, wenn Beamte pflichtgemäß Gesetze er­füllen, die dieses Haus hier beschlossen hat? Das ist der Skandal, meine sehr geehr­ten Damen und Herren?! – Aus meiner Sicht nicht, und wenn das aus Ihrer Sicht ein Skandal ist, dann haben Sie ein seltsames Rechtsverständnis, das muss ich Ihnen auch sagen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Mir wird ja manchmal angst und bang, wenn ich darüber nachdenke, wie Sie das viel­leicht in der Vergangenheit in Ihrem Bereich gehandhabt haben oder wie manche, die so gerne in die Regierung wollen, das im Fall der Fälle handhaben würden. (Zwischen­ruf der Abg. Kuntzl.) Wie stellen Sie sich die Vorgangsweise vor? – Willkürlich, unter der Tuchent, wie oder was, ein rechtsfreier Raum vielleicht irgendwo, keine Strafverfol­gung, wenn im BVT irgendetwas zur Anzeige gebracht wird: Wie stellen Sie sich das alles vor? (Abg. Kern: Aber warum ...?) – Auf jeden Fall jenseits der Rechtsstaatlich­keit, habe ich den Eindruck.

Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, das sage ich Ihnen: Da habe ich ein an­deres Verständnis, auch von Polizeiarbeit, denn die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass man sich darauf verlassen kann, dass entsprechend vorgegangen wird und Er­mittlungen durchgeführt werden, wenn man zu einer Behörde geht, weil man in Kennt­nis von Straftaten ist, und dies zur Anzeige gebracht wird. Ich halte das für eine Selbst­verständlichkeit. Wenn Sie das nicht so sehen, dann ist das, glaube ich, mehr Ihr Pro­blem als ein Problem unseres Rechtsstaates. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordne­ten der ÖVP.)

Jetzt zu dieser von Ihnen unter Vermischung von allem mit jedem so heftig aufge­bauschten Sicherheitsproblematik – Herr Krainer schaut eh schon so aus, als ob er seit vielen Wochen nicht mehr geschlafen hätte (Heiterkeit bei der FPÖ – Zwischenrufe bei der SPÖ) –: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist dramatisch inszeniert. Das ist dramatisch inszeniert!

Ich sage Ihnen auch, warum: Das Bundesministerium für Inneres (anhaltende Zwi­schenrufe bei der SPÖ) – hören Sie vielleicht einmal zu?! – hat ab dem Zeitpunkt, als wir Kenntnis davon bekommen haben, dass Daten, die nichts mit dem anhängigen Strafverfahren zu tun haben, von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden sind – und ich werde morgen im dafür zuständigen geheimen Unterausschuss, und der ist aus guten Gründen geheim, auch sagen, warum das so ist, Sie wissen es vermutlich ohnehin –, als wir Kenntnis davon bekommen haben, dass diese Daten mitgenommen wurden, diese Daten umgehend zurückgefordert. Wir haben diese Daten, von denen Sie gesprochen haben, selbstverständlich auch erhalten. Ich hoffe, Sie machen mir jetzt nicht wieder einen Vorwurf, dass ich versucht habe, zu Daten zu kommen, die ohnehin uns gehören. Wir haben diese Daten also zurückbekommen. (Zwischenruf des Abg. Knes.)

Das heißt, in Widerspruch zu dem, was Sie hier gesagt haben: Es gibt keine Quellen­bewirtschaftungsdatei und es gibt keine Neptun-Datenbank bei der Staatsanwaltschaft mehr, all diese Daten und Datenbanken sind natürlich auch nicht Teil des Aktes ge­worden; und das, was nicht Teil des Aktes ist, entzieht sich logischerweise auch der Akteneinsicht und kann daher auch nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden, außer, Herr Krainer, Sie unterstellen den Staatsanwälten, dass die Staatsanwälte all diese Dinge, die in einem Hochsicherheitsbereich der WKStA untergebracht waren, bis wir sie zurückbekommen haben, an die Öffentlichkeit gegeben haben. Tun Sie das? Tun Sie das auch unter Verzicht auf Ihre Immunität? Ich wäre gespannt. Ich unterstelle das der Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Das zeigt, dass dieses ganze Gerede von der Unsicherheit, von der Gefahr für Leib und Leben von Informanten und so weiter, und das Gerede von der internationalen Iso­lation unseren Partnern gegenüber eine reine parteipolitisch motivierte Show ist und nichts mit den Tatsachen zu tun hat. Sagen Sie doch gleich, dass Sie mich aus an­deren Gründen weghaben wollen! Das wäre zumindest ehrlich.

Ich werde Ihnen eines sagen: Unsere Partner sind über all diese Schritte informiert worden, auf der politischen Ebene und natürlich auch im operativen Bereich. Jetzt kommt noch etwas, was Sie nicht freut: Die Partner begrüßen die Neuaufstellung und die Reform des BVT natürlich auch. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Ja, selbstverständlich! (Beifall bei der FPÖ.) Sie begrüßen das, auch wenn Ihnen das nicht gefällt, aber es ist, glaube ich, wichtig, dass dort Ordnung gemacht wird, wo es notwendig ist. (Zwischen­rufe bei der SPÖ.)

Es ist wichtig, dass wir die Sicherheits- und die Kontrollmechanismen verbessern – da­rüber können wir morgen im Unterausschuss reden –, dass sie dort verbessert werden, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Und es ist wichtig, dass das Aufgabenprofil geschärft wird.

Abschließend kommt noch etwas, bevor ich Ihre 94 Fragen im Detail beantworte: Sie haben gesagt, der Verfassungsschutz ist wichtig für die Sicherheit Österreichs. – Selbst­verständlich, genauso ist es!

Ist Ihnen im Übrigen aufgefallen, dass wir gerade erst einen der sicherheitstechnisch herausforderndsten Staatsbesuche hatten? Ist Ihnen das aufgefallen? Oder hatten Sie den Eindruck, dass die Russen so verängstigt waren, dass sie sich nicht nach Öster­reich getraut haben, obwohl sie ganz genau wissen, dass die Zusammenarbeit betref­fend all diese Sicherheitsmaßnahmen natürlich mit dem BVT erfolgt? (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Na, die waren offensichtlich so verängstigt, dass jetzt Wien für das Gipfeltreffen der zwei mächtigsten Männer auf dieser Welt in Frage kommt – offenbar deshalb, weil alle solche Sorge haben, dass der Schutz vor terroris­tischen Anschlägen und Ähnlichem in Österreich nicht gewährleistet ist. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.) Ich glaube, ganz ehrlich, Sie nehmen Ihre eigene Argumenta­tion nicht ernst, und sie ist auch sehr, sehr leicht zu widerlegen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und auf­grund der Fülle der Fragen, die Sie vorgelegt haben, kann ich es gar nicht anders ge­stalten, als jetzt eine Vorlesung abzuhalten, aber Sie werden sicher aufmerksam zuhö­ren.

Zu den Fragen 1 und 5:

Die Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit erhielt erstmals Kenntnis durch me­diale Verlautbarung am 17. Mai 2018. Die Liste enthielt keine Namen – Klarnamen – von verdeckten Ermittlern.

Zur Frage 2:

Die Mitarbeiter wurden am 22. Mai 2018, erster Arbeitstag nach Pfingsten, per E-Mail durch den Abteilungsleiter für Personalangelegenheiten im BVT informiert.

Zur Frage 3:

Unmittelbare Rücksprache mit der WKStA durch das BVT.

Zur Frage 4:

Das BVT wurde über die Herausnahme der Liste am 8. Juni 2018 von der WKStA in­formiert.

Zur Frage 6:

Nein, weil eine Veröffentlichung der Liste verhindert werden konnte.

Zur Frage 7:

Es erging ein entsprechendes Ersuchen an Medienvertreter, im Hinblick auf die Sensi­bilität der Thematik von der Veröffentlichung Abstand zu nehmen. Diesem Ersuchen wurde entsprochen. Es wurde diesbezüglich auch mit der WKStA Rücksprache gehal­ten.

Zur Frage 8:

Die Namen verdeckter Ermittler waren nicht auf dieser Liste enthalten, und diese wur­de überdies – siehe auch Antwort auf die Frage 7 – nicht veröffentlicht.

Zur Frage 9:

Das BVT war im Vorfeld über die Hausdurchsuchung nicht informiert. Während der Haus­durchsuchung wurde vom BVT ein Antrag auf Versiegelung der sensiblen Daten ge­stellt. Bereits am nächsten Tag wurde klargestellt, dass es sich um einen Verschluss­akt der WKStA handelt.

Zur Frage 10:

Das BVT hat am 23. März 2018 Kenntnis davon erlangt, dass sich auf einer sicherge­stellten Festplatte ZQB-Daten befinden. Seitens des BVT wurde die sofortige Löschung der Kopie bei der WKStA beantragt. Weitere Maßnahmen sind aufgrund des Umstan­des, dass sich unter den Daten keine Klarnamen von Quellen befinden, nicht erforder­lich.

Zur Frage 11:

Am 13. März 2018 erlangte das BVT Kenntnis, am 14. März 2018 wurde die sofortige Löschung dieser Informationen bei der WKStA durch das BVT beantragt. Die Part­nerdienste wurden über die erfolgte Hausdurchsuchung am 19. März 2018 schriftlich in­formiert.

Zur Frage 12:

Am 16. März 2018 wurde in den Medien über eine Pressemeldung des Justizministeri­ums berichtet, in der Generalsekretär Pilnacek bestätigt hat, dass gegen M.K. ein Er­mittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Das BMI hat am 16. April 2018 bei der WKStA angefragt, gegen welche in dem ano­nymen Dossier genannten Bediensteten des BMI ein Ermittlungsverfahren eingeleitet beziehungsweise ein solches eingestellt wurde. Die WKStA hat mit Schreiben vom 20. April 2018 unter anderem mitgeteilt, dass gegen M.K. als Beschuldigten ein Straf­verfahren geführt wird. M.K. wurde auf eigenes Ersuchen am 1. April 2018 ein Kurzur­laub gegen Entfall der Bezüge gewährt, und er hat bis zum Karenzurlaubsantritt seinen Resturlaub konsumiert. Eine Suspendierung konnte nicht geprüft werden, da zu die­sem Zeitpunkt keine Aktenlage vorhanden war.

Zur Frage 13:

Mit der Übermittlung der Hausdurchsuchungsanordnung am 28. Februar 2018.

Zu a) und b): Nein.

Zu c): Aufgrund der Vorführung zur sofortigen Einvernahme und des Umstandes, dass Z. nicht mehr im BVT Dienst versieht, wurde von einer Suspendierung vorläufig abge­sehen. Sollte sich aus zukünftigen Aktenübermittlungen der Verdacht erhärten, wird ei­ne neuerliche Prüfung in Richtung § 112 BDG durchgeführt.

Zu den Fragen 14 und 15:

Am 18. Mai 2018 langte ein anonymes Schreiben im BMI ein. Dieses wurde unverzüg­lich dem BAK vorgelegt. Am 23. Mai 2018 ging eine Anfrage an WKStA, StA und Jus­tizministerium hinsichtlich offener Strafverfahren – bis dato liegt keine Beantwortung vor.

Zu a) und b): Eine Suspendierung konnte nicht geprüft werden, da bis dato keine Ak­tenlage der WKStA vorhanden ist.

Zu c) und d): Ja, am 23. Mai 2018. Bis dato ist keine Rückmeldung erfolgt.

Zur Frage 16:

Die Suspendierung erfolgte nach § 112 Abs. 1 Z 3 BDG – in Klammern: Ansehen des Amtes.

Zu a), b) und c): Das BAK wurde nicht beauftragt, hat selbst keine Ermittlungen durch­geführt oder eine Ermittlungsanordnung einer Staatsanwaltschaft zur Durchführung von Ermittlungen erhalten. Es wurde lediglich in der Causa der Reisepassrohlinge befasst und hat dafür seine Zuständigkeit verneint.

Zu d): Ja.

Zu e): Die zuständige Fachabteilung im BMI.

Zur Frage 17:

Die Informationen wurden der Staatsanwaltschaft nicht in meinem Auftrag und nicht mit meiner Zustimmung übermittelt, sondern in Entsprechung der gesetzlichen Verpflich­tungen. Ich wurde vom Generalsekretär im Nachhinein davon in Kenntnis gesetzt. (Zwi­schenruf bei der SPÖ.)

Zu den Fragen 18, 19 und 20:

In Entsprechung der gesetzlichen Verpflichtungen wurde die Staatsanwaltschaft von der Existenz der ersten Zeugin, das heißt der ersten, die nach meinem Wissensstand bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt hat, und von zwei weiteren uns bekannten Zeu­gen informiert. Ich wurde vom Generalsekretär im Nachhinein darüber informiert, dass diese Zeugenaussagen bei der Staatsanwaltschaft stattgefunden haben.

Zur Frage 21:

Dass ein Kabinettsmitarbeiter bei Zeugeneinvernahmen als Vertrauensperson anwe­send war, erfolgte nicht in meinem Auftrag und nicht mit meiner Zustimmung. Ich wur­de davon im Nachhinein vom Generalsekretär in Kenntnis gesetzt. (Zwischenruf bei der spö.)

Zur Frage 22:

Ja, seit 30. Jänner melden sich immer wieder Personen in dieser Causa bei Mitarbei­tern des Kabinetts.

Zu den Fragen 23 und 24:

Diese Frage kann nur von der WKStA beziehungsweise von den allfällig kontaktierten Bediensteten beantwortet werden. Das BMI verfügt zum Stand 11. Juni 2018 über 35 963 Mitarbeiter, daher ist die konkrete Beantwortung dieser Frage in der Kürze der Frist nicht möglich.

Zur Frage 25:

Der Vorschlag erfolgte mit meiner Kenntnis; ich wurde vom Generalsekretär verstän­digt.

Zur Frage 26:

Die Teilnahme erfolgte mit meiner Kenntnis vom 26. Februar 2018; ich wurde vom Ge­neralsekretär verständigt.

Zur Frage 27:

Ich wurde am 27. Februar 2018 vom Generalsekretär von der geplanten Hausdurch­suchung, von der Empfehlung und von der von der Staatsanwaltschaft mitbeschlosse­nen Beiziehung der EGS informiert.

Zur Frage 28:

P. wurde vom Generalsekretär am 21. Februar 2018 ohne jedwede Nennung von Ein­satzdetails von einem möglichen Einsatz informiert.

Zur Frage 29:

Der Generalsekretär des Justizministeriums wurde nicht informiert, da diese Informa­tion im Rahmen der Berichtspflichten innerhalb des Justizministeriums durch die WKStA vorgenommen wurde. Der Justizminister wurde von mir im Rahmen des Ministerrates am 14. März 2018 informiert.

Zur Frage 30:

Die Posten des Leiters der Abteilung 2 sowie des stellvertretenden Direktors des BVT wurden ausgeschrieben; sie wurden vorläufig betraut. Die Besetzung mit einer stellver­tretenden Abteilungsleiterin wurde durchgeführt. Eine Vertretungsregelung nach der Geschäftsordnung des BVT betreffend die Abteilungen 2 und 4 wurde getroffen, eine Entlassung, drei Suspendierungen und eine Dienstfreistellung erfolgten. Strukturelle Veränderungen wurden keine vorgenommen.

Zahlreiche Interessentensuchen nach dem Bundes-Gleichbehandlungsgesetz zur Auf­rechterhaltung des laufenden Dienstbetriebs wurden veranlasst. Am 6. April 2018 wur­de die Vertretung der Abteilung 2 provisorisch im Sinne der Geschäftsordnung des BVT geregelt. Es erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung des Umgangs mit sensiblen Da­ten, nämlich Ausbau der Schulungsmaßnahmen, Einrichtung von Informationssicher­heitsvertrauenspersonen zur Unterstützung des Informationssicherheitsbeauftragten, ver­stärkte stichprobenartige Kontrollen durch den Informationssicherheitsbeauftragten als Ergänzung zu den Kontrollen der unmittelbaren Vorgesetzten.

Zur Frage 31:

Unter Adjustierung wird die Zusammenstellung/Kombination von Uniformteilen und ihre Trageweise verstanden. Die Polizei-Uniformierungsvorschrift definiert unterschiedliche Uniformkombinationen, die unter anderem als sogenannte Einsatzuniform getragen werden dürfen. Im Kriminaldienst wird zusätzlich Zivilkleidung getragen. Ein Ramm­bock gilt als Einsatzmittel, nicht als Bestandteil einer Adjustierung.

Zur Frage 32:

Über einen „Falter“-Artikel vom 29. Mai 2018 beziehungsweise durch die Akteneinsicht am 26. April 2018.

Zu a) bis e): Ja. Der Sachverhalt wurde dienstrechtlich geprüft, ein disziplinarrechtli­cher Sachverhalt konnte nicht festgestellt werden. Aus den Erhebungen hat sich ein allfälliger organisatorischer Handlungsbedarf ergeben, welcher der Frau Generaldirek­tor zur weiteren Veranlassung übermittelt wurde. Sollten an die Dienstbehörde derar­tige Sachverhalte herangetragen werden, werden die betroffenen Bediensteten von der Dienstbehörde umgehend befragt, um eine Gefährdungseinschätzung bei der General­direktion zu veranlassen.

Zu den Fragen 33, 34, 35 und 36:

Es wird auf die Amtsverschwiegenheit verwiesen. Darüber hinaus wird darauf hinge­wiesen, dass sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kabinetts des Bundesmi­nisters sicherheitsüberprüft sind.

Zu den Fragen 37, 38, 39 und 40:

Das BMI verfügt zum Stand 11. Juni 2018 über 35 963 Mitarbeiter, daher ist die kon­krete Beantwortung dieser Fragen in der Kürze der Frist nicht möglich.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass alle Exekutivbediensteten sowie Bediensteten des Staatsschutzes im Rahmen des Aufnahmeverfahrens sicherheitsüberprüft werden. Ent­sprechende Aufzeichnungen oder Ermittlungsstatistiken werden aus Gründen des Da­tenschutzes nicht geführt. Darüber hinaus ist eine Abfrage aller BMI-Bediensteten ohne Konkretisierung einer Verdachtslage weder rechtlich zulässig noch faktisch durchführ­bar.

Zu den Fragen 41 und 42:

In den Tagen und Wochen nach der Hausdurchsuchung fanden zahlreiche Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BVT statt. Diese vertrauensbildenden Maßnahmen erfolgten unter anderem durch den Herrn Generalsekretär, durch die Ge­neraldirektorin für die öffentliche Sicherheit sowie durch den Direktor und den stellver­tretenden Direktor des BVT. Neben internen rechtlichen Informationen wurde auch eine psychologische Begleitung angeboten.

Zu den Fragen 43 und 44:

Ja; durch Dienstzuteilungen, durch Versetzungen, jedenfalls im Rahmen des Aufnah­meprozedere im BMI und nach den Erfordernissen des Arbeitsplatzes. Darüber hinaus wird eine Sicherheitsüberprüfung nach dem SPG durchgeführt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, ich habe meine Redezeit nicht allzu sehr überzogen, die Fülle der Fragen hat es allerdings notwendig gemacht, etwas aus­führlicher zu antworten. Wenn Sie die Sache so sehen, wie sie sich tatsächlich dar­stellt, und von jeder parteipolitischen Polemik entkleiden, dann werden Sie sehen, dass wir es hier mit einem rechtsstaatlich einwandfreien Vorgang zu tun haben.

Ich hoffe, wir werden uns am Ende des Tages darauf verständigen und bei Ihnen wird eine gewisse oppositionelle Beruhigung einkehren. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

12.40


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Wir gehen nunmehr in die Debatte ein.

Ich darf darauf aufmerksam machen, dass gemäß der Geschäftsordnung kein Redner länger als 10 Minuten sprechen darf. Jedem Klub steht eine Gesamtredezeit von 25 Mi­nuten zu.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Jarolim. Ich erteile ihm das Wort. – Bitte.


12.40.16

Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ)|: Herr Präsident! Damen und Herren der Bundesregierung! Herr Minister Kickl, ich darf Ihnen vielleicht empfehlen, dass Sie nicht gar so erregt sind und etwas mehr kühlen Kopf bewahren. (Abg. Haider: Er war eh ganz ruhig! Das war sehr sachlich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann wä­re es auch nicht notwendig, dass Sie uns hier heute beschimpfen und den Eindruck ei­nes Ertrinkenden vermitteln. Das ist absolut nicht notwendig, das darf ich Ihnen schon sagen. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.)

Ich würde Ihnen aber gerne einen weiteren Ratschlag geben: Sehen Sie sich einmal ein bisschen um, woher all die Argumente gegen Sie, nämlich die sachlichen, die Ihnen Schwierigkeiten machen, kommen. (Abg. Mölzer: Die unsachlichen kommen aus Ih­rem Bereich!) Ich würde mir vielleicht auch anschauen, wer die Mitarbeiter Ihrer Vor­gänger waren, wer die Sektionschefs Ihrer Vorgänger waren und wer hier im Rahmen der ÖVP spielt. Das würde ich Ihnen dringend empfehlen, weil da wahrscheinlich das eine oder andere Erstaunliche herauskommt – anstatt der Opposition zu unterstellen, dass wir die Dokumente, die ja heute auch wieder in den Medien sind, weiterspielen. Insofern möchte ich diese abenteuerlichen Erklärungen des Herrn Hafenecker, der bei den Medien und bei der Opposition einmarschieren möchte, jetzt eigentlich gar nicht weiter kommentieren. (Abg. Martin Graf: Das hat der Einem gemacht!)

Ich möchte aber eines sagen: Wir haben nunmehr alle Protokolle des Justizministeri­ums, Herr Minister, vom 12. März präsentiert bekommen, und da drinnen stehen schon abenteuerliche Dinge: Als einzigen Skandal hat Herr Mag. Pilnacek Ihre Superaktion dort bezeichnet, und dieser ist ja immerhin Generalsekretär und Sektionschef der Sek­tion Strafrecht. Es bestehe eine vage Verdachtslage – das kommt vom Justizminis­terium und bezieht sich auf die Aktion des Herrn Ministers Kickl (Abg. Rosenkranz: Welche Aktion? Welche Aktion?) –, es bestehe eine vage Verdachtslage gegen Grid­ling. – Das ist übrigens das, was auch in den Entscheidungen des Bundesverwaltungs­gerichts drinnen steht. Es gab keine direkte Kontaktaufnahme über den Dienstweg – das sagt Pilnacek, was er überhaupt als besonderen Skandal bezeichnet hat. Und dann entspinnt sich eine Diskussion darüber, ob Ihr Generalsekretär als Anzeiger oder als Ermittler eingeschritten ist, meine Damen und Herren, was – das werden Sie viel­leicht nicht wissen – juristisch jedenfalls eine relevante Folge hat.

Zuletzt wird dann noch darüber diskutiert – das muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen –, dass die Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft Wien, die Leiterin ei­ner der wichtigsten Behörden des Landes, aufgrund ihrer Ehe mit einem hohen Funk­tionär des Bundesministeriums für Inneres außen vor gelassen werden soll, weil sie ja all das, was kommt, verraten könnte. Meine Damen und Herren! Das hat nichts mit uns zu tun, das ist ausschließlich in Ihrem Bereich. Ich kann Ihnen das auch sagen, es han­delt sich um einen hohen Funktionär der ÖVP, des Innenministeriums. Das war übri­gens auch der Grund, warum alle führenden Experten damals, als die Dame Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft wurde, davor gewarnt haben. Die Dame ist jetzt übrigens, nur zur Information, seit 1. Februar Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofes.

Die ermittelnde Staatsanwältin hat – das lesen wir heute auch in den Medien – laut Protokollen erklärt, dass ihr die Zeugin, die ihr da vorgeführt worden ist – da war ja Ihr Herr Lett dabei, er ist da mitgegangen und hat sie dort hingeführt; sie sagt ja selbst, sie wusste gar nicht, was sie da eigentlich machen soll –, ängstlich erschienen ist und auf sie den Eindruck gemacht hat, dass sie sich in einer Drucksituation befindet. Das sagt die Staatsanwältin über die Zeugin, hinter der Herr Lett gestanden ist: dass sie bei ihr eine Drucksituation empfunden hat. Das ist doch etwas, was Ihnen zu denken geben muss. Die Dame hat nämlich jetzt auch noch jede Menge Anzeigen wegen falscher Zeugenaussage und Verleumdung am Hals, weil sich die Beamten des BVT natürlich wehren. Ich bin gespannt, wie dieses Match ausgehen wird.

Man muss aber sagen, das, was sie ausgesagt hat, ist schon interessant, und es ist daher natürlich in beide Richtungen – (in Richtung ÖVP:) ich meine jetzt auch Sie – zu klären, was tatsächlich war, denn: Was sagt Sie? – Sie sagt eigentlich: Ohne jegliche Genehmigung wurde eine Botschaft von der Gruppe des BVT observiert. – Wenn das wirklich der Fall ist, dann ist das schon ein Megaskandal. Und das ist genau das, vor dem wir immer warnen, wenn der Bundestrojaner einmal zum Einsatz kommen sollte, weil Missbräuche von Möglichkeiten dazu führen werden, dass von vielen völlig Un­schuldigen in diesem Land plötzlich die intimsten Daten aus ihren Handys ausgelesen werden – und das ist ein echter Skandal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)

Was ist die aktuelle Lage dieses furiosen Agierens hier, Herr Bundesminister? – Das Bundesverwaltungsgericht hat allen Einsprüchen gegen Ihre Suspendierungen stattge­geben, sie aufgehoben und hat davon gesprochen, dass sie lebensfremd sind. Pilna­cek hat dann noch erklärt – das ist vielleicht auch nicht ganz unwichtig –, Ihre Aktion sei „dramatisch“ und „wahnsinnig auffällig“ gewesen. Man habe auch Rammböcke ver­wendet. Das heißt, es war eigentlich ganz anders, als Sie uns das letztes Mal hier dar­zustellen versucht haben, da haben wir alle den Eindruck gehabt, Ihre Leute wären dort mehr oder weniger in Badeschlapfen und Pyjama aufmarschiert und hätten über­haupt nichts an Ausrüstung mitgehabt. Das ist auch ein etwas merkwürdiger Punkt.

Etwas anderes vielleicht aber auch noch, und zwar betrifft das die sogenannte Mes­sage Control des Herrn Bundeskanzlers, wo man der Öffentlichkeit etwas anderes vor­gaukelt, als tatsächlich wahr ist: All das, was Pilnacek im Innenverhältnis laut Protokoll gesagt hat, wird nach außen hin ganz anders dargestellt, er sagte zum Beispiel: „Die Staatsanwaltschaft hatte wenig Handlungsalternativen“, sie hat also das sachlich Not­wendige getan; auch Minister Moser sagt das – völlig entgegen dem, was innerhalb des Hauses gesagt wird.

Meine Damen und Herren, Sie können sich ungefähr vorstellen, welchen Wahrheitsge­halt all das hat, was durch die Maschinerie von Bundeskanzler Kurz geht.

Bemerkenswert ist auch – das muss man auch noch sagen –, dass genau jener Herr, den Sie hinausgeschmissen haben, Herr Gridling, plötzlich bei einer gemeinsamen Pres­sekonferenz von Ihnen damit beauftragt wird, ein neues Konzept für das BVT zu erstel­len. Gleichzeitig – das ja sehr konsequent – ruft aber Ihr Personalchef die Staatsanwäl­tin an und fragt, ob nicht irgendetwas Neues gegen Herrn Gridling vorliegt, damit man ihn erneut raushauen kann. – Das ist ja völlig absurd, was Sie sich da leisten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz.) – Danke schön.

In diesem Zustand empfangen wir in Kürze die europäischen Gäste im Rahmen der EU-Präsidentschaft – ein Trümmerhaufen hinsichtlich der internationalen Reputation ist das, ein absoluter Wahnsinn! Aber Sie haben ja auch noch für die Zukunft vorgesorgt, indem Sie nämlich die Namen aller Personen, die im BVT für Spionageabwehr, Krimi­nalitätsbekämpfung und all diese wesentlichen Dinge zuständig waren, haben verakten lassen; das hat Kollege Krainer eh schon gesagt. Sie stehen jetzt in den Akten drinnen und sind allen bekannt, die in diese hineinschauen, und das sind sehr viele, das kön­nen Sie mir glauben. Damit haben Sie diesen Dienst nachhaltig, auf Jahre hinaus, zer­schmettert. Da kann ich nur sagen: Ich gratuliere Ihnen herzlich dazu.

Herr Minister, Sie haben das Land zu einer Lachnummer gemacht, dem internationalen Gespötts preisgegeben (Abg. Gudenus: Das haben schon Sie!), und ich kann Ihnen nur sagen: Das erinnert mich an Mr. Bean, der kann das allenfalls noch toppen – ein Mr. Bean der inneren Sicherheit, dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Gudenus: Wer sieht dem Mr. Bean am ähnlichsten?)

Noch 1 Minute darf ich überziehen. – Herr Minister, ich gebe Ihnen in einem recht: Das, was Ihr Generalsekretär jetzt übergeben hat, dieses Konvolut, beinhaltet wahnsinnig viele Vorwürfe, die nicht hauptsächlich mit der FPÖ zu tun haben, sondern mit der ÖVP, und ich bin sehr gespannt – ich bin wirklich sehr gespannt –, was dabei heraus­kommt. Es ist sicherlich notwendig, sich das alles genau anzuschauen. Ich spreche nur einen Fall an: Einer der wesentlichen Sektionschefs im Innenministerium – das war un­ter dem nunmehrigen Nationalratspräsidenten, der sicher nichts dafürkann, dass dieser Beamte an dieser Stelle gesessen ist, weil er schon vor ihm dort war – soll mitunter­stützt haben – ich kann nur das sagen, was da drinnen steht, aber das ist ja laut Ihrem Generalsekretär eine ganz wesentliche Unterlage –, dass im Zusammenhang mit der Befreiung einer Geisel ein Betrag von 5 Millionen Euro von der Oesterreichischen Na­tionalbank abgehoben worden ist und nur 3 Millionen tatsächlich im Oman, dem Land, in das man dieses Geld überwiesen hat, angekommen sind.

Viele andere Dinge stehen da auch noch drinnen. Ich bin also sehr gespannt, wie es hier weitergehen wird. Es ist schon einiges passiert, wir haben bereits Abgänge erlebt: Sektionschef Kloibmüller ist schon gegangen, Herr Zöhrer vom BVT – er war im BVT ein ganz wesentlicher Faktor. Ich bin überzeugt, das sind nicht die Letzten gewesen. Wir warten ab, was sich hier weiter abspielt, meine Damen und Herren von der ÖVP und von der FPÖ, und das wird sicher einiges sein! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)

12.49


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Ich darf auf der Galerie die Schülerinnen und Schüler des Borg St. Pölten und des SPZ Scheibbs recht herzlich begrüßen. – Herzlich willkommen bei uns! (Allgemeiner Beifall.)

Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Amon. – Bitte.


12.50.01

Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehr­ter Herr Vizekanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Staats­sekretäre! Meine Damen und Herren! Die Sozialdemokratie hat gemeinsam mit ande­ren Oppositionsparteien diese Dringliche Anfrage eingebracht. Sie kritisiert ja insbeson­dere die Hausdurchsuchungen vom 28. Februar dieses Jahres, die beim BVT selbst, also beim Verfassungsschutz, und bei Mitarbeitern des BVT stattgefunden haben. (Abg. Wittmann: ... Verteidigung des Innenministers!)

Dazu möchte ich sagen, dass man das natürlich kritisieren kann, ich selbst habe das auch als überschießend bezeichnet. Wenn zwei so wichtige staatliche Institutionen, die mit der Sicherheit befasst sind, öffentlich gleichsam als Konfliktparteien sichtbar wer­den, führt das nicht unbedingt zu mehr Vertrauen in solche Institutionen. Ich habe bei Diskussionen, ganz gleich in welchen Gremien, immer wieder dafür plädiert, dass man wohl überlegt, welche Schritte man setzt, damit das Vertrauen in die Sicherheit –Öster­reich gilt als eines der sichersten Länder der Welt – nicht angekratzt, nicht zerstört wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Plessl: Sehr richtig!)

Was ich aber nicht verstehe, ist, warum gerade die Sozialdemokratie so heftig Kritik an diesem Vorgang übt. Es war ja ihr Parteianwalt, Herr Dr. Gabriel Lansky, der im letzten Jahr bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige im Zusammenhang mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung eingebracht hat und gerade jene Untersuchungen haben wollte, die da stattgefunden haben. (Abg. Wittmann: Darf er das leicht nicht? – Abg. Jarolim: Darf er nicht?) Es ist der SPÖ-Parteianwalt, der im­mer wieder bei der Staatsanwaltschaft interveniert hat, warum denn in dieser Angele­genheit nichts geschehe (Abg. Wittmann: Darf er das nicht? – Abg. Leichtfried: Wol­len Sie ihm das verbieten?), deshalb verstehe ich jetzt Ihre Kritik an den Vorgängen der Staatsanwaltschaft nicht, meine Damen und Herren von der SPÖ! (Abg. Duzdar: ... mit dem Herrn Kickl passiert ist!)

Herr Kollege Jarolim, Sie haben doch die Novelle der Strafprozessordnung federfüh­rend mitverhandelt. Es ist jene Strafprozessordnung, die den Staatsanwalt, die Staats­anwältin zum Herrn, zur Herrin über das Ermittlungsverfahren macht. (Abg. Leicht­fried: Die werden wir noch brauchen!) Ich habe diese Reform immer kritisiert, das möchte ich Ihnen sagen, auch Ihr eigener ehemaliger Sicherheitssprecher hat diese Reform immer wieder kritisiert. Wir meinen, dass damit sehr viel Macht in einer Hand liegt: die Ermittlung selbst, die Entscheidung darüber, ob es zu einer Diversion kommt oder nicht, die Entscheidung darüber, ob Anklage erhoben wird oder nicht, die Ent­scheidung darüber, ob eingestellt wird oder nicht – all das entscheidet der Staatsan­walt. Das, meine Damen und Herren – da gebe ich dem Innenminister recht –, muss man handwerklich sehr wohl auseinanderhalten. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Was sind denn die Auslöser für die Hausdurchsuchungen beim Verfassungsschutz? Was sind die auslösenden Themen? (Abg. Jarolim: Ist der Moser schuld?) – Schauen Sie sich die Anordnungen an, Herr Kollege Jarolim! (Abg. Leichtfried: Dann ist der Moser schuld! – Abg. Wittmann: Sagen Sie jetzt, dass der Moser schuld ist?) Da ist zunächst die Frage der nordkoreanischen Pässe: Die Volksrepublik Nordkorea erteilt der Österreichischen Staatsdruckerei einen Auftrag, Pässe zu drucken. Wie üblich wer­den zu Vergleichszwecken Pässe einbehalten; wohlweislich Rohlinge, Rohlinge, die nicht verwendbar sind. Eine die Hausdurchsuchung begründende Annahme ist, dass der Volksrepublik Nordkorea dadurch ein Schaden entstanden sei. – Der Schaden war offenbar so groß, dass Nordkorea jetzt wieder Aufträge an die Staatsdruckerei verge­ben hat. Mit der Volksrepublik Nordkorea kennen Sie sich besser aus, zu ihr hatte die SPÖ ja traditionell gute Kontakte, wir nicht. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)

Ein bisschen stelle ich mir schon auch die Frage, wes Geistes Kind mancher Staats­anwalt ist, wenn er sich in diesem Zusammenhang Sorgen um den wirtschaftlichen Schaden der Republik Nordkorea macht.

Im zweiten Punkt – der ist viel interessanter – geht es um diese sogenannten nicht ge­löschten Daten, um Ermittlungsdaten aus den Ermittlungen, die gegen den SPÖ-Par­teianwalt Dr. Gabriel Lansky geführt worden sind, weil ihm unterstellt wurde, er würde für einen ausländischen Dienst spionieren. (Zwischenruf der Abg. Duzdar.) Da können Sie uns jetzt behilflich sein: Angeblich gibt es ein Urteil, wonach all diese ermittelten Daten hätten gelöscht werden müssen. Ich muss Ihnen sagen, ich finde dieses Urteil beim besten Willen nirgends. (Abg. Jarolim: Sie werden vieles nicht finden, Herr Kollege! Sie wollen auch vieles nicht finden!) Vielleicht gibt es ja irgendjemanden in der Republik – die Sitzung ist ja öffentlich –, der dieses Urteil hat. (Abg. Jarolim: Sie wol­len es nicht finden, Herr Kollege! – Abg. Duzdar: Das ist ja absurd! In diesem Zusam­menhang wollen Sie vieles nicht finden! – Abg. Wittmann: Sie wollen nicht!) Ich kenne in diesem Zusammenhang nur Abweisungen, ich kenne in diesem Zusammenhang nur Einstellungen, sonst wäre es ja wohl auch nicht möglich, dass uns die Oberstaatsan­waltschaft Linz diese Ermittlungsakten – die alle vom BVT hätten gelöscht werden müs­sen – für den Untersuchungsausschuss übermittelt.

Erklären Sie uns einmal, wie das funktioniert (Abg. Jarolim: Wir sollen das erklären?), wenn man auf der einen Seite als Staatsanwaltschaft mit einer Anordnung zur Haus­durchsuchung ins BVT geht (Abg. Jarolim: Sollen wir das erklären?), weil es angeblich ein Urteil gibt, dass all diese Daten hätten vernichtet werden müssen und nicht gehor­tet werden dürfen (Abg. Wittmann: Sie müssen das erklären! Die Ministerien müssen das erklären!), die Staatsanwaltschaft selbst aber diese Daten hat und sie uns für den Untersuchungsausschuss übermittelt! Das ist eine interessante Frage, die wir diskutie­ren sollten, aber das kann uns vielleicht Ihr Parteianwalt Dr. Gabriel Lansky beantwor­ten. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Wittmann: Wir brauchen das nicht zu erklären!)

Ein letzter Punkt, da Sie ja an der Aufklärung so interessiert sind (Abg. Jarolim: Abso­lut!) – Herr Klubobmann Kern, da würde ich Sie um Mithilfe ersuchen –: Nach meiner letzten Rede hier zu diesem Thema und der darauffolgenden Presseaussendung, die wir gemacht haben, habe ich interessante Post bekommen, und zwar gerichtet an den Parlamentsklub der ÖVP, zuhanden Herrn Werner Amon – damit dürfte ich gemeint sein –, Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien, Betreff: APA-Aussendung.

Ich werde mit: Sehr geehrte Damen und Herren!, angesprochen – ich nehme an, man wollte ohnedies, dass die Öffentlichkeit über das Schreiben informiert wird –, sehr ge­ehrter Herr Abgeordneter Amon! Ich vertrete rechtsfreundlich meinen Kanzleikollegen Herrn Rechtsanwalt Dr. Gabriel Lansky – es dürfte sich um den SPÖ-Parteianwalt han­deln.

Ich werde massiv bedroht, Herrn Dr. Lansky hier nicht weiter zu erwähnen; meine Aus­sagen seien strafrechtswidrig, kreditschädigend, man behält sich rechtliche Schritte ge­gen mich vor – offensichtlich will mich der SPÖ-Parteianwalt mundtot machen. Das ist sehr interessant, möchte ich Ihnen sagen. Wenn Sie Aufklärung wollen, dann sagen Sie bitte Ihrem Anwalt, er soll es unterlassen, Abgeordnete, die am Rednerpult zur Cau­sa sprechen, anzugehen und den Versuch zu unternehmen, sie mundtot zu machen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Duzdar: Dann sollten Sie vielleicht den Herrn Kickl einsetzen! – Zwischenruf des Abg. Klaus Uwe Feichtinger.)

12.58


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Rosen­kranz. – Bitte.


12.58.40

Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ)|: Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Ge­schätzte Mitglieder der Bundesregierung! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Es ist schon eigenartig, was bist jetzt von den Vertretern der SPÖ hier geboten wurde. Herr Bundesminister Kickl hat gemeint, vielleicht gibt es die Hoffnung oder die Chance, dass man irgendwann einmal merkt, was tatsächlich passiert ist, und das auch intellek­tuell zur Kenntnis nimmt. – Mir fehlt mittlerweile das Vertrauen.

Es ist bereits die zweite Sondersitzung zu diesem Thema (Ruf bei der SPÖ: Zu Recht!), wir hatten bereits eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates, wir hatten eine Sitzung des Unterausschusses des Innenausschusses und wir haben morgen die nächs­te Sitzung des Unterausschusses des Innenausschusses zu diesem Thema. (Ruf bei der ÖVP: Weil sie keine Themen haben!) Alle behandeln das Thema BVT, zum Teil mit sehr vielen historischen Auslassungen und Fragen der Rechtspflege.

Es kommt dann auch noch ein Untersuchungsausschuss zum BVT, mit dem es im zweiten Anlauf endlich geklappt hat, obwohl es noch immer geholpert hat wie beim ers­ten Mal. Immerhin haben Sie es zusammengebracht, zumindest ein Verlangen einzu­bringen, das einer rechtlichen Prüfung dessen, was möglich ist, standhält.

Handwerklich – wenn Sie wirklich nur das BVT als einziges Thema der österreichi­schen Innenpolitik haben –: Na ja, die Opposition muss sich ihre Themen aussuchen. Ich sehe halt – das ist armselig genug –: Sie tun, was Sie können. Innenminister Kickl kann, was er tut; das haben wir nämlich bereits aus dieser Anfragebeantwortung he­rausgehört. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Ja, ich nehme Ihnen, vor allem der Sozialdemokratie, Ihre Sorgen ab. Ich nehme Ihnen ab, dass Sie Sorgen haben, jedoch sind es nicht die Sorgen um die Sicherheit der Ös­terreicher oder die Sorgen um die Sicherheit der Polizistinnen und Polizisten, die da hineinkommen, es ist in Wirklichkeit nur Ihre berechtigte Sorge, dass Sie und die Ihren auf lange Zeit nicht mehr auf diesen Bänken (auf die Regierungsbank rechts und links von sich zeigend) sitzen werden, allen voran Herr Altbundeskanzler Kern. Dieser Traum von der Kanzlerschaft wird Ihnen verwehrt bleiben. Das sind in Wirklichkeit Ihre Sorgen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Jarolim: Sehr überheblich! – Zwischenruf des Abg. Vogl. – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.)

Der Grund dafür, dass Sie diese Diskussion heute abführen, ist nichts anderes als die Verzweiflung über den Elan und die absolut guten, richtigen und notwendigen Maßnah­men, die in dieser Republik von dieser Bundesregierung gesetzt werden. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Natürlich haben Sie sich da mit Herrn Bundesminister Kickl ein besonderes Feindbild ausgesucht, da er mit seiner Arbeit genau für eines steht: Die Österreicherinnen und Österreicher haben im letzten Oktober diesen verantwortungslo­sen Umgang mit uns Österreichern zugunsten einer unkontrollierten Massenzuwande­rung, die Sie in Wirklichkeit zu verantworten haben, abgewählt – damit macht dieser Innenminister Herbert Kickl ein für alle Mal Schluss, und das ist gut so. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Sie haben – das lässt daran zweifeln, dass Sie es wirklich verstehen – zum wiederhol­ten Male Ausführungen darüber gehört, wie es in Wirklichkeit mit der Gewaltenteilung in diesem Staat ausschaut. Es ist hanebüchen von Ihnen, wenn Sie behaupten – Sie sagen das von dieser Stelle aus im Brustton der vollsten Überzeugung –: Die von Ih­nen, Herr Innenminister Kickl, angeordnete Hausdurchsuchung - - – Das ist doch lä­cherlich! Wie oft muss man Ihnen noch sagen, dass die unabhängige Justiz, die Staatsanwaltschaft sagt: Da gehen wir hinein zur Hausdurchsuchung und das wird mit­genommen!? – Da kann der Innenminister gar nichts machen. Er hat Ihnen aber die Fragen richtig beantwortet und gesagt, er hat sofort reagiert, dass das zurückkommt.

Sie behaupten jetzt von hier aus, dass es Listen in der Öffentlichkeit gibt. Sie schreiben es auch so nett dazu. Da möchte man schmunzeln, denn Sie schreiben, dass diese Dokumente der Hausdurchsuchung bereits in – unter Anführungszeichen – „falsche Hände“ gelangt sind. In Klammern schreiben Sie dann dazu: „(z.B. an JournalistIn­nen)“. – Bei Journalisten schreiben Sie „falsche Hände“ unter Anführungszeichen.

Ich sage Ihnen eines: Die An- und Ausführungszeichen braucht man gar nicht, es sind falsche Hände, da brauchen wir überhaupt nichts zu verniedlichen. Bei dem, was Sie mit Ihren journalistischen Milchbrüdern und -schwestern in Wirklichkeit aushecken, geht es um etwas ganz anderes, denn Sie wollen das sogar. Ich glaube, Sie sind so­gar ein Teil, der dafür sorgt, dass manches in den journalistischen Stuben landet, damit Sie, unfähig zu jeglicher Oppositionspolitik, diese journalistischen Blasen benützen kön­nen, um überhaupt Meter zu machen, ansonsten funktioniert es ja nicht. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Keck. – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.)

Des Weiteren haben Sie an Anfragebeantwortungen Folgendes bekommen: Der Innen­minister hat Ihnen zum wiederholten Male lückenlos in nicht öffentlicher Sitzung, in der Vertraulichkeit und auch hier Antworten darauf gegeben, wann was gemacht wurde. Er hat Ihnen ganz klar gesagt, wann er gehandelt hat, sodass manche Dinge, von denen Sie behaupten, dass sie in der Öffentlichkeit sind, gar nicht dort sind (Zwischenruf des Abg. Wittmann), außer es gibt tatsächlich undichte Stellen – undichte Stellen in den Apparaten des Innenressorts, undichte Stellen bei der Justiz oder sonst wo –; dann aber: Heraus damit, wo diese undichten Stellen sind!, denn das ist nichts anderes als etwas Kriminelles.

Genau das ist es, wo auch der Innenminister ansetzen muss: Wenn es kriminelle Handlungen in diesem Staat gibt, ist jeder von Ihnen, jeder in dieser Bundesregierung aufgefordert, das aufzuzeigen und zur Anzeige zu bringen. Es gibt ja auch bereits eine Anzeige gegen den Herrn Innenminister selbst wegen Amtsmissbrauchs; diese kommt aus diesem Haus, da wird man sehen, was herauskommt.

Eines vielleicht noch an die Liste Pilz gerichtet: Die Vorverurteilung durch die Liste Pilz und ihren Namensgeber – willkommen im Hohen Haus! – hilft über ein normales rechts­staatliches Urteil nicht hinweg; da können Zeitungen schreiben, was sie wollen, so weit sind wir in unserem Rechtsstaat schon noch entwickelt.

Ich möchte Ihnen aber noch eines sagen – und der Versuch, den Sie hier gemacht ha­ben, war ja auch sehr putzig –: In Wirklichkeit wollen Sie diese Bundesregierung mit ih­rer guten Arbeit treffen. Dazu stellen Sie sich sogar hierher und sagen in säuselndem Ton – ich habe fast die Träne der Rührung bemerkt –: Herr Innenminister Kickl (mit verstellter Stimme), schauen Sie doch bitte nach, was Ihre ÖVP-Vorgänger gemacht haben, was da drinnen ist, und wir werden schauen, was da herauskommt, schauen Sie doch bitte dort nach! (Abg. Krist: Ihre Darstellung ist reif für die Tschauner Büh­ne!) – Mein Gott, es ist doch entzückend, wie Sie versuchen, einen Keil in diese Bun­desregierung hineinzutreiben.

Machen Sie ruhig weiter so, betreiben Sie Geschichtsforschung! Diese Bundesregie­rung bewältigt die Probleme der Gegenwart und der Zukunft in dieser Republik, und dafür wird sie gewählt werden. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)

13.06


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Schieder zu Wort gemeldet. – Bitte.


13.06.16

Abgeordneter Mag. Andreas Schieder (SPÖ)|: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Abgeordneter Amon hat in seiner Rede mehrmals den Begriff „SPÖ-Par­teianwalt“ verwendet und gesagt, Rechtsanwalt Lansky sei der SPÖ-Parteianwalt. – Diese Behauptung ist falsch.

Ich berichtige daher: Anwalt Lansky ist nicht der Anwalt der SPÖ (Ruf bei der FPÖ: Wahrscheinlich kennen Sie ihn auch gar nicht!), er ist auch nicht derjenige, der die SPÖ vor Gericht oder in sonstigen Anwaltssachen vertritt, sondern richtigerweise neh­men das andere Anwälte dieser Republik wahr. (Abg. Wöginger: Da schau her!) Ich würde Sie daher ersuchen – auch wenn es Ihrer Polemik entspricht –, diesen Ausdruck nicht mehr zu verwenden, da er falsch ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Das glauben euch nicht einmal die eigenen Gemeinderäte! – Ruf bei der FPÖ – in Richtung Abg. Wöginger –: Gibt’s noch welche?!)

13.06


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Jetzt ist Herr Abgeordneter Strolz zu Wort gemel­det. – Bitte.


13.07.00

Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS)|: Herr Präsident! Sehr geehrte Regie­rungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Kolle­ge Rosenkranz fragt: Warum schon wieder das Thema BVT und Innenministerium? – Ja, Herr Rosenkranz, weil jede Woche zusätzliche Informationen ans Tageslicht kom­men und ganz offensichtlich ist, dass sich da ein breitflächiger Angriff auf die Sicherheit der BürgerInnen anbahnt.

Sie sagen, Herr „Innenminister Kickl kann, was er tut“. – Das ist das Problem: Was tut er? – Der Herr Innenminister ist mit der blauen Brechstange unterwegs, das ist sein Lieblingsinstrument, und er sagt sich in einer Art politischer Goldgräberstimmung: Wir krallen uns jetzt das Innenministerium! Das werden wir uns jetzt krallen, das gehört jetzt der FPÖ, so wie es sich früher die ÖVP gleichsam in ihr Eigentum einverleibt hat! Sie sagen: Der Wind steht gut, wir krallen uns jetzt diese lästigen Ermittler im Verfas­sungsschutz, die gegen rechtsextreme Umtriebe unterwegs waren! Und mit der blauen Brechstange in der Hand sagen Sie: Wir krallen uns die Daten, damit da endlich Ruhe ist, damit diese lästigen Ermittler endlich wissen, wo der politische Herrgott wohnt! – Das ist die Botschaft, die Sie mit dieser völlig überschießenden Hausdurchsuchung zu überbringen versucht haben.

Herr Goldgruber, die rechte Hand des Innenministers, war bei der Einsatzbesprechung mit dabei. Das ist an und für sich schon sonderbar, aber man würde erwarten, dass er, wenn ein Generalsekretär des Innenministeriums bei einer solchen Einsatzbespre­chung dabei ist, schon ein Stück weit das Sensorium für die dort laufenden Einsatzdy­namiken schärft, dass man sagt: Okay, schauen wir, was wir dort mitnehmen!

Das ist ja das Beklemmende: Was wurde alles mitgenommen? – Es steht natürlich der Verdacht im Raum, dass bewusst hingegriffen wurde, um eine klare Botschaft zu sen­den. Sie, Herr Innenminister, haben mit der Brechstange versucht, den Chef des BVT, des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, aus dem Amt zu hebeln. Die Botschaft sollte sein: Keiner in diesem Land kann sich mehr sicher sein, wir nehmen gleich den Stier bei den Hörnern und feuern den Chef! Sie haben mit der Brechstange versucht, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter aus den Reihen des Verfassungs­schutzes, aber natürlich auch in anderen Sicherheitsdiensten einzuschüchtern.

Die Botschaft, die Sie überbringen wollten, war: Keiner soll sicher sein! Wir können in euer Wohnzimmer kommen, wir können euch jederzeit kriminalisieren! – Das war die Botschaft, die Sie überbringen wollten, und die ist auch angekommen. Sie hebeln mit der Brechstange die Selbstzensur in die Sicherheitsdienste, auch um den Preis der völ­ligen Verunsicherung. Keiner soll mehr aufmucken gegen die FPÖ – das ist das Ziel hinter diesen Maßnahmen, und es ist ein Stück weit auch gelungen, es zu erreichen, wie man feststellen muss, wenn man sieht, wie verschüchtert, wie bedroht sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen. Wenn sich der Reihe nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter melden und sagen: Ich fühle mich in meiner leiblichen, körperlichen In­tegrität bedroht (Abg. Herbert: Bei wem melden sich diese Mitarbeiter? – Abg. Bela­kowitsch: Melden sich die bei Ihnen?), ich bin an Leib und Leben bedroht!, dann ist das die Wahrnehmung der Mitarbeiter, und das sollten Sie nicht vom Tisch wischen. (Abg. Belakowitsch: Bei Ihnen melden sich die Mitarbeiter?)

Wie sollen sich – wie stellen Sie sich das vor, Herr Innenminister? – da weitere Men­schen für die so wichtigen Aufgaben im Verfassungsschutz melden, wenn bei diesem Einsatz laut Einsatzbesprechung die Zentrale Quellenbewirtschaftung mitgenommen wurde, also jene Datenbank, in der auch alle Ermittler und verdeckten Ermittler erfasst sind, wenn auch Mailserver mitgenommen wurden, wenn die gesamte Neptun-Kommu­nikation – das ist jene mit ausländischen Geheimdiensten – aus den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 mitgenommen wurde? Haben Sie das in der Vorbespre­chung beauftragt, wurde darauf hingewiesen? – Das ist ja verrückt! Das sind alles Din­ge, die jetzt aus dem BVT kommen, das sind Nachrichten, die uns erreichen (ein Schriftstück mit geschwärzten Textstellen in die Höhe haltend), und in denen natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selber sagen: Das ist der Wahnsinn! (Abg. Rosen­kranz: Das ist ja geschwärzt!)

Da heißt es etwa: „Es tut mir leid, dass ich euch vor dem Wochenende noch eine schlechte Nachricht übermitteln muss“. – Natürlich hielten die das (den erwähnten Aus­druck neuerlich in die Höhe haltend) auch für einen Wahnsinn, was da alles wegge­schafft wurde und dass dann über Wochen die Daten irgendwo herumgekugelt sind. (Abg. Neubauer: Nicht irgendwo!) Dieses Mail kam intern am 23. März – die Haus­durchsuchung war am 28. Februar!

Das heißt, da stimmt so vieles nicht zusammen, Herr Innenminister – und Sie wissen, ich habe Ihnen auch in den ersten Wochen danach noch differenziert die Stange ge­halten (Abg. Rosenkranz: Die Brechstange!), aber als immer klarer wurde, dass es sich bei Ihrem Einsatzinstrument um eine Brechstange handelt, habe ich einfach mein Vertrauen verloren, das muss ich ganz klar sagen. Ich bin keiner, der da für Schnell­schüsse geeignet ist, denn ich denke, ein Misstrauensantrag gegen einen Minister ist ein schweres Geschütz, aber mit dem, was Woche für Woche herauskommt, nötigen Sie uns geradezu dazu, dass wir Ihnen das Misstrauen aussprechen. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz sowie Bravoruf bei der SPÖ.)

Ich glaube, es ist Zeit, dass Sie entweder anerkennen, dass Sie die Dinge nicht im Griff hatten – das wäre die positivste aller Interpretationen; dann haben Sie die Verantwor­tung zu tragen und Ihr Amt niederzulegen –; oder, wenn Sie hier mutwillig solche Maß­nahmen vorantreiben, dann sind Sie ohnehin der Falsche. Ich glaube, das sollten na­türlich auch der Bundeskanzler und der Vizekanzler erkennen. Von denen hört man gar nichts, die drücken sich da weg, und angesichts der Art, wie sie sich wegdrücken, muss ich zur Erkenntnis kommen: Sie haben die Hand mit auf dieser blauen Brech­stange, sie haben die Hand mit auf der Brechstange! (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie des Abg. Noll.)

Hätten Kurz und Strache die Hand nicht mit auf der Brechstange, dann müssten sie diesen Innenminister seines Amtes entbinden (Abg. Rosenkranz: Aber so ein Blöd­sinn!), weil es einfach nicht reicht. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Richtig so! Bravo!)

Abschließend ein Beispiel: Es gibt den Fall Lorenz K., ein radikalisierter Jugendlicher. In Deutschland wurde er natürlich vom Bundesamt für Verfassungsschutz beschattet. Er ist dann nach Österreich ausgereist, und das wurde auch von den deutschen Behör­den so zugelassen, allerdings haben sie den österreichischen Behörden die Informa­tion mitgegeben: Das ist ein junger Radikalisierter, der im Netz auch andere Jugendli­che radikalisiert! – Das sind jene Menschen, die dann unsere Sicherheit bedrohen, ganz konkret in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck oder in der Mariahilfer Straße in Wien. Das ist ganz konkret! Diese Informationen bekommen wir aber nur, wenn wir auch gewährleisten können, dass wir sorgsam damit umgehen. Dieses Versprechen haben Sie gebrochen.

Es wäre Ihre ureigenste Aufgabe, Herr Innenminister, die Sicherheit der Menschen zu schützen (Abg. Rosenkranz: Das tut er!) und sie nicht zu gefährden. Sie sind inner­halb von sechs Monaten zum größten Sicherheitsrisiko für die Bürgerinnen und Bürger (Abg. Rosenkranz: Im Gegenteil!) dieses Landes geworden. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Im Gegenteil! Fragen Sie einmal die Bürger!)

13.15


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Pilz. – Bitte.


13.15.17

Abgeordneter Dr. Peter Pilz (PILZ)|: Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Neubauer: Sie sind kein Kollege! – Rufe bei ÖVP und FPÖ: Wir sind keine Kollegen! Sie haben keine Kollegen!) Sehr geehrter Herr Innenminister! Ich bin äußerst dankbar für diese Dringliche Anfrage, insbesondere für die Frage 28. Die Frage 28 lautet: „Wann wurde Preiszler bzw. die EGS für ihren möglichen Einsatz durch wen das erste Mal kontak­tiert?“ Darauf antwortet der Innenminister – und wir haben noch einmal nachgefragt –: „am 21. Februar 2018“.

Wann war die Hausdurchsuchung, die kurzfristig angeordnet und nur mit einem Jour­nalrichter, der praktisch aus dem Bett geholt werden musste, mitten in der Nacht durch­geführt wurde? – Am 28. Februar, eine Woche später.

Was ist da eigentlich passiert? – Eine Woche vorher hat man in der EGS gewusst, dass diese Aktion gegen das BVT vorbereitet wird (Abg. Rosenkranz: Das ist auch falsch! Das ist falsch!), und bis heute hat man uns vorgespielt, dass man in der Nacht einen Journalrichter wecken musste, um eine dringliche Aktion durchzuführen (Abg. Ro­senkranz: Nein! Falsch! – Das kapiert ihr nicht!), die man nicht früher mit einem ganz normalen Richter, dem man schriftlich alles vorlegt, durchgeführt hat. (Beifall bei der Liste Pilz.)

Ich sage Ihnen, der erste spannende Punkt lautet: Hätte man bereits am 21. Februar einen Richter informiert, dann hätte er gesagt: Na legen Sie mir etwas schriftlich vor, so wie es üblich ist! Zeigen Sie uns, was vorliegt! Zeigen Sie uns die Sachbeweise, zeigen Sie uns die Zeugenaussagen! – Das konnte man nur auf eine Art und Weise vermei­den: indem man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Journalrichter bemüht, der – und das ist dem Protokoll und den Akten zu entnehmen – darauf verzichtet hat, sich die Akten, die Unterlagen und die belastenden Aussagen vorlegen zu lassen (Abg. Ro­senkranz: Da war aber schon ein Staatsanwalt dazwischen, gell? Das lassen Sie aus, den Staatsanwalt!), und sich nur darauf verlassen hat, was ihm die Staatsanwältin am Telefon gesagt hat. (Abg. Rosenkranz: Ach ja, genau, die Staatsanwältin des Innenmi­nisteriums!) – So ist es zu dieser Hausdurchsuchung gekommen.

Bei mir haben sich Kollegen aus dem Innenministerium und aus der EGS gemeldet (Ruf bei der FPÖ: Sie haben ja keine Kollegen im Innenministerium!), und ich habe in den letzten Tagen mit ihnen Gespräche geführt. (Abg. Winzig: Das sind keine Kolle­gen!) Sie haben mir erzählt, dass in der EGS Beamte unter der Führung, unter der Leitung, der freiheitlichen Leitung der EGS bereits eine Woche lang alles vorbereitet haben.

Jetzt frage ich: Hat der Innenminister davon nichts gewusst? (Abg. Drozda: Im Nach­hinein!) Hat der Generalsekretär nichts davon gewusst? (Abg. Drozda: Im Nachhinein hat er ...!) Haben die freiheitlichen Spitzenfunktionäre nichts davon gewusst?

Wissen Sie, was passiert ist? – Die einzigen sachkundigen Einheiten für derartige Ein­sätze finden sich im Bundeskriminalamt, in den Landeskriminalämtern und im Bundes­amt für Verfassungsschutz. Natürlich kann man nicht das Bundesamt für Verfassungs­schutz beauftragen, bei sich selbst Ermittlungen durchzuführen (Abg. Rosenkranz: Na ja, Kollege Pilz, bei Ihnen?), aber die hoch spezialisierten Beamten und Beamtinnen des Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter jederzeit – die hatten aber kei­ne freiheitliche Führung. Eine Woche vor dieser Aktion war nur eines klar: Die einzige Einheit mit einer verlässlichen freiheitlichen Führung ist die EGS, eine Einheit zur Be­kämpfung der Straßenkriminalität, die in Beserlparks Dealer jagt (Ruf bei der FPÖ: Die Grapscher!), aber nicht geeignet ist – in keinerlei Hinsicht –, den Verfassungsschutz auf mögliche Gesetzesbrüche und mögliche Leaks zu untersuchen. (Abg. Neubauer: Selbstdarsteller!)

Das, Herr Bundesminister Kickl, wollen wir von Ihnen wissen: wie hier von langer Hand mit freiheitlichen Vertrauenspersonen an der Spitze der EGS dieser Überfall auf den österreichischen Verfassungsschutz unter der Führung der Freiheitlichen Partei vorbe­reitet und durchgeführt wurde. Das wollen wir wissen! (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rosenkranz: Die erste Besprechung war 1837!) Das wollen wir wissen, und deswegen gibt es den Untersuchungsausschuss. Sie können uns heute Geschichten aus Ihrer Ideenschmiede ohne Ende erzählen. In ein paar Monaten schaut es anders aus, denn dann stehen Sie unter Wahrheitspflicht und wir werden genau diese Fragen wiederholen. (Ruf bei der FPÖ: ... Wahrheitspflicht des Herrn Abgeordneten Peter Pilz!)

Gerade deshalb ist es so wichtig (Zwischenrufe bei der FPÖ), dass es parlamentari­sche Kontrolle und dass es diesen Untersuchungsausschuss gibt (Abg. Rosenkranz: Der Immunitätsflüchtling!), bei dem alle Abgeordneten der Opposition gemeinsam für Aufklärung sorgen werden. (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rosenkranz und Belakowitsch.)

So, und nun kommen wir zum nächsten Punkt: Was ist passiert? (Abg. Rosenkranz: Welcher Virus ist denn da jetzt im Umlauf?) – Wechseln wir einmal nach Graz, ich be­richte Ihnen nun aus Graz. (Abg. Rosenkranz: Ist dort auch ein Virus?) Salafisten-Mo­scheen geschlossen – das ist ja eine Kabarettnummer! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) In Graz gibt es acht gefährliche bosnisch-salafistische Moscheen, aber – ich re­de dort immer wieder mit Leuten vom Verfassungsschutz und der Kriminalpolizei – null Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz (Abg. Rosenkranz: Sie sollten mal mit Ihren Richtern reden!), die die Kapazitäten haben, diese gefährlichen Moscheen, in denen Dschihadisten ihre Versammlungen abhalten, zu überwachen. Und wissen Sie, warum? – Weil es zu wenig Personal gibt.

Ich sage Ihnen eines: Dschihadisten fürchten sich weder vor Pferden noch vor freiheit­lichen Parteibüchern. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.) Dschihadisten fürchten sich aus­schließlich vor gut ausgebildeten Beamten und Beamtinnen des Verfassungsschutzes (Zwischenruf bei der SPÖ), und genau die kriegen sie nicht. – Na, wollen Sie nun ein Pferd zur Salafisten-Moschee schicken oder ein Kamel? Das wird nichts nutzen, Herr Bundesminister Kickl, das wird nichts nutzen! Bei Ihnen – und das ist das Problem (Zwi­schenruf bei der FPÖ) – können sich Salafisten aller Art sicher fühlen.

Seit über einem Jahr liegt bei der Wiener Vereinsbehörde – Polizeidirektion Wien – ei­ne Anzeige zur Auflösung von Atib. Atib ist die religiöse Speerspitze der Erdoğan-Pro­vokateure in ganz Österreich. (Abg. Haider: Da schau her, wirklich?!) Das Innenminis­terium tut nichts. Seit mehr als einem Jahr wissen wir, dass in Millî-Görüş-Moscheen – das ist die türkische Variante der Muslimbruderschaft – durchaus Bemerkenswertes vor­geht. Seit einem Jahr wissen wir, wie Provokateure aus diesem Bereich Daten über ös­terreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit türkischen oder kurdischen Wur­zeln an den türkischen Geheimdienst weitergeben. Nach wie vor werden österreichi­sche Staatsbürger an türkischen Flughäfen verhaftet. – Nichts wird vom Innenminister unternommen und nichts wird von der Außenministerin unternommen, um Schutz zu bieten, um dem türkischen Geheimdienst MİT und dem Moscheenverband Atib, der von Ankara aus gesteuert wird, das Handwerk zu legen und österreichische Staatsbür­gerinnen und Staatsbürger zu schützen – nichts passiert.

Da gibt es einen großen Erdoğan-Wirbel, aber wenn es dann um die mächtigen, gut vernetzten und gut finanzierten Erdoğan-Vereine geht, dann ist der Innenminister plötz­lich von der Bildfläche verschwunden, dann gibt es Scheinaktionen vor Moscheen, mit denen einzelne Medien bedient werden. Dahinter ist nichts, und das ist der Punkt, Herr Bundesminister Kickl!

Es geht um die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Die Österreicherin­nen und Österreicher wissen, dass es die Gefahren des Rechtsextremismus gibt, dass es die Gefahren vonseiten des Dschihadismus und des radikalen politischen Islams gibt. (Abg. Rosenkranz: Und?) Sie wissen heute auch eines: Es gibt keinen Verfas­sungsschutz, auf den wir uns verlassen können. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Das Extremismusreferat ist durch den freiheitlichen Überfall auf das BVT ruiniert wor­den (Abg. Rosenkranz: Fehlt da was?), es ist handlungsunfähig. Das BVT ist nicht in der Lage, uns zu schützen, weil es nicht in der Lage ist, aufzuklären. Sie, Herr Bundes­minister Kickl, verantworten das (Zwischenruf bei der FPÖ), Sie gemeinsam mit der EGS und den freiheitlichen Funktionären im Innenministerium! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Ich bekomme täglich Hinweise, wie die Umfärbungen im Innenministerium und im Ver­fassungsschutz weitergehen. Die Beamtinnen und Beamten melden sich bei mir (Zwi­schenruf bei der ÖVP) sowie bei Journalistinnen und Journalisten. Alle Alarmglocken dieser Republik läuten (Zwischenrufe bei der FPÖ), nur der Innenminister ist taub, weil ihn nicht die Sicherheit der Republik Österreich interessiert, nicht die Sicherheit der Ös­terreicherinnen und Österreicher, sondern schlicht und einfach nur, wie man aus einem schwarzen Geheimdienst einen freiheitlichen Geheimdienst machen kann. Das ist der entscheidende Punkt.

Nehmen Sie endlich zur Kenntnis, Herr Innenminister Kickl – solange Sie noch Innen­minister sind; ich hoffe, das ist bald vorbei (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ) –, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung eine Einrich­tung der Republik Österreich und nicht der Freiheitlichen Partei ist. (Abg. Höbart: Wä­ren Sie nur in der Pension geblieben, meine Güte!)

So, und nun sage ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas Positives über Dr. Schüs­sel – in politischer Hinsicht –: Dr. Schüssel war im Jahr 2000 mit einer freiheitlichen For­derung konfrontiert, denn Jörg Haider hat von ihm verlangt: Wir wollen das Innenminis­terium für die FPÖ! – Schüssel hat damals in den Koalitionsverhandlungen gesagt: Nein, die Freiheitliche Partei kann alles Mögliche haben (Zwischenruf der Abg. Belako­witsch) – und leider haben Sie das Finanzministerium gekriegt und gewaltigen Scha­den angerichtet (Abg. Höbart: Peter Pilz war bei den Verhandlungen dabei!) –, aber das Innenministerium bekommen Freiheitliche mit ihren Kontakten in den organisierten Rechtsextremismus hinein nicht! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)

Das war damals klar. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Dazu ist der derzeitige Bundeskanzler Kurz leider nicht in der Lage. Ich bedaure das zutiefst. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ.)

13.25


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Ich begrüße auf der Galerie die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Hörbranz aus dem Ländle recht herzlich bei uns. – Herz­lich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)

Als Nächste ist Frau Abgeordnete Lueger zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Martin Graf: Jetzt weint er auch noch dem Strasser nach, das darf doch nicht wahr sein! – Abg. Pilz – in Richtung des Abg. Martin Graf –: Lieber Strasser als Olympia!)


13.26.14

Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ)|: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Die Damen und Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mei­nen Schwerpunkt auf die Kolleginnen und Kollegen, die bei Ihnen im BVT arbeiten müs­sen – zuerst durften, nun müssen –, legen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.)

Wenn ein Anwalt im Vorfeld dieser Sitzung ein Schreiben an die drei Nationalratsprä­sidenten schickt, dass Leib und Leben seines Mandanten und dessen Familie bedroht sind und wir ihn hier nicht erwähnen sollen, sollte uns das, meine Damen und Herren, schon zu denken geben. Das sollte darüber zu denken geben, wie mit dieser Angele­genheit umgegangen wird.

Gestern ist im „Profil“ ein Sitzungsprotokoll erschienen. Ja, es stimmt, dass das von ei­ner Dienstbesprechung im Justizministerium ist. (Abg. Rosenkranz: Der Kickl ist schuld!) Dort hat aber auch Generalsekretär Pilnacek mit vielen anderen, die in die gesamte Sache involviert sind, gesagt, dass er eigentlich darüber entsetzt ist, dass Dienstwege nicht eingehalten werden, und dass der Ausgangspunkt dieser ganzen Misere die Haus­durchsuchung vom 28. Februar war.

Diese Hausdurchsuchungen – sowohl im BVT als auch in den Privatwohnungen – wa­ren auf ein Konvolut von nebulosen Vorwürfen und auf unscharfe Aussagen von Belas­tungszeugen gestützt, aber sie waren auch von Ihrem Generalsekretär Peter Goldgru­ber gestützt, der einerseits den Dienstweg nicht eingehalten hat und andererseits auch die Zusammenarbeit mit anderen - - (Ruf bei der ÖVP: Mehr Emotion!) – Emotion brau­che ich nicht, die Sachlichkeit, glaube ich, bringt es mehr. (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.)

Wenn die Oberstaatsanwaltschaft nicht in diesen Fall eingebunden wird, weil deren Leiterin mit einem hohen Beamten des BMI verheiratet ist, dann sagt das einiges aus. Und Sie, Herr Minister, haben heute selber in der Beantwortung gesagt, dass die EGS und deren Vorgesetzter Preiszler eine Woche vor der Durchführung der Razzia davon wussten. Das haben Sie heute in Ihrer Beantwortung selber gesagt. (Abg. Rosen­kranz: Das ist jetzt echt schwierig, ihr müsst mit Flipcharts arbeiten, sonst geht es nicht!) Die Justiz hat enorme Mengen an hochsensiblen Daten, Kommunikationsplatt­formen und Ermittlungsdaten betreffend Rechtsextremismus beschlagnahmt. Die IT-Beauftragten sagen selbst, dass das ein Angriff von innen sei – es sei ein „STASI Kri­mi“ und wir haben einen sogenannten „RECHTSstaat“.

Nun liegt die komplette Kopie des BVT-Ermittlungsaktes bei mehreren Medien auf. (Abg. Rosenkranz: Der gesamte?) Interne Briefe von BVT-Ermittlern zeigen, was die­se Razzia angerichtet hat (Abg. Rosenkranz: Der gesamte Akt?): Der Nachrichten­dienst ist schwer beschädigt, Datenbanken wurden beschlagnahmt, und die Ermittler fühlen sich unter Druck gesetzt.

Wenn die Beschlagnahmung der ZQB-Datenbank eine höchst lebensgefährliche Sache für die Zuträger des BVT ist, wenn jene des Netzwerks Neptun von 2013 bis 2017 dazu führt, dass die europäischen Sicherheitsbehörden ihre Informationen nicht mehr weiter­geben, keine Informationen mehr liefern können, dann, denke ich mir, kann das nicht im Sinne des BVT sein.

Es gibt eine große Verunsicherung der Mitarbeiter. Die Arbeit ist massiv erschwert. Welche Rolle aber spielt das Innenministerium in der ganzen Misere? Was führt der Generalsekretär im Schilde und wie ist er involviert? Wie sind seine Mitarbeiter invol­viert? Wie sieht es mit den Vorwürfen in diesem Aktenkonvolut aus? Es gibt Zeugen, die vermittelt werden. Es gibt Zeuginnen, die bei der Staatsanwaltschaft aussagen, dass sie nicht einmal wissen, warum sie da sind – sie wurden vorgeladen. (Abg. Ro­senkranz: Das ist oft so bei Zeugen, das sagt man ihnen erst, wenn sie da sind!) Und im Ermittlungsakt selber, der mehreren Medien vorliegt, sind Dutzende BVT-Mitarbeiter mit Namen und Adressen angeführt, was gefährliche Konsequenzen hat.

Sie, Herr Bundesminister, haben als Bundesminister eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – deren Erfüllung vermisse ich total. Das Ge­genteil ist der Fall: Sie liefern Ihre Mitarbeiter aus, Sie schauen nicht auf sie und Sie lassen sie im Stich.

Und wenn ich mir dann anschaue, wie Sie weiter vorgehen: Gerade ist die Meldung he­reingekommen, dass die dritte Suspendierung ebenfalls aufgehoben wurde. – Auf Ba­sis welcher Grundlage arbeiten Sie? Was bedeutet das für jeden einzelnen Österrei­cher und jede einzelne Österreicherin?

Der Rechtsstaat ist in Gefahr – Sie, Herr Minister, sind daran schuld, Sie tragen die Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić.)

13.31


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Jachs. – Bitte.


13.31.51

Abgeordnete Mag. Johanna Jachs (ÖVP)|: Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minis­ter! Sehr geehrte Staatssekretäre! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Vor allem aber liebe Kolleginnen und Kollegen! Stellen wir doch das Gemeinsame in dieser Debatte vor das Trennende: Uns allen geht es um Aufklärung. (Ruf bei der SPÖ: Allen?!) – Ja, allen. Um diese Aufklärung zu erreichen, braucht es vor allem eines, nämlich Sachar­beit. Lassen Sie uns konstruktiv und akribisch arbeiten! Eine mediale Show zu veran­stalten, trägt sicher nichts zur Sacharbeit bei. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Die Zeit im Untersuchungsausschuss wird bestimmt sehr intensiv für uns alle. Ich dan­ke der Parlamentsdirektion, die bereits mit Hochdruck daran arbeitet, die Akten herbei­zubringen, damit wir diese dann im Sommer durchleuchten und analysieren können, damit wir uns vor allem um eines kümmern können: um seriöse Aufklärungsarbeit.

Ich verstehe unsere parlamentarische Aufgabe so: Wir sollen im Untersuchungsaus­schuss die politische Verantwortung klären. Gleichzeitig müssen wir aber auch das BVT weiterhin unterstützen, denn es kann nicht sein, dass unser Staatsschutz in Verruf gerät. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Wir müssen dafür Sorge tragen, dass es weiterhin ordentlich arbeiten kann und international nicht in Verruf gerät. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Angesichts dessen, was man in den letzten Wochen in den Zeitungen lesen konnte, ist für mich auch klar, was im Fokus unserer Untersuchungen stehen muss, nämlich die Vorgänge in der Staatsanwaltschaft. Es wurde schon ausgeführt, dass da einige Vor­gänge komisch erscheinen, daher müssen wir das durchleuchten. Da müssen wir an­setzen. (Abg. Rosenkranz: Brauchen wir nicht, da ist eh der Innenminister dran schuld!)

Heute sind wir – zumindest zu einem großen Teil – lediglich mit Halbwissen aus den Medien ausgestattet, daher erscheint mir diese heutige Debatte eher wenig sinnvoll, vor allem auch, weil sie so emotionsgeladen ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Und, liebe Kolleginnen und Kollegen – ich blicke da in die vorletzte Reihe (in Richtung Abg. Pilz deutend) –, ich lade alle Hobbydetektive unter Ihnen ein: Gehen Sie noch einmal in sich und werden Sie sich der Verantwortung bewusst, die wir hier als Politiker tragen! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Ich habe in den letzten Wochen mit sehr vielen Menschen über den Fall BVT gespro­chen. Ich kann Ihnen sagen, dass die Menschen da draußen ein hohes Interesse an dieser Aufklärung haben – und die österreichische Bevölkerung hat ein gutes Gespür dafür, wer für Sacharbeit steht (in Richtung ÖVP deutend) und wem es nur um persön­liche Inszenierung und medialen Wirbel (in Richtung Oppositionsparteien deutend) geht. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Ich jedenfalls weiß, wo ich stehe, ich weiß, wo die Volkspartei steht (Zwischenruf bei der Liste Pilz): Wir stehen für Sacharbeit, für den Schutz Österreichs und für die Si­cherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ohne parteipolitisches Hickhack. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

13.35


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Abge­ordneter Gudenus. Ich erteile ihm das Wort.


13.35.28

Abgeordneter Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S. (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Innenminister! Frau Staatsekretärin! Herr Staatsekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Zuseher! Zuerst einmal ein paar grundsätzliche Worte: Ich bin hier vor einem halben Jahr als Abgeordneter einer Regierungspartei an­gelobt worden. Ich habe es mir zu Herzen genommen, die Opposition ernst zu neh­men, weil ich selbst jahrelang als Oppositionspolitiker im Wiener Rathaus gesessen bin – Gemeinderat und Landtag – und auch ernst genommen werden wollte. Die Kon­trolle muss man ernst nehmen, denn das ist eine wichtige Sache. (Zwischenruf des Abg. Pilz.) Allerdings, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, ist es wirklich schwer, Sie heute ernst zu nehmen. Es fällt wirklich schwer, Sie ernst zu nehmen, wenn man sich die Ausführungen von Herrn Jarolim, Herrn Strolz, Herrn Krai­ner oder Herrn Pilz anhört. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.)

Herr Pilz ist heute angelobt worden und hat in seiner eher ungenießbaren Rede (Zwi­schenruf bei der Liste Pilz) davon gesprochen, dass manche Leute der Wahrheits­pflicht entkommen wollen, und zwar jener Herr Pilz, der noch letzte Woche, einen Tag vor seiner Rückkehr in die Politik, plötzlich krank geworden ist und einen Prozesster­min abgesagt hat (Zwischenruf des Abg. Rädler); er steht wegen diverser Vorwürfe vor Gericht. (Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) Gerade Sie, Herr Pilz, sprechen davon, dass Leute hier der Wahrheitspflicht entkommen wollen? (Zwischenruf des Abg. Pilz.) Herr Pilz, das ist nicht ernst zu nehmen! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Und wenn Sie, Herr Pilz - - (Abg. Rosenkranz: Immunitätsflüchtling!) – Ja, darum geht es, Sie sind – vollkommen richtig – ein Immunitätsflüchtling. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie sind ein Justizflüchtling, Sie fliehen vor drei Verfahren gegen Sie. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Sie flüchten sich ins Mandat (Zwischenruf des Abg. Rädler), kommen hier heraus und schütten die erfolgreichste Regierung der Zweiten Republik (Heiterkeit bei SPÖ und Liste Pilz) und den erfolgreichsten Innenminister der Zweiten Republik an. Das kann es wohl nicht sein, Herr Pilz! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Und, Herr Pilz, ich habe eine persönliche Bitte an Sie (Zwischenruf des Abg. Vogl): Verwechseln Sie bitte nicht das Hohe Haus mit einer Selbsthilfegruppe (Zwischenruf bei der SPÖ), verwechseln Sie bitte nicht das Mandat im Hohen Haus mit einem The­rapieplatz für gekränkte Eitelkeit, mit einem Therapieplatz für übersteigerte Egomanie und mit einem Therapieplatz für – vielleicht – lockere Hände und Finger, wie Sie sie
in der Vergangenheit gezeigt haben. (Abg. Rädler: Der Platz ist besetzt!) Verwech-
seln Sie das Hohe Haus nicht damit! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der
Abg. Holzinger-Vogtenhuber.)

Ich komme nun zur Dringlichen Anfrage, die vom Herrn Innenminister beantwortet wor­den ist: Alleine der Titel (Zwischenruf bei der SPÖ), „Innenminister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“, ist ein Widerspruch in sich selbst. Der erfolgreichste Innenminister der Zweiten Republik sorgt für Sicherheit. (Zwischen­rufe bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Alleine der Titel, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist in der Qualität nicht nur mangelhaft, sondern eine contradictio in se. – Dan­ke, Nicht Genügend, setzen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)

Dieser Innenminister, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat ein halbes Jahr ge­braucht, um die Sicherheit wiederherzustellen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dieser In­nenminister hat ein halbes Jahr gebraucht, um die Verfehlungen, die Sie in den letzten Jahren unter dem roten Bundeskanzler begangen haben, zu beheben, um wieder Si­cherheit herzustellen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dieser Innenminister sorgt dafür, mehr als 4 000 zusätzliche Polizistenstellen in Österreich zu schaffen. Das ist al­so der Innenminister, der für mehr Sicherheit in Österreich sorgt (Zwischenruf des Abg. Krainer), und das ist gut so, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Das ist der Innenminister, der für 250 Millionen Euro mehr im Budget sorgt, um für mehr Sicherheit und für Terrorismusbekämpfung einzutreten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist der Innenminister, der es möglich macht, gegen radikale Moscheen und Hassprediger in Österreich vorzugehen und die Leute auszuweisen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das ist der Innenminister, der dafür sorgt, dass eine falsche Willkommens­kultur, die in Österreich völlig fehlgeschlagen ist, in eine Verabschiedungskultur umge­wandelt wird, meine sehr geehrten Damen und Herren, in eine Abschiebungskultur. Das ist unser Innenminister, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Das ist der Innenminister, der zum ersten Mal dafür sorgt, dass sich auch Innenminis­ter des Balkans, des Westbalkans und sonstiger europäischer Länder zusammentun und dafür sorgen, dass diverse Flüchtlingsrouten geschlossen werden, dass illegale Migration nach Mitteleuropa schon vorher gestoppt werden kann, damit die Leute nach Möglichkeit erst gar nicht vor unserer Grenze landen müssen. (Abg. Scherak: Zur Sache!) Und wenn es so weit käme, dann ist das der Innenminister, der dafür sorgt, dass eine neue Grenzschutzeinheit namens Puma aufgestellt wird, die im Juni schon zum ersten Mal gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium probeweise zeigen kann, was sie kann.

All das steht im besten Regierungsprogramm der Zweiten Republik geschrieben. (Zwi­schenruf bei der SPÖ.) Wir sorgen für mehr Sicherheit, für mehr Sicherheit für Frauen, für Kinder, für Senioren, für die Menschen in unserem Land. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

13.40


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Kris­per. – Bitte. (Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ.)


13.41.05

Abgeordnete Dr. Stephanie Krisper (NEOS)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr ge­ehrter Herr Innenminister! Alle Befürchtungen, die die NEOS in der Causa hatten, ha­ben sich bestätigt. (Abg. Belakowitsch: Reden Sie einmal! Sie lesen alles runter!) Ich bin wirklich wütend, auch aufgrund Ihrer heutigen Antworten, die das Ganze noch schlimmer erscheinen lassen. Ich bin auch wütend auf Bundeskanzler Kurz, der sich zur Causa nicht äußert, sondern durch die Welt reist. (Abg. Rosenkranz: Eine Wutbür­gerin!)

Hier geht es nicht um das normale Geschehen Opposition gegen Regierung, hier geht es um eine Sache, die brandgefährlich für unser Land ist. Hier geht es um das, was Sie zu verteidigen behaupten: Rechtsstaat und Gewaltentrennung. (Abg. Kitzmüller: Ihr gefährdet die Sicherheit!) Genau Sie haben den Rechtsstaat missbraucht, Sie haben missbraucht, dass wir eine Staatsanwaltschaft haben, die eine Ermittlungspflicht hat, wenn Vorwürfe vorliegen. (Abg. Martin Graf: Das ist eine Kollegin vom Pilz!) Sie haben mit Generalsekretär Goldgruber einen hyperaktiven Pseudostaatsanwalt ins Rennen geschickt. Sie haben die Staatsanwaltschaft vor Ihren Karren gespannt.

Heute ist ein Widerspruch in den Aussagen zum Timing Ihrer Agitation zutage getreten, nämlich die Tatsache, dass der Generalsekretär Kontakt mit der WKStA aufgenommen hat, um das Dossier zu übergeben. Heute haben Sie gesagt – Antwort auf Frage 17 –, Sie haben keinen Auftrag dazu gegeben. In der ersten Dringlichen Anfrage haben Sie geantwortet: „Ich habe den Generalsekretär mit der Prüfung, der Beurteilung und der weiteren Veranlassung beauftragt.“ – Hier ist Ihr erster Widerspruch.

Zum Timing Ihrer Agitation: Sie haben Generalsekretär Goldgruber in dem Moment be­auftragt, als die Wiederbestellung von BVT-Chef Gridling nicht mehr zu verhindern war – außer man könnte ihm etwas anhängen. Das spricht schon Bände.

Da ist aber noch ein Skandal, nämlich das, was auch Generalsekretär Pilnacek aus dem Justizministerium als Skandal bezeichnet, dass nämlich Ihr Generalsekretär tätig wird. Da gibt es eine Unwahrheit seitens Ihres Generalsekretärs, der evident als Anzeiger aufgetreten ist – so steht es auch im Protokoll des BMJ –, aber in den Medien – auch Mitte März wieder – immer verkündet hatte, es sei Unfug, dass er als Anzeiger aufge­treten sei. Dass er das tat ist – wie gesagt, so sieht es auch Generalsekretär Pilnacek aus dem BMJ, den wir für seine Sachlichkeit schätzen – ein Skandal. Er sagt explizit, dass eine direkte Kontaktaufnahme des Generalsekretärs des Innenministeriums mit der Staatsanwältin ein Skandal sei; das heißt, ich bin mit dieser Ansicht wahrlich nicht alleine. Der höchste Beamte des Justizministeriums selbst, den man für seine sachli­che Ausdrucksweise schätzt, sieht das genauso.

Was steht noch im Besprechungsprotokoll? – Generalsekretär Goldgruber trat natürlich im Zusammenhang mit seiner beruflichen Stellung auf, das heißt, mit der ganzen Auto­rität als Generalsekretär des Innenministeriums, um ein im Wachkoma befindliches Verfahren in Ihrem Interesse wiederzubeleben. Warum in Ihrem und in welchem Inter­esse genau? – Im Interesse, BVT-Chef Gridling zu kriminalisieren und loszuwerden und im BVT ordentlich umzurühren.

Es musste noch mehr passieren als dieses Anzeigen. Am 19. Dezember unterzeich­nete nämlich unser Bundespräsident die Bestallungsurkunde des Direktors. Es musste mehr passieren. Wer tritt nun auf den Plan? – Generalsekretär Goldgruber, der am Tag darauf die Staatsanwaltschaft kontaktiert und Zeugen ankündigt. Wer tritt jetzt auf den Plan? – Ihr Kabinettsmitarbeiter Udo Lett. Er marschiert in den darauffolgenden Tagen mit zwei Zeugen als Vertrauensperson zur Staatsanwaltschaft, zwei weitere Zeugen folgen. Wenn ich das Protokoll der Einvernahme der ersten Zeugin zu Ende lese, findet sich da der Satz: „Herr Dr. Lett hat mir einfach gesagt, dass ich heute hierherkommen soll. Ich weiß allerdings noch nicht genau, warum.“ (Abg. Kitzmüller: Das ist alles eine Leseübung, Frau Kollegin! Hoffentlich verlieren Sie die Zeile nicht!)

Herr Innenminister, wie kommen Ihre höchsten Beamten dazu, Zeugen, die aus eige­nem Antrieb gar nicht aussagen wollten, im laufenden Strafverfahren der Justiz zu ver­mitteln und diese sogar noch zu begleiten? Welche Zwecke wurden damit verfolgt? Wie kommt Ihr Generalsekretär dazu, öffentlich zu sagen, dass auf die Zeugen kein Druck ausgeübt wurde, wenn selbst die ermittelnde Staatsanwältin laut diesem Bespre­chungsprotokoll sagt: „Dr. L. ist bei der ersten Zeugin als Vertrauensperson aufgetre­ten. Die Zeugin war ängstlich, es wurde der Eindruck vermittelt, dass eine Drucksitua­tion vorherrscht“? – Wieder eine Unwahrheit.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die erste Zeugin die Gattin des frisch ernannten Generalsekretärs im freiheitlich geführten Außenministerium ist. Beim zwei­ten angeschleppten Zeugen handelt es sich um einen im Krankenstand befindlichen leitenden BVT-Beamten, der vermeintlich der Urheber des Dossiers ist. Da besteht wieder eine Unwahrheit seitens des Generalsekretärs, der nämlich am 13.3. gegen­über Medien behauptete, nicht zu wissen, wer die Zeugen seien. Er musste sie aber ih­rer Amtsverschwiegenheit entbinden, damit sie überhaupt aussagen können. Von den zwei Zeugen, die die meisten Vorwürfe vermeldeten, hatte die erste FPÖ-Nahebezug, der zweite handelte vielleicht im Eigeninteresse hinsichtlich gewisser Strafverfolgungen.

Sie haben die Staatsanwaltschaft vor Ihren Karren gespannt, Herr Innenminister. Sie schafften es mit all diesen Zeugenaussagen und dem Missbrauch der Autorität Ihres Amtes, bei der Staatsanwaltschaft den Eindruck einer Dringlichkeit für die Hausdurch­suchung zu erzeugen. Sie haben heute – sehr interessant – geantwortet, dass Sie von der Hausdurchsuchung schon am 26. wussten. Sie fand aber erst am 27. am Abend statt, und da konnte der Journalrichter wegen Gefahr im Verzug die Unterlagen betref­fend Hausdurchsuchung nicht mehr lesen, sondern musste sie telefonisch genehmi­gen. Wo ist da die Gewaltentrennung? Ich möchte wissen: Woher wussten Sie schon am 26. von der Hausdurchsuchung?

Ich freue mich, dass Dr. Pilz meine Frage an Sie als sehr produktiv erachtete, die Ant­wort war auch interessant, nämlich dass die EGS schon seit 21. auf den Einsatz vor­bereitet wurde. Das Argument für diesen Einsatz war ja immer, dass etwas raussickern könnte, aber anscheinend hat Generalsekretär Goldgruber sogar schon vor den Zeu­geneinvernahmen – auf jeden Fall aber bereits nach der ersten Zeugeneinvernahme – vor lauter Vorfreude die EGS organisiert und damit eine Einheit unter der Leitung von FPÖ-Gemeinderat Preiszler, der nun schon wegen Verhetzung angezeigt ist. (Abg. Jarolim: Das ist aber ein Skandal!) Die EGS hat ordentlich umgerührt, dazu laufen nun Beschwerden. (Abg. Rosenkranz: Ich glaube, ich muss die Frau Krisper auch wegen Verhetzung anzeigen!) Herr Innenminister, dafür sind Sie verantwortlich – entweder wegen der Unfähigkeit, alles im Griff zu haben, oder wegen Ihrer Absicht.

Nun kommen wir noch zu Ihrem eigenen Verhalten, Herr Innenminister. Sie meinten bei der letzten Dringlichen Anfrage: „Ich führe mein Ministerium gesetzeskonform“. – Das hat jetzt aber bei den Suspendierungen nicht so geklappt. Da haben Gerichte die Suspendierungen gegen Gridling, gegen Herrn S. und – heute frisch – auch gegen Herrn H. aufgehoben. Da hat der Rechtsstaat Sie in die Schranken gewiesen. (Abg. Neu­bauer: Unsinn! Zum Thema!)

Unser Innenminister hat also den Chef des BVT aufgrund machtpolitischer Interessen zu Unrecht suspendiert. (Abg. Neubauer: Wenn man die Gesetze einhält! Das ist ja unfassbar!) Gleich am Tag nach Ablehnung der Suspendierung wollten Sie den Akt neuerlich anfordern, um neu zu prüfen. Da muss ich Herrn Jenewein korrigieren: Es ist keine Unbeschlagenheit von Krainer und mir, das zu kritisieren, sondern das Bundes­verwaltungsgericht entscheidet nach aktuellem Stand des Aktes. Es gab keinen Grund, die Akten neu anzufordern.

Das alles ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. (Abg. Rosenkranz: Oje! – Abg. Kitzmüller: Scheinheiligkeit, aha! – Abg. Rosenkranz: Das Sch-Wort!) Ich frage mich, was für einen doppelten Standard Sie bei Ihren Beamten anlegen. Die einen, die nicht so passen, suspendieren Sie, die anderen nicht. Wie steht es denn nun mit der Sus­pendierung von Goldgruber, betreffend den auch Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft vorliegen? Wie steht es um die Suspendierung von Lett? Wo ist da der gleiche Maßstab – Stichwort Rechtsstaat –, den Sie anlegen? (Zwischenruf bei der FPÖ.)

Herr Minister, Sie haben hier in unerträglicher Weise über die Stränge geschlagen, sich vergaloppiert. Ziehen Sie im Interesse der Sicherheit des Landes die Konsequenz, steigen Sie von Ihrem hohen Ross, treten Sie zurück! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Lis­te Pilz.)

13.48


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Zadić. – Bitte. (Abg. Martin Graf: Zeige mir deine Kollegen, und ich sage dir, wer du bist!)


13.49.03

Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M. (PILZ)|: Herr Präsident! Sehr geehrte Bundesre­gierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Was sich vor unseren Augen abspielt, ist ein Skandal. (Abg. Martin Graf: Der Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es ist ein sicherheitspolitisches Desaster. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.)

Das gesamte Ausmaß des Skandals wird mit jeder Enthüllung schwerwiegender, und wir müssen uns zu Recht Sorgen machen. Dass das ein Skandal ist, sagt nicht nur die gesamte Opposition, das sagt sogar Herr Pilnacek und der ist Generalsekretär im Jus­tizministerium. (Neuerlicher Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Neubauer: Da ist nichts!) Genau deswegen sind wir heute hier, genau deswegen haben wir heute diese Sondersitzung einberufen, um Fragen beantwortet zu bekommen. Es scheint aber so, als würden sich mehr Fragen auftun, als wir beantwortet bekommen haben. (Abg. Gu­denus: Noch eine Sondersitzung vielleicht! – Abg. Zanger: Alma!)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ist die zentrale Sicherheitsbehörde dieses Landes. Das BVT ist für Spionageabwehr ebenso zuständig wie für die Überwachung von Rechtsextremen, von Linksradikalen oder von Verfas­sungsfeinden. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Das ist die Behörde, die uns vor terroristi­schen und extremistischen Netzwerken schützen soll, und Sie, Herr Innenminister, ha­ben sie blitzartig auseinandergenommen.

Die Menschen in Österreich haben Angst (Abg. Neubauer: Aber nur Sie!), weil Sie von Ihnen, Herr Innenminister, nicht mehr vor terroristischen Angriffen geschützt werden können, weil Sie diese Menschen nicht vor rechtsextremen oder linksextremen Über­griffen schützen können.

Herr Innenminister, Sie haben einen Überfall auf das BVT initiiert, bei dem unzählige hochsensible Daten mitgenommen wurden. (Ruf: Warum sind Sie nach Österreich ...! – Abg. Neubauer: Das ist ja unfassbar, was Sie hier sagen!) Diese Daten hatten nichts mit dem Hausdurchsuchungsbefehl zu tun, rein gar nichts. Sie haben der Staatsan­waltschaft Zeugen präsentiert, die sagen: Ich weiß gar nicht, warum ich hier bin, Herr Dr. Lett hat mir gesagt, ich soll hierherkommen! Ja die Staatsanwaltschaft spricht sogar davon, dass die Zeugin offensichtlich in einer Drucksituation war. (Abg. Jarolim: Un­glaublich! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Man muss sich hier schon die Frage stellen, ob die Zeugen denn von sich aus zur Staatsanwaltschaft gegangen sind oder diese Zeugen nicht doch parteipolitischen Interessen gefolgt sind.

Was dann aber bei der Hausdurchsuchung abgelaufen ist, hat meine schlimmsten Be­fürchtungen wahr werden lassen. Erstens besteht akute Gefahr für die Informantinnen und Informanten des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. (Abg. Kitzmüller: Wegen dem „Falter“, weil die alles schreiben!) Ich habe Sie schon in der letzten Sondersitzung im März gefragt, wie Sie denn gewährleisten wollen, dass die Informanten des BVT geschützt bleiben. Ich habe in einer eigenen Anfrage noch einmal die Frage gestellt, welche Maßnahmen Sie denn setzen möchten, um diese In­formantInnen vor Racheakten zu schützen. Ich habe Sie auch gefragt, wie Sie die Glaubwürdigkeit der Sicherheitsbehörde wiederherstellen wollen, damit diese Behörde in Zukunft auch weiterhin Informationen von Informanten bekommt. Auf all diese Fra­gen haben wir keine Antwort oder zumindest eine sehr unzureichende Antwort bekom­men. (Zwischenruf bei der FPÖ.)

Wir haben diese Fragen heute noch einmal gestellt und wieder kaum Antworten be­kommen. (Abg. Rosenkranz: Da müssen Sie die Fragen besser formulieren!) Ich kann Ihnen aber versichern: Wir werden diese Fragen wieder stellen und wieder stellen. (Abg. Rosenkranz: Eine nächste Sondersitzung! – Abg. Neubauer: Bis Sie es auch verstehen!) Wir werden sie so lange stellen, bis Sie den Schutz dieser Menschen ga­rantieren können, die ihr Leben in Gefahr gebracht haben, um Österreich sicherer zu machen. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rädler: Sie sind nicht in Bosnien! Ver­wechseln Sie das nicht!) – Herr Abgeordneter, meine Herkunft hat mit dem BVT nichts zu tun. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Zanger: Alma, bei mir bist du sicher!)

Zweitens: Die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher ist in Gefahr, und wir müssen in der Zeitung lesen, dass die Polizeieinheit bei der Hausdurchsuchung wie befürchtet weitaus mehr mitgenommen hat, als im Hausdurchsuchungsbefehl gestan­den ist. (Abg. Höbart: Das stimmt doch nicht!) Der Inhalt des Kommunikationsnetz­werks des BVT mit anderen befreundeten Sicherheitsbehörden, die gesamte Kommu­nikation mit anderen befreundeten Sicherheitsbehörden, die gespeichert war, wurde mit­genommen, das sogenannte Netzwerk Neptun. Dieses Netzwerk enthält unter ande­rem Daten des deutschen Bundesnachrichtendienstes. Das bedeutet erstens, dass es sich die deutschen Nachrichtendienste zweimal überlegen werden, ob sie mit Öster­reich zusammenarbeiten, denn Österreich kann dem deutschen Bundesnachrichten­dienst offensichtlich nicht garantieren, dass die Kommunikation geheim gehalten wird. (Abg. Rosenkranz: Das haben sie Ihnen schon gesagt? Wer hat Ihnen das gesagt beim BND? Wer denn? – Abg. Schieder: Ruhe! – Abg. Rosenkranz: Wer sagt das beim BND?)

Drittens: Herr Innenminister, das BVT ist eine Behörde, die Ihnen unterstellt ist. Ist es da nicht Ihre Aufgabe, das BVT zu schützen? (Zwischenruf des Abg. Herbert.) Wäre es nicht Ihre Aufgabe, zu verhindern, dass hochsensible Informationen von BVT-Mitar­beiterinnen und -Mitarbeitern, persönliche Daten von verdeckten Informanten, ja sogar private Adressen in staatsanwaltliche Hand gelangen und in einen staatsanwaltlichen Akt gelangen, in den im Rahmen der Akteneinsicht Einsicht genommen werden kann. (Abg. Rosenkranz: Genau! Diese Verbrecher in der Staatsanwaltschaft! Diese Daten leiden dort!)

Ist es nicht Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Ihre Mitarbeiter geschützt werden? Ei-ne der wichtigsten ErmittlerInnen gegen Neonazis und gegen das rechtsextreme Milieu sieht sich mittlerweile nicht nur von FPÖ-Leuten im Innenministerium, also von ihrem Dienstgeber, unter Druck gesetzt, ihr wird sogar nahegelegt, in Pension zu gehen. (Abg. Martin Graf: Das ist eine Verleumdung, die Sie machen! Sie sind eine Verleumderin im Schutze der Immunität!) Welche Maßnahmen setzen Sie denn, um diese wichtige Mit­arbeiterin zu schützen? (Abg. Rosenkranz: Das hat sie vom Pilz gelernt! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)

Herr Innenminister, Sie haben zugelassen, dass sensibelste Daten aus dem BVT mit­genommen wurden, sensibelste Ermittlungsdaten über Rechtsextreme, über Burschen­schaften, über terroristische Netzwerke. (Abg. Neubauer: Das ist unfassbar! – Abg. Ro­senkranz: Schämen Sie sich, Frau Pilz! – Abg. Neubauer: Schämen Sie sich!) Diese und viele andere Sachverhalte lassen den begründeten Verdacht zu, dass es hier um eine systematische parteipolitische Einflussnahme auf unseren Verfassungsschutz geht. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Diese Einflussnahme hat möglicherweise dafür gesorgt, dass Ermittlungen nicht auf­grund sicherheitspolitischer Überlegungen, sondern aufgrund parteipolitischer Interes­sen erfolgten. (Abg. Rosenkranz: Und Strafrecht ist eine Kategorie, die Sie ablehnen, oder so?) Die wichtigste Behörde unseres Landes, Herr Rosenkranz, ist geschwächt und damit letztlich die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Das BVT, das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, muss ordentlich arbeiten können. (Abg. Rosenkranz: Das tut es! Das tut es!) Das muss sich ändern, und das wird sich ändern, und unser Verfassungsschutz wird weder ein schwarzer Ver­fassungsschutz sein, noch wird es ein blauer Verfassungsschutz sein, es wird ein rot-weiß-roter Verfassungsschutz sein (Abg. Gudenus: Ein pilziger! – Abg. Herbert: Ein roter ist er schon!), dafür werden wir sorgen. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Es ist unser Ziel, den österreichischen Verfassungsschutz von parteipolitischen Inter­essen zu befreien, damit die wichtigste Sicherheitsbehörde des Landes auch wieder arbeiten kann. (Abg. Martin Graf: Jetzt weiß ich, was man unter Grapschen versteht! Ressort grapschen! – Abg. Rädler: Grapscherpartei!) Das sollte für mehr Sicherheit in unserem Land sorgen als die zahlreichen Überwachungsmaßnahmen, die vor Kurzem beschlossen wurden. (Zwischenruf bei der FPÖ.)

Herr Innenminister, Sie sind für die Sicherheit in unserem Land verantwortlich, aber of­fensichtlich haben Sie ein größeres Interesse an Pferden als daran, die Sicherheitsbe­hörde ordentlich arbeiten zu lassen. Herr Innenminister, Sie werden verstehen, warum wir Ihnen unser Misstrauen aussprechen werden. – Vielen Dank. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rosenkranz: So etwas hätte ich von Ihnen nicht erwartet! Solche Letztklassigkeit! – Abg. Gudenus: Der hat der Peter Pilz die Rede geschrieben! – Wei­tere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Jetzt hört einmal auf!)

13.57


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka|: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Schatz. – Bitte.


13.57.38

Abgeordnete Sabine Schatz (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekre­tär! Frau Staatssekretärin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie wir alle wissen, hat die FPÖ ein Problem mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitis­mus. (Ruf bei der FPÖ: Nach der Frau Pilz kommt die Frau Öllinger!) Satte 28 soge­nannte Einzelfälle seit Regierungsangelobung bestätigen das. Auch Sie bestätigen das (Ruf bei der FPÖ: Nicht auf mich zeigen!), indem Sie ständig Funktionärinnen und Funktionäre aus Ihrer Partei ausschließen müssen und sie von öffentlichen Ämtern oder Kandidaturen zurücktreten müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Ihr schließt ja nie wen aus! – Abg. Höbart: Für den Tschadek gibt es Orden! – Abg. Gu­denus: Was ist mit Julius Tandler? – Ruf bei der FPÖ: Ihr schließt niemanden aus, nicht einmal den Kriegsverbrecher Tschadek! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Ruhe!)

Genau dieser Umstand lässt vermuten, dass es bei dem Überfall auf das BVT deswe­gen auch zu einer Razzia im Büro der Leiterin der Extremismusabteilung gekommen ist, die nur als Zeugin und nicht als Beschuldigte in diesem Fall geführt wird. (Anhal­tende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Trotzdem wurden aus ihrem Büro Daten und Unter­lagen beschlagnahmt und mitgenommen. Die Leiterin der Extremismusabteilung gilt als scharfe Kritikerin und Beobachterin der rechtsextremen Szene. Sie ist dafür verant­wortlich, dass Neonazis wie Gottfried Küssel hinter Gittern sitzen. Sie beobachtet aber auch die Ränder der rechtsextremen Szene, zum Beispiel die Identitären, zum Beispiel Burschenschaften oder die FPÖ-nahe Plattform unzensuriert.at. (Abg. Rosenkranz: Bravo Burschenschaften! Bravo unzensuriert.at!) Ausgerechnet dort war Alexander Hö­ferl Chefredakteur; jetzt ist er Kommunikationschef im Innenministerium. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Martin Graf: Die Pressefreiheit einschränken! Was ist jetzt los? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Vielleicht hat sich die Extremismusexpertin auch deshalb im Innenministerium unbe­liebt gemacht, weil sie einen Bericht über den rechten Kongress der sogenannten Ver­teidiger Europas 2016 in Linz geschrieben hat. Hauptredner und Stargast war niemand anderer als – Bingo! – Innenminister Herbert Kickl. (Abg. Rosenkranz: Bravo Kickl! – Buhrufe bei der SPÖ.)

Es liegt also der Verdacht nahe (Abg. Neubauer: Die Rede haben Sie schon einmal gehalten! Das ist schon das zweite Mal dieselbe Rede! Die müssten wir schon aus­wendig können!), dass Sie mit dem Angriff auf die Extremismusabteilung eine bewuss­te Aktion durchgeführt haben (Abg. Rosenkranz: Ihr Meinungsbeschneider! Ihr Men­schenrechtsverhinderer!), um FPÖ-Funktionäre und -Funktionärinnen und ‑Mitarbeiter in den Ressorts der Minister und Ministerinnen zu schützen, um eine aktive Rechts­extremismusexpertin einzuschüchtern oder sich an ihr zu rächen; eine Aktion, durchge­führt von einer Einsatztruppe, die nicht dafür zuständig ist, unter Führung eines FPÖ-Gemeinderats, gegen den aktuell wegen rassistischer Postings ermittelt wird. (Abg. Hö­bart: Im Übrigen mein Gemeinderat ...! – Ruf bei der FPÖ: Welche Einheit wäre Ihres Erachtens zuständig? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Ganz am Rande dann noch die Geschichte mit der MitarbeiterInnenliste des BVT, die jetzt offen aufliegt: In dieser Liste sind auch die Klarnamen von verdeckten Ermittlern in der rechten Szene enthalten. Diese werden jetzt gemeinsam mit der Leiterin der Extre­mismusabteilung quasi auf dem Präsentierteller präsentiert und sind Bedrohungen durch die rechte Szene ausgesetzt. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)

Sie, Herr Minister, tragen Verantwortung für die Sicherheit der BVT-Mitarbeiter und BVT-Mitarbeiterinnen. Sie tragen Verantwortung für den Angriff auf das BVT. Sie schützen dadurch die Rechtsextremen und nicht die Ermittler und Ermittlerinnen. Sie schützen potenzielle Straftäter und gefährden die Sicherheit von Kontaktpersonen und verdeckt ermittelnden Personen. Sie zerstören das rechtsextremismuskritische Verfassungs­schutzamt in einer Zeit, in der wir es dringend brauchen, da wir seit 2015 wirklich einen Höhepunkt an rechtsextremen Straftaten in Oberösterreich und österreichweit erleben und sich Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker in Aistersheim oder Bleiburg treffen. (Ruf bei der FPÖ: Reden Sie nicht über Verschwörungstheoretiker! Verschwö­rungstheorien haben Sie! – Abg. Gudenus: Keiner kann Sie hören! Man hört Sie nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Sie sind ganz sicher nicht der beste Innenminister der Zweiten Republik. (Abg. Gude­nus: Kein Mensch kann Sie hören!) Sie sind das größte Sicherheitsrisiko, das Öster­reich momentan erlebt. Ziehen Sie die notwendigen Konsequenzen: Treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ.)

14.01


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Prinz. – Bitte.


14.02.12

Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP)|: Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmit­glieder! Meine Damen und Herren! Als Österreicher sind wir eigentlich stolz darauf, dass verschiedene internationale Einrichtungen bei uns tätig sind. Unsere und deren Sicherheit ist uns ein hohes Gut und ist wichtig. Die Behörden im Sicherheitsbereich leisten gute und wertvolle Arbeit. Unsere Bevölkerung erwartet von der Politik eine klare Position, was die Haltung zum politischen Islam betrifft. Gerade in diesem Be­reich hat auch das BVT, das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbe­kämpfung, in Zusammenarbeit mit den Landesämtern wertvolle Informationen geliefert.

Im Übrigen: Es ist, glaube ich, hier in der Debatte heute schon der Vorwurf erhoben worden, die Kontrolle bei den Moscheen würde nicht funktionieren. – Ja, das stimmt: bis Anfang Dezember 2017. Seit Bundesminister Blümel für das Kultusamt zuständig ist, funktioniert auch das! Früher war die Zuständigkeit bei der SPÖ. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Wir von der ÖVP stehen dafür, dass das BVT auch in Zukunft seine verantwortungs­volle Arbeit bestmöglich ausführen und erledigen kann. Im Untersuchungsausschuss ist Sacharbeit gefragt und nicht die mediale Show oder die persönliche Profilierung. Sacharbeit setzt meiner Meinung nach voraus, dass man daran ehrliches Interesse hat und mit Begriffen wie Anständigkeit und Moral kein Problem hat.

Herr Kollege Pilz! Die Einstellung eines Verfahrens bedeutet nicht, dass man unschul­dig ist. Wenn man Medienberichten glauben darf, dann sind zwei Fälle verjährt, zwei Frauen haben nicht erlaubt, dass ihr Name veröffentlicht wird, und zwei Frauen sagen, sie wollen keine strafrechtliche Verfolgung, weil sie damit verständlicherweise nichts mehr zu tun haben wollen. Bedenken Sie das! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Meine Damen und Herren! Es ist halt oft ein Unterschied, welche Maßstäbe man an andere anlegt und welche man für sich verwendet. Herr Kollege Pilz, drehen Sie sich kurz um und hören Sie zu! (Abg. Pilz befindet sich im Gespräch mit Abg. Zadić.) Auch wenn Sie sozusagen noch so angestrengt mit Kollegin Zadić sprechen: Hören Sie sich an, was Ihr Kollege Dr. Alfred Noll am 19. Februar 2001 in einem Kommentar im „For­mat“ geschrieben hat!

Ich zitiere: „Denn an den Maßstäben des Rechts läßt sich die Legitimation und Befähi­gung von Politikern nur höchst eingeschränkt ausmessen. Sie sollen natürlich die Ge­setze einhalten. Aber es wäre eine gar erbärmliche Politik, die sich darauf beschränken wollte.“ – Damit ist das Zitat schon wieder zu Ende.

Herr Pilz! Was Sie und Ihre Liste in den letzten Wochen aufgeführt haben, ist in Wirk­lichkeit ein großer Schaden für die Politik allgemein. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)

Ich darf Ihnen noch einen Artikel oder ein paar Zeilen aus einer kleinformatigen Tages­zeitung, die übrigens sehr gut schreibt, bringen. Am 8. Juni stand im „Neuen Volks­blatt“, geschrieben von Herrn Semper, im Kommentar „Semperei“ mit der Überschrift „Kopfgeldjäger“ – ich zitiere (Abg. Loacker: Sind Sie einer von den fünf Lesern des „Volksblatts“?) –: „Frau Bißmann macht dem Namen Ehre, gefeuert wird die Stachel­beere. Den Job als Chefin kriegt nun Stern, dem Klub bleibt sie für Bares fern. Die Lis­te Pilz, einst Hoffnungsträger, entpuppte sich als Kopfgeldjäger. Den Job gerettet samt Moneten, politisch nur noch Leichtathleten.“

Zu dieser Partie ist alles gesagt. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Pilz geniert sich ja nicht einmal!)

14.05


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Jene­wein. – Bitte.


14.06.01

Abgeordneter Hans-Jörg Jenewein, MA (FPÖ)|: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist heute schon ein paar Mal gefallen, Therapiesitzung trifft das, was heute hier abgeht, wirklich am besten. Es ist wirklich unfassbar: Die Opposition bemüht zum zweiten Mal das Parlament mit einer Sondersitzung und einer Dringlichen Anfrage. Bei der ersten Dringlichen hat der damalige Begründer, der abgewählte Bundeskanzler Kern, ein bisschen mehr als 13 Minuten gesprochen; Kollege Krainer hat es heute ge­schafft, 50 Sekunden länger zu sprechen. Daran sieht man ja, wie viel Substanz hinter diesen Vorwürfen steckt, wie viel Substanz da ist. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Der „Kurier“ bringt das ja heute recht schön auf den Punkt. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Der „Kurier“ schreibt, die Opposition möchte „Kickl ‚grillen‘“. Die Opposition möchte „Kickl ‚grillen‘“ – meine Damen und Herren, mit dem, was Sie heute hier veranstaltet haben, kriegen Sie nicht einmal ein laues Lagerfeuer zusammen, von „grillen“ ist da keine Re­de. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Es hat ja auch keine inhaltlichen Beweggründe. Seien Sie doch so ehrlich: Es hat rein parteipolitisch motivierte Gründe, warum Sie hier aufs Neue versuchen, etwas zu skan­dalisieren, was in Wahrheit nicht skandalisierfähig ist. Mit irgendwelchen an die Öffent­lichkeit weitergegebenen Zetteln versucht man, irgendetwas zu konstruieren, und am Ende des Tages kommt man drauf, wenn man sich die rechtliche Grundlage ein biss­chen vor Augen führt, kommt man drauf: Natürlich hat der Bundesminister auf Basis der rechtlichen Grundlage gehandelt, natürlich hat der Justizminister auf Basis der recht­lichen Grundlage gehandelt. (Abg. Duzdar: Warum wurde dann die Suspendierung auf­gehoben?)

Es kommt das gerade bei der SPÖ immer wieder vor, Herr Kollege Krainer, Sie haben ja keine Ahnung, wovon Sie hier reden! (Abg. Duzdar: Dritte Suspendierung aufgeho­ben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie sprechen heute noch in der OTS0065 – das kann jeder hier abrufen – von einem „Geheimdienst“. Bitte schön, Herr Kollege Krainer, das BVT ist doch kein Geheimdienst! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Ro­senkranz: Bravo! Richtig so!) Das BVT ist doch kein Geheimdienst, Sie haben ja keine Ahnung, wovon Sie reden!

Herr Kollege Schieder kommt dann heraus, macht eine tatsächliche Berichtigung und sagt: Nein, Herr Lansky, bitte schön, ist ja gar nicht Parteianwalt der SPÖ! – Na ja, wahrscheinlich kennt er ihn gar nicht, den Herrn Kollegen Lansky – irgendwann einmal in der Zeitung gelesen, so wie vieles andere auch wahrscheinlich irgendwann einmal in irgendeiner Zeitung gestanden ist (Zwischenrufe bei der SPÖ), und am Ende sagt er, er kennt den gar nicht, hat mit dem ja gar nichts zu tun.

Ganz interessant und sehr spannend war der Redebeitrag von Kollegen Pilz, der hier ebenfalls relativ schaumgebremst aufgetreten ist. Das ist auch kein Wunder, er ist ja noch ein bisschen weidwund, denn er weiß auch, dass er nur deshalb hier ist, weil die Vorwürfe gegen ihn mittlerweile verjährt sind, sonst müsste er sich andernorts dafür verantworten. Er war ein bisschen schaumgebremst. (Abg. Rosenkranz: Na ja, das mit dem Verantworten, bei seiner Gesundheit ist das immer so eine Sache!) Der Herr Kol­lege Pilz war ein bisschen schaumgebremst, spricht aber dann davon, dass es einen freiheitlichen Überfall auf den Verfassungsschutz gegeben hat. Da wird er dann ganz pathetisch und sagt: Ja, Herr Kickl steht dann in ein paar Wochen unter Beweispflicht!

Herr Kollege Pilz, seien Sie froh, dass Sie nicht unter Beweispflicht aussagen mussten! Ich wundere mich, dass bei Ihnen die weiblichen Abgeordneten nicht mit Bodycams herumlaufen müssen (Abg. Gudenus: Mit Pfefferspray!), damit niemand in weiterer Form irgendwelche Vorwürfe gegen Sie erheben kann. Das ist ja wirklich ein Wunder. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Den eigentlichen Offenbarungseid hat aber gerade Frau Kollegin Schatz in ihrem Re­debeitrag von sich gegeben. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Sie spricht davon, dass eine Gruppe diese Hausdurchsuchung durchgeführt hätte, die dafür ja gar nicht zuständig ist.

Frau Kollegin Schatz – vielleicht können Sie sich noch einmal zu Wort melden –, wer wäre denn Ihrer Meinung nach dafür zuständig, wo würden wir die finden? Würden wir die, die dafür zuständig sind, in der Löwelstraße finden (Abg. Neubauer: Sozialistische Jugend!), oder wäre vielleicht irgendjemand vom Renner-Institut zuständig? Wer wäre denn Ihrer Meinung nach zuständig? (Zwischenrufe der Abgeordneten Schatz und Vogl.)

Um das Ganze auf den Punkt zu bringen: Ihnen geht es doch überhaupt nicht darum, hier irgendwelche vermeintlichen Vorgänge aufzuklären. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihnen geht es einzig und allein darum, den Innenminister anzupatzen (Abg. Wittmann: Das machen Sie schon selbst!), Ihnen geht es einzig und allein darum, die Aktivitäten des Innenministers anzupatzen, der erstmals aktiv gegen den Salafismus in Österreich auftritt, der erstmals veranlasst, dass Imame, die hier als Hassprediger tätig sind, das Land verlassen müssen. Und es wundert mich nicht, dass Sie dagegen auftreten, denn die SPÖ ist der verlängerte politische Arm dieser Atib-Aktivitäten. (Beifall bei der FPÖ.  Abg. Gudenus: SPÖ: Salafisten-Partei Österreich!  Abg. Höbart: Scharia-Partei Ös­terreich!)

Die SPÖ hat als Landtagsabgeordneten in Wien Herrn Omar Al-Rawi sitzen. Herr Omar Al-Rawi, das wissen wir, hat sich im Jahr 2010 ein paar Meter von hier entfernt bei einer palästinensischen Demonstration als Vorredner, als Einpeitscher betätigt. All die­se Videos sind noch im Internet abrufbar (Abg. Höbart: Al-Rawi ist Muslimbruder!), und das Ganze hat dann damit geendet, dass laut und deutlich skandiert wurde: „Israel Terrorist“! Das ist Ihr SPÖ-Abgeordneter; der sitzt drüben im Wiener Rathaus, und von dem haben Sie sich bis zum heutigen Tag nicht getrennt. Und ich behaupte: Er ist der politische Arm des islamistischen Terrorismus, und der sitzt mitten im Herzen der SPÖ! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. Zwischenrufe bei der SPÖ.)

14.11


Präsidentin Doris Bures|: Es hat sich der Herr Bundesminister zu Wort gemeldet, der sich als Redner noch einmal melden kann. – Herr Minister, Ihre Redezeit ist so wie für jeden anderen Redner auch auf 10 Minuten beschränkt. Sie haben jetzt das Wort.


14.12.04

Bundesminister für Inneres Herbert Kickl|: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Da­men und Herren! Es ist ja hier beim Versuch, möglichst viel politischen Schaden anzu­richten, einiges zusammengekommen, und ich möchte das eine oder andere gerne auf­greifen. (Abg. Bacher: Den Schaden haben Sie angerichtet! Ruf bei der SPÖ: Rück­tritt! Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Herr Strolz hat zugegebenermaßen in ambitionierter rhetorischer Mission versucht, das Bild Brechstange durch alles durchzutragen, wo er geglaubt hat, dass man es zur An­wendung bringen könnte. Es hat ein bisschen den Eindruck gemacht, als ob Sie in rhe­torischer Art und Weise mit der Brechstange unterwegs wären, Herr Kollege Strolz, denn letzten Endes ist es ja so, dass an Ihren Vorwürfen nichts dran gewesen ist. Es ist interessant, Sie sagten, wir wollten den Chef des BVT mit dieser Brechstange he­rausbrechen.

Tatsache ist, dass gegen den Chef des BVT – übrigens nach wie vor – einfach ein Ver­fahren läuft, und dies immerhin wegen eines Tatbestands, den man gemeinhin als Ver­brechen bezeichnet. Es ist nun einmal so, das habe nicht ich erfunden. Ich habe auch immer gesagt, ich habe nichts gegen Herrn Gridling, aber die Staatsanwaltschaft hat offensichtlich irgendetwas gegen ihn; deshalb wird er bis zum heutigen Tag als Be­schuldigter geführt. Ich habe es vor diesem Hintergrund, nämlich dass der Chef einer Behörde im Zusammenhang mit strafrechtlich relevanten Vorwürfen, die seinen Tätig­keitsbereich in der Behörde betreffen, als Beschuldigter geführt wird, für geboten ge­halten, gemäß den Bestimmungen des Beamtendienstrechts zunächst eine vorläufige Suspendierung auszusprechen, die dann in weiterer Folge von der unabhängigen Per­sonalkommission bestätigt worden ist. Das sind die Fakten.

Jetzt frage ich Sie, Herr Strolz – Sie sind ja ein großer Freund der Privatwirtschaft –: Was würde denn der Chef eines Sicherheitsunternehmens tun, wenn er weiß, dass maß­gebliche Mitarbeiter, die mit sehr sensiblen Dingen zu tun haben, strafrechtlich verfolgt werden und mit Vorwürfen konfrontiert sind, die den unmittelbaren Wirkungsbereich ih­rer Tätigkeit betreffen? Sie würden wahrscheinlich die Augen zumachen und die Ohren schließen, sich umdrehen und sagen: Nichts ist geschehen, ich habe keinen Hand­lungsbedarf! – Ich habe das anders gesehen, und zwar genau aus dem Grund: um an­dere Mitarbeiter, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen, zu schützen, um für Sauberkeit und Ordnung in einer sensiblen Behörde zu sorgen, um das Vertrauen bei den Partnern, mit denen man zusammenarbeitet – da können Sie wieder das Bild der Firma hernehmen –, und das Vertrauen bei den Kunden herzustellen. So ist das!

Ich glaube, dass jeder, der sich ein bisschen mit unserer Rechtsordnung auskennt, ganz genau weiß, dass auch die Aufhebung einer Suspendierung nicht heißt, dass ei­ne Suspendierung gesetzwidrig war. Woher haben Sie diesen Blödsinn, muss ich Sie schon fragen. Es sitzen doch einige Juristen hier herinnen, die das schlicht und ergrei­fend besser wissen sollten. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Ehrlich gesagt, bin ich schon einigermaßen ernüchtert über die juristischen Kenntnisse auf der einen Seite (Ruf bei der FPÖ: Schlechte Juristen!) oder – ich sage es jetzt auch einmal in der gebotenen Schärfe – manchmal auch über die Skrupellosigkeit, mit der man gegen besseres Wissen vorgeht, in dem Versuch, irgendwo politisches Kapital für sich herauszuholen. Das ist einigermaßen ernüchternd, das muss ich Ihnen auch sa­gen, und ist nicht gerade ein Qualitätsnachweis für gute Oppositionsarbeit. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Das war es also zum Punkt des versuchten Herausbrechens. Und wenn man dann sagt, um Gottes willen, ich habe, als die Suspendierung aufgehoben wurde - - Übri­gens bin ich manchmal vielleicht nicht der einzige Österreicher, der sich über das eine oder andere Urteil wundert, aber ich nehme es zur Kenntnis, ich nehme zur Kenntnis, was Gerichte in Österreich an Urteilen aussprechen; ich nehme es zur Kenntnis, ver­wundert darf man manchmal sein.

Wenn Sie sich fragen, warum ein weiteres Mal geprüft wurde: Na bitte, machen Sie sich die Mühe, es ist in der Datenbank, im RIS anonymisiert abrufbar – Sie werden es dort gleich finden –, lesen Sie dort die Seite 12 durch. Da gibt es geradezu die Emp­fehlung des zuständigen Verwaltungsgerichts, doch bitte noch einmal eine Prüfung vor­zunehmen, weil man ja nicht weiß, ob sich in der Zwischenzeit nicht etwas Neues erge­ben hat. Genau das habe ich getan, genau das ist es, was meiner Verantwortung im Zusammenhang mit dem BVT entspricht. Das steht da schwarz auf weiß drinnen, lesen Sie es nach! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Wenn nichts herauskommt, dann nehme ich das zur Kenntnis, und Herr Gridling ist wie­der in Amt und Würden. So einfach ist das!

Das Zweite ist die Brechstange im Zusammenhang mit Daten, die wir uns gekrallt ha­ben: Herr Strolz und alle anderen, die nicht müde werden, das zu behaupten, das sind Daten, die immer im Besitz des Innenministeriums gewesen sind. Ich hätte nur dort in dieses Büro fahren müssen, hätte gesagt: Schalten Sie den Computer ein, geben Sie es mir!, überhaupt kein Problem, ich hätte sie gehabt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Leichtfried und Plessl.) Also warum soll man diesen Zirkus inszenieren, von dem Sie da ausgehen? Das ist doch absurd und zeigt, wie sehr Sie versuchen, etwas zu kons­truieren (Abg. Krainer: ... Pilnacek auch!), nur um mich irgendwie in ein schlechtes Licht zu rücken. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Wir haben uns also keine Akten gekrallt!

Sie haben zwei Vorteile: Sie können hier unter dem Deckmantel der Immunität – erster Vorteil – alles behaupten. Zweiter Vorteil: Ich stehe auch in der Pflicht, das Amtsge­heimnis zu wahren, und deswegen werde ich Ihnen morgen im geheimen Unteraus­schuss darlegen, warum bestimmte Dinge mitgenommen worden sind, und ich bin ge­spannt, ob Sie so seriös sind, das in Zukunft bei Ihrer Argumentation zu berücksich­tigen (Abg. Rosenkranz: Das glaube ich kaum! Seriös ist eine hohe Latte!), oder ob Sie es wieder vergessen haben, wenn Sie durch die Tür hinausgehen.

Das, was wir getan haben, ist, dafür zu sorgen, dass die Akten, die nichts mit dem Ver­fahren zu tun haben, schleunigst wieder zu uns zurückkommen. Das ist der Punkt. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Das ist unsere Pflicht, das haben wir getan, aber mir wird manchmal schwummerig, weil manches, was da gesagt wurde – von Frau Abge­ordneter Zadić beispielsweise –, ja fast darauf hinausläuft, dass man im Bereich des BVT, wenn es dort irgendwelche strafrechtlichen Dinge gibt, das am besten gar nicht verfolgt, denn – um Gottes willen! – da könnte irgendwo ein Akt hinausgetragen wer­den. (Zwischenruf des Abg. Schieder.) – Na, so weit wird es wohl nicht sein, dass ir­gendwo im Bereich des Sicherheitsapparats ein rechtsfreier Raum herrscht. Oder wol­len Sie das haben? – Ich auf jeden Fall nicht! Auch dort muss Recht und Ordnung gel­ten, das sage ich Ihnen klipp und klar. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Die Ängste, die machen mir auch Sorgen, also wenn Leute ängstlich sind, aber mög­licherweise haben Sie eine falsche Interpretation, warum die Dame ängstlich gewesen ist. Da gibt es nämlich auch zwei Erklärungsmodelle, Sie haben nur eines vorgelegt. Ich finde es auch interessant, dass Sie sich jetzt um Leib und Leben von bestimmten Personen sorgen. Ich erinnere mich noch daran, dass Sie sich, als wir hier herinnen gewesen sind, mithilfe von Medien darüber lustig gemacht haben, dass bestimmte Tei­le des Aktes Verschlussakte und der Öffentlichkeit nicht zugänglich beziehungsweise von der Akteneinsicht ausgenommen gewesen sind, weil die Zeugen nämlich Angst um Leib und Leben gehabt haben. Da war das alles ganz witzig, jetzt plötzlich ist das alles ganz ernst zu nehmen. Auch das zeigt, dass Sie nicht seriös an diese Sache herange­hen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Dann möchte ich Kollegen Pilz zunächst einmal zur Blitzheilung ganz herzlich gratulie­ren; also wirklich, das würde sich jeder von uns wünschen, dass das so geht, noch dazu, wenn man nicht nur geheilt ist, sondern plötzlich auch in einem Dauerzustand der Immunität wieder munter wird, aber immerhin. Nur, Herr Pilz, Sie haben in den letz­ten Monaten und Wochen einiges versäumt; Sie müssen sich einlesen, denn wenn Sie sich eingelesen hätten, dann würden Sie wissen, dass vieles von dem, was Sie heute hier wie eine Drama Queen darzustellen versucht haben, schon längst aufgeklärt ist. So ist es ja. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Damit man sieht, wie dieses Modell funktioniert, sage ich Ihnen eines noch einmal: Ich habe zur Frage 28 nur gesagt, dass der Generalsekretär „am 21. Februar 2018 ohne jedwede Nennung von Einsatzdetails“ über einen möglichen Einsatz informiert hat – kein Wort von einem Datum, kein Wort vom Ziel dieses Einsatzes, kein Wort von gar nichts! Was macht Peter Pilz daraus, selbstverständlich unter Berufung auf anonyme Informanten aus der EGS, so wie immer, also anonym? – Er macht daraus eine Ver­schwörung, dass der Einsatz, der „Überfall“, wie Sie es bezeichnet haben – also wenn sozusagen der Rechtsstaat auf Anordnung der Staatsanwaltschaft aktiv wird, dann ist das ein Überfall –, schon eine Woche lang unter der Leitung eines Freiheitlichen im Ge­heimen geplant und vorbereitet wurde.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, hier sehen Sie einmal, mit welcher Methode gearbeitet wird, und wir können uns darauf einstellen, dass das im Untersuchungsaus­schuss genau so weitergehen wird. Deswegen wundert es mich nicht, dass manche Leute ihre Sorge zum Ausdruck bringen, dass hier zum Beispiel Namen genannt wer­den. – Ja, diese Sorge kann ich nachempfinden, aber von uns gehen diese Dinge nicht hinaus, Herr Pilz; ich weiß nicht, ob Ihr Gewissen in diesem Zusammenhang so rein wie das meine ist. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Jetzt sage ich Ihnen noch etwas – auch das muss man der Bevölkerung einmal sa­gen –: Ich habe heute in meinen Ausführungen und in der Beantwortung klipp und klar darauf hingewiesen, dass diese Quellendatei und das Netzwerk Neptun zu keinem Zeit­punkt Aktenbestandteil gewesen sind. Das heißt, dass es keine Akteneinsicht gegeben hat und dass mit Ausnahme der ermittelnden Staatsanwältin niemand weiß, was dort drinnen steht – neben dem BVT, wo diese Unterlagen jetzt wieder sind. Trotzdem stel­len sich Abgeordnete, die das genau gehört haben – ich hoffe, Sie haben zugehört –, her und wiederholen genau den gleichen Vorwurf, den ich Minuten zuvor entkräftet ha­be. Also ich weiß nicht, was für eine Oppositionsarbeit das ist, seriös ist das auf keinen Fall, das darf ich Ihnen sagen (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP); dann können wir uns diese Veranstaltungen auch sparen.

Noch eine Sache: Ich kann den Personen, die Akteneinsicht haben, die Verantwortung nicht abnehmen. (Zwischenruf des Abg. Vogl.) Das kann ich nicht machen, aber ich sa­ge Ihnen – und das wissen Sie genauso gut wie ich –, dass alle Personen, die in die­sem Fall Akteneinsicht haben, das heißt Staatsanwälte, BVT-Mitarbeiter, die Vertreter der Beschuldigten, ganz genau wissen, wie sensibel das Material ist, mit dem sie es zu tun haben. Ich kann ihnen diese Verantwortung nicht abnehmen, sie liegt in ihren eige­nen Händen, und die entsprechende Regelung steht in der Strafprozessordnung, die im Übrigen dieses Haus beschlossen hat – und auch nicht ich. (Die Abgeordneten Vogl und Krainer: Redezeit!) Das Risiko, dass Informationen durch korrupte Leute irgendwo hinausgehen, werden wir niemals ganz eliminieren können. Das ist auch etwas, das man irgendwann einmal zur Kenntnis nehmen muss.


Präsidentin Doris Bures|: Herr Bundesminister, Sie müssen jetzt Ihren Schlusssatz for­mulieren, denn Ihre Redezeit ist abgelaufen.


Bundesminister für Inneres Herbert Kickl| (fortsetzend): Es zu eliminieren könnten Sie nur dann bewerkstelligen, wenn Sie gleichzeitig die Akteneinsicht aufheben, was aber bedeuten würde, dass Sie ein faires Verfahren verunmöglichen, und ich hoffe, dass Sie das nicht wollen, so wie ich es nicht will. (Beifall bei der FPÖ.)

14.23


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr.in Irm­gard Griss. – Bitte.


14.23.15

Abgeordnete Dr. Irmgard Griss (NEOS)|: Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Re­gierung! Meine Damen und Herren! Nur so viel zu Ihnen, Herr Innenminister, weil Sie die Juristen angesprochen haben: Bei der Aufhebung der Suspendierung des Herrn Gridling hat das Bundesverwaltungsgericht in der Sache entschieden, und es bemän­gelt die lebensfremden Pauschalierungen, auf die die Suspendierung gestützt wurde. Das heißt, sie wurde als rechtswidrig aufgehoben. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

Zu Ihnen, Herr Abgeordneter Jenewein, nur so viel: Es ist nicht die Opposition, die die Themen erfindet oder selbst macht, sie werden frei Haus geliefert (Ruf bei der FPÖ: Sie müssen das schon begründen!), und die Opposition kann sie nur aufgreifen. (Bei­fall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

Ich möchte mit einem Zitat aus der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ beginnen, und zwar geht es in dem Artikel um das deutsche Bundesamt für Migration und Flücht­linge. Da wird gesagt: „Bei der Affäre“ – und jetzt ersetze ich Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durch BVT – um das BVT „verhält es sich so wie beim Schälen einer Zwiebel: Schicht um Schicht dringt man von außen nach innen vor, und jede Schicht treibt einem mehr Tränen in die Augen“. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

Das sind Tränen der Wut, des Zorns und der Trauer. Die erste Schicht in der BVT-Ge­schichte ist die spektakuläre Hausdurchsuchung, die heute schon ganz breit erörtert wurde. Man kann nicht leugnen – am Anfang hat man das versucht –, dass Daten mit­genommen wurden, die mit den Anschuldigungen, die dann später als Grundlage be­kannt geworden sind, nichts zu tun haben. Ob Sie sie zurückgestellt haben, ist eine an­dere Frage, jedenfalls aber hat man einmal genommen, was man kriegen konnte, vor allem aus der Extremismusabteilung. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ, NEOS und SPÖ.)

Die zweite Schicht sind die Grundlagen für die Hausdurchsuchung, und da hat sich he­rausgestellt (Rufe bei der FPÖ: Oi, bitte! – Gegenrufe bei NEOS und SPÖ), dass es im Wesentlichen ein Papier war - - (Abg. Rosenkranz: Na, meine Herren ... kan Käse, Krai­ner!)


Präsidentin Doris Bures|: Entschuldigen Sie, Frau Abgeordnete, dass ich Sie kurz un­terbreche.

Herr Klubobmann Rosenkranz, wir haben in der letzten Präsidialkonferenz eine Debat­te darüber gehabt, wie wir im Haus die Zwischenrufe, die ein parlamentarisches Instru­ment sind, nützen. Es war insbesondere die Diskussion, dass es gegenüber dem Red­ner am Rednerpult immer diese lauten Zwischenrufe gibt, noch dazu solche, die an der Grenze sind, was die Verletzung der Würde des Hauses betrifft, und wir alle Fraktionen ersuchen, davon Abstand zu nehmen.

Ich wollte das jetzt nur noch einmal in Erinnerung rufen und bitte nun die Frau Abge­ordnete, in ihren Ausführungen weiterzugehen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeord­neten der NEOS. – Abg. Rosenkranz: Lesen Sie einmal ein bissl die Zwischenrufproto­kolle! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Am Wort ist Frau Abgeordnete Dr.in Griss. – Frau Abgeordnete, ich gebe Ihnen die Zeit, die ich Ihnen jetzt für diese Erläuterungen genommen habe, als Redezeit noch dazu.


Abgeordnete Dr. Irmgard Griss| (fortsetzend): Die zweite Schicht sind die Grundla­gen, die dazu geführt haben, dass es diese Hausdurchsuchung gegeben hat; auch das ist schon des Langen und Breiten erörtert worden.

Die dritte Schicht ist jene, die mir als ehemaliger Richterin in einem ganz besonderen Maß die Tränen in die Augen treibt, nämlich jenes Protokoll aus dem Justizministerium über die Besprechung mit Pilnacek – es ist heute schon ein paarmal erwähnt worden –, in dem es darum ging, warum denn – anders als sonst üblich – die Korruptionsstaats­anwaltschaft nicht das Einvernehmen mit der Oberstaatsanwaltschaft und dem Justiz­ministerium hergestellt hat, bevor es diese spektakuläre Hausdurchsuchung gemacht hat.

Im Protokoll steht, der Grund war die Befürchtung, dass das BVT aufgrund der Nähe der ehemaligen Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft zur ÖVP hätte vorgewarnt werden können. Dazu muss man wissen, die ehemalige Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft Wien ist seit 1. Feber dieses Jahres Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofes. Sie hat sich im Bewerbungsverfahren gegen mehrere Senatspräsidenten des OGH, die seit Jahren am OGH sind, durchgesetzt, und dies, obwohl sie vor ihrer Ernennung als Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft Wien nur einige Jahre Richterin am OGH gewesen war. Ich nehme an, dass jene Vertreterin der Korruptionsstaatsanwaltschaft – und ich halte ihr das zugute – gar nicht gewusst hat, was sie damit gesagt hat, als sie diese Befürchtung ausgesprochen hat. Das ist ein ungeheuerlicher Vorwurf! Es ist der Vor­wurf, dass eine Höchstrichterin aus parteipolitischer Loyalität ihren Amtseid brechen könnte. Das ist ein Bild des Rechtsstaates, welches einem die Tränen in die Augen treiben muss. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

Es zeigt, dass es dringend notwendig ist, die Staatsanwaltschaft aus der Zuständigkeit eines Regierungsmitglieds herauszulösen, sodass es wie in anderen zivilisierten Län­dern einen Generalstaatsanwalt gibt (Abg. Gudenus: Das ist aber nicht Status quo!), den das Parlament bestimmt, vor allem deshalb, weil es den unabhängigen Untersu­chungsrichter nicht mehr gibt. Gäbe es ihn noch, wäre es, davon bin ich überzeugt, nicht zu dieser Aktion gekommen (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz), denn auch Sie selbst, Herr Innenminister, glauben offenbar nicht an die Stichhaltigkeit der Vorwür­fe gegen Gridling, sonst hätten Sie doch nicht, nachdem die Suspendierung aufgeho­ben worden war, mit ihm gemeinsam vor die Presse treten und sagen können: Das ist mein Partner, mit ihm baue ich das BVT wieder auf! – Das ist doch ein Widerspruch, wie er ärger nicht sein kann.

Herr Innenminister, ich habe Sie als Oppositionspolitiker immer sehr geschätzt und ap­pelliere jetzt an Sie: Nehmen Sie die Verantwortung wahr, die Sie seinerzeit von Re­gierungsmitgliedern immer eingefordert haben! – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

14.30


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ga­briel Obernosterer. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.30.45

Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP)|: Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Galerie und zu Hause vor den Fernsehschirmen! Sicherheit ist si­cherlich kein Showprogramm, wie wir es leider heute hier erleben. Wir können stolz sein, in einem Staat zu leben, der zu den sichersten der Welt gehört. Dafür sind die vergangenen Bundesregierungen und die vergangenen Ministerinnen und Minister ver­antwortlich gewesen. (Abg. Scherak: Gudenus sieht das anders!) Die neue Regierung hat es sich zum obersten Ziel gesetzt, das zu erhalten, wenn nicht noch besser auszu­bauen, und Herr Bundesminister Kickl und die Frau Staatssekretärin sind sicherlich Garanten dafür, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Es hat im BVT eine Hausdurchsuchung gegeben, und es wurde von den Oppositions­parteien Aufklärung darüber verlangt. Das ist das Recht der Oppositionsparteien; darü­ber brauchen wir überhaupt nicht zu reden, dafür gibt es Oppositionsparteien. Es wur­de dann der Sicherheitsrat zusammengerufen, es hat der Unterausschuss Inneres ge­tagt, es wurde das Verlangen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses einge­bracht. Dieser Untersuchungsausschuss ist konstituiert worden, hat getagt, Unterlagen werden angeliefert, damit er mit der Befragung starten kann, und am 19.3. hat es zu diesem Thema schon eine Sondersitzung gegeben.

Jetzt möchte ich gerade die Oppositionsparteien fragen: Ist Parteipolitik wichtiger als eines der höchsten Güter in diesem Staat, nämlich die Sicherheit? (Zwischenrufe bei SPÖ und NEOS.) Das so in den Raum zu stellen! – Es wurde alles erledigt, was bis jetzt zu erledigen war. Der Untersuchungsausschuss kann zu arbeiten anfangen, und es wurde heute zum zweiten Mal eine Sondersitzung zum gleichen Thema einberufen, weil man vonseiten der Opposition anscheinend sonst nichts hat, mit dem man in der Öffentlichkeit Gehör findet oder auftreten kann. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Inhaltlich möchte ich nicht wiederholen, was mein Vorsitzender, Herr Amon, und der Herr Bundesminister heute schon gesagt haben. Es erübrigt sich. Eines aber muss uns auch klar sein: Angesichts der Sensibilität der Sicherheit, des Bereichs Verfassungs­schutz und Terrorismusbekämpfung hier 20 Tage, bevor wir den Vorsitz des Europäi­schen Rates übernehmen, so etwas aufzuziehen, ist – das sage ich euch ganz ehr­lich – verantwortungslos (Abg. Leichtfried: Sagen Sie das dem Minister!) gegenüber der österreichischen Bevölkerung und dem österreichischen Staat. (Beifall bei der ÖVP.)

Eines möchte ich wiederholen: Wäre international das Vertrauen in unsere Sicherheit und in unsere Polizei nicht besser als ein paar Kollegen hier denken, dann hätte sich der russische Präsident letzte Woche sicherlich nicht getraut, nach Österreich zu kom­men; das hat gezeigt, dass wir das hier auch können.

Wir sind für klare Aufklärung über die Parteigrenzen hinweg (Abg. Leichtfried: Das seid ihr nicht!), dafür wurde dieser Untersuchungsausschuss einberufen. Ich bin selbst Mitglied dieses Untersuchungsausschusses – ich habe im Hypo-Untersuchungsausschuss einiges gelernt, das sage ich ganz ehrlich dazu, auch über die Parteigrenzen hinweg – und erwarte mir wirklich eines: Wenn es euch ernst ist und nicht nur um die Show geht, bleiben wir bei der Sachlichkeit, und lassen wir das Showprogramm, wie ihr es heute hier herinnen schon wieder abzieht! – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

14.34


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gün­ther Kumpitsch. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.35.04

Abgeordneter Mag. Günther Kumpitsch (FPÖ)|: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Geschätzte Zuseher auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Hohes Haus! Wenn ich heute am baldigen Ende dieser Debatte das Gesagte der Opposition Revue passieren lasse, dann komme ich zu dem Schluss, dass Sie an einer seriösen Aufklärung der von Ihnen als BVT-Skandal hochgespielten Causa in Wahrheit gar nicht interessiert sind, im Gegenteil: Sie neh­men es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau. Wenn Sie, Herr Strolz, sagen, Sie hät­ten zu Beginn unserem Herrn Innenminister – wörtlich – förmlich die Stange gehalten, dann sage ich Ihnen, Sie haben von Anfang an mit der Brechstange auf ihn eingehau­en! (Beifall bei der FPÖ.)

Denken Sie daran, wie Sie und Ex-Bundeskanzler Kern gleich zu Beginn, als bekannt wurde, dass es eine Hausdurchsuchung gegeben hat, behaupteten, die Kollegen der EGS wären wie Berserker schwer bewaffnet in das BVT eingedrungen; die Zeitungsbe­richte kann ich Ihnen vorlegen, in denen es hysterisch so lautete. Hinterher hat sich he­rausgestellt, dass die Kollegen der EGS normal adjustiert und mit normalen Dienst­waffen ausgerüstet waren. (Zwischenruf des Abg. Krainer.– So viel zur Wahrheit. Sie kritisieren weiterhin massiv, dass BVT-Direktor Gridling suspendiert wurde, und sind jetzt offenbar unglücklich, dass der Herr Minister ihn mit einer neuen Aufgabe betraut, nämlich mit einer Neustrukturierung des BVT und des BKA. Ich verstehe das nicht.

Im Endeffekt, Herr Kollege Krainer, läuft alles nur darauf hinaus: Sie wollen unseren Herrn Innenminister als Risikofaktor darstellen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Unser Herr Innenminister ist ein Sicherheitsfaktor (Beifall bei der FPÖ), ein Garant da­für, dass Recht und Ordnung in unserem Land Bestand haben, der eben nicht weg­schaut, auch wenn Sie sich das oft gerne gewünscht hätten (Zwischenruf bei der SPÖ), und dafür steht, dass die Fehlentwicklungen der letzten Jahre, die Sie, Herr Krainer, mit Ihrer SPÖ als Regierungspartei mit zu verantworten haben, abgestellt werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Knes.)

Gott sei Dank sind ausländische Geheimdienste nicht wie politische Parteien und sehr wohl bei Trost, denn sie schätzen die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen vom BVT, das gehört auch einmal gesagt. (Abg. Strolz: Da gibt es eine andere Auskunft im Deut­schen Bundestag!) – Ich habe schon andere Auskünfte gehört, es gibt anonyme Zu­spielungen, die alle nicht wahr sind.

Was Sie tun, liegt ja auf der Hand. Schauen Sie: Sie wollen einen missliebigen Minis­ter, der Ihnen ideologisch so gar nicht in den Kram passt und der durch konsequentes Handeln diese Missstände abzustellen bereit ist, diskreditieren, Sie wollen ihn – mo­dern gesagt – um jeden Preis mobben. Eines aber ist Ihnen gelungen, dazu kann man Ihnen gratulieren, Sie haben eines geschafft, nämlich dass die überwiegende Mehrheit der Wählerinnen und Wähler jetzt weiß, dass Sie in Wahrheit nicht zu einer Regierung fähig sind. (Beifall bei der FPÖ.)

14.38


Präsidentin Doris Bures|: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Niko­laus Scherak. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.39.00

Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS)|: Frau Präsidentin! Herr Bundesmi­nister! Ich verstehe einiges, was von den Regierungsparteien heute gekommen ist, nicht ganz. Wir haben als Opposition eine Dringliche Anfrage ausgearbeitet, mit 44 meiner Meinung nach sehr wichtigen und nachvollziehbaren Fragen, die, wenn man sie sich genau durchliest, an und für sich nichts Polemisches enthalten.

Dann kommt Kollege Amon ans Rednerpult und sagt, er ist auch an Aufklärung in­teressiert – das freut mich grundsätzlich –, aber nach eineinhalb Minuten ist er wieder bei seiner Geschichte mit Gabriel Lansky und erzählt uns sieben Minuten lang seine Sicht der Geschichte. Kollege Gudenus erzählt als Erstes eine Geschichte vom ehe­maligen Innenminister Sobotka, was der nicht alles Schlimmes in diesem Land ge­macht hat, und gleich darauf, warum Herr Bundesminister Kickl alles sicherer macht als seine Vorgänger.

Frau Präsidentin, ich hätte eine Frage: Ich habe Kollegen Gudenus, seitdem er hier im Haus ist, noch nie zur Sache reden gehört. (Beifall bei den NEOS.) Das war heute wie­der eine Bewerbungsrede für den Herbert-Kickl-Fanklub.

Aber es geht noch schlimmer: Als Frau Kollegin Zadić hier gesprochen hat, hat Kollege Zanger von der FPÖ gerufen: „Alma, bei mir bist du sicher!“ (Abg. Gudenus: Das be­trifft eh nicht Sie!) Ich hoffe, Frau Kollegin Zadić wird dieses Angebot nicht wahrneh­men. Herr Kollege Zanger, sparen Sie sich bitte solche Zwischenrufe! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Frau Kollegin Jachs sagt, dass das alles hier Show war und dass wir unsere Verant­wortung nicht wahrnehmen. – Also meine Verantwortung als Oppositionspolitiker ist es, die Regierung zu kontrollieren und dann, wenn Fragen auftauchen, auch eine Sonder­sitzung einzuberufen und eine Dringliche Anfrage zu stellen. Das ist meine Vorstellung von Parlamentarismus. Wenn Sie das alles als Show empfinden, sollten Sie Ihre Vor­stellung von Parlamentarismus einmal ernsthaft überdenken. (Abg. Neubauer: Sie ha­ben jetzt auch nicht zum Thema gesprochen!)

Herr Bundesminister, was ich nicht verstehe: Ich fand Sie als Oppositionsabgeordneten noch einigermaßen - - Wie sagt man das wertschätzend? – Sie waren manchmal sehr stark am Punkt, wenn auch in etwas harter Art und Weise. Ich verstehe nicht, wieso Sie als Minister hier Ihre Rolle nicht wechseln. Ich finde es eigentlich unerträglich, wenn ein Minister von der Regierungsbank Abgeordnete persönlich angreift. Das geht absolut nicht! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Mölzer: Zur Sache, Herr Kollege, zur Sache!)

Mir wäre wichtig, dass wir auch in die Zukunft schauen, Herr Bundesminister, unab­hängig davon, wie die Situation hinsichtlich BVT ist. Und ich verstehe den Vorwurf der Show nicht, denn der Herr Bundesminister hat selbst gesagt, er hat mit seinen Antwor­ten hier und heute aus seiner Sicht Dinge entkräften können. (Abg. Kitzmüller: Wann reden Sie zur Sache, Herr Abgeordneter?) Insofern müssten Sie dankbar dafür sein, dass wir diese Fragen gestellt haben (Rufe bei der FPÖ: Zur Sache, zur Sache!); des­halb verstehe ich nicht, wieso es diesen Show-Vorwurf gibt.

Mir wäre wichtig, dass wir in Zukunft schauen, wie wir das Vertrauen in das BVT wie­derherstellen können – ich denke, das ist unser aller Anliegen –, aber auch, wie wir das Vertrauen unserer Bürgerinnen und Bürger wiederherstellen können, aber auch jenes von ausländischen Geheimdiensten.

Deswegen stelle ich abschließend folgenden Antrag:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Einbin­dung von Parlament, Rechtsschutzbeauftragten und Rechnungshof bei einer Reform des BVT“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Inneres, wird aufgefordert, hinsichtlich der angekündigten Reform des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, unabhängige in- und ausländische Expert_innen, die Sicher­heitssprecher_innen sämtlicher im Nationalrat vertretenen Parteien, den Rechtsschutz­beauftragten nach dem Sicherheitspolizeigesetz sowie den Rechnungshof einzubinden.“

*****

Wir müssen das Vertrauen wiederherstellen, dazu braucht es alle Beteiligten in diesem Land. Es bringt nichts, wenn Regierungsparteien hier der Opposition, die ihrer Aufgabe nachkommt, nämlich Kontrolle ausübt, vorwerfen, sie mache irgendetwas Showartiges. Es ist unser aller Verantwortung, dieses Vertrauen wiederherzustellen. Stimmen Sie deswegen diesem Antrag zu! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

14.42

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Dr. Nikolaus Scherak, Kolleginnen und Kolle­gen

betreffend Einbindung von Parlament, Rechtsschutzbeauftragten und Rechnungshof bei einer Reform des BVT

eingebracht im Zuge der Sondersitzung am 11. Juni 2018

Nach nur wenigen Monaten im Amt ist es BM Kickl gelungen, das Bundesamt für Ver­fassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) in einer die Sicherheitslage des Landes massiv gefährdenden Art und Weise ins Chaos zu stürzen.

Nachdem das „Dossier“ bereits seit vielen Monaten bekannt war und auch Verfahren anhängig waren, werden Verfahren vom höchsten Beamten des BMI persönlich durch Kontaktaufnahme mit der zuständigen Staatsanwältin wieder in Gang gebracht- dies auch hinblicklich Sachverhaltselementen, die das eigene Haus (BMI) noch im Okto­ber 2017 als „übliche und reguläre Vorgänge“ bezeichnete und deren „Skandalisierung“ trotz längst erfolgter „Widerlegung“ öffentlich beklagte (vgl. BMI, OTS vom 27.10.2017). Damit nicht genug, wurden sogar die wichtigsten Zeugen der WKStA von Mitarbeite­rInnen des BMI vermittelt und zwei von ihnen von einem Kabinettsmitarbeiter als Ver­trauensperson bei den Einvernahmen begleitet. Das BMI war auch bereits im Vorfeld in den Ablauf der Hausdurchsuchungen am 28. Februar 2018 eingebunden und wählte sogar die aus ihrer Sicht passende Polizeieinheit für den Einsatz aus.

Vor diesem Hintergrund kam es zu mehreren vorläufigen Suspendierungen gegen Mit­arbeiter des BVT, darunter auch dessen Direktor Gridling.

Mittlerweile hat sich die Indizienkette derart verdichtet, dass nur eine einzige Deutung ein schlüssiges Bild ergibt: die neue FPÖ Führung des BMI hatte nach Übernahme des Ministeriums ein großes Ziel vor Augen, und das wurde mit geradezu brachialer Gewalt verfolgt: namentlich die Umfärbung der aus naheliegenden Gründen offenbar unliebsa­men (die Extremismusabteilung ermittelte immer wieder höchst professionell) Behör­denspitze. Überlegungen, was ein solch brachiales Vorgehen samt Entfernung kompe­tenter Führungskräfte und Beschlagnahmung hochsensibler Daten für die Sicherheit im Lande bedeuten, wurden entweder nicht angestellt oder mussten dem blauen Macht­rausch weichen.

Dank aufmerksamer Journalisten, darauf aufbauender politischer Arbeit und funktionie­render Gerichte misslang der offensichtlich versuchte Coup. Die Suspendierung von Direktor Gridling wurde vom Bundesverwaltungsgericht am 22. Mai aufgehoben, da­nach auch jene eines anderen BVT-Beamten.

Nunmehr wird seitens BM Kickl ganz offenbar versucht, den missglückten Umfärbe­coup wieder einzufangen. In diesem Sinne soll laut Ankündigung von BM Kickl das BVT reformiert werden. Details zur Neuaufstellung des Geheimdienstes sind bis dato nicht bekannt, nur, dass bis zum Herbst organisatorische Maßnahmen geprüft und die­se sodann bis nächsten Sommer umgesetzt werden sollen.

Nun ist gegen eine sinnvolle Reform mit einhergehender Fokussierung des BVT ins-besondere vor dem Hintergrund sich ständig wandelnder Bedrohungsszenarien nichts einzuwenden. In Anbetracht der oben umrissenen Versuche von BM Kickl, die Behörde mit brachialen Methoden und ohne Rücksicht auf (Sicherheits-)Verluste nach seinen Vorstellungen umzugestalten, ist aus Sicht der Antragsteller aber zu befürchten, dass ohne entsprechende Einbindung von Parlament, Rechnungshof und Rechtsschutzbe­auftragen die Reform lediglich der „Plan B“ zur Umfärbung und Schwächung des BVT ist.

Im Interesse der Sicherheit des Landes und im Sinne der Wahrung und Optimierung bestehender Behördenstrukturen stellen die unterfertigenden Abgeordneten daher nach­folgenden Antrag.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Inneres, wird aufgefordert, hinsichtlich der angekündigten Reform des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, unabhängige in- und ausländische Expert_innen, die Sicher­heitssprecher_innen sämtlicher im Nationalrat vertretenen Parteien, den Rechtsschutz­beauftragten nach dem Sicherheitspolizeigesetz sowie den Rechnungshof einzubinden.“

*****


Präsidentin Doris Bures|: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht daher mit in Verhandlung.

Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Leichtfried. – Bitte, Herr Abgeordneter.


14.42.37

Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ)|: Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kickl, ich weiß nicht, wo und wann Sie sich einen Ruf als Stratege erar­beitet haben, aber jetzt im richtigen Leben haben Sie den schneller verspielt, als man BVT aussprechen kann. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und NEOS.) Stattdessen sind wir mit einer Person konfrontiert, die hier jetzt relativ blank, bleich, mit schlechtem Ge­wissen auf der Regierungsbank sitzt. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Heiterkeit und Zwi­schenbemerkung von Bundesminister Kickl.)

Als er Minister geworden ist und sich die Frage gestellt hat: Was tue ich als Erstes?, war sein erster Gedanke - - (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ihre unqualifizierten Zwi­schenrufe, insbesondere in Bezug auf weibliche Abgeordnete, Kollege Scherak hat es schon angesprochen, sprechen ja auch für Ihre Nervosität, geschätzte Damen und Herren von der FPÖ; vielleicht lassen Sie das in Zukunft eher bleiben! (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Sind Sie weiblich?)

Als Herr Kickl ins Ministerium gekommen ist, hat er scheinbar ein Ziel gehabt: Jetzt räume ich mit den ganzen Schwarzen bei uns einmal auf! – Das war die Intention da­hinter, nichts anderes. Er hat das eben versucht mit Maßnahmen – ich weiß nicht, ob man das sagen kann, aber von außen hat es ein bisschen putschartig ausgeschaut –, die einerseits dazu geführt haben, dass die Tätigkeit des BVT insbesondere im Bereich des Rechtsextremismus für die Zukunft unmöglich gemacht worden ist – vielleicht war auch Absicht dahinter, das kann ich nicht sagen –, und die andererseits dazu geführt haben, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suspendiert worden sind, egal ob ihr per­sönliches Leben dadurch zerstört wurde oder nicht, wobei sich hinterher herausgestellt hat, dass alle diese Suspendierungen illegal waren. Das war der Erfolg, Herr Kickl, das haben Sie gemacht. (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)

Jetzt stellen Sie sich her, und das ist für mich überhaupt das Ärgste, und sagen: Ich war das alles nicht, das war der Herr Goldgruber – Herr Goldgruber, passen Sie auf, das ist das erste Zeichen, dass Sie nicht mehr lange Generalsekretär sein werden! –, der Herr Goldgruber hat mich immer nur nachher informiert! – Ja was ist denn das für eine Ministerverantwortung? Wenn ich Minister bin, bin ich für alles verantwortlich, was im Haus passiert, und rede mich auf niemanden aus, Herr Kickl, bin ich nicht so feig, mich hinauszureden! (Beifall bei SPÖ und NEOS. – Abg. Gudenus: Da redet gerade der Richtige! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)

Was ich aber wirklich als sehr, sehr merkwürdig empfinde: Jetzt sitzen Sie da, im Be­wusstsein, was da passiert ist, und Ihre einzige Reaktion ist es, die, die das aufzeigen wollen, abzukanzeln – und Sie sind sich nicht zu blöd, auch Drohungen gegen Abge­ordnete auszustoßen, Herr Kickl! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Kassegger: Einer, der eine sachliche Richtigstellung als Bedrohung empfindet ...!)


Präsidentin Doris Bures|: Herr Abgeordneter, ich ersuche Sie, das zurückzunehmen und eine Formulierung zu finden, die nicht die Würde des Hauses verletzt. Ich beginne jetzt beim letzten Redner nicht mit Ordnungsrufen, aber ich werde in der nächsten Prä­sidialkonferenz auf den Verlauf der heutigen Debatte zurückkommen.

Herr Abgeordneter, bitte nehmen Sie das zurück!


Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried| (fortsetzend): Ich nehme „Sie sind sich nicht zu blöd“ zurück und sage: Ich finde es nicht passend, dass Sie hier aus Ihrer Position he­raus, als Innenminister, Abgeordnete bedrohen. Das gehört sich nicht, Herr Kickl! (Bei­fall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Das spricht für Ihre Gewissenlosigkeit, für Ihre Un­verantwortlichkeit und für Ihre Anstandslosigkeit, Herr Kickl. Das zeigt, wie Sie wirklich agieren. (Abg. Rosenkranz: Das ist unerhört! – Abg. Kassegger: Das ist genug jetzt! – Ruf bei der FPÖ: Das ist ja unglaublich! – Abg. Rosenkranz: Solche Frechhei­ten muss man sich ...!) – Ich habe jetzt das Wort, geschätzte Kolleginnen und Kolle­gen, und von Ihnen lasse ich mir das Wort hier heraußen nicht verbieten! Das hätten Sie vielleicht gerne, das wird aber in dieser Republik nicht passieren! (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Ihre Frechheit ...! Sie Rotzbube!)

*****


14.46.49Präsidentin Doris Bures|: Herr Klubobmann Rosenkranz, für den Ausdruck „Rotzbu­be“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Dan­ke, Frau Präsidentin! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Es ist eine Frechheit, so etwas zu einem Minister zu sagen, unter Ihrer Toleranz!)

*****

Herr Abgeordneter Leichtfried, Sie sind am Wort. – Bitte. (Ruf bei der FPÖ: ... Sozialisten in diesem Haus offenbar!)


14.47.10

Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried| (fortsetzend): Geschätzte Damen und Herren, was ist da passiert? Was ist da wirklich passiert? Das ist ein bisschen schwer zu erklären. Natürlich muss man manchmal Bilder finden für das, was passiert ist, und es gibt auch recht gute Texte dafür. Ich war vor Kurzem beim steirischen Bischof zum Mittagessen eingeladen und habe dann nachher etwas aus der Bibel gelesen, Sie werden es nicht glauben. (Abg. Rosenkranz: Angefüttert!) So darf ich etwas zitieren, das jetzt recht gut passt:

„Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich“ eine Stimme, die rief: „Komm! Da sah ich [...] ein fahles Pferd.“ – Sie kennen dieses fahle Pferd wahrscheinlich, ge­schätzte Damen und Herren! – Sein Reiter war der Tod, „und die Unterwelt zog hinter ihm her.“ (Der Redner zeigt eine Tafel, auf dem der „Reitende Tod“, ein Fragment des Gemäldes „Die apokalyptischen Reiter“ von Wiktor Wasnezow, zu sehen ist.)

Das beschreibt recht gut, was in dieser Phase jetzt geschieht, geschätzte Damen und Herren. Der Innenminister sorgt dafür, dass die internationale Zusammenarbeit mit Ge­heimdiensten gestorben ist, sorgt dafür, dass präventiv die Terrorabwehr gestorben ist, sorgt dafür, dass die Sicherheit im Land gestorben ist, geschätzte Damen und Herren. Und das reicht uns!

Deshalb hat sich die Opposition gemeinsam entschlossen, diesen Antrag zu stellen, den ich jetzt einbringe:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Kai Jan Krainer, Dr. Stephanie Krisper, Dr. Alma Zadić, LL.M., Kol­leginnen und Kollegen betreffend „Versagen des Vertrauens gegenüber dem Bundes­minister für Inneres“

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Dem Bundesminister für Inneres wird gemäß Art. 74 Abs 1 B-VG durch ausdrückliche Entschließung des Nationalrats das Vertrauen versagt.“

*****

Das ist die Antwort, Herr Bundesminister, die dieses Haus Ihnen zu geben hätte. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie der Abg. Zadić. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)

14.48

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Misstrauensantrag

gemäß § 55 GOG-NR

der Abgeordneten Kai Jan Krainer, Stephanie Krisper, Alma Zadić

Kolleginnen und Kollegen

betreffend Versagen des Vertrauens gegenüber dem Bundesminister für Inneres

eingebracht im Zuge der Debatte über die Dringliche Anfrage betreffend „Innenminister Kickl gefährdet die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher“

Begründung

Die von Herbert Kickl losgetretene Demontage des Bundesamtes für Verfassungs­schutz und Terrorismusbekämpfung nimmt immer besorgniserregendere Ausmaße an.

Der gesamte Ermittlungsakt mitsamt allen vertraulichen Informationen, mit den Klarna­men der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BVT, inklusive der verdeckten Ermittlerin­nen und Ermittler hat das BVT verlassen und befindet sich in falschen Händen, Ak­tenteile verbreiten sich unkontrolliert.

Diese Menschen, die für unser aller Sicherheit tagtäglich in den gefährlichsten Milieus ermitteln, finden sich mit ihren echten Namen und Adressen jetzt also fein säuberlich aufgelistet im staatsanwaltschaftlichen Akt, der mittlerweile in allen Redaktionen des Landes aufzuliegen scheint.

Es wäre Kickls Aufgabe gewesen, die Identität dieser Menschen und damit ihre Ge­sundheit, ihr Leben und das ihrer Familien zu schützen. Kickl hat es zu verantworten, dass die Information über die Identität der verdeckten Ermittler das Innenministerium verlassen hat. Was eine Veröffentlichung für die Sicherheit der verdeckten Ermittler und ihrer Familien bedeuten würde, lässt sich angesichts der Berichte vom Wochenen­de nur erahnen.

„Sollte sein Name an die Öffentlichkeit geraten, sei seine persönliche Sicherheit und die seiner Familie gefährdet“ schreibt ein kürzlich von Kickl entlassener Spitzenbeam­ter des BVT in seinem Hilferuf ans Parlament, wie der Kurier berichtete.

Bei der BVT-Hausdurchsuchung am 28. Februar 2018 sind, wie der „Falter“ berichtete, darüber hinaus noch weitere hochsensible Daten beschlagnahmt und mitgenommen worden. Etwa eine komplette Liste der Informanten und Informationsquellen des BVT (die sogenannte ZQB-Datenbank) aber auch der Inhalt des Kommunikationsnetzwer­kes des BVT mit anderen befreundeten Sicherheitsbehörden (das sogenannte „Netz­werk Neptun“). Dieses Netzwerk enthält u.a. Daten des deutschen Bundesnachrichten­dienstes. Ebenfalls beschlagnahmt wurden 19 Gigabyte Daten aus der Extremismus-Abteilung, in der u.a. umfassend die Umtriebe der rechtsextremen Szene in Österreich beobachtet und dokumentiert wurden und werden.

All diese hochsensiblen Daten hätten niemals das BVT verlassen dürfen.

Das ist ein nachrichtendienstlicher und sicherheitspolitischer Super-Gau. Durch diese – von BM Kickl zu verantwortende – Vorgangsweise wird die Sicherheit in vielfältiger Weise massiv gefährdet.

Die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher wird gefährdet, wenn ausländi­sche Nachrichtendienste nicht mehr mit Österreich zusammenarbeiten und damit die Terrorabwehr geschwächt wird.

Informationsquellen und Informanten des BVT sind ab nun im besten Fall wertlos, im schlechtesten ebenfalls persönlich gefährdet.

Die Leiterin des Referats für Extremismus im BVT sieht sich nicht mehr in der Lage ihrer Arbeit nachzugehen, sie sieht sich laut einer vom „Falter“ veröffentlichten E-Mail einer „Hetzjagd“ ausgesetzt. Sie wird von Rechtextremen gegen die sie ermittelt und von Dienstgeberseite (!) bedroht. Ihr wird nahegelegt, in Pension zu gehen.

Letztlich übernimmt Österreich in wenigen Wochen den EU-Vorsitz und muss dann die Sicherheit zahlreicher ausländischer Staats- und Regierungschefs gewährleisten, was vor diesem Hintergrund massiv erschwert wird.

Auch die sonst so zelebrierte Einigkeit der Regierung bekommt angesichts von Kickls verantwortungslosem Walten mit der Sicherheit Österreichs Risse, wie am Wochenen­de berichtet wurde. Es stellt sich heraus, dass das Justizressort seine Methoden mehr als nur in Frage stellt.

Eine der Zeuginnen, die Peter Goldgruber, Generalsekretär von Kickl, so eifrig vermit­telt hatte, die von einem Mitarbeiter in Kickls Kabinett bei ihrer Aussage begleitet wur­de, habe ängstlich gewirkt, „es wurde der Eindruck vermittelt, dass eine Drucksituation vorherrscht“, sagt demnach niemand geringerer als die fallführende Staatsanwältin.

Und sie dürfte mit ihrer Skepsis gegenüber den Methoden des Innenministers und sei­nes Kabinetts nicht alleine sein. „Eine direkte Kontaktaufnahme des GS des BMI (Anm. Peter Goldgruber) mit der Staatsanwältin ohne Einhaltung des Dienstwegs ist ein Skandal“, findet Christian Pilnacek, Generalsekretär des Justizministeriums, laut Profil.

Und er hat Recht dabei. Innenminister Kickl ist ein Sicherheitsrisiko für Österreich. So­lange er im Amt bleibt, ist die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher in Ge­fahr.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgenden

Antrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Dem Bundesminister für Inneres wird gemäß Art. 74 Abs 1 B-VG durch ausdrückliche Entschließung des Nationalrats das Vertrauen versagt.“

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Präsidentin Doris Bures|: Der Antrag ist ordnungsgemäß eingebracht und steht mit in Verhandlung.

Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Amon. – Sie haben noch eine Restredezeit von 2 Mi­nuten. Bitte. (Abg. Amon – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten? Ich dachte, ich hab’ drei! – Abg. Wöginger: Wir haben sieben fix insgesamt!)


14.49.28

Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP)|: Frau Präsidentin! Wir werden den Miss­trauensantrag nicht unterstützen. (Oh-Rufe bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Es ist näm­lich ein bisschen eigenartig, dass die Opposition einen Untersuchungsausschuss ver­langt und, noch ehe dieser überhaupt zu arbeiten begonnen hat, schon ein Urteil fällt. Daran erkennt man einen gewissen Mangel an Ernsthaftigkeit, meine Damen und Her­ren! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Herr Kollege Scherak, weil Sie meinten, ich erzähle da 7 Minuten lang – ich habe des­halb gedacht, ich habe noch 3 Minuten, Frau Präsidentin – meine Geschichte vom Herrn Dr. Lansky, muss ich entgegnen: Entschuldigung, die Datensammlung und die Ermittlungen gegen Herrn Dr. Lansky sind ja die Basis dafür, dass die Staatsanwalt­schaft angeordnet hat, eine Hausdurchsuchung vorzunehmen. (Abg. Heinisch-Hosek: Das haben wir schon gehört!) Da sind wir also sehr wohl am Kern der Geschichte, und Sie werden uns zugestehen, dass wir uns das genauer ansehen wollen, Herr Kollege Scherak. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Ich wollte eigentlich nur auf den von mir sehr geschätzten Kollegen Schieder eingehen, der plötzlich gemeint hat, Herr Dr. Lansky hätte mit der SPÖ nichts zu tun (Ruf bei der SPÖ: Das hat er nicht gesagt!), er sei nicht der SPÖ-Anwalt, wie ich das apostrophiert habe. Nun habe ich mir gedacht: Kann ich mich so täuschen? Ich gehöre ja diesem Haus schon eine gewisse Zeit an. Ich habe mir jetzt alles Mögliche herausgesucht und darf nun aus einem „Standard“-Artikel aus dem Jahr 2006 zitieren: „Anwalt Gabriel Lansky brachte am Mittwoch eine Klage der steirischen SPÖ gegen“ einen steirischen Politiker ein. – Das war 2006.

Dann habe ich hier noch einen „Kurier“-Artikel aus dem Jahre 2010: „Im August 2002 bekam die Kanzlei des SPÖ-nahen Wiener Anwalts Gabriel Lansky einen äußerst lu­krativen Auftrag der ÖBB.“ – „SPÖ-nahen Wiener Anwalts“ steht da!

Dann habe ich noch einen Artikel aus dem Jahre 2011 über den ehemaligen Chef des Flughafens, Herbert - -


Präsidentin Doris Bures|: Herr Abgeordneter Amon, wir haben beide recht gehabt: Sie haben jetzt Ihre Redezeit ausgeschöpft. Es war nicht die Fraktionsredezeit, insofern stimmt es, aber es sind pro Redner maximal 10 Minuten; diese sind jetzt nach meinen Aufzeichnungen Ihrerseits ausgeschöpft. Daher ersuche ich Sie, zum Schlusssatz zu kom­men.


Abgeordneter Werner Amon, MBA| (fortsetzend): Dann kann ich leider nicht bis zum Jahr 2017 herauf alle anwaltlichen Vertretungen des Herrn Dr. Lansky aufzählen, möchte aber doch hinzufügen, dass Herr Dr. Lansky bei der Nationalratswahl 2002 auf Listen­platz Nummer 41 für die SPÖ kandidiert hat, bei der Nationalratswahl 2006 auf Listen­platz 57 für die SPÖ kandidiert hat und bei der Nationalratswahl 2008 auf Platz 47 wie­der für die SPÖ kandidiert hat. – Also der gehört schon Ihnen, das möchte ich sagen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Was hat das mit dem zu tun?)

14.53


14.53.00Präsidentin Doris Bures|: Zu Wort ist nun niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir kommen jetzt zu zwei Abstimmungen.

Zuerst gelangen wir zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeord­neten Dr. Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Einbindung von Parlament, Rechtsschutzbeauftragten und Rechnungshof bei einer Reform des BVT“.

Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den Entschließungsantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Abgelehnt.

Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abge­ordneten Krainer, Krisper, Zadić, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Versagen des Vertrauens gegenüber dem Bundesminister für Inneres“ gemäß Art. 74 Abs. 1 des Bundes-Verfassungsgesetzes.

Da zu solch einem Beschluss des Nationalrates gemäß Absatz 2 der zitierten Verfas­sungsbestimmung die Anwesenheit der Hälfte der Abgeordneten erforderlich ist, stelle ich diese ausdrücklich fest.

Ich bitte jene Damen und Herren, die für den gegenständlichen Misstrauensantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Abgelehnt. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

14.54.25Einlauf


Präsidentin Doris Bures|: Ich gebe bekannt, dass in der heutigen Sitzung der Selb­ständige Antrag 269/A(E) eingebracht worden ist.

*****

Die nächste Sitzung des Nationalrates, die für Mittwoch, den 13. Juni 2018, 9 Uhr, in Aussicht genommen ist, wird auf schriftlichem Wege einberufen werden.

Diese Sitzung ist geschlossen.

14.54.51Schluss der Sitzung: 14.54 Uhr

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